Altbau oder Neubau: Nur eine Frage des Geldes?

Immobilien Altbau oder Neubau: Nur eine Frage des Geldes?

Max Geißler
von Max Geißler
19.10.2018
Auf einen Blick
  • Ältere Immobilien sind meist deutlich günstiger als Neubauten. Doch das Kostenargument ist nur eines von vielen.

  • Altbauten ziehen oft hohe Modernisierungs- und Sanierungskosten nach sich. Neubauten überzeugen mit geringen Verbrauchskosten und moderner Haustechnik.

  • Wichtig ist, die Bausubstanz genau zu prüfen und auf günstige Finanzierungskosten zu achten.
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Käufer von Altbauten haben einen großen Vorteil: Sie können sich die Immobilie und deren Umfeld vor dem Kauf genau anschauen. Dadurch wissen sie, wie das Wohnviertel erschlossen ist, ob es Schulen, Kindergärten, Ärzte oder Einkaufsmöglichkeiten gibt, und wie es mit dem öffentlichen Nahverkehr bestellt ist. Anders als bei neuen Wohngebieten am Stadtrand befinden sich Gebrauchtimmobilien meist in gewachsenen Vierteln mit guter Infrastruktur. Käufer profitieren von kurzen Wegen, guter Versorgungsqualität und begehrten Wohnlagen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Käufer bereits im Vorfeld ein genaues Bild vom künftigen Zuhause machen können und sich nicht auf Zeichnungen und Baupläne verlassen müssen. Der Eigentümer in spe kann bei einer Besichtigung den Raumeindruck auf sich wirken lassen, die Nachbarn kennen lernen und – wenn vorhanden – den Garten begutachten.

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Bis zu 40 Prozent Preisunterschied

Häufig entscheidend ist das Preisargument: Gebrauchte Immobilien sind deutlich günstiger als Neubauten. Nach Angaben der Landesbausparkassen (LBS) bezahlen Käufer für Reihenhäuser aus zweiter Hand im Schnitt 23 Prozent weniger gegenüber Neubauten. So kosten gebrauchte Reihenhäuser in Hamburg im Schnitt 310.000 Euro während neue Häuser für 420.000 Euro zu haben sind. In Stuttgart ist das Verhältnis 480.000 zu 620.000 Euro.

In München ist der Unterschied aufgrund der hohen Nachfrage geringer. Dort zahlt man für ältere Reihenhäuser im Schnitt 850.000 Euro während neue "nur" 890.000 Euro kosten. Größer als bei Häusern ist der Unterschied bei gebrauchten Eigentumswohnungen. Diese sind rund 40 Prozent günstiger zu haben, wie der "Markt für Wohnimmobilien 2017" der LBS zeigt.

Ein Manko von alten Häusern ist allerdings die alte Bausubstanz und die in die Jahre gekommene Haustechnik. "Je nach Baujahr und Zustand der Immobilie sollten Käufer deshalb zusätzliche Kosten für Instandhaltung oder Modernisierung einplanen", rät Monika Grave von der LBS.

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Jahreszins
 
1.
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565,00
0,89%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 5 Jahre, Beleihung 60 %

Neubauten teurer, aber individueller

Wer eine genaue Vorstellung vom zukünftigen Eigenheim hat, der denkt wahrscheinlich über einen Neubau nach. Der Vorteil: Bauherren können Grundriss und bauliche Ausstattung genau auf die eigenen Wohnwünsche zuschneiden. Auch wer nicht selbst baut, hat bei einem neu zu errichteten Wohnhaus oft Mitsprachemöglichkeiten, was die Raumaufteilung oder die Größe der einzelnen Zimmer angeht.

"Ein Neubau ist zwar in der Regel teurer als die Anschaffung einer Gebrauchtimmobilie, dank energieeffizienter Bauweise mit modernen Baustoffen und neuester Haustechnik sind die laufenden Kosten jedoch geringer", betont Grave. Auch größere Modernisierungen sind auf Jahre hinaus unnötig.

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Die hohen Anschaffungskosten zwingen viele Immobilienkäufer zur Aufnahme großer Kreditbeträge. Damit die Immobilie finanzierbar bleibt, ist es wichtig, die Baufinanzierung gut zu vergleichen. Schließlich verteuern bereits wenige Zehntel die Gesamtkosten erheblich. Ein Baudarlehen über 350.000 Euro mit zwanzigjähriger Zinsbindung verursacht bei einem Zinssatz von 2,3 statt 2,0 Prozent Mehrkosten von rund 12.000 Euro.

Altbauten gründlich checken

Aufgrund der geringeren Kosten sind gebrauchte Eigenheime derzeit besonders beliebt. Vor der Kaufunterschrift gilt es jedoch, sich ausführlich über die Bausubstanz zu informieren. Um böse Überraschungen auszuschließen, empfiehlt es sich, die Besichtigung mit einem Architekten oder Bausachverständigen durchzuführen. Diese können die Bausubstanz und die Haustechnik viel besser beurteilen als Baulaien.

Auch ein Blick ins Grundbuch ist ratsam, denn dort sieht man, welche Veränderungen am Gebäude vorgenommen worden sind und ob es Vereinbarungen mit Dritten gibt, an die auch der Käufer gebunden ist. Dazu zählt zum Beispiel das Wegerecht. "Hier könnten Nachbarn oder die Stadtwerke Wege das Grundstück betreten dürfen, obwohl es ihnen nicht gehört. Das kann der Fall sein, wenn die Stadt zum Beispiel einen Zugang zu einem Kanal benötigt", informiert Grave.

Biallo-Tipp

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de