Ratgeber der Woche

Bankgeschäfte: Wenn Bankkunden Fehler machen

Update: 22.06.2019
Max Geißler
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Auf einen Blick
  • Vergisst man beim Bargeldabheben, die Scheine aus dem Automaten zu entnehmen, bestehen meist gute Chancen auf Erstattung. Sofern keine andere Person das Geld gestohlen hat.

  • Ist eine Überweisung fehlgeleitet, müssen Bankkunden um ihr Geld bangen, denn es besteht kein Anspruch auf Erstattung. 

  • Wer per Lastschriftverfahren einkauft und dabei nicht die nötige Kontodeckung vorweisen kann, muss mit Mahnungen und Extragebühren rechnen. 
Wenn Kunden ihr Geld nicht entgegen nehmen, ziehen Geldautomaten nach 20 bis 30 Sekunden die Scheine wieder automatisch ein.
Ververidis Vasilis / Shutterstock.com

Aufgrund von IT-Problemen konnten Commerzbank und Comdirect Anfang Juni 2019 keine Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge für ihre Kunden ausführen. Betroffenen Kontoinhabern drohten Mahngebühren wegen ausbleibender Zahlungen. Um die Kunden nicht zu verärgern, übernahm die Commerzbank kurzerhand alle Kosten.

Schön, dass Banken bei eigenen Fehlern großzügig reagieren und mögliche Zusatzkosten für ihre Kunden übernehmen. Doch was passiert, wenn der Fehler auf Seiten der Kunden selbst liegt? Wenn ein Kunde beispielsweise beim Abheben vergisst, das Bargeld aus dem Automaten zu entnehmen, wenn er eine fehlerhafte IBAN-Nummer eintippt und das Geld zum falschen Empfänger kommt oder wenn er den Kontostand überschätzt und eine Lastschrift scheitert? Solche Fehler passieren schneller als man denkt. Winkt in diesen Fällen ebenfalls großzügige Erstattung?

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Folgen solche Missgeschicke haben und wie Bankkunden richtig reagieren.

Fehler beim Überweisen

Beim Online banking kann es schnell zu Fehlern kommen. Die ausgetüftelte, 22-stellige IBAN-Nummer verringert zwar die Wahrscheinlichkeit eines Zahlendrehers. Denn die in der IBAN enthaltene Prüfziffer korrespondiert mit der Kontonummer und der Bankleitzahl. Zeigt sich hierbei ein Fehler, wird die Überweisung gar nicht erst ausgeführt.

Doch ganz auszuschließen sind Irrläufer weiterhin nicht. Dies ist umso ungünstiger, als Bankkunden heute um ihr Geld bangen müssen, denn es besteht kein Anspruch mehr auf Erstattung des fehlgeleiteten Betrags. "Aufgrund rechtlicher Regeln müssen Geldhäuser seit 2009 die Kontonummer nicht mehr mit dem Namen des Empfängers vergleichen", sagt Alexander Baumgart von der ING.

Als Folge dieser Veränderung haben Bankkunden gegenüber ihren Kreditinstituten seither keinen Anspruch mehr auf Erstattung des Geldes bei Falschüberweisungen.

Lesen Sie auch: Falschüberweisung – So bekommen Sie Ihr Geld zurück

Auf Einsichtigkeit des Empfängers hoffen

Nunmehr gilt: Wenn Sie ihr Geld zurückhaben wollen, sollten Sie schnell aktiv werden. Sobald Sie den Fehler bemerken, gilt es unverzüglich die Hausbank zu informieren. Unter Umständen kann sie die Falschüberweisung noch vor Gutschrift des Betrags auf dem Empfängerkonto stoppen.

Manchmal sind Minuten entscheidend, denn die Annahmefristen, bis zu denen Überweisungen noch am selben Tag ausgeführt werden, sind sehr unterschiedlich. Bei der ING ist die Stichzeit 14 Uhr, bei Comdirect 18 Uhr und bei der Targobank 20.15 Uhr.

