Girokonto für jedermann

Basiskonto: BGH straft Deutsche Bank ab

11.08.2020
Auf einen Blick
  • Alle Menschen haben bei uns ein Recht auf ein Girokonto – auch jene Verbraucher, die nur wenig Geld haben.

  • 50 Banken und Sparkassen schrecken diesen Personenkreis jedoch mit überteuerten Preisen ab. Das teuerste Konto kostet 15 Euro pro Monat.

  • Die Deutsche Bank muss die Gebühr fürs Basiskonto senken. Der Preis von 8,99 Euro sei nicht angemessen, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH).

  • Aber 90 Prozent aller Geldhäuser sind fair und berechnen Basiskonten-Nutzern zumindest nicht mehr als herkömmlichen Kunden, einige sogar deutlich weniger.

  • Ab 1. Juli 2020 ist ein tolles Basiskonto – das Filialkonto der BBBank – nicht mehr kostenlos. Wir zeigen Ihnen attraktive Alternativen.
Manche Banken langen beim Basiskonto ordentlich hin – auch beim Geldabheben.
gnepphoto / Shutterstock.com

Mit Spannung wurde das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu überhöhten Gebühren beim sogenannten Basiskonto erwartet. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Deutsche Bank darf ihr Basiskonto ab sofort nicht mehr für 8,99 Euro im Monat anbieten. Dieser Preis sei nicht angemessen, führten die obersten Richter zur Begründung an (Urteil vom 30. Juni 2020 – Az. XI ZR 119/19). Damit wurde der Unterlassungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in letzter Instanz stattgeben.

Eine genaue Obergrenze nannte der BGH nicht. Laut Paragraf 41 Absatz 2 Zahlungskontengesetz sind für die Beurteilung der Angemessenheit "insbesondere die marktüblichen Entgelte sowie das Nutzerverhalten zu berücksichtigen". Die BGH-Richter stellten klar, dass Banken den Mehraufwand für die Kontoführung nicht allein auf die Inhaber von Basiskonten umlegen dürfen.

"Die Deutsche Bank wird die Vorgaben der BGH-Entscheidung selbstverständlich umgehend umsetzen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank in einer ersten Stellungnahme gegenüber biallo.de. Eine abschließende Bewertung werde man vornehmen, sobald die schriftliche Urteilsbegründung des BGH vorliege.

Gleiches Recht für alle

Seit Juni 2016 haben alle Menschen in Deutschland Anspruch auf ein Girokonto.Nicht nur Sparkassen, sondern alle Geldhäuser müssen seitdem solche speziellen Konten anbieten. Basiskonten unterscheiden sich von ‚normalen‘ Konten vor allem dadurch, dass man sie nicht überziehen und dadurch ins Minus rutschen kann. Jetzt haben auch sozial Schwache, Obdachlose und Asylbewerber Zugang zu einer gültigen Bankverbindung. Eine solche wird benötigt, wenn Sozialleistungen bezogen oder eine Wohnung angemietet werden soll.

Im folgenden Video erklärt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), welche Leistungen ein Basiskonto umfasst:

Die Eröffnung eines Girokontos hatten vor allem private Banken gern verwehrt, weil kein sonderliches Geschäft mit finanzschwachen Kunden zu erwarten ist. Damit die sogenannten Basiskonten aber nicht nur Aufwand und Kosten für die Geldhäuser verursachen, dürfen sie Gebühren dafür erheben. Manche Bank ist dabei allerdings nicht zimperlich und versucht auf diese Weise, sich die unliebsame Kundschaft vom Hals zu halten. Das ist aber gesetzwidrig. Die Gebührenspanne zwischen den einzelnen Instituten klafft weit auseinander.

Wer hat Anspruch auf ein Basiskonto?

Anspruch auf Abschluss eines Basiskontovertrags hat seit Einführung des Zahlungskontengesetzes (ZKG) jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der Europäischen Union (EU). Das gilt neben sozial schwachen und verschuldeten Personen auch für Menschen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende sowie für Menschen ohne Aufenthaltstitel, die aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können – sogenannte Geduldete. 

