Auf einen Blick
  • Mit dem Programm Wohneigentum für Familien will der Bund Haushalten mit kleinen und mittleren Einkommen den Hausbau erleichtern.

  • Seit dem 1. Juni gibt es für Familien zinsgünstige Kredite, mit denen klimafreundliche Neubauten finanziert werden können.

  • Wie viel Geld man bekommt, hängt von der Einkommenshöhe und der Zahl der Kinder im Haushalt ab. Aber auch die Energieeffizienz des Hauses ist wichtig.
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Von den eigenen vier Wänden träumen viele Familien. Doch die nach wie vor hohen Immobilienpreisesteigende Zinsen und hohe Baukosten haben diesen Traum in den vergangenen Monaten oft platzen lassen. Vor allem für Familien mit geringen oder mittlere Einkommen ist der Bau des eigenen Häuschens oft finanziell unerreichbar geworden. Ihnen will die Bundesregierung nun mit günstigen Krediten unter die Arme greifen.

Das Programm Wohneigentum für Familien (WEF) – Kredit 300 bietet Familien mit Kindern zinsverbilligte Darlehen für den Neubau von klimafreundlichen Häusern. Es wurde zum 1. Juni 2023 eingeführt und mittlerweile überarbeitet. Das Programm gilt als Nachfolger des Baukindergeldes. Biallo.de erklärt Ihnen, wie das neue Programm aussieht, wer es in Anspruch nehmen kann und wieviel Geld man dabei bekommen kann.

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Wer wird gefördert?

In Anspruch nehmen können die Förderung Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen durfte bei Einführung des Programms nicht mehr als 60.000 Euro im Jahr betragen, mittlerweile wurde die Einkommensgrenze auf 90.000 Euro angehoben. Für jedes weitere Kind unter 18 Jahren erhöht sich der Betrag um jeweils 10.000 Euro. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Familie das Wohneigentum selbst nutzt – und kein weiteres Wohneigentum hat.

 

Wie sieht die Förderung aus?

Familien können im Rahmen des WEF-Programms zinsgünstige Kredite der staatlichen Förderbank KfW erhalten. Beantragt wird das Darlehen über die eigene Bank oder Sparkasse – vorausgesetzt, sie bietet den Service an. Die Laufzeit der Kredite reicht von vier bis 35 Jahre. Abhängig von der Laufzeit unterscheidet sich der Kreditzins: Er liegt bei 0,01 Prozent für kürzere Tilgungsdauern und steigt bis auf 0,53 Prozent bei längeren Laufzeiten (siehe Tabelle). Das Bundesbauministerium weist jedoch darauf hin, dass sich die Konditionen auch ändern können: „Ausschlaggebend ist die Zinshöhe zum Zeitpunkt der Förderzusage.“ Die Zinsbindung der Kredite beträgt jeweils zehn Jahre. Die KfW bietet auch die Möglichkeit, den Kredit als endfälliges Darlehen aufzunehmen, allerdings ist die Laufzeit dann auf vier bis zehn Jahre begrenzt. Der Sollzins liegt aktuell bei 0,68 Prozent (effektiv 0,68 Prozent, Stand 13. November 2023).

So viel kosten die verbilligten Kredite:

Laufzeit Zinsbindung Tilgungsfreie Anlaufzeit Sollzins pro Jahr (effektiver Jahreszins)
4 bis 10 Jahre 10 Jahre 1 bis 2 Jahre 0,01 % (0,01 %)
11 bis 25 Jahre 10 Jahre 1 bis 3 Jahre 0,25 % (0,25 %)
26 bis 35 Jahre 10 Jahre 1 bis 5 Jahre 0,53 % (0,53 %)

Quelle: KfW, Stand 13. November 2023

Abhängig von der Zahl der Kinder und dem zu versteuernden Einkommen können Familien Kredite in unterschiedlicher Höhe bekommen. Die Darlehenssumme reichte bei Einführung des Programms von maximal 140.000 Euro bis 240.000 Euro, zwischenzeitlich wurden die Höchstbeträge um bis zu 35.000 Euro angehoben. Neben der Zahl der Kinder hängt der Kredithöchstbetrag dabei aber auch davon ab, welche Umweltstandards das Haus erfüllt.