Hat das Geld die Hausbank verlassen, gibt es kein Zurück mehr. "Fällt der Fehler erst später auf, wird es kompliziert, weil Banken Namen und Anschrift ihrer Kunden ohne deren Zustimmung aus Datenschutzgründen nicht weitergeben dürfen", so Baumgart.

Der Bankkunde muss in diesem Fall seine Bank beauftragen, den Empfänger ausfindig zu machen. Diese wird daraufhin das gegnerische Institut kontaktieren und die Herausgabe des Namens fordern. In den meisten Fällen klappt das auch.

Ohne Gebühren geht das aber nicht. Banken berechnen für diese Dienstleistung zwischen neun und 15 Euro, einige Banken verlangen auch mehr als das Doppelte. Ist der Empfänger identifiziert, wird er gebeten, den Betrag zurückzuschicken.

Letztes Mittel: Der Gang zum Anwalt

Reagiert der Zahlungsempfänger nicht oder verweigert er die Zahlung, bleibt Geschädigten nur der Weg zum Rechtsanwalt. Schließlich hat der Unbekannte das Geld zu Unrecht erhalten und gilt juristisch gesehen als "ungerechtfertigt bereichert".

Der Begünstigte muss das Geld wieder herausrücken, so fordert es das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Der Absender des Geldes hat nämlich einen Herausgabeanspruch (Paragraph 812 BGB). Wörtlich heißt es dort: "Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwas ohne rechtlichen Grund erlangt, ist ihm zur Herausgabe verpflichtet."

Zwar berufen sich im Fall einer Falschüberweisung die glücklichen Empfänger häufig auf die Regelung der "Entreicherung". Dies ist möglich, zum Beispiel wenn der Kontoinhaber gar nicht mitbekommen hat, dass sein Konto aus Versehen einen zu hohen Kontostand aufweist und er das Geld bereits ausgegeben hat. Die Gerichte erlauben den Tatbestand der "Entreicherung" aber nur in seltenen Fällen.

In einem Urteil des Celler Oberlandesgerichts (Az. 3 U 11/05) warfen die Richter im zu entscheidenden Fall dem Kontobesitzer vor, er habe seine Kontoauszüge nicht regelmäßig geprüft, wozu er als Girokontobesitzer aber verpflichtet sei. Bei genauer Prüfung wäre die Falschüberweisung ansonsten ganz sicher aufgefallen. Der Mann musste die unberechtigt erhaltenen 5.000 Euro erstatten, obwohl er sie bereits ausgegeben hatte.

Lesen Sie auch: Wie lange muss man Kontoauszüge aufbewahren?

Falschüberweisung durch Überweisungsvorlage ausschließen

Problematisch wird es, wenn Sie als geschädigter Bankkunde Namen und Adresse des Empfängers nicht ausfindig machen können. Dann ist auch die Hilfe durch einen Rechtsanwalt nicht möglich. Im schlimmsten Fall müssen Sie das Geld abschreiben.

  • Biallo-Tipp: Überweisen Sie häufig Geld an denselben Empfänger, dann können Sie sich eine korrekte Überweisungsvorlage im Online-Banking anlegen - damit entfällt das Zahlendreher-Risiko ganz von selbst.

In diesen Fällen erhalten Sie ihr Geld automatisch zurück

Füllt man den Überweisungsbogen falsch aus oder vertippt sich beim Online-Banking, heißt es noch lange nicht, dass die Transaktion automatisch beim falschen Empfänger landet. In diesen Fällen gibt es keine Probleme:

  • Wenn Sie sich bei Eingabe der IBAN-Nummer vertippen und dadurch eine internationale Bankkontonummer entsteht, die gar nicht existiert, wird das Geld nicht weitergeleitet und verbleibt auf dem Konto.
  • Wenn Sie die gleiche Überweisung versehentlich doppelt tätigen. Sind Betrag und Verwendungszweck identisch, erkennt die Bank dies als Doppelüberweisung und kann das Geld problemlos zurückfordern.

