Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland hat im Notfall weniger als 2.000 Euro auf der hohen Kante. Das zeigt das aktuelle Liquiditätsbarometer 2025 der TeamBank. Besonders betroffen ist die Generation Z, die laut Studie oft keine ausreichenden Rücklagen hat, um unvorhergesehene Ausgaben zu stemmen. Dabei reichen schon eine kaputte Waschmaschine, eine Zahnarztrechnung oder ein plötzlicher Jobverlust aus, um finanziell ins Wanken zu geraten. Wer dann auf den Dispokredit zurückgreifen muss, zahlt oft hohe Zinsen und riskiert, in die Schuldenfalle zu geraten.
Ein Notgroschen schafft hier Sicherheit. Er bildet die Grundlage für eine stabile Finanzplanung und ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung der Bildung weiterer Polster wie etwa für die Altersvorsorge.
Wie viel Geld auf dem Girokonto sinnvoll ist und wie hoch die „eiserne Reserve“ sein sollte, erfahren Sie hier. Außerdem erklären wir, was Sie beim Aufbau und der Verwaltung Ihres Notgroschens beachten sollten.
Wie viel Notgroschen ist sinnvoll?
Grundsätzlich sind drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen empfehlenswert. Allerdings sollten Sie Ihre persönliche Lebenssituation individuell betrachten. Wie viel Geld verdienen Sie pro Monat? Sind Sie verheiratet und haben Kinder? Stehen häufig wiederkehrende Kosten wie Reparaturen oder Rechnungen an? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie anfangen, Ihre Rücklagen zu planen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro wäre es sinnvoll, mindestens 7.500 Euro als Notgroschen verfügbar zu haben.
Dennoch ist die Höhe des Notgroschens individuell. Während einige Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem kleineren Betrag von etwa 1.000 Euro bereits ruhig schlafen können, fühlen sich andere erst mit einem fünfstelligen Sicherheitspolster wirklich wohl. Überlegen Sie, welche unvorhersehbaren Ausgaben gleichzeitig auftreten könnten, und bewerten Sie, wie viel Geld Sie in solchen Fällen benötigen würden.
Wie kann ich einen Notgroschen ansparen?
Viele Wege führen zum Ziel und Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Bedeutet: Die eine „richtige“ Strategie, um einen Notgroschen anzusparen, gibt es nicht. Wer Rücklagen bilden möchte, sollte zunächst den Überblick über die eigenen Finanzen gewinnen. Notieren Sie, wie viel Geld monatlich hereinkommt und wofür es wieder ausgegeben wird. Oft lässt sich schon durch kleine Veränderungen einiges sparen. Vielleicht entdecken Sie ein Abo, das Sie gar nicht mehr nutzen. Außerdem lohnt es sich, bei Versicherungen oder Stromanbietern mindestens einmal pro Jahr den Tarif zu vergleichen und in einen günstigeren zu wechseln.
Ein festes Monatsbudget für Einkäufe, Hobbys oder Freizeit hilft dabei, besser mit dem verfügbaren Geld zu planen. Wenn Sie wissen, wie viel Geld Ihnen am Monatsanfang tatsächlich zur Verfügung steht, fällt es leichter, konsequent etwas zur Seite zu legen.
Konkrete Sparmethoden zur Bildung eines Notgroschens
Wir haben für Sie die gängigsten Methoden zum Aufbau eines Notgroschens zusammengefasst:
- Regelmäßiges Sparen: Eine Möglichkeit wäre, monatlich fünf Prozent Ihres Nettoeinkommens zurückzulegen.
- Kleinvieh macht auch Mist: Beginnen Sie damit, bei jedem Einkauf das Wechselgeld in eine Spardose zu legen. Zählen Sie das gesammelte Kleingeld alle paar Monate und zahlen Sie es auf Ihr Konto ein.
- Frühzeitiges Beiseitelegen: Überweisen Sie gleich zu Beginn des Monats einen Teil Ihres Gehalts direkt auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto. Wichtig ist dabei jedoch, dass dieser Betrag so gewählt wird, dass Sie alle laufenden Ausgaben problemlos decken und bei Bedarf auf das Sparkonto zugreifen können.
- Abräumsparen: Hierbei wird am Ende des Monats der Betrag, der übrig bleibt und nicht ausgegeben wurde, auf ein Sparkonto übertragen.
- Geldgeschenke nutzen: Auch Geldgeschenke zu besonderen Anlässen sind eine gute Gelegenheit, Ihr finanzielles Polster zu vergrößern
Wie viel Geld darf auf dem Girokonto sein?
Es gibt keine gesetzliche Obergrenze dafür, wie viel Geld Sie auf Ihrem Girokonto aufbewahren dürfen. Trotzdem ist es sinnvoll, den Kontostand im Blick zu behalten, insbesondere mit Blick auf die Einlagensicherung. In der Europäischen Union sind pro Person und Bank bis zu 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Diese Grenze gilt nicht nur für Ihr Girokonto, sondern für sämtliche Einlagen bei derselben Bank. Dazu zählen auch Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten. Liegt Ihr Gesamtguthaben über diesem Betrag, wäre es im Falle einer Bankeninsolvenz nicht vollständig abgesichert.
Viel wichtiger zu beachten ist jedoch, dass Girokonten in der Regel keine Zinsen abwerfen. Nur wenige Anbieter wie etwa C24 zahlen derzeit Zinsen auf das Guthaben. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr reicht es daher aus, ein bis zwei Monatsausgaben auf dem Girokonto zu halten.
Alles, was darüber hinausgeht, sollte beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto verwahrt werden. Dort ist Ihr Geld sicher, verzinst und ebenfalls jederzeit verfügbar. Auch psychologisch hat es Vorteile, wenn Rücklagen nicht sofort sichtbar und verfügbar sind. So sinkt die Versuchung, das Geld für spontane Ausgaben zu verwenden.