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Auf einen Blick
  • Ab dem Jahreswechsel steigen die ausgezahlten Leistungen bei Wohngeld, Hartz IV und Unterhaltsvorschuss. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche neuen Sätze gelten.

  • Erleichterte Bedingungen beim Arbeitslosengeld II, bei der Grundsicherung und beim Kinderzuschlag gelten weiterhin, zunächst bis zum 31. März 2022.

  • Arbeitslosmeldungen und Anträge auf Arbeitslosengeld sind künftig auch online möglich.
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Wir haben Sie bereits über finanzielle Änderungen für Arbeitnehmer und in der Pflegeversicherung informiert. Doch auch die Grundsicherung und der Mietzuschuß wird erhöht. Der staatliche Zuschuss zu Mieten steigt zum 1. Januar 2022 erstmals automatisch entsprechend der Miet- und Einkommensentwicklung an. Bisherige Wohngeldempfänger erhalten ab Januar je Haushalt im bundesweiten Durchschnitt rund 13 Euro pro Monat mehr. Entsprechendes gilt auch für Eigentümer, bei ihnen nennt sich die Leistung „Lastenzuschuss“.

Wichtig für Rentner: Auch beim Wohngeld und beim Lastenzuschuss gilt seit Anfang 2021 ein neuer Rentenfreibetrag. Dieser beträgt 2022 bei Renten über 515 Euro (brutto) 224,50 Euro pro Monat. Dies ist besonders für Senioren wichtig, die etwas „zu viel“ Geld zur Verfügung haben, um Grundsicherung im Alter zu erhalten. Für sie kommt stattdessen vielfach Wohngeld in Frage – vor allem aufgrund des neuen Freibetrags. Der Freibetrag ist – genau wie bei der Grundsicherung im Alter – an den Nachweis von mindestens 33 Jahren mit Grundrentenzeiten gekoppelt. Dies wird von der Deutschen Rentenversicherung bescheinigt. Aufgrund des neuen Freibetrags haben hunderttausende Rentner erstmals Anspruch auf Wohngeld.

 

Kinderzuschlag

Der Höchstbetrag für den Kinderzuschlag steigt 2022 um vier Euro auf 209 Euro pro Kind und Monat. Familien, die bereits Kinderzuschlag beantragt haben oder diesen bereits erhalten, müssen von sich aus nicht aktiv werden – der Auszahlungsbetrag wird ab Januar automatisch angepasst. Für Familien in Nöten lohnt es sich häufig, den Kinderzuschlag zu beantragen. Diesen zahlen die Familienkassen zusätzlich zum Kindergeld. Der Zuschlag soll verhindern, dass erwerbstätige Eltern nur wegen der Aufwendungen für ihre Kinder gezwungen sind, Hartz IV zu beantragen. Anspruch auf die Leistung können kindergeldberechtigte Eltern haben, solange die Kinder unter 25 Jahre alt und unverheiratet sind und im Eltern-Haushalt leben.

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Grundsicherung und ALG II

Die Regelbedarfsstufen bei Hartz IV und allen anderen Grundsicherungsleistungen werden zum Jahreswechsel leicht um maximal drei Euro erhöht. Die Steigerungsrate liegt bei 0,76 Prozent und damit deutlich unter der aktuellen Inflationsrate. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt 2022 auf monatlich 449 Euro (gegenüber vorher 446 Euro). Die Sätze für Partner in Bedarfsgemeinschaften steigen von 401 Euro auf 404 Euro, so dass ein Paar insgesamt monatlich sechs Euro mehr erhält. Für Kinder unter 14 Jahren ist nur eine Steigerung um zwei Euro vorgesehen. Die Pauschalen für den Schulbedarf von Kindern werden im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes um 1,50 Euro auf 156 Euro angehoben.

 

Erleichterte Bedingungen auch in 2022

Beim Arbeitslosengeld II, bei der Grundsicherung und beim Kinderzuschlag gelten derzeit erleichterte Regelungen. Diese wurden zunächst bis zum 31. März 2022 verlängert. Für alle Anträge, die bis dahin gestellt werden, gilt, dass “Vermögen für die Dauer von sechs Monaten nicht berücksichtigt” wird – sofern es nicht “erheblich” ist. Das steht in Paragraf 67 SGB II. Als erheblich gilt Vermögen des Antragstellers, das 60.000 Euro übersteigt. Für jedes weitere Familienmitglied kommen nochmals 30.000 Euro hinzu. Überhaupt nicht berücksichtigt werden typische Altersvorsorgeprodukte wie Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen. Auch die Angemessenheit von Mietwohnungen und selbst genutztem Wohneigentum wird zumindest in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs nicht geprüft.

 

Unterhaltsvorschuss

Alleinerziehende sind neben den Erwerbslosen am meisten armutsgefährdet – auch wegen ausbleibender Unterhaltszahlungen des jeweils anderen Elternteils. In solchen Fällen springt der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss ein. Diese Leistung muss beim örtlichen Jugendamt beantragt werden.

Unterm Strich gibt es 2022 – je nach Alter des Kindes – ein Plus von drei bis fünf Euro. Anspruchsberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Maximal besteht 18 Jahre lang Anspruch auf Unterhaltsvorschuss.

Ab dem 1. Januar 2022 ergeben sich folgende Unterhaltsvorschussbeträge für Kinder:

  • unter 6 Jahre monatlich 177 Euro (vorher: 174 Euro),
  • von 6 bis 11 Jahre monatlich 236 Euro (vorher: 232 Euro),
  • von 12 bis 17 Jahre monatlich 314 Euro (vorher: 309 Euro).
 

Online Arbeitslosengeld

Ab Januar 2022 können Erwerbslose sich online arbeitsuchend melden, auf elektronischem Weg einen Antrag auf die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld stellen und online einen Beratungstermin vereinbaren: Die elektronische Arbeitslosmeldung ist dann der persönlichen Arbeitslosmeldung gleichgestellt. Erforderlich hierfür ist nach wie vor ein Identifikationsnachweis. Das funktioniert etwa mit Hilfe des Personalausweises mit Online-Ausweisfunktion.

Über den Autor Rolf Winkel
ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“. Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".
  Rolf Winkel