Einen festen Wohnsitz im Sinne des Meldegesetzes benötigen Kontoinhaber nicht. Für die Eröffnung eines Basiskontos genügt bereits die Angabe einer Anschrift. Die postalische Erreichbarkeit ist zum Beispiel gewährleistet, wenn Angehörige, Freunde oder eine Beratungsstelle ihre Adresse für den Kontoinhaber bei der Bank hinterlegen.

Wer ein Konto für gewerbliche Zwecke braucht, auch wenn dies nebenberuflich geschieht, hat keinen Anspruch auf ein Basiskonto.

Wer stellt Basiskonten bereit?

Grundsätzlich muss jede Bank oder Sparkasse, die Verbrauchern private Zahlungskonten anbietet, auch Basiskonten zur Verfügung stellen. Eine Ausnahme stellen kirchliche Banken dar. Als Zahlungskonto gelten übrigens alle Girokonten, auf denen Geld eingezahlt und abgehoben werden kann und die Lastschriften, Überweisungen und Zahlungskartengeschäfte ermöglichen.

Die günstigsten Basiskonten in Deutschland

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch für Verbraucher mit kleinem Geldbeutel gibt es noch ein paar kostenlose Girokonten. "Kostenlos" nach der strengen Definition der Verbraucherschützer bedeutet:

  • 0 Euro monatliche Grundgebühr – und ohne dafür einen konkreten monatlichen Geldeingang oder ein Durchschnittsguthaben zu fordern,
  • 0 Euro für Überweisungen,
  • 0 Euro für die Girocard.

Diese Bedingungen erfüllen zum Beispiel diese sechs Banken:

  • DKB (Deutsche Kreditbank)
  • Consorsbank
  • Fidor Bank
  • PSD Bank Karlsruhe Neustadt
  • PSD Bank München
  • Moneyou

Biallo-Tipp

Ein tolles Konto und eine ebenso tolle Banking-App gibt es von der ING. Gebühren zahlen Sie aber nur dann keine, wenn mindestens 700 Euro pro Monat aufs Konto fließen. Dieser Betrag kann sich natürlich auch von mehrere Familienmitgliedern zusammensetzen, einschließlich staatlicher Leistungen wie Kindergeld. Wer diese Summe nicht erreicht zahlt 4,90 Euro im Monat.

Online-Konto eröffnen und führen

Sie brauchen heute nicht mehr unbedingt einen Computer, um Online-Banking zu nutzen. Den brauchen Sie höchstens für die Kontoeröffnung, weil dies unter Umständen bequemer ist und nicht alle Direktbanken eine für das Smartphone optimierte Antragsstrecke anbieten. Wenn Sie ein Smartphone mit Kamera besitzen, können Sie die Kontoeröffnung per Video-Ident-Verfahren gleich von zu Hause aus machen. Sie müssen nur einen Personalausweis bereithalten oder einen Reisepass plus Meldebestätigung.

Als Alternative dazu laden Sie den Konto-Eröffnungsantrag aus dem Internet herunter zusammen mit den Formular "Post-Ident". Nach Ihrer Unterschrift gehen Sie mit Ihren Ausweispapieren zur Postfiliale und weisen sich dort aus. Nach zwei oder drei Tagen bekommen Sie dann die Unterlagen und Zugangsdaten fürs Online-Banking zugestellt.

Ist das Girokonto eröffnet, können Sie es anschließend bequem über die entsprechende Banking-App verwalten. Die Apps unterscheiden sich dabei nur unwesentlich in ihren Grundfunktionen. Sie können damit:

  • Kontostand einsehen,
  • Überweisungen per Hand oder Kamera tätigen,
  • Vorlagen für Überweisungen speichern,
  • Ihre anderen Konten in die App integrieren,
  • Karten sperren,
  • Ersatzkarten bestellen.

Die günstigsten Konten gibt es online

Wenn Sie Geld sparen wollen, sollten Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse vom Filialkonto zum Onlinekonto wechseln. Die meisten regionalen Institute haben solche Konten, die meist ein oder zwei Euro günstiger als ein Filialkonto sind. Auch die Buchungen sind entweder gebührenfrei oder billiger als am SB-Automaten – erst wenn Sie Überweisungsformulare bei Ihrem Geldhaus abgeben.

