Wo Trade Republic (noch) Lücken lässt
So attraktiv das Paket auf den ersten Blick wirkt – als Vollersatz für eine klassische Hausbank fehlen Trade Republic noch einige wesentliche Bausteine. Einen Dispokredit gibt es nicht. Wer seinen Kontostand kurzfristig überziehen muss, steht ohne Puffer da. Auch Auslandsüberweisungen per SWIFT sind nicht möglich – wer regelmäßig Geld ins Nicht-SEPA-Ausland transferiert, benötigt zwingend ein zweites Konto.
Besonders kritisch ist die Support-Situation. Auf Trustpilot kritisieren zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer den schwer erreichbaren oder rein KI-gestützten Kundendienst – mit Folgen, die in einzelnen Fällen bis zu Bafin-Beschwerden wegen fehlendem Kontozugriff geführt haben (Stand: März 2026). Telefonischer Support ist nicht verfügbar. Das ist für ein Konto, das zunehmend als Hauptkonto genutzt wird, ein ernst zu nehmender Schwachpunkt. Wer im Ernstfall schnelle, persönliche Hilfe braucht, sollte das bei seiner Entscheidung klar einkalkulieren.
Hinzu kommen technische Einschränkungen: An volatilen Handelstagen kam es in der Vergangenheit wiederholt zu App-Ausfällen. Bargeld kann weder am Automaten noch im Einzelhandel eingezahlt werden. Ein Gemeinschaftskonto gibt es nicht. Und der gesamte Zahlungsverkehr – Überweisungen, Daueraufträge, Kartensperrungen – ist ausschließlich über die Smartphone-App verwaltbar. Die Desktop-Version erlaubt zwar die Depoteinsicht, bietet aber keine vollständige Kontoverwaltung.
Ein weiterer Punkt, der häufig übersehen wird: Das Zinsangebot ist an ein Wertpapierdepot gekoppelt. Wer ausschließlich ein Girokonto ohne Investmentfunktion möchte, muss trotzdem ein Depot eröffnen.