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Auf einen Blick
  • Nur noch wenige Sparkassen haben Tagesgeld im Programm.

  • Die Zinssätze für das Sparkassen-Tagesgeldkonto sind zu vernachlässigen.

  • Einige bieten ihren Kunden Offerten von Weltsparen an.

  • Wer zu viel auf dem Tagesgeldkonto bunkert, zahlt Negativzinsen statt positive Zinseinnahmen zu erhalten.
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Die ING hat vor mehr als 20 Jahren in Deutschland das Tagesgeld erfunden. Damals hieß sie noch „Allgemeine Deutsche Direktbank“. Sie zahlte vier Prozent Tagesgeldzinsen. Später nannte sie sich Diba, dann ING-Diba und heute ist nur die ING übrig geblieben. Da sie mit dem Tagesgeld sehr viele Kunden eingesammelt hat, haben auch immer mehr Sparkassen dieses Produkt eingeführt. Seit Jahren sind jedoch die Anlagezinsen im Keller. Und was machen die Sparkassen jetzt?

"Wie sieht es eigentlich mit Tagesgeld bei den Sparkassen aus?", werden wir immer wieder gefragt. Wir haben uns im ersten Schritt  für Sie in Dortmund, Berlin, Nürnberg, Leipzig und Stuttgart umgesehen.

Attraktive Dividenden sichern!

Eine sichere und attraktive Tagesgeld-Alternative sind  Genossenschaftsanteile von  Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die  Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

Diese Zinsen bieten Sparkassen bei ihrem Tagesgeldkonto

Tagesgeldkonto Sparkasse Dortmund

Die Sprache ist manchmal ein wenig blumig. „Ihr Tagesgeldkonto Plus ist täglich verfügbar – so bleiben Sie spontan und gönnen sich etwas, wenn Sie dazu Lust haben“, fabuliert die Sparkasse Dortmund. Dieses Konto sei die „ideale Ergänzung“ zum Sparkassen-Girokonto. Warum man das abschließen sollte und was daran „ideal“ ist, verschweigt das Geldhaus. Denn es gibt auf dem Tagesgeldkonto den gleichen Haben-Zinssatz wie auf dem Girokonto: null Prozent.

Tagesgeldkonto Berliner Sparkasse

Fast wortgleich sind die Ausführungen der Berliner Sparkasse. Auch hier gibt es keinen Zins. Sie macht allerdings auch auf die Fälligkeit von Negativzinsen aufmerksam, wenn man zu viel Geld bei ihr parkt: „Bei höheren liquiden Mitteln behält sich die Berliner Sparkasse vor, ein Verwahrentgelt mit Ihnen zu vereinbaren.“

Wie Sie Negativzinsen vermeiden können und was Negativzinsen genau sind erfahren Sie in weiteren Beiträgen zu diesem Thema.

Tagesgeldkonto Sparkasse Nürnberg

Bei der Nürnberger Sparkasse heißt das Tagesgeldkonto „S-Cash“. Die Ergänzung zum Girokonto ist nicht „ideal“ wie in Bremen oder Berlin. Aber „schön“. Der Zins ist mit null Prozent gleich hoch beziehungsweise niedrig. Neue Kunden zahlen ab Anfang dieses Jahres einen Negativzins in Höhe von 0,50 Prozent für Anlagebeträge über 50.000 Euro.

Tagesgeldkonto Sparkasse Leipzig

Bei der Sparkasse Leipzig heißt das Tagesgeldkonto „CashPlus“. Auch hierbei handelt es sich wie in Nürnberg um eine „schöne“ Ergänzung zum Girokonto. Was „Plus“ ist oder „schön“ bleibt einem verborgen. Denn der Zins ist bei jeder Anlagehöhe gleich: null Prozent. Dass dies so ist, erläutert die Sparkasse so: „Eine Verzinsung des Guthabens ist aufgrund der aktuellen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nicht möglich.“

Tagesgeldkonto BW Bank

In Stuttgart bietet die BW Bank, also die dortige Sparkasse, gar kein Tagegeldkonto mehr an. „Ob Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld – die Zinsen für kurzfristige Anlagen sind niedrig und liegen sogar unter der Inflationsrate. "Höchste Zeit also, umzudenken und sich nach Alternativen umzusehen", heißt es bei ihr. Am besten, empfiehlt die Bank, sei ein „Beratungsgespräch“. Was dabei angeboten wird, verrät sie erstmal nicht.

Sparkassen Tagesgeldkonto eröffnen – ist das sinnvoll?

Wenn ein Konto nichts an Zinsen einbringt, macht es auf den ersten Blick keinen Sinn, ein solches zu eröffnen. Aber auf den zweiten Blick schon. Dieses kostenlose Konto kann einem helfen, nicht unbedingt benötigtes Geld zu sparen und beiseite zu legen. Ist dort Geld gebunkert, kommen Sie nicht so leicht dran, um Spontankäufe zu bezahlen. Sie müssen das Geld erst per Onlinebanking vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto bei der Sparkasse umbuchen. Das geht oft nicht mit dem Smartphone, sondern nur zu Hause über den PC. Ist all Ihr Geld auf dem Gehaltskonto, haben Sie es viel schneller ausgegeben.