Fürs Online-Banking haben fast alle Banken kostenlose Banking-Apps. Die können Sie aus dem Internet auf Ihr Smartphone laden. Einmal eingerichtet, melden Sie sich per Face-ID oder den Fingerabdruck (Touch-ID) an, sehen den Kontostand, können Überweisungen durchführen, Daueraufträge einrichten, ändern oder löschen und praktisch fast alles machen, was sonst am PC läuft.

Wenn Sie sich mal fürs Online-Banking entschieden haben, sollten Sie auch gleich die günstigsten Konten wählen. Und das ist bei den Direktbanken. Dort kosten sie nämlich gar nichts.

Bargeldversorgung bei kostenlosen Online-Basiskonten

Die meisten Direktbanken rühmen – zu Recht – nicht nur die Gebührenfreiheit, was die Monatspauschale, die Girocard und Überweisungen angeht. Für sie spricht auch die kostenlose Bargeldversorgung in der gesamten Eurozone (EU) oder sogar weltweit. Diese realisieren die Online-Banken über ihre meist kostenlosen Kreditkarten, also Visa oder Mastercard.

Wer ein Basiskonto eröffnen will, bekommt keinen Kredit und damit meist auch keine Kreditkarte. Das heißt: Bargeld müssen sich diese Kunden über die Girocard besorgen. Und das ist unter anderem bei den Direktbanken gar nicht so einfach. Wir zeigen Ihnen beispielhaft die Möglichkeiten auf.

ING: Geldabheben ist mit der Girocard an über 1.200 Geldautomaten der Bank der ING kostenlos. Man findet sie häufig an Aral-Tankstellen oder in Baumärkten. Ob sich ein Automat in Ihrer Nähe befindet, sehen Sie mit der Geldautomaten-Suchfunktion der ING.

Es gilt ein Mindestabhebebetrag von 50 Euro. Liegt der verfügbare Betrag auf dem Konto darunter, können Sie auch kleinere Beträge abheben. An den ING-Automaten lässt sich auch gratis Bargeld einzahlen.

Außerdem können Sie über die Girocard in über 9.000 Supermärkten ab einem Einkaufswert von zehn beziehungsweise 20 Euro bis zu 200 Euro kostenfrei Bargeld erhalten – etwa bei Rewe, Penny, Netto, Aldi-Süd und dem Baumarkt Toom.

DKB: Normalerweise bietet die DKB über ihre Visa-Karte eine weltweite kostenlose Bargeldversorgung an. Diese Kreditkarte gibt es jedoch nicht beim Basiskonto, sondern lediglich die herkömmliche Girocard. Und mit der können Sie Bargeld nur an deren Geldautomaten kostenlos abheben und einzahlen. Diese gibt es vorwiegend in den neuen Bundesländern und drei westdeutschen Städten. Die Berliner Direktbank bietet auf ihrer Webseite eine Übersicht aller DKB-Automaten in Deutschland.

  • Biallo-Tipp: Sie möchten Bargeld abheben oder einzahlen, aber ein Geldautomat ist nicht in Sicht? Dann lassen Sie Ihr Smartphone zur Karte werden und die Kasse beim Händler zum Geldautomaten. Pro Tag können Sie zwischen 50 und 300 Euro abheben oder zwischen 50 und 999 Euro einzahlen.

Consorsbank: Hier gibt es die beste Bargeldversorgung für Inhaber eines Basiskontos. Zum einen über die Girocard in mehr als 9.000 Supermärkten ab einem Einkaufswert von zehn beziehungsweise 20 Euro bis zu 200 Euro bei unter anderem Rewe, Penny, Netto, Aldi-Süd und dem Baumarkt Toom. Aber auch mit der Visa ab 50 Euro in der Eurozone bei jedem Automaten mit einem Visa-Logo.

Moneyou: Dieses Konto können Sie nur über deren Smartphone-App führen, nicht über den Personalcomputer. Und es gibt auch grundsätzlich keinen Dispokredit. Daher gibt es bei dieser niederländischen Bank auch kein spezielles Basiskonto. Bargeld bekommt man über die Debit-Mastercard in Deutschland und der restlichen Eurozone zweimal im Monat kostenlos. Danach fallen zwei Euro je Verfügung an.