Auch bei unberechtigten Lastschriften können Sie das Geld zurückbuchen lassen. Bucht beispielsweise ein Vertragspartner, der eine Einzugsermächtigung besitzt, einen falschen Betrag von Ihrem Konto ab, können Sie das Geld binnen acht Wochen von Ihrer Bank zurückbuchen lassen. Eine Angabe von Gründen ist nicht erforderlich. Bei ungerechtfertigter Abbuchung, etwa wenn die Einzugsermächtigung bereits gekündigt wurde, steigt die sogenannte Rückbuchungsfrist auf 13 Wochen.

Wie verhalte ich mich als Empfänger einer Falschüberweisung richtig?

Was tun, wenn sich der eigene Kontostand über Nacht erhöht hat und man den Absender der Gutschrift nicht kennt? Einfach das Geld ausgeben, das ist - wie oben beschrieben - nicht rechtens. Zwei Möglichkeiten haben ungerechtfertigte Empfänger:

  • Sie können das Geld selbst an das Ausgangskonto zurücküberweisen. Das ist vor allem bei größeren Summen ratsam, damit keine unlauteren Absichten unterstellt werden können.
  • Oder man lässt es zunächst auf dem eigenen Konto stehen und wartet ab, bis man von seiner Bank um das Einverständnis zur Rückbuchung gebeten wird.

Bei geringen Geldbeträgen kann es vorkommen, dass Kontoinhaber den Zahlungseingang aufgrund einer Vielzahl von Transaktionen tatsächlich nicht bemerken. Wird das Geld dann unabsichtlich ausgegeben, ist das in der Regel nicht strafbar.

Das heißt aber nicht, dass man den Betrag nicht zurückzahlen muss, falls sich der Geschädigte oder die Bank im Nachhinein meldet. Eine Ausnahme besteht nur, wenn sich niemand für die Gutschrift interessiert. Nach drei Jahren ist die Möglichkeit der Rückforderung verjährt.

Wenn die Bank Fehlbuchungen verursacht, muss Sie Ihnen das Geld ersetzen

Ist Ihr Geld bei einem anderen Empfänger gelandet als eigentlich vorgesehen? Dann prüfen Sie, ob das Ihr Fehler war. Falls der Fehler aufseiten der Bank lag, verlangen Sie, dass sie Ihnen den Betrag erstattet - unabhängig davon, ob sie das Geld vom falschen Empfänger zurückbekommt.

Musterschreiben: So verlangen Sie Ihr Geld bei einem Bankfehler zurück:

"Am ... gab ich eine Überweisung in Auftrag. Das Geld (3.000 €) ist auf dem Konto des Empfängers nicht angekommen. Dieser hat mir jetzt eine Mahnung geschickt und verlangt eine Mahngebühr von 5 €. Meine Durchschrift des Überweisungsvordrucks habe ich sofort geprüft: Die Angaben darauf stimmen.

Da der Fehler somit bei Ihnen liegt, prüfen Sie bitte den Sachverhalt, und erstatten Sie mir den Betrag von 3.005 € auf mein Konto. Ich vertraue darauf, dass Sie zudem den nochmaligen Überweisungsauftrag, den ich diesem Schreiben beifüge, schnellstens und korrekt ausführen."

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Pannen am Geldautomaten

Wenn der Automat die Karte einbehält

In Deutschland versorgen über 60.000 Geldautomaten Verbraucher mit Bargeld. In der Regel läuft dabei alles nach Plan: Einfach die Girocard oder die Kreditkarte in den Automaten stecken, Geheimnummer eintippen, den gewünschten Betrag wählen und das Geld abheben. Doch in Ausnahmefällen gibt der Automat die Karte nicht zurück. Was soll man in diesem Fall tun?

