Auf einen Blick
  • Rechnungen oder Mahnungen von Amazon oder Riverty / Arvato / Paigo kommen bei Ihnen an, ohne dass Sie bei Amazon bestellt haben.

  • Unter Umständen handelt es sich bei diesen Schreiben um Datenmissbrauch mit Ihren Daten.

  • Aus Sicht von Amazon sind die Schreiben gerechtfertigt, da tatsächlich Bestellungen vorgenommen wurden.
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Wir haben bereits berichtet, dass es möglich ist, dass Sie Waren und Pakete bekommen, ohne eine Bestellung ausgelöst zu haben. Auch Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen können ungebeten ins Haus flattern. Doch Betrüger versenden auch gefälschte Rechnungen im Namen von Amazon. Und die gilt es von den echten Rechnungen zu unterscheiden. Doch was sollen Sie mit den Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen von Amazon oder Riverty / Arvato / Paigo tun, wenn Sie gar nichts bei Amazon bestellt haben und Ihr Amazon-Konto ausgeglichen ist?

 

Ist der Brief von Riverty / Arvato / Paigo / Amazon echt?

Wir wollen diese Frage gleich beantworten: Ja, die nachfolgenden Briefe und Mails von Amazon und Riverty Services GmbH / Arvato Payment Solutions GmbH (Arvato Bertelsmann) / Paigo (Paigo GmbH) sind echt und kommen tatsächlich von den genannten Unternehmen. Und genau dies ist der Grund, warum Sie die Nachrichten nicht ignorieren sollten. Zum einen kann es sein, dass Sie vergessen haben, dass Sie bei Amazon auf die Monatsabrechnung umgestellt haben. In diesem Fall vergleichen Sie die Beträge mit Ihrem Amazon-Konto. Passt alles, führen Sie die Überweisung durch.

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Doch es gibt einige Leser, die uns melden, dass sie bei Amazon gar nicht bezahlt oder sogar kein Konto bei Amazon haben beziehungsweise ist das vorhandene Amazon-Konto ausgeglichen. In diesem Fall haben die Leser tatsächlich nichts bei Amazon bestellt. Scheinbar sind Betrüger an ihre Daten gekommen und haben auf ihren Namen bei dem Versandriesen bestellt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg schreibt dazu: “Hier liegt die Vermutung nahe, dass Betrüger mit den Daten der Verbraucher neue Konten generiert und Bestellungen bei Amazon aufgegeben haben, ohne diese zu bezahlen.” Es handelt sich hier eindeutig um Datenmissbrauch. Die entsprechenden Daten haben die Kriminellen in der Regel aus dem Internet, aus Datenpannen oder öffentlichen Verzeichnissen.

Nachfolgend die Mails von Riverty:

Schreiben von Riverty im Namen von Amazon.

Hier die Briefe von Amazon und Arvato:

Mahnung von Amazon

Vor solchen Briefen sollten Sie sich in acht nehmen und lieber weitere Nachforschungen anstellen, bevor Sie die Rechnungen bezahlen.

Mahnung von Arvato für einen Einkauf bei Amazon

Die Firmen Riverty und Arvato werden für Amazon als Inkassodienstleister tätig. Die Beträge sollen Sie an eine Bankverbindung bei der Commerzbank AG oder HSBC Trinkhaus und Burkhardt überweisen. Reagieren Sie auf die Mahnung von Arvato nicht, schaltet sich die Paigo GmbH / Riverty Service GmbH als weiteres Unternehmen ein, um die Hauptforderung einzufordern. Wenn Sie nichts bestellt haben, sollten Sie auf keinem Fall ungeprüft überweisen. Schauen Sie sich auch unserern Ratgeber zu Inkassobriefen an.

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Was tun nach Erhalt der Rechnung / Mahnung?

Wenn Sie auf die Rechnung und Mahnung nicht reagieren, kommt irgendwann über ein Inkassounternehmen das Mahnverfahren auf Sie zu. Deswegen ist es wichtig, dass Sie auf die Schreiben reagieren. Sie können dabei wie folgt vorgehen.

  1. Nehmen Sie zunächst Kontakt mit Amazon auf und versuchen Sie das Problem zu klären. Wir empfehlen, dass Sie telefonisch Kontakt mit dem Kundenservice von Amazon aufnehmen, um schneller eine Lösung herbeiführen zu können. In der Regel kennt Amazon das Problem und reagiert freundlich. Meist wird die Sache so schon gelöst.

  2. Trotz der Klärung sollten Sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch wenn Amazon Ihnen zunächst nicht weiterhelfen kann, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei wegen Datenmissbrauchs. Anschließend können Sie sich noch einmal an Amazon wenden und um Klärung bitten. So sind Sie dann bestens vorbereitet, wenn doch ein Inkasso-Schreiben eintrudeln sollte.

  3. Ist der Brief vom Inkasso bei Ihnen eingetroffen, nehmen Sie Kontakt zum Sachbearbeiter auf und nennen Sie die Vorgangsnummer bei der Polizei. Haben Sie bis dahin noch keine Anzeige erstattet, wird Ihnen das Inkasso wohl zu einer Anzeige raten. Ohne die Anzeige bei der Polizei und die entsprechende Vorgangsnummer kann das Inkassoverfahren gegen Sie nicht eingestellt werden.

Für die Anzeige bei der Polizei ist es wichtig, dass Sie sich nicht nur auf Amazon beziehen. Erstatten Sie eine Anzeige wegen Datenmissbrauch. Denn Sie wissen nicht, bei wem die Betrüger Ihre Daten noch angegeben oder Bestellungen auf Ihren Namen ausgelöst haben. Sollten weitere Forderungen bei Ihnen auftauchen, können Sie mit der Vorgangsnummer der Polizei leichter klären, dass Sie Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sind.

Außerdem sollten Sie nach Aussage der Verbraucherzentrale Brandenburg “weitere Post- und E-Maileingänge kritisch [...] hinterfragen und Bankkonten regelmäßig auf unrechtmäßige Abbuchungen [...] überprüfen”.

Doch Sie gehen nicht als einziger Geschädigter aus der Angelegenheit hervor. Auch Amazon ist geschädigt. Denn der Betrug ist nicht auf ein Fehlverhalten des Versandhändlers zurückzuführen. Es sind vielmehr die Kriminellen, die den Onlineshop schädigen, indem sie Waren auf den Namen fremder Personen bestellen.

Übrigens: In einem weiteren Artikel haben wir uns angesehen, wie groß das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos ist und ob er zu den reichsten Menschen der Welt gehört.

 

Haben Sie auch eine Mahnung von Amazon bekommen?

Falls Sie ebenfalls Post von Amazon bekommen haben, leiten Sie uns die Rechnung oder Mahnung gern an hinweis@biallo-online.de weiter. Wir prüfen, ob es sich um eine echte Mahnung handelt oder ob die Rechnung gefälscht sein könnte. Alle Fragen zum Thema beantworten wir Ihnen gerne per E-Mail. 

Wussten Sie schon, dass Sie bei größeren Einkäufen über Klarna ebenfalls einen Zahlungsaufschub bekommen? Auch unser Ratgeber zu Premium-Kreditkarten könnte für Sie interessant sein.


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Franziska Baum

Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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