PSD Bank Karlsruhe-Neustadt: Diese PSD Bank hat zwar Niederlassungen in Karlsruhe und Neustadt. Sie versteht sich aber als "beratende Direktbank". Daher lässt sich das Basiskonto auch nur online führen. Bis zu 200 Euro Bargeld gibt es mit der Girocard an den Automaten der Bank und bei mehr als 9.000 Handelspartnern ab einem Einkaufswert von zehn oder 20 Euro.

PSD Bank München: Bei den Münchner Genossen gilt im übrigen das Gleiche. Auch hier lässt sich sowohl an den eigenen Automaten als auch bei ausgewählten Handelsketten wie Rewe, Edeka, Penny und Co. mit der Girocard kostenlos Bargeld abheben.

Lesen Sie auch: Jede zweite Bank kassiert beim bargeldlosen Zahlen

Biallo-Tipp

Weitere günstige Online-Basiskonten finden Sie in unserem Girokonto-Vergleich. Nehmen Sie die Voreinstellung "Onlinekonto" heraus und stellen den Rechner auf "Basiskonto" um.

Günstige Basiskonten von Filialbanken

Gehören Sie zu den Bankkunden, die eher den Kontakt mit einem persönlichen Berater wünschen, dann sollten Sie nach einem günstigen Basiskonto einer Bank oder Sparkasse mit Filialen suchen. Filialbanken verlangen zwar tendenziell höhere Gebühren als Direktbanken – allerdings nicht zwangsläufig.

Die günstigsten Basiskonten von Filialbanken in Deutschlands 20 größten Städten:

Bank Monatspreis Überweisung / Girocard
Stuttgart Sparda-Bank Baden-Württemberg 0,00 € 0,00 € / 10,0 €*
Nürnberg Sparkasse Nürnberg 2,90 € 0,00 € / 12,00 €
Leipzig Sparda-Bank Berlin 3,90 € 0,00 € / 0,00 €
Dresden Sparda-Bank Berlin 3,90 € 0,00 € / 0,00 €
Dortmund Sparkasse Dortmund 1,95 € 0,30 € / 12,00 €
Frankfurt am Main Frankfurter Volksbank 4,00 € 0,08 € / 6,00 €
Berlin PSD Bank Berlin Brandenburg 5,00 € 0,00 € / 0,00 €
Bochum Sparkasse Bochum 3,50 € 0,30 € / 0,00 €
Bremen Sparda-Bank Hannover 5,00 € 0,00 € / 0,00 €
Hannover Sparda-Bank Hannover 5,00 € 0,00 € / 0,00 €
Bielefeld Sparda-Bank Hannover 5,00 € 0,00 € / 0,00 €
Hamburg Hamburger Sparkasse Haspa 4,95 € 0,05 € / 0,00 €
Köln Sparkasse KölnBonn 2,95 € 0,30 € / 9,00 €
Bonn Sparkasse KölnBonn 2,95 € 0,30 € / 9,00 €
München Stadtsparkasse München 3,05 € 0,31 € / 7,75 €
Essen Sparkasse Essen 4,00 € 0,25 € / 0,00 €
Düsseldorf Postbank 5,90 € 0,00 € / 0,00 €
Duisburg Postbank 5,90 € 0,00 € / 0,00 €
Wuppertal Postbank 5,90 € 0,00 € / 0,00 €
Münster Postbank 5,90 € 0,00 € / 0,00 €

Stand: Mai 2020
* Im ersten Kalenderjahr kostenfrei und ab dem zweiten Kalenderjahr ab 100 Umsätze kostenfrei.

Was bietet das Basiskonto?

Basiskonten müssen grundlegende Funktionen eines Girokontos erfüllen. Dazu gehören unter anderem:

  • Bareinzahlungen und -auszahlungen,
  • Ausführung von Lastschriften,
  • Überweisungen und Daueraufträge,
  • Zahlungsvorgänge mittels einer Zahlkarte.