"Grundsätzlich zieht der Automat eine Karte nur dann ein, wenn sie gesperrt ist", heißt es dazu beim Bankenverband. Häufig sind Bankkunden daran selbst schuld, etwa weil sie die PIN-Nummer dreimal falsch eingegeben haben oder die Karte haben sperren lassen, weil sie angeblich verloren gegangen ist, später aber wiedergefunden wurde.

Der Karteneinzug erfolgt auch, wenn die Girocard oder die Kreditkarte abgelaufen ist. In diesem Fall müsste man bereits eine neue Karte von seiner Bank bekommen haben. Einige Geldautomaten ziehen die Geldkarte ein, wenn man zu lange mit der Eingabe der PIN-Nummer zögert.

Wie bekommt man die Girocard zurück?

Ist die Karte im Automaten verschwunden, benötigen Sie die Mithilfe der Bank. Befindet sich der Geldautomat in einer Filiale und hat diese geöffnet, kann man sich sofort an einen Bankmitarbeiter wenden. Ist dies nicht möglich, etwa weil die Filiale schon geschlossen ist oder sich der Geldautomat außerhalb der Bank befindet, ist ein Anruf bei der kartenausgebenden Bank Pflicht. Dort kann man den Sachverhalt schildern und gegebenenfalls eine neue Karte beantragen. Dabei sollte man die eingezogene Girocard oder Kreditkarte vorsorglich sperren lassen.

  • Biallo-Tipp: Wird die Bank- oder Kreditkarte an einem Geldautomaten im Ausland eingezogen, dann ist die Kartensperrung auf jeden Fall ratsam. Nutzen Sie dazu den Sperr-Notruf 49 116 116.

Neue Girocard beantragen

Bis die neue Karte im Postkasten liegt, kann allerdings einige Zeit vergehen. Wurde die Karte von einem Automaten des eigenen Instituts bzw. in der eigenen Bankfiliale eingezogen, erhalten Sie die gleiche Karte zurück, sofern sie nicht abgelaufen oder beschädigt ist.

Ist eine neue Girocard oder Kreditkarte nötig, können hierfür Gebühren anfallen. Die Kosten hierfür erfahren Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank bzw. in den jeweiligen Nutzungsbedingungen. DKB und ING berechnen zum Beispiel für zu ersetzende Girocards oder Kreditkarten jeweils zehn Euro, sofern der Kartenwechsel vom Karteninhaber verschuldet ist; die Volkswagen Bank fordert 15 Euro. Die Sparda Bank München erhebt unterschiedliche Gebühren: Während für die Girocard nur fünf Euro für die Ersatzkarte anfallen, schlägt die Kreditkarte (Mastercard) mit 20 Euro zu Buche.

Wenn Sie Geld oder Karte im Automaten vergessen

Hektik, Stress, Ablenkung - es gibt viele Gründe, warum beim Geldabheben die Scheine versehentlich im Automaten liegen bleiben. Ist das Geld weg, ist der Ärger groß. Doch es bestehen gute Chancen, das Geld zurückzubekommen.

Automatische Rückbuchung des Betrags

Bleibt das Geld im Automaten liegen, zieht dieser die nicht entnommenen Scheine standardmäßig nach 20 bis 30 Sekunden wieder ein. "Da der Vorgang protokolliert und die Bargeldmenge regelmäßig mit den Buchungen abgeglichen wird, kann dem Kunden das Geld wieder gutgeschrieben werden", informieren dazu die Sparkassen.

Doch nicht jede Bank zeigt sich so kulant. Commerzbank und Postbank verzichten beispielsweise auf automatische Rückbuchungen. Dort müssen Kunden den Verlust bei der zuständigen Filiale anzeigen und auf Erstattung pochen.

Videoaufzeichnung hilft bei Kundenermittlung

Schwierig wird es, wenn eine Person unmittelbar nach Ihnen Geld abheben möchte, dabei die noch im Automaten befindlichen Scheine entdeckt und mit dem Geld verschwindet. Dann kann die Identität des Diebes allenfalls mithilfe der Überwachungskamera ermittelt werden. Schnell und einfach geht das, wenn der Dieb nicht nur das Geld einsteckt, sondern zusätzlich ebenfalls Geld abhebt. Dann hat die Bank einen protokollierten Buchungsvorgang und kann die Identität schnell ermitteln.

