Auf einen Blick
  • Die erste Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) seit elf Jahren treibt die Sparzinsen weiter nach oben.

  • Der Biallo-Tagesgeld-Index hat sich seit dem Rekordtief Anfang Juli innerhalb gut eines Monats verdreifacht.

  • Auch die Festgeldzinsen ziehen weiter an. Bei einer Laufzeit von sechs Monaten bietet eine deutsche Direktbank jetzt 0,76 Prozent pro Jahr.
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Nachdem die Festgeldzinsen vorgelegt haben, ist die Zinswende nun auch beim Tagesgeld angekommen. Seit Anfang Juli hat sich der Biallo-Tagesgeld-Index – ein Durchschnittswert von rund 40 an biallo.de gemeldeten Angeboten – vom Rekordtief aus verdreifacht: von 0,05 Prozent auf 0,15 Prozent.

 

Openbank lockt Neukunden mit 0,50 Prozent für zwölf Monate garantiert

Die zur spanischen Santander gehörende Openbank bietet seit 5. August für Neukunden ein attraktives „Willkommens-Tagesgeldkonto“. Der Zinssatz von 0,50 Prozent ist für zwölf Monate garantiert und gilt für Anlagebeträge bis 100.000 Euro. Einzige Bedingung: Sparerinnen und Sparer müssen ein kostenloses Girokonto bei den Spaniern eröffnen. Das „Open Girokonto“ schneidet in unserem Produkttest sehr gut ab und ist für uns auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Ebenfalls positiv: Die Zinszahlung erfolgt bei der Openbank monatlich, wodurch Sie von einem kleinen Zinseszinseffekt profitieren. Wie sich die monatliche Zinsgutschrift auswirkt, können Sie sich mit unserem neuen Zinseszinsrechner ausrechnen. Nach Ablauf der zwölfmonatigen Garantiezeit wandelt die Openbank das „Willkommens-Tagesgeldkonto“ automatisch in ein reguläres Tagesgeldkonto um, bei dem der variable Zins aktuell 0,10 Prozent pro Jahr beträgt. Das Bestandskundeniveau dürfte in zwölf Monaten aber ohnehin höher ausfallen.

Einlagen bis 100.000 Euro sind bei der Openbank über den spanischen Einlagensicherungsfonds (Fondo de Garantía de Depósitos de Entidades de Crédito) geschützt. Generell raten wir, nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen – unabhängig vom Herkunftsland des Anbieters.

Mit dem neuen Angebot zieht die Openbank mit der Consorsbank gleich, die in der vergangenen Woche ebenfalls die Tagesgeldzinsen für Neukunden auf 0,50 Prozent gesetzt hat. Das bestverzinste Tagesgeldangebot in unserem Tagesgeld-Vergleich bietet derzeit die maltesische FCM Bank, die sowohl für Neu- als auch Bestandskunden aktuell 0,51 Prozent pro Jahr bietet.

 

PSA Direktbank mit 0,30 Prozent für drei Monate garantiert

Nach der Renault Bank Direkt bietet nun auch die PSA Direktbank wieder ein Tagesgeld für Neukunden an. Es winken 0,30 Prozent für drei Monate garantiert. Der maximale Anlagebetrag für den Aktionszins beträgt wie bei der Openbank 100.000 Euro. Beträge darüber verzinst die PSA Direktbank mit 0,05 Prozent pro Jahr. Das ist auch der aktuelle Bestandskundenzins, der nach dem Garantiezeitraum gilt.

Obwohl die PSA Direktbank zum Autokonzern Stellantis (Fiat Chrysler Automotive und Groupe PSA) mit Hauptsitz in den Niederlanden gehört, ist sie als GmbH eine Bank mit deutscher Rechtsform und daher der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) angeschlossen. Somit greift im Entschädigungsfall die deutsche Einlagensicherung, die zu den sichersten der Welt zählt.

Anders als bei der Openbank können Sie bei der PSA Direktbank die Aktion nutzen, wenn Sie zwölf Monate lang kein Kunde der PSA gewesen sind. Bei der Openbank geht das nur, wenn Sie noch nie ein Tagesgeldkonto hatten.

 

SWK Bank legt bei kurzlaufendem Festgeld noch mal eine Schippe drauf

Eine attraktive Alternative zum Tagesgeld stellt kurzlaufendes Festgeld dar. Ab sofort bietet die SWK Bank aus Bingen am Rhein für sechs Monate 0,76 Prozent pro Jahr. Damit belegt die SWK Bank die Spitzenposition im Festgeld-Vergleich von biallo.de und verdrängt die schwedische Klarna (0,75 Prozent) auf Platz zwei.

Es ist bereits die vierte Zinserhöhung der SWK Bank innerhalb von drei Monaten. Erst Mitte Juli hatten die Rheinländer die Festgeldzinsen deutlich nach oben geschraubt. In der Spitze winken bei zehnjähriger Laufzeit 2,05 Prozent pro Jahr.

 

Zinsbindung beim Festgeld nicht zu lange wählen

Auch wenn die Festgeldzinsen bei langen Laufzeiten deutlich höher ausfallen als bei ein- oder zweijähriger Laufzeit, empfehlen wir derzeit, Festgeld maximal für zwei Jahre anzulegen. Schließlich hat die EZB für September bereits die nächste Zinserhöhung angekündigt, wodurch auch die Festgeldzinsen am langen Ende weiter steigen dürften.

Um flexibel auf weitere Zinserhöhungen reagieren zu können, empfiehlt es sich zudem, das Geld auf mehrere Laufzeiten mit der sogenannten Treppenstrategie anzulegen – zum Beispiel auf sechs, zwölf und 18 Monate. Vorteil: Wenn die jeweilige Festgeldtranche ausläuft, können Sie den freiwerdenden Betrag wieder zu längeren Laufzeiten anlegen – zu wahrscheinlich dann noch höheren Zinsen.

Wichtig: Tagesgeld und Festgeld eignen sich aufgrund der hohen Inflation nicht für den langfristigen Vermögensaufbau, unterm Strich entsteht eine negative Realrendite. Wenn Sie die Inflation langfristig schlagen wollen, sind ETF-Sparpläne die erste Wahl. Für die Liquiditätssicherung sind Tages- und Festgeld allerdings nach wie vor alternativlos.

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Über den Autor Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach. Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. 2014 baute er in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus als Chefredakteur und Moderator den österreichischen TV-Sender DAF-Austria mit auf. 2016 wechselte er zur Biallo & Team GmbH und übernahm Mitte 2017 die Redaktionsleitung. 

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