Einschränkung: Die Kreditinstitute sind nicht verpflichtet, Kontoinhabern die Möglichkeit einzuräumen, Schulden zu machen. Das Basiskonto stellt keinen Überziehungsrahmen bereit. Einen Dispokredit bekommt der Kontoinhaber nicht.

Sie können sich ein Basiskonto auch gleich als Pfändungsschutzkonto einrichten lassen. Das bedeutet: Ein Guthaben in Höhe von 1.178,59 Euro je Kalendermonat bleibt von den Pfändungsversuchen Ihrer Gläubiger verschont.

Wo und wie erfolgt die Antragstellung?

Interessenten müssen einen schriftlichen Antrag beim gewünschten Institut stellen. Hierzu stellt jede Bank ein entsprechendes Formular bereit, entweder in der Filiale oder auf der Internetseite der Bank. Die Antragstellung ist in der Regel auch online möglich.

Die Bank ist verpflichtet, den Antragseingang unter Beifügung einer Abschrift zu bestätigen. Die Eröffnung des Basiskontos erfolgt innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Abgabe des Antrages.

Welche Unterlagen muss man bei der Kontoeröffnung vorlegen?

Neben dem ausgefüllten Antrag auf Eröffnung eines Basiskontos benötigt man ein Personaldokument für die Durchführung der Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz. Solche Dokumente sind gültige amtliche Ausweise, die ein Lichtbild des Inhabers enthalten und mit denen die Pass- und Ausweispflicht im Inland erfüllt wird. Anerkannt sind zugelassene Pässe, Personalausweise oder Pass- beziehungsweise Ausweisersatzpapiere.

Darüber hinaus lässt die Zahlungskonto-Identitätsprüfungs-Verordnung weitere Personalpapiere zu, insbesondere bei nichtdeutschen Antragstellern. So sind sogenannte Duldungsbescheinigungen nach Paragraph 60a Absatz 4 des Aufenthaltsgesetzes sowie Ankunftsnachweise gemäß Paragraph 63a Asylgesetz als Identifikationsdokumente zugelassen.

Darf die Bank die Antragstellung ablehnen?

Ja, das Kreditinstitut kann den Abschluss eines Basiskontovertrags unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen. Das ist der Fall, wenn:

  • Die Bank ihrer Pflicht zur Überprüfung der Identität der Vertragspartner nicht ordnungsgemäß nachkommen kann.

  • Der Antragsteller bereits bei einem anderen Kreditinstitut in Deutschland ein Basiskonto hat.

  • Der Antragsteller innerhalb der letzten drei Jahre vor Antragsstellung wegen einer vorsätzlichen Straftat gegen das Kreditinstitut oder einen seiner Mitarbeiter (oder einen seiner Kunden) verurteilt worden ist.

  • Bereits ein Basiskonto bei demselben Kreditinstitut besteht.

  • Das Kreditinstitut den Basiskontovertrag wegen Zahlungsverzug oder wegen Nutzung des Kontos zu verbotenen Zwecken berechtigt gekündigt hat.

  • Das Kreditinstitut durch die Aufnahme und Unterhaltung einer Geschäftsbeziehung zum Kontoinhaber gegen seine allgemeinen Sorgfaltspflichten aus dem Geldwäschegesetz und aus dem Kreditwesengesetz verstoßen würde.

Welche Möglichkeiten bestehen, wenn der Kontoantrag abgelehnt wird?

Wird der Antrag auf Eröffnung eines Basiskontos abgelehnt, haben Sie drei Möglichkeiten, dagegen vorzugehen:

  1. Erstens können Sie ein Verwaltungsverfahren bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beantragen – die einfachste, günstigste und effektivste Methode. Dies können Sie per Einschreiben mit einem Brief tun (Postfach 1253, 53002 Bonn).

  2. Zweitens können Sie eine Klage vor den Zivilgerichten erheben.

  3. Drittens können Sie sich an den Ombudsmann des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) wenden.

Preise müssen angemessen sein

Der Gesetzgeber verlangt "angemessene" Preise. Er sagt aber nicht, was angemessen ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu der Höhe von Entgelten für das Pfändungsschutzkonto (P-Konto), das dem Basiskonto sehr ähnelt.