Eine zweite Chance besteht, wenn der Dieb zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Filiale kommt und einen Buchungsvorgang auslöst. Tut er dies nicht, hilft nur eine Anzeige gegen unbekannt und die Hoffnung, dass der Ganove gefunden wird.

  • Biallo-Tipp: Gibt der Automat wegen eines Defekts kein Geld aus, sollten Sie Datum, Uhrzeit und Geldbetrag notieren und Ihre Bank kontaktieren. Die Erstattung sollte dann unproblematisch sein.

Vergessene Karte

Vergisst ein Bankkunde seine Karte im Automaten, wird diese eingezogen und er kann sie bei der Bank wieder abholen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass eine solche Panne geschieht. In der Regel wird die Karte wieder herausgegeben, bevor sich der Geldschacht öffnet. Entnimmt der Bankkunde die Karte nicht, fängt der Automat an zu piepen.

Wenn Sie per Karte zahlen, aber das Konto leer ist

Viele Verbraucher zücken an der Kasse ihre Girokarte und begleichen den Einkauf mit ihrer Unterschrift. Doch nicht immer geht die Bezahlung glatt. Ist das Girokonto überzogen und der Dispokredit ausgereizt, verweigert die Bank die Abbuchung und gibt die Lastschrift zurück. Beim Bezahlen mit Girokarte und Geheimzahl (PIN-Nummer) wird dies sofort bemerkt, denn das System checkt die Kontodeckung direkt beim Zahlvorgang und verweigert gegebenenfalls die Abbuchung.

Lastschrift wird von der Bank verweigert

Anders beim Lastschriftverfahren: Hier zahlen Sie mit Girokarte und mit Unterschrift. Die eigentliche Kontoprüfung findet erst später statt, nämlich dann, wenn der Händler die Lastschrift bei der Bank einlösen möchte. Ist dann kein Geld auf dem Girokonto, verweigert das Geldhaus die Überweisung. Folge: Die Bank gibt die Lastschrift zurück und der Händler bleibt auf einer offenen Forderung sitzen.

Soviel kostet die gescheiterte Lastschrift

Kommt es beim ersten Geldeinzug via Lastschriftverfahren zu Problemen, startet der Händler einen zweiten Versuch. Dabei verfahren die großen Handelshäuser recht unterschiedlich, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen herausfand: Der Lebensmittelhändler Rewe versucht zum Beispiel den zweiten Geldeinzug auf den Anfang des Monats zu legen, weil dann in der Regel neues Gehalt auf dem Konto eingegangen ist.

Gelingt der zweite Versuch, muss der Kunde nur die Gebühren übernehmen, die die Bank dem Händler für die Rückgabe der ersten Lastschrift in Rechnung gestellt hat - meist wenige Euro. Das Einrichtungshaus Ikea verlangt darüber hinaus noch Bearbeitungsgebühren von 11,30 Euro.

Lesen Sie auch: Wie lange Sie eine Lastschrift widerrufen können

Zweiter geplatzter Lastschriftversuch kann teuer werden

Schlägt auch der zweite Lastschriftversuch fehl, kann es rasch teuer werden. Bereits die Anforderung der Kundenadresse von der Bank für die Zustellung der Mahnung kann den Händler mehr als 20 Euro kosten. Diese Gebühr reicht der Verkäufer genauso an den säumigen Zahler weiter wie anfallende Mahngebühren und Kosten für die Beauftragung eines Inkassobüros.

