Auf einen Blick
  • Vergisst man beim Bargeldabheben die Scheine aus dem Automaten zu entnehmen, bestehen meist gute Chancen auf Erstattung. Sofern keine andere Person das Geld gestohlen hat.

  • Ist eine Überweisung fehlgeleitet, müssen Bankkunden um ihr Geld bangen, denn es besteht kein Anspruch auf Erstattung.

  • Wer per Lastschriftverfahren einkauft und dabei nicht die nötige Kontodeckung vorweisen kann, muss mit Mahnungen und Extragebühren rechnen.
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Ende 2021 geriet die Santander Bank in London in die Schlagzeilen: Die Großbank überwies nämlich an rund 2.000 Unternehmen irrtümlich die doppelte Summe als vorgesehen. Eine teure Panne, denn die Wiederbeschaffung der insgesamt 155 Millionen Euro, dürfte ein sehr mühsames Unterfangen gewesen sein.

Doch nicht nur den Profis einer Großbank unterlaufen Fehler, auch Otto-Normal-Verbraucher können beim täglichen Banking ins Fettnäpfchen steigen. Wenn etwa Kundinnen und Kunden beim Abheben vergessen, das Bargeld aus dem Automaten zu entnehmen, wenn sie eine fehlerhafte IBAN-Nummer eintippen und das Geld an den falschen Empfänger geht oder wenn sie den Kontostand überschätzen und eine Lastschrift scheitert? Solche Fehler passieren schneller als man denkt. Winkt in diesen Fällen ebenfalls großzügige Erstattung?

 

Fehler beim Überweisen

Beim Onlinebanking kann es schnell zu Fehlern kommen. Die ausgetüftelte, 22-stellige IBAN verringert zwar die Wahrscheinlichkeit eines Zahlendrehers. Denn die in der IBAN enthaltene Prüfziffer korrespondiert mit der Kontonummer und der Bankleitzahl. Zeigt sich hierbei ein Fehler, wird die Überweisung gar nicht erst ausgeführt. Doch ganz auszuschließen, sind Falschüberweisungen nicht. In unserem Ratgeber zu Fehlüberweisungen erklären wir Ihnen, was Sie in einem solchen Fall tun sollten und gehen auf weitere Problemfälle bei Überweisungen ein.

 

Wenn der Automat die Karte einbehält

In Deutschland versorgen über 60.000 Geldautomaten Verbraucherinnen und Verbraucher mit Bargeld. In der Regel läuft dabei alles nach Plan: Einfach die Girocard oder die Kreditkarte in den Automaten stecken, Geheimnummer eintippen, den gewünschten Betrag wählen und das Geld abheben. Doch in Ausnahmefällen gibt der Automat die Karte nicht zurück. Warum es manchmal passieren kann, dass die Karte eingezogen wird und wie Sie dann richtig reagieren, lesen Sie in unserem Ratgeber: 

Biallo-Tipp:

Wird die Bank- oder Kreditkarte an einem Geldautomaten im Ausland eingezogen, dann ist die Kartensperrung auf jeden Fall ratsam. Nutzen Sie dazu den Sperr-Notruf +49 116 116.
 

Geld oder Karte im Automaten vergessen

Bleibt das Geld im Automaten liegen, zieht dieser die nicht entnommenen Scheine standardmäßig nach 20 bis 30 Sekunden wieder ein. "Da der Vorgang protokolliert und die Bargeldmenge regelmäßig mit den Buchungen abgeglichen wird, kann dem Kunden das Geld wieder gutgeschrieben werden", informieren dazu die Sparkassen. Doch nicht jede Bank zeigt sich so kulant. Einige Geldhäuser verzichten auf eine automatische Rückbuchung. Dann müssen Kundinnen und Kunden selbst aktiv werden und die Bank kontaktieren.

Vergisst ein Bankkunde seine Karte im Automaten, wird diese eingezogen und er kann sie bei der Bank wieder abholen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass eine solche Panne geschieht. In der Regel wird die Karte wieder herausgegeben, bevor sich der Geldschacht öffnet. Entnimmt der Bankkunde die Karte nicht, fängt der Automat an zu piepen. Wird die Karte doch einmal eingezogen, ist handeln gefragt. Sie sollten dann sofort die Bank kontaktieren und die Karte sperren lassen.

