Weiterhin "grünes Licht" für Cannabis-ETF

Marihuana-Investment Weiterhin "grünes Licht" für Cannabis-ETF

von Peter Hermann
24.08.2018
Auf einen Blick
  • Wertpapiere von Unternehmen, deren Hauptgeschäft aus medizinischem Cannabis besteht, können mit Erlass von Ende Juni weiterhin gehandelt werden.

  • Einzelinvestments in die Cannabis-Branche sind allerdings mit deutlichen Risiken verbunden.

  • Eine Alternative ist der einzig in Deutschland verfügbare ETF des Sektors. Anleger können Schwächephasen des Marktes als Kauf-Chance nutzen.
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Deutsche Anleger hatten zunächst konsterniert in die Röhre geschaut. Ende Juni hatte die Deutsche Börse überraschend mittgeteilt, dass ihre Tochter Clearstream Aktien von Cannabis-Unternehmen ab Ende September vom Handel aussetzen wird. Davon ebenfalls betroffen: der einzig verfügbare ETF, der sich auf das florierende nordamerikanische Consumer-Segment fokussiert. Doch es kam alles nicht so schlimm wie befürchtet.

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Denn die Behörden in Luxemburg, wo auch Clearstream seinen Hauptsitz hat, haben nur wenige Tage später das Verbot wieder gelockert. Hintergrund ist ein neues Gesetz in Luxemburg, das medizinisch genutztes Cannabis legalisiert. Folglich können mehr als die Hälfte der etwa 150 zunächst ausgeschlossenen Wertpapiere weiterhin gehandelt werden. Und das gilt auch für den Indexfonds Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF (ISIN: CA44054J1012).

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Nordamerikanische Cannabis-Produzenten mit starker Performance

Die Party-Droge der kalifornischen Hippies der 1960er und 70er Jahre ist vor allem in die USA und Kanada zurückgekehrt und hier zumindest aufgrund ihrer Heilkraft im Hinblick auf zahlreiche Erkrankungen bereits weit verbreitet. Dagegen kämpft das "Gras" zumindest in einigen Staaten der Europäischen Union noch immer mit seinem schlechten Image. In Nordamerika haben einzelne Unternehmen bereits eine beträchtliche Größe erreicht.

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Zu den für deutsche Investoren nunmehr weiterhin handelbaren Titeln zählen unter anderem die Marktführer der Branche wie Canopy Growth (ISIN: CA1380351009), Aurora Cannabis (ISIN: CA05156X1087) oder GW Pharmaceuticals (ISIN: GB0030544687). Zum Teil weisen die Aktien des Marihuana-Sektors in den zurückliegenden Jahren Zuwachsraten von mehreren hundert Prozent auf.

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Hohe Risiken bei Einzelinvestments 

Sie sollten allerdings dabei nicht vergessen, dass dieser aufstrebende Markt des Konsumsektors im Hinblick auf Einzelinvestments besondere Risiken mit sich bringt. Schließlich ist es in dieser Wachstums-Branche noch zu keinerlei Konsolidierung gekommen. Hier könnte es selbst Unternehmen treffen, denen von Experten hervorragende Aussichten attestiert werden.

Außerdem bestehen für einzelne Unternehmen spezielle Risiken, die an ihren jeweiligen Standorten durch Regulierungen oder nicht genehmigte Anträge der lokalen Behörden in Schwierigkeiten geraten könnten.

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Marihuana-ETF: Wegen der breiten Streuung empfehlenswert

Wenn Sie sich für eine Geldanlage in die junge nordamerikanische Marihuana-Branche interessieren, können Sie – um den Risiken eines Einzelinvestments aus dem Weg zu gehen – in den Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF investieren. Der ETF ist seit Juli 2017 auf dem deutschen Markt verfügbar und hat seither – wenn auch recht volatil – eine überzeugende Performance gezeigt.

Seit dem Handelsstart in Deutschland im Juli 2017 hat sich das Papier von 5,69 Euro auf 12,53 Euro mehr als verdoppelt. In Deutschland kann der ETF beispielsweise über die Börse München, die Börse Berlin oder Tradegate gehandelt werden. Allerdings sollten Anleger das geringe Handelsvolumen berücksichtigen.

Der Marihuana-ETF umfasst derzeit ein Volumen von rund 720 Millionen kanadischen Dollar. Zu den größten Positionen des Finanzprodukts zählen auch die genannten Marktführer der Branche: Aurora Cannabis, Canopy Growth und GW Pharmaceuticals, die zusammengenommen etwa 40 Prozent des gesamten Portfolios ausmachen.

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Biallo-Tipp

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Weitere Aussichten des Marihuana-ETF

Der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF erlebte zum Jahreswechsel einen Schub von etwa 9,50 auf beinahe 17 Euro. Hintergrund war die Legalisierung von Marihuana für den privaten Konsum (also nicht nur für den medizinischen Gebrauch) im US-Bundesstaat Kalifornien. Im Anschluss daran kam es zu einer Konsolidierung des Kurses. Ein ähnlicher Hype könnte entstehen, wenn Kanada Anfang Oktober 2018 – wie angekündigt – ebenfalls die private Verwendung von Cannabis gestatten wird.

Beim nordamerikanischen Cannabis-Markt gehen Experten von einem erheblichen Wachstumspotential aus. Dabei schwanken die Prognosen für die kommenden Jahre zwischen einem Zuwachs von etwa 50 bis zu mehreren hundert Prozent. In diesem Zusammenhang wird es besonders darauf ankommen, in welchem Ausmaß sich die Liberalisierung in weiteren Bundessaaten der Vereinigten Staaten durchsetzt.

Hinweis zu möglichen Interessenkonflikten (Paragraf 34b Wertpapierhandelsgesetz):

Der Autor hält Positionen des besprochenen ETFs, in den erwähnten Einzelaktien ist er nicht investiert.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de