Ersparnisse

Der Notgroschen – Sicherheit in jeder Lebenslage

David Kotzmann
Redakteur
Veröffentlicht am: 15.05.2024

Auf einen Blick

  • Der Notgroschen schütz vor unerwartet Ausgaben und sorgt somit für ein sicheres Gefühl.
  • Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher verfügen jedoch über nahezu kein finanzielles Polster für unvorhersehbare Kosten.
  • Zwar bestimmen die persönlichen Lebensumstände die Höhe des Notgroschens, dennoch gilt als Richtwert das drei- bis sechsfache Monatsgehalt!
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten Ihren Notgroschen aufbauen.
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Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland hat im Notfall weniger als 2.000 Euro auf der hohen Kante. Das zeigt das aktuelle Liquiditätsbarometer 2025 der TeamBank. Besonders betroffen ist die Generation Z, die laut Studie oft keine ausreichenden Rücklagen hat, um unvorhergesehene Ausgaben zu stemmen. Dabei reichen schon eine kaputte Waschmaschine, eine Zahnarztrechnung oder ein plötzlicher Jobverlust aus, um finanziell ins Wanken zu geraten. Wer dann auf den Dispokredit zurückgreifen muss, zahlt oft hohe Zinsen und riskiert, in die Schuldenfalle zu geraten. 

Ein Notgroschen schafft hier Sicherheit. Er bildet die Grundlage für eine stabile Finanzplanung und ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung der Bildung weiterer Polster wie etwa für die Altersvorsorge. 

Wie viel Geld auf dem Girokonto sinnvoll ist und wie hoch die „eiserne Reserve“ sein sollte, erfahren Sie hier. Außerdem erklären wir, was Sie beim Aufbau und der Verwaltung Ihres Notgroschens beachten sollten.

Wie viel Notgroschen ist sinnvoll?

Grundsätzlich sind drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen empfehlenswert. Allerdings sollten Sie Ihre persönliche Lebenssituation individuell betrachten. Wie viel Geld verdienen Sie pro Monat? Sind Sie verheiratet und haben Kinder? Stehen häufig wiederkehrende Kosten wie Reparaturen oder Rechnungen an? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie anfangen, Ihre Rücklagen zu planen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro wäre es sinnvoll, mindestens 7.500 Euro als Notgroschen verfügbar zu haben.  

Dennoch ist die Höhe des Notgroschens individuell. Während einige Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem kleineren Betrag von etwa 1.000 Euro bereits ruhig schlafen können, fühlen sich andere erst mit einem fünfstelligen Sicherheitspolster wirklich wohl. Überlegen Sie, welche unvorhersehbaren Ausgaben gleichzeitig auftreten könnten, und bewerten Sie, wie viel Geld Sie in solchen Fällen benötigen würden.

Wie kann ich einen Notgroschen ansparen?  

Viele Wege führen zum Ziel und Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Bedeutet: Die eine „richtige“ Strategie, um einen Notgroschen anzusparen, gibt es nicht. Wer Rücklagen bilden möchte, sollte zunächst den Überblick über die eigenen Finanzen gewinnen. Notieren Sie, wie viel Geld monatlich hereinkommt und wofür es wieder ausgegeben wird. Oft lässt sich schon durch kleine Veränderungen einiges sparen. Vielleicht entdecken Sie ein Abo, das Sie gar nicht mehr nutzen. Außerdem lohnt es sich, bei Versicherungen oder Stromanbietern mindestens einmal pro Jahr den Tarif zu vergleichen und in einen günstigeren zu wechseln.

Ein festes Monatsbudget für Einkäufe, Hobbys oder Freizeit hilft dabei, besser mit dem verfügbaren Geld zu planen. Wenn Sie wissen, wie viel Geld Ihnen am Monatsanfang tatsächlich zur Verfügung steht, fällt es leichter, konsequent etwas zur Seite zu legen.

Konkrete Sparmethoden zur Bildung eines Notgroschens

Wir haben für Sie die gängigsten Methoden zum Aufbau eines Notgroschens zusammengefasst:

  • Regelmäßiges Sparen: Eine Möglichkeit wäre, monatlich fünf Prozent Ihres Nettoeinkommens zurückzulegen.
  • Kleinvieh macht auch Mist: Beginnen Sie damit, bei jedem Einkauf das Wechselgeld in eine Spardose zu legen. Zählen Sie das gesammelte Kleingeld alle paar Monate und zahlen Sie es auf Ihr Konto ein.
  • Frühzeitiges Beiseitelegen: Überweisen Sie gleich zu Beginn des Monats einen Teil Ihres Gehalts direkt auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto. Wichtig ist dabei jedoch, dass dieser Betrag so gewählt wird, dass Sie alle laufenden Ausgaben problemlos decken und bei Bedarf auf das Sparkonto zugreifen können.
  • Abräumsparen: Hierbei wird am Ende des Monats der Betrag, der übrig bleibt und nicht ausgegeben wurde, auf ein Sparkonto übertragen.
  • Geldgeschenke nutzen: Auch Geldgeschenke zu besonderen Anlässen sind eine gute Gelegenheit, Ihr finanzielles Polster zu vergrößern

Wie viel Geld darf auf dem Girokonto sein?  

