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Auf einen Blick
  • Soll und Haben – Zinsen fallen für Kredite und Guthaben an. Der Sollzins ist der Zins, den Kreditnehmer für Darlehen an die Bank zahlen müssen.

  • Beim Vergleich von Kreditangeboten reicht der Blick auf den Sollzins jedoch bei Weitem nicht aus.

  • Mit einem gebundenen Sollzins und einer langen Sollzinsbindung erzielen Kreditnehmer Planungssicherheit.
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Was ist der Sollzins?

Wer einen Kredit aufnimmt, wird mit dem Sollzins konfrontiert. Der Sollzins gibt an, in welcher Höhe Zinsen für ein Darlehen anfallen. Früher wurde er auch als Nominalzins bezeichnet. Anders als beim Effektivzins sind beim Sollzins weitere Nebenkosten nicht berücksichtigt. Der Sollzins kann entweder variabel, also veränderlich sein, oder er steht für die gesamte Kreditlaufzeit fest.

Der Sollzinssatz: Was genau ist das?

Mit dem Sollzinssatz legt die Bank fest, wie viel Zinsen ein Kunde für einen Kredit zahlen muss. In der Regel handelt es sich um Prozent pro Jahr, also zum Beispiel um einen Sollzinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr. Außen vor bleiben hier jedoch zusätzliche Kosten wie zum Beispiel Gebühren. Diese sind im Effektivzinssatz mit berücksichtigt. Vergleichen Verbraucher Kreditangebote, sollten sie auf den Effektivzins achten. Dieser liegt in der Regel höher als der Sollzinssatz und ist aussagekräftiger, da er auch Nebenkosten mit berücksichtigt. Der Sollzinssatz ist sozusagen der reine Netto-Zinssatz.

Der Sollzins in der Baufinanzierung

Bei der Baufinanzierung ist die Höhe des Zinses von entscheidender Bedeutung, bestimmt er doch, wie teuer die Finanzierung wird. Beim Vergleich von Angeboten ist der Effektivzins aussagekräftiger als der Sollzins. In unserem Vergleich Baufinanzierung ist deshalb auch prominent der Effektivzins dargestellt und etwas kleiner darunter finden Sie den Sollzins. Groß sind die Abweichungen zwischen Sollzins und Effektivzins meist nicht, oft nur 0,01 oder 0,02 Prozentpunkte. Manchmal sind beide Zinssätze sogar identisch. Da es sich bei Baufinanzierungen aber in der Regel um hohe Darlehenssummen handelt, machen sich auch kleine Abweichungen deutlich finanziell bemerkbar und können das Zünglein an der Waage sein, das ausschlaggebend für ein bestimmtes Angebot ist.

Neben dem Zins können aber auch Produktdetails wie zum Beispiel Sondertilgungsmöglichkeiten und Bereitstellungszinsen einen Einfluss auf die Kosten einer Baufinanzierung haben. Deshalb finden Sie auch hierzu Informationen in unserem Baufinanzierung-Vergleich.

 

Wie wird der Sollzins berechnet?

Wie hoch der Sollzins für einen Kredit ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – dem allgemeinen Zinsniveau, der Kreditart und der Preisgestaltung der Bank. Aber auch die Bonität des Kreditnehmers und vorhandene Sicherheiten spielen eine Rolle. Das Entscheidende für Verbraucher ist, was am Ende dabei rum kommt, also welche Kosten in Euro sie für die Kreditaufnahme pro Monat berappen müssen.

Rechenbeispiel

Die Kreditsumme beträgt 100.000 Euro und der Sollzinssatz 2,0 Prozent pro Jahr. Somit werden pro Jahr 2.000 Euro an Zinszahlungen fällig. Auf zwölf Monate verteilt würde sich somit theoretisch eine monatliche Zinszahlung von rund 167 Euro ergeben. Da jedoch Kreditnehmer in der Regel nicht nur Zinsen zahlen, sondern auch Monat für Monat den Kredit tilgen, sinkt die Kreditsumme. Es fallen also weniger hohe Zinszahlungen an. Bei gleichbleibend hohen Monatsraten steigt der Anteil an der Monatsrate, mit dem der Kredit getilgt wird. Der Anteil für die Zinszahlung nimmt ab. Die meisten Immobilien werden über solche Annuitätendarlehen finanziert, bei denen die Monatsraten bis zum Laufzeitende gleich bleiben und der Anteil der Tilgung steigt. Auch bei üblichen Ratenkrediten ist dies der Fall.

 

Wo wird der Sollzins angewendet?

Sollzinsen fallen bei verschiedensten Formen von Krediten an. Für Verbraucher spielen sie am häufigsten bei Baufinanzierungen, Ratenkrediten aber auch beim Girokonto eine Rolle.

 

Wann fallen Sollzinsen an?

Sollzinsen fallen an, wenn Sie einen Kredit aufnehmen. Das kann das Ratendarlehen für das neue Auto sein, die Immobilienfinanzierung aber auch wenn das Girokonto ins Minus rutscht. In letzterem Fall verlangen Kreditinstitute meist zunächst einen Sollzins in Form des Dispozinses. Überziehen Kunden ihr Girokonto über einen eingeräumten Disporahmen – von zum Beispiel 2.000 Euro – hinaus, werden Überziehungszinsen fällig, die meist deutlich höher liegen als der Dispozins. Manche Geldhäuser haben jedoch auch die Unterscheidung zwischen Dispo- und Überziehungszins aufgegeben.

 

Was ist ein gebundener Sollzins?

Anders als der variable Sollzins ist der gebundene Sollzins festgeschrieben. Kreditnehmer haben während der Zinsbindungsfrist Planungssicherheit und müssen nicht befürchten, dass die Zinskosten nach kurzer Zeit ansteigen. Auch wenn das allgemeine Zinsniveau stark steigt, bleibt davon ein gebundener Sollzins unberührt. Bei einem variablen Darlehen hingegen sind Kreditnehmer nicht vor steigenden Zinsen geschützt, können aber dafür von sinkenden Zinsen profitieren.

 

Was bedeutet die Sollzinsbindung?

Die Sollzinsbindung beschreibt, wie lange der Sollzins festgeschrieben ist, über welchen Zeitraum er sich also nicht verändern kann. Bei Immobilienfinanzierungen waren früher Zinsbindungsfristen von zehn Jahren üblich, beim aktuell niedrigen Zinsniveau empfehlen sich hingegen mindestens 15 Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums kann das Kreditinstitut den Sollzins nicht verändern. Nach Ende der Sollzinsbindung ist der Kredit jedoch nicht unbedingt zurückgezahlt. Bei Baufinanzierungen besteht nach Ende der ersten Zinsbindungsfrist meist noch eine Restschuld und der Immobilienbesitzer muss sich um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Hierbei können Kundinnen und Kunden auch eine Prolongation in Betracht ziehen.

Über die Autorin Sabina Hoerder
Studiert habe ich Germanistik und Soziologie in Osnabrück. Nach Praktika bei ZDF, taz, NDR und Co. sowie freier Mitarbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung folgte mein Volontariat bei biallo.de. Seit 2009 bin ich Redakteurin.   Berufsbegleitend habe ich Umweltwissenschaften studiert und mich auf den Bereich Energie spezialisiert. Für biallo.de bearbeite ich unter anderem Themen wie den Stromanbieterwechsel oder Energiesparmöglichkeiten im Haus.   Vorwiegend kümmere ich mich im Moment um unsere Print-Aktivitäten. Ich betreue unser „Thema der Woche“ sowie Serien, die wir an Tageszeitungen deutschlandweit liefern.
  Sabina Hoerder