Warum sind Paketdienstleister im Visier der Cyberkriminellen?
Die Phishing-Mails im Namen der Paketdienstleiter locken meist in eine Abofalle. Angeblich sollen Sie nur noch ein Porto oder einen Zollbetrag – zumeist unter fünf Euro – bezahlen. Die kleinen Beträge führen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern dazu, dass diese nicht lange darüber nachdenken und den Betrag via Kreditkarte freigeben.
Erst später stellen die betroffenen Opfer fest, dass immer wieder höhere Summen von der Kreditkarte abgebucht werden. Dann ist es allerdings zu spät. Beim Onlinebanking und E-Mails in Bezug auf das Banking sind die Verbraucherinnen und Verbraucher teils vorsichtiger geworden. Das führt dazu, dass die Erfolgsquote bei den Tätern sinkt und diese sich neue Wege suchen, um an Geld zu gelangen.
Was tun bei einem erfolgreichen Phishing-Angriff?
Sind Sie Opfer eines Phishing-Angriffs geworden, sollten Sie schnell reagieren und zunächst Ihre Kreditkarte sperren. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Bank auf und erklären Sie, was passiert ist. Die Karte können Sie auch über den Sperrnotruf sperren, falls Ihre Bank gerade nicht erreichbar ist.
Außerdem ist es ratsam eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Da die Cyberkriminellen im Besitz Ihrer Daten sind, können sie mit diesen Daten weitere Straftaten begehen. Damit die Polizei Sie später nicht als Täter verdächtigt, ist die Anzeige sinnvoll.
Sparkassen und Volksbanken nicht im Visier der Cyberkriminellen?
In der Analyse der Häufigkeit der uns im April 2024 gemeldeten Phishing-Mails, fallen einige Banken aufgrund einer niedrigen Nachrichtenanzahl auf – insbesondere die Volksbanken und Sparkassen. Zu beiden Anbietern haben wir kaum Spam-Mails von unseren Lesern erhalten. Das bedeutet nicht, dass keine Phishing-Nachrichten im Namen beider Bankengruppen unterwegs sind. Aber sowohl die Volksbanken als auch die Sparkassen scheinen aktuell nicht das oberste Ziel der Cyberkriminellen zu sein. Vorsicht ist bei den Kundinnen und Kunden von Volksbanken und Sparkassen geboten, wenn ein Berater der Bank anruft. Dabei könnte es sich dann um Betrug handeln.
Hohe Sicherheitsstandards und traditionelle Kommunikationswege
Ein wesentlicher Grund für die geringe Zahl von Phishing-Fällen bei Volksbanken und Sparkassen könnte deren hoher Sicherheitsstandard sein. Beide Institutionen setzen auf bewährte Sicherheitsmaßnahmen und eine eher konservative Kommunikationspolitik.
Viele kritische Informationen und Transaktionsdaten werden traditionell per Post versendet oder erfordern einen Kontakt zum Kundenberater. Das minimiert das Risiko digitaler Phishing-Angriffe. Gerade bei älteren Mitmenschen kommt dies gut an. Denn oftmals sind diese nicht so geübt im Umgang mit dem Internet – Ausnahmen bestätigen die Regel. Der schriftliche Versand wichtiger Unterlagen kommt nicht bei allen gut an. Gerade die jüngere Generation moniert, wenn etwas nicht voll digital funktioniert. Aber die geringe Anzahl an Phishing-Angriffen scheint die beiden Bankengruppen mit den bewährten Systemen zu bestätigen.
Mögliche weitere Gründe
Neben den hohen Sicherheitsstandards könnte auch das Regionalprinzip von Sparkassen und Volksbanken den Kriminellen das Leben schwer machen. Möglicherweise ist die regionale Anpassung der Phishing-Mails den Betrügern zu aufwändig oder die Datenbasis gibt keine Massenaussendung her.
Neben den hohen Sicherheitsstandards könnte auch die geografische Lage oder das spezifische Kundenprofil dieser Banken eine Rolle spielen. Bedienen die Banken, wie etwa die regionalen Sparkassen oder Volksbanken, eine sehr spezifische oder lokalisierte Klientel, lassen die Cyberkriminellen eher ab. Denn die Täter müssten in Ihren Phishing-Mails ja genau die Menschen anschreiben, die Kundin oder Kunde der örtlichen Bank sind. Kriminelle tendieren dazu, ihre Angriffe auf breit gefächerte Zielgruppen zu richten, um ihre Erfolgschancen zu erhöhen.
Einige Direktbanken sind nicht im Visier der Betrüger
Auch bei überregionalen Banken wie der SBI, Isbank, Bigbank und der Suresse Direkt Bank haben wir entweder sehr wenige oder gar keine Phishing-Versuche gemeldet bekommen. Dies könnte auf die Größe und/oder das Kundenprofil der Banken zurückzuführen sein. Diese Institute haben oft eine kleinere Kundenbasis und sind nicht so bekannt wie größere, international agierende Banken. Dies macht sie weniger attraktiv für Phishing-Angreifer.
Dennoch bieten gerade diese Banken im Festgeldbereich derzeit tolle Angebote, mit denen Sie den derzeit sinkenden Zinsen noch entkommen können. So erhalten Sie bei der SBI Frankfurt aktuell 3,80 Prozent Zinsen bei einem Jahr Anlagedauer. Bigbank und Isbank geben im gleichen Zeitraum 3,60 Prozent Zinsen pro Jahr und die Suresse Direkt Bank ist mit 3,50 Prozent Zinsen ebenfalls mit einem lukrativen Festgeld-Angebot am Start.