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze dafür, wie viel Geld Sie auf Ihrem Girokonto aufbewahren dürfen. Trotzdem ist es sinnvoll, den Kontostand im Blick zu behalten, insbesondere mit Blick auf die Einlagensicherung. In der Europäischen Union sind pro Person und Bank bis zu 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Diese Grenze gilt nicht nur für Ihr Girokonto, sondern für sämtliche Einlagen bei derselben Bank. Dazu zählen auch Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten. Liegt Ihr Gesamtguthaben über diesem Betrag, wäre es im Falle einer Bankeninsolvenz nicht vollständig abgesichert.

Viel wichtiger zu beachten ist jedoch, dass Girokonten in der Regel keine Zinsen abwerfen. Nur wenige Anbieter wie etwa C24 zahlen derzeit Zinsen auf das Guthaben. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr reicht es daher aus, ein bis zwei Monatsausgaben auf dem Girokonto zu halten.

Alles, was darüber hinausgeht, sollte beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto verwahrt werden. Dort ist Ihr Geld sicher, verzinst und ebenfalls jederzeit verfügbar. Auch psychologisch hat es Vorteile, wenn Rücklagen nicht sofort sichtbar und verfügbar sind. So sinkt die Versuchung, das Geld für spontane Ausgaben zu verwenden.

Wie viel Geld auf dem Girokonto ist normal?  

Um Ihr Girokonto optimal zu nutzen, ist es sinnvoll, darauf so viel Geld zu halten, wie Sie für den monatlichen Bedarf tatsächlich benötigen. Dies ermöglicht es Ihnen, das Girokonto, so wie es auch eigentlich gedacht ist, für den Zahlungsverkehr und den kurzfristigen Bedarf zu verwenden.

Es ist daher ratsam, Ihren Notgroschen auf einem separaten, jederzeit zugänglichen Sparkonto, wie beispielsweise einem Tagesgeldkonto, zu lagern. Dies bietet mehrere Vorteile:

  1. Klare Trennung und Transparenz: Sie haben eine klare Trennung zwischen den Geldern für laufende Kosten und Ihrem Notgroschen. Die führt zu einer besseren Übersicht und mehr Transparenz.
  2. Zinserträge: Bei der Wahl des richtigen Tagesgeldkontos erhalten Sie auf Ihr Erspartes attraktive Zinserträge, die zum Aufbau Ihres Vermögens beitragen. Bei einigen Anbietern profitieren Sie sogar vom Zinseszinseffekt. 
  3. Hohe Flexibilität: Sie bleiben flexibel, denn bei Bedarf können Sie schnell und einfach Ihr Geld vom Tagesgeldkonto auf Ihr Girokonto überweisen.
  4. Mehr Sicherheit: Bei Verlust Ihrer Bankkarte oder im Falle von Betrugsfällen ist nur der Betrag auf Ihrem Girokonto betroffen und nicht Ihr Notgroschen. Selbst ein verlorener Kontoauszug, der in falsche Hände gerät, kann problematisch sein, wenn darauf ein hohes Guthaben zu erkennen ist.

Eine weitere Möglichkeit ist das Unterkonto, das zwar im Gegensatz zum Sparkonto keine Zinserträge bietet, dafür aber dank eigener IBAN dennoch getrennt von den täglichen Ausgaben zu verwalten ist. Dies bedeutet, dass Sie mit dem Unterkonto auch Überweisungen tätigen und Daueraufträge einrichten können. Folglich vereinfachen zweckgebundene Unterkonten beispielsweise das Sparen für bestimmte Ziele, die nach Erreichung des Sparzieles auch bequem direkt vom Unterkonto bezahlt werden können.

Wie viel Geld sollte auf ein Tageskonto?  

Wir haben bereits dargelegt, dass der Notgroschen am besten nicht auf dem Girokonto, sondern auf einem Tagesgeldkonto gelagert werden sollte. Daher empfiehlt sich drei bis sechs Monatsgehälter als Richtwert. Guthaben, die diesen Richtwert überschreiten, könnten gewinnbringender in anderen Anlageformen wie Aktien oder ETFs angelegt werden. Diese bieten langfristig die Möglichkeit auf höhere Renditen, allerdings auch bei einem höheren Risiko. Wenn Sie jedoch nicht sonderlich risikoaffin sind und dennoch von höheren Zinserträgen als auf dem Tagesgeldkonto profitieren möchten, könnte auch ein Festgeldkonto für Sie die richtige Wahl sein.

Sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger können natürlich auch mehr Geld auf dem Tagesgeldkonto parken, jedoch sollte hier wie bereits erwähnt die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro beachtet werden. Wenn Sie bereits andere Vermögenswerte bei derselben Bank haben, ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Gesamtsumme aller Ihrer Einlagen diese Grenze nicht überschreitet.

Ergänzung zum Tagesgeldkonto: Geldmarktfonds

Neben dem Tagesgeldkonto können auch Geldmarktfonds eine interessante Möglichkeit sein, überschüssiges Geld kurzfristig zu parken. Diese Fonds investieren am Geldmarkt und bieten in der Regel eine hohe Liquidität. Das bedeutet, dass Sie ihre erworbenen Anteile jederzeit über die Börse verkaufen oder direkt an die Fondsgesellschaft zurückgeben können.

Geldmarktfonds gelten als vergleichsweise sicher, sind aber nicht durch die Einlagensicherung geschützt und unterliegen geringen Kursschwankungen. Für den klassischen Notgroschen sind sie deshalb nicht optimal aber als gute Ergänzung geeignet.

 

 

Fazit: Nutzen Sie für den Aufbau Ihres Notgroschens nicht das Girokonto

Ein wohlüberlegter finanzieller Puffer bietet nicht nur Sicherheit, sondern auch Seelenfrieden. Zwar hat jede Verbraucherin und jeder Verbraucher ein eigenes Sicherheitsempfinden, dennoch sind etwa drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen ein bewährter Richtwert. Ein Tagesgeldkonto erweist sich dabei oft als die beste Wahl, um diesen Notgroschen sicher und zugänglich zu verwahren. Für die alltäglichen Ausgaben sollte das Girokonto verwendet werden und alles, was über den Notgroschen hinausgeht, bietet sich für das sogenannte Zielsparen an, wie beispielsweise für ein neues Auto oder eine geplante Reise. Zusätzlich kann überschüssiges Kapital in gewinnbringende Anlagen investiert werden, um ein ausgewogenes Portfolio aufzubauen, das sowohl Sicherheit als auch Ertragschancen bietet. Diese strukturierte Aufteilung hilft dabei, sowohl die täglichen finanziellen Bedürfnisse zu decken als auch langfristige finanzielle Ziele zu erreichen und dabei ein sicheres Gefühl zu haben.

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 01.01.2026

 

Weitere wichtige Fragen zum Thema Notgroschen 

Wie viel Bargeld zu Hause ist sinnvoll?

Daheim sollten Sie wegen der Verlust- und Diebstahlgefahr keine großen Geldbeträge verwahren. Ein  kleiner Bargeldbestand von 300 Euro ist sinnvoll, um in Situationen, bei denen Kartenzahlungen nicht möglich sind, handlungsfähig zu bleiben.

Wie viel Geld auf ein Sparkonto?

Auf einem Sparkonto sollten Sie die Beträge anlegen, die Sie nicht für den täglichen Bedarf benötigen, aber sicher aufbewahren möchten. Für längerfristige Anlagen könnten Sie auch Festgeldkonten in Betracht ziehen, die höhere Zinsen als klassische Spar- und Tagesgeldkonten bieten.

Wie viel Geld haben Deutsche im Schnitt auf dem Konto?

Die durchschnittliche Geldmenge auf den Girokonten der Deutschen variiert stark nach Altersgruppen und gibt wenig Aufschluss über die tatsächlichen finanziellen Mittel. Während jüngere Personen häufig in Aktien investieren und dadurch weniger auf dem Konto haben, neigen ältere Menschen dazu, mehr Bargeld zu horten. Laut einer aktuellen Studie des Vergleichsportals smava zeigt sich jedoch insgesamt ein zurückhaltendes Sparverhalten: Etwa ein Viertel der Deutschen hat höchstens 1.000 Euro auf dem Girokonto und nur rund jeder Neunte hat mehr als 10.000 Euro dort geparkt.

Wie viel Geld kann man steuerfrei auf dem Konto haben?

Auf einem Girokonto befindliches Geld ist selbst steuerfrei. Zu versteuern sind jedoch die Zinsen, die daraus erzielt werden – sofern Zinsen gezahlt werden. Das ist beim Girokonto ohnehin nicht der Fall.

Wie viel Geld als Rücklage?

Es wird empfohlen, eine Rücklage von drei bis sechs Nettomonatsgehältern zu haben, um unvorhergesehene Ausgaben oder Notfälle ohne finanziellen Druck bewältigen zu können.

Über den Redakteur David Kotzmann

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David Kotzmann, Jahrgang 1994, kommt eigentlich aus dem Bereich Export Sales. Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts war er unter anderen als freiberuflicher Blogautor in der Reisetouristikbranche tätig. Seit Anfang 2021 ist David im Team von biallo.de. Über die letzten Jahre konnte er sich ein umfangreiches Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen aneignen. Er schreibt vor allem Artikel in den Ressorts Kreditkarten, Girokonten und Produkttests. Außerdem ist er für das Content editing verantwortlich.

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