Was spricht für das Sparkassen Tagesgeldkonto?

Die Sparkassen sichern sich gegenseitig. Sollten bei einem Mitgliedsinstitut wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen oder drohen, hilft die zuständige Sicherungseinrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe.

Sparkassen Sicherungssystem

Diese Sicherheitseinrichtung hat die Aufgabe, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, die Solvenz und Liquidität dieses Institutes zu sichern. Für die Institutssicherung kommen dann zum Beispiel folgende Maßnahmen in Betracht:

  • Eigenkapital zuführen
  • Garantien und Bürgschaften übernehmen
  • Ansprüche Dritter erfüllen.

Zudem bestehen bei den regionalen Sparkassenverbänden insgesamt elf Sparkassenstützungsfonds. Zwischen diesen besteht auch noch ein überregionaler Ausgleich. Aber dazu wird kaum ein Geldanleger kommen. Mehr als 100.000 Euro akzeptieren die meisten Sparkassen ohnehin nicht mehr auf dem Tagesgeldkonto, jedenfalls nicht, ohne Negativzinsen für Beträge zu nehmen, die darüber hinaus gehen.

So kündigen Sie das Sparkassen Tagesgeldkonto

Eigentlich ist es gar nicht notwendig das Tagesgeldkonto zu kündigen, da für dieses Konto keine Gebühren anfallen. Wollen Sie dennoch keine unnötigen Konten mit sich herumschleppen, senden Sie einfach einen Einschreibebrief an Ihre Sparkasse und teilen Sie Ihre Kündigung mit. Sollte noch Geld auf dem Konto sein, wird die Bank das Restguthaben einfach auf Ihr Girokonto überweisen und das Konto schließen.

Alternativen zum Sparkassen Tagesgeldkonto

Die Sparkasse Bremen  gehört zu einer Reihe von regionalen Banken, die ihren Kunden kein eigenes Tagesgeld mehr anbieten, sondern Offerten des Portals „Weltsparen.“ Wer dann aber einen Anlagebetrag von 5.000 Euro angibt, erhält die Auskunft: „Aktuell liegen keine Angebote vor, die den Anforderungen von Stiftung Warentest entsprechen.“ Das heißt wohl: Keine der von Weltsparen gelisteten, ausländischen Banken erfüllt die strengen Anforderungen in Sachen Sicherheit, die die Stiftung Warentest vorschreibt. Beim Festgeld-Vergleich werden einem immerhin noch fünf Offerten schwedischer Banken angezeigt.

Schaut man sich dann direkt bei Weltsparen um, findet man in Sachen Tagesgeld noch eine norwegische Bank mit 0,26 Prozent, gefolgt von drei schwedischen Instituten mit 0,25 Prozent Zins. Das ist natürlich gar nichts im Vergleich zu den besten Angeboten, die bei uns gelistet sind, besonders die  folgenden Angebote bieten fast den doppelten Zinssatz:

Die meisten Sparkassen tun sich noch immer schwer, fremde Produkte einzubinden und beim Abschluss dafür eine Provision zu erhalten. Sie fürchten: Ist der Kunde einmal bei Weltsparen, wird er als Geldanleger so schnell nicht wieder zur Sparkasse zurückkommen. 

Sparkassen Tagesgeldkonto: Wie schaut es damit bei den zehn größten Sparkassen aus?

Wir haben uns mal bei den – nach Bilanzsummen – zehn größten Sparkassen für Sie umgesehen. Wir  wollten wissen:

  • Wer bietet noch Tagesgeld an?
  • Und wenn ja, wie sieht dann der Zins aus?

Hier unser Ergebnis:

Sparkasse Tagesgeldkonto und Zinsen?

Hamburger Sparkasse 

nein

Sparkasse Köln Bonn

nein

Kreissparkasse Köln

nein

Stadtsparkasse München

nein

Frankfurter Sparkasse 

nein

Sparkasse Hannover

0,001% ab 1 €; 

Mittelbrandenb. Sparkasse Potsdam

nein

Sparkasse Pforzheim Calw

0,00 % ab 1 €

Ostsächsische Sparkasse Dresden

nein

Stadtsparkasse Düsseldorf

nein

Quelle: biallo.de; nach eigener Recherche; Stand: Februar 2021.

Fazit

Die wenigsten Sparkassen bieten noch Tagesgeld an. Wenn es dieses Produkt gibt, wird es entweder gar nicht oder nur minimal verzinst. Sparkassen-Kunden sollten sich lieber bei uns die Offerten ansehen und dort abschließen.


Über den Autor Horst Biallo
Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.
  Horst Biallo