Also ein klares Kaufsignal für Minenaktien?
Ich würde jetzt niemanden raten, ins fallende Messer zu greifen. Ich würde sagen, es macht sicherlich Sinn, gestaffelt einzusteigen – beispielsweise ein Drittel jetzt, ein Drittel in einem Monat und ein Drittel etwas später, wenn sich die Gewitterwolken lichten. Mittel- bis langfristig gesehen ist das eine hervorragende Kaufopportunität. Denn auch die Minenaktien werden sich nicht komplett vom fundamentalen Bild entkoppeln und dieses hat sich zuletzt deutlich verbessert.
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Welchen Rat haben Sie für Anleger, die jetzt erstmals in Minenpapiere einsteigen möchten?
Grundsätzlich: Die Korrektur bei den Minenaktien war und ist brutal. Aber wenn wir noch einmal die Analogie zu 2008 bemühen, da waren Gold und Minenaktien die ersten Sektoren, die die Korrektur beendet haben und nach oben tendierten, weil sie eben schon zukünftige Notenbank-Maßnahmen und fiskalpolitische Maßnahmen diskontiert haben. Das heißt, es kann gut sein, dass jetzt die Minenaktien vergleichsweise früh aus der Korrekturphase herauskommen. Wo allerdings die Tiefststände sein werden, kann ich nicht prognostizieren. Aber ich glaube auch hier, wenn Anleger sukzessiv und gestaffelt Positionen aufbauen, macht das durchaus Sinn, vor allem wenn man langfristig höhere Goldpreise erwartet.
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Können Sie ein paar Einzeltitel nennen, mit denen Anleger langfristig sicher fahren?
Interessant könnten tendenziell die großkapitalisierten Produzenten wie etwa Newmont Mining sein, die zuletzt auch sehr die Dividenden erhöht haben und deren Bilanzqualität solide ist. Aber auch bei Agnico Eagles Mines und Barrick Gold kann man langsam wieder zugreifen beziehungsweise nachkaufen. Im Bereich der kleineren, gefällt uns auf diesem Niveau eine Equinox oder Teranga. Bei den Developern und Explorer-Titeln würde ich jetzt unmittelbar noch vorsichtig sein. Wenn da Momentum in die Minenaktien kommt, wird das Kapital erst einmal in die großkapitalisierten Produzenten fließen. Aber auch hier gibt es solide geführte Unternehmen mit starken Bilanzen, die ausreichend finanziert sind.
Sind Gold-ETCs auch eine Alternative?
Wenn man den Goldpreis abbilden möchte, dann physisch. Wenn man einen Hebel draufhaben möchte, in Form von Perfomance-Gold, tendieren wir zu Minenaktien. "Papiergold" kann man natürlich schon wagen, ich würde jedoch sehr aufmerksam Prospekt und Gegenpartei-Risiko prüfen. Da muss man sich einfach anschauen, ob man der Gegenpartei gerade in Crash-Zeiten vertraut. Und der Crash ist eben auch immer ein Test für das Vertrauen in die Gegenpartei. Das ist es im Endeffekt auch, was physisches Gold so besonders macht. Es gibt keine Gegenpartei, es ist purer Besitz.
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