So hoch sind die geförderten Kreditsummen:

Klimafreundliches Gebäude

Anzahl der Kinder Maximales Haushaltseinkommen Maximaler Kreditbetrag
1
90.000 Euro 170.000 Euro
2
100.000 Euro 170.000 Euro
3
110.000 Euro 200.000 Euro
4
120.000 Euro 200.000 Euro
ab 5
130.000 Euro + 10.000 Euro für jedes weitere Kind 220.000 Euro

Klimafreundliches Gebäude mit Qualitätssiegel (QNG)

Anzahl der Kinder Maximales Haushaltseinkommen Maximaler Kreditbetrag
1
90.000 Euro 220.000 Euro
2
100.000 Euro 220.000 Euro
3
110.000 Euro 250.000 Euro*
4
120.000 Euro 250.000 Euro*
ab 5
130.000 Euro + 10.000 Euro für jedes weitere Kind 270.000 Euro

*Bei Familien mit 3 oder 4 Kindern wurde der maximale Kreditbetrag um 35.000 Euro aufgestockt, in allen anderen Fällen um 30.000 Euro; Quelle: KfW, Stand 13. November 2023

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Was wird gefördert?

Mit dem Programm will die Bundesregierung gezielt den Bau klimafreundlicher Gebäude voranbringen. Die Energieeffizienz der Neubauten spielt daher bei der geförderten Kreditvergabe eine wichtige Rolle. Die Neubauten müssen dem Standard sogenannter Effizienzhäuser 40 (EH 40) entsprechen. Das bedeutet: Das Gebäude darf im Laufe seines Lebens nur 40 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Standardhaus benötigt.

Verfügt das Haus darüber hinaus auch noch über eine besondere Zertifizierung für Nachhaltigkeit, erhöhen sich die maximalen Kreditbeträge. Entscheidend ist dabei das sogenannte „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG). Gebäude mit dem QNG-Siegel müssen besondere Anforderungen an den Klimaschutz erfüllen. Welche das sind, hat das Bundesbauministerium in einer eigenen Broschüre zusammengefasst.

Damit die energetischen Standards auch eingehalten werden, müssen Familien zwingend eine sogenannte Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten in ihr Bauprojekt einbinden. Die Fachleute sollen bei der Beantragung der WEF-Förderung helfen und das gesamte Bauvorhaben begleiten. Unter energie-effizienz-experten.de führt der Bund eine Liste mit rund 13.000 Expertinnen und Experten, die dafür in Frage kommen.

 

Wie viel spart man mit dem billigeren Kredit?

Die Zinssätze, die der Staat für den Baukredit gewährt, liegen aktuell weit unter dem derzeit marktüblichen Zins für Baugeld. Im Schnitt liegen die Baugeldzinsen bei zehn Jahren Zinsbindung aktuell bei durchschnittlich 4,1 Prozent (Quelle: Biallo.de, Stand 13. November 2023) Günstige Anbieter verlangen derzeit um die 3,5 Prozent, bei der Hausbank sind Baukredite aber oft deutlich teurer.

Beispielrechnung

Wie viel Familien derzeit mit dem Förderkredit einsparen können, zeigt folgendes Beispiel für eine Familie mit zwei Kindern:

  • Entscheidet sie sich für einen klimafreundlichen Neubau und nutzt sie den höchstmöglichen Förderbetrag von 170.000 Euro, summieren sich die Zinszahlungen während der ersten zehn Jahre beim aktuellen KfW-Zinssatz von 0,53 Prozent auf 9.565 Euro. Würde sie den gleichen Betrag zum aktuellen Durchschnittszins von 4,1 Prozent finanzieren, fielen die Zinszahlungen mit 78.974 Euro weitaus höher aus. Insgesamt würde die Familie mit dem Förderkredit während der ersten Zinsbindung also 69.409 Euro an Zinskosten einsparen.
  • Entscheidet sie sich für einen klimafreundlichen Neubau mit QNG-Standard, fiele die Ersparnis durch den um 50.000 Euro höheren maximalen Kreditbetrag noch höher aus: Für die 220.000 Euro würden sich die Zinszahlungen bei einem Hauskredit zum Durchschnittszins von 4,1 Prozent auf 98.116 Euro summieren, während es beim KfW-Kredit lediglich 11.883 Euro und somit satte 86.233 Euro weniger wären.

Die Einsparung sieht auf den ersten Blick stattlich aus. Sie gilt jedoch lediglich für die erste Zinsbindung. Hinzu kommt, dass der geforderte energetische Standard des Hauses deutlich höhere Baukosten mit sich bringt. Bauherren werden daher trotz des Förderprogramms in vielen Fällen um einen nennenswerten Anteil an Eigenkapital nicht herumkommen. Gerade bei Familien mit geringeren Einkommen ist das aber oft nicht vorhanden. Dann sind unter Umständen zusätzliche, meist teurere Kredite nötig, um das Bauvorhaben zu stemmen. Damit steigt jedoch auch das Kreditrisiko. Bevor Familien daher die geförderten Kredite in Anspruch nehmen, sollten sie die Finanzierung ihres Projekts genau durchrechnen – und abschätzen, ob sie sich die monatliche Gesamtbelastung auch leisten können.

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

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