 

Ungedeckte Lastschrift

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher zücken an der Kasse ihre Girokarte und begleichen den Einkauf mit ihrer Unterschrift. Doch nicht immer geht die Bezahlung glatt. Ist das Girokonto überzogen und der Dispokredit ausgereizt, verweigert die Bank die Abbuchung und gibt die Lastschrift zurück. Beim Bezahlen mit Girokarte und Geheimzahl (PIN-Nummer) wird dies sofort bemerkt, denn das System checkt die Kontodeckung direkt beim Zahlvorgang und verweigert gegebenenfalls die Abbuchung.

Anders beim Lastschriftverfahren: Hier zahlen Sie mit Girokarte und mit Unterschrift. Die eigentliche Kontoprüfung findet erst später statt, nämlich dann, wenn der Händler die Lastschrift bei der Bank einlösen möchte. Ist dann kein Geld auf dem Girokonto, verweigert das Geldhaus die Überweisung. Folge: Die Bank gibt die Lastschrift zurück und der Händler bleibt auf einer offenen Forderung sitzen. Für das Rückbuchen der Lastschrift wird in der Regel eine Gebühr fällig.

 

Verlorenes Sparbuch

Gut die Hälfte der Deutschen, so Schätzungen, besitzen noch ein klassisches Sparbuch. Die Papierhefte sind eine heute kaum noch gebräuchliche Sparform. Die meisten Bücher wurden bereits vor vielen Jahren angelegt, als es noch nicht so viele elektronische Sparkonten gab. Doch was passiert, wenn das Sparbuch weg ist?

Banken können Ein- und Auszahlungen selbst bei handschriftlich geführten Sparbüchern stets nachvollziehen. Insofern können Guthaben nicht "verloren gehen". Banken müssen also bestehende Guthaben auch nach Jahrzehnten ohne Buchungseintrag noch auszahlen. Daher sollten Sie, wenn ihr Sparbuch verloren gegangen ist, sofort die entsprechende Bank oder Sparkasse kontaktieren.

 

Voreilig einen Kredit abgeschlossen

Voreilig den erstbesten Kredit bei der Hausbank abgeschlossen, obwohl die Konkurrenz zum Teil deutlich niedrigere Kreditzinsen verlangt? Dann sollten Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Demnach haben Sie 14 Tage Zeit, den Kreditvertrag zu widerrufen, ohne dass Sie dabei der Bank einen Grund nennen müssen.

Stecken Sie bereits in einer laufenden Finanzierung und möchten aus dem Vertrag raus, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen zu müssen? In manchen Fällen, kann es Sinn ergeben, den Kredit vorzeitig abzulösen.

 

Dispokredit nicht als Dauerlösung

Wird das Geld am Monatsende knapp, nutzen viele Verbraucherinnen und Verbraucher einfach den Dispokredit von ihrem Girokonto – sofern die Bonität stimmt. Doch der Dispokredit sollte nur für die Überbrückung eines kleinen und kurzzeitigen finanziellen Engpasses genutzt werden. Da die Zinsen im Schnitt deutlich höher sind als bei einem Ratenkredit, eignet sich der Dispo nicht als Dauerlösung. Ein Raten- oder Abrufkredit ist dann die bessere Alternative.

 

Erspartes steckt in Festgeld fest

Gerade beim Festgeld sollten sich Sparerinnen und Sparer Gedanken über den passenden Anlagehorizont machen. Denn wie der Name bereits vermuten lässt: Festgeld lässt sich nur in absoluten Ausnahmefällen kündigen. Dazu gehören etwa der Tod des Kontoinhabers oder der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes. Für die Auflösung des Festgeldkontos wird nicht selten eine Gebühr fällig.

  • Biallo-Lesetipp: Wenn Sie wissen wollen, bei welchen Banken Sie eine Echtzeitüberweisung vornehmen können, haben wir alle wichtigen Informationen in einem weiteren Ratgeber auf biallo.de zusammengefasst.
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Über den Autor Max Geißler
nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de. Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien). Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.
Co-Autoren:
  Kevin Schwarzinger
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