So hat der BGH in einem Urteil vom 12. September 2017 (Az. XI ZR 590/15) entschieden, dass für die Führung des P-Kontos kein Entgelt in Höhe von 7,00 Euro verlangt werden darf, wenn ein herkömmliches Girokonto mit gleichen Leistungen für 5,00 Euro bei derselben Bank angeboten wird.

Wir sind der Meinung: Solange der Preis für ein Basiskonto nicht höher ist als für ein klassisches Filialkonto oder Onlinekonto, verhalten sich die Banken fair gegenüber dieser Kundschaft. Aus unserer Untersuchung aller Konten geht hervor: Gut 1.000 aller deutschen Geldhäuser, also die überwiegende Anzahl, verhält sich fair. Der Rest nicht.

Übers Jahr gerechnet sind es manchmal nur ein paar Euro mehr, die Kunden für das Basiskonto zahlen müssen. Bei 66 sind es jedoch über 50 Euro, die sie pro Jahr mehr zu zahlen haben. In der Spitze sind es sogar 168 Euro.

Kritik an Basiskonten

Die hohen Gebühren stehen regelmäßig in der Kritik. Bei einzelnen Banken hat man sogar den Eindruck, dass diese sozial Schwache mit hohen Preisen abschrecken wollen. Daher haben Verbraucherschützer bereits zahlreiche Banken abgemahnt. "Basiskonten sollten für finanziell schwache Verbraucher bezahlbar sein. Hier fehlt eine klare gesetzliche Definition", kritisiert Christina Buchmüller von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).

Kritikwürdig war früher auch der Umgang der Banken in Bezug auf ihre Informationspolitik. Gerade über die Höhe der Gebühren von Basiskonten schwiegen sich viele Institute aus und gaben nur widerwillig Informationen preis. Seit Herbst 2018 müssen jedoch alle Banken und Sparkassen ihre Girokonten-Preise im Internet veröffentlichen. Mehr als 90 Prozent der Geldhäuser kommen dieser Pflicht auch nach.

Diese Gebühren verlangen Banken für ihre Basiskonten

Wer nicht viel Geld hat, wird mehr darauf achten, wie viel er im Monat oder im Jahr für sein Basis-Girokonto zahlt. Die Spanne ist groß. Es gibt rund 30 Banken, bei denen man für sein Konto gar nichts zahlt. Bei 200 zahlt man jedoch 100 Euro und mehr pro Jahr. Da das Basiskonto nicht überzogen werden kann, kommen vor allem vier Posten in Betracht, die ins Geld gehen oder auch nicht:

  • die monatliche Grundgebühr
  • der Preis für Überweisungen und Daueraufträge
  • die Girocard zum Bezahlen und Geldabheben
  • die Bargeldversorgung

Die nachfolgenden Informationen sollen all denjenigen helfen, die ein teures Basiskonto haben und auf der Suche nach einem günstigeren sind, um Geld zu sparen.

Die monatliche Grundgebühr als größter Posten

Die Spanne bei diesen Grundkosten, die Monat für Monat anfallen, ist riesengroß. Sie reicht von null Euro bis hinauf zu 15,00 im Monat oder 180,00 Euro pro Jahr. Wenn man bedenkt, dass ein alleinerziehender Sozialhilfe-Empfänger 424 Euro im Monat bekommt, ist das natürlich schon eine enorme Summe. Der durchschnittliche Monatspreis eines Basiskontos aller deutschen Banken und Sparkassen beträgt übrigens 4,88 Euro.

Die Mehrzahl der Banken bietet nur ein einziges Basiskonto an. Das reicht auch in der Regel. Dabei ist eine Filialnutzung vorgesehen, Online-Banking kann jedoch auch genutzt werden. Bietet eine Bank oder Sparkasse auch ein günstigeres Onlinekonto an, gibt es das dann auch in der Basis-Version. Bei den Direktbanken und den PSD-Banken, deren Geschäftsprinzip bekanntlich das Internetbanking ist, gibt es nur Online-Basiskonten.

Überweisungskosten können ins Geld gehen

Bei den Direktbanken sowie den meisten Sparda- und PSD-Banken sind