Manche Verkäufer machen mitunter schon nach der ersten geplatzten Lastschrift kurzen Prozess - und stellen Zusatzkosten von bis zu 40 Euro in Rechnung, wie die Verbraucherzentrale herausfand. Hinzu kommen weitere Mahngebühren bei erneuten Zahlungsanläufen. Bei der Beauftragung eines Inkassobüros sind schnell mehrere Hundert Euro zusätzlich fällig.

Lesen Sie auch: 130 Banken verzichten auf die monatliche Grundgebühr

Für Verbraucher heißt das: Vor der Unterschrift unter eine Lastschrift Kontostand prüfen. Das gilt vor allem dann, wenn das Girokonto bereits überzogen ist und das Dispo-Limit naht. Ob das Lastschriftverfahren oder das PIN-Nummern-Verfahren zum Einsatz kommt, bestimmt der Händler. Als Verbraucher haben Sie darauf keinen Einfluss.

  • Biallo-Tipp: Kann eine Lastschrift nicht eingelöst werden, sollten Sie schnell handeln. Wenn Sie binnen weniger Tage den offenen Posten begleichen, fallen geringere Mahnkosten an, mitunter lassen sie sich sogar komplett vermeiden.

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Wenn das Sparbuch nicht mehr auffindbar ist

Gut die Hälfte der Deutschen, so Schätzungen, besitzen noch ein klassisches Sparbuch. Die Papier-Hefte sind eine heute kaum noch gebräuchliche Sparform. Die meisten Bücher wurden bereits vor vielen Jahren angelegt, als es noch nicht so viele elektronische Sparkonten gab. Da es heute keine Zinsen mehr gibt, vergilben die meisten Bücher in Schubladen oder Sekretären.

Fällt es den Besitzern ein, nach langer Zeit mal wieder die Zinsen nachtragen zu lassen, ist gut Rat teuer, wenn das Sparbuch nicht mehr auffindbar ist. Denn nach Umzügen oder Wohnungswechseln kann sich der Verwahrort quasi in Luft aufgelöst haben. Doch was passiert, wenn das Sparbuch weg ist?

Das Guthaben geht nicht verloren

Banken können Ein- und Auszahlungen selbst bei handschriftlich geführten Sparbüchern stets nachvollziehen. Insofern können Guthaben nicht "verloren gehen". Banken müssen also bestehende Guthaben auch nach Jahrzehnten ohne Buchungseintrag noch auszahlen.

Bei Verlust eines Sparbuchs sollte man aber trotzdem schnell handeln. Denn bei Sparbüchern sind Banken zwar berechtigt, bei der Auszahlung den Ausweis des Kunden zu verlangen, sie müssen es aber nicht. Damit wäre denkbar, dass ein unehrlicher Finder Geld abhebt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher dem Geldinstitut den Verlust umgehend melden.

Neues Sparbuch wird teuer

Eine Erhebung der Verbraucherzentrale hat ergeben, dass Bankkunden für Sperre und Ersatz des Sparbuchs oft kräftig zur Kasse gebeten werden. Die Befragung ergab, dass nur bei der Sparkasse Duisburg Sperrung und Neuausstellung unentgeltlich waren, und das auch dann nur bis zu einem Guthaben von 500 Euro. Bei größeren Guthaben berechnete die Duisburger Sparkasse 40 Euro. Sparda Bank West und Targobank beließen es für das neue Buch bei drei Euro.

Wurde an Stelle des Sparbuchs eine Sparkarte ausgestellt, mussten Kunden bei der Targobank 15 Euro zahlen. In der Mitte des Preisfeldes lagen Deutsche Bank, Sparkasse Bochum, Commerzbank, Postbank und Hypo-Vereinsbank mit Sätzen zwischen zehn und 20 Euro. Gestaffelt ging die Sparkasse Wuppertal vor: Bei Verlust und weniger als 5.000 Euro Guthaben waren Kunden mit 15 Euro dabei, bei Diebstahl oder höherem Guthaben mit 25 Euro. Kräftig kassierte dagegen die VR-Bank Rhein-Sieg ab: Sie verlangte satte 50 Euro.




  Max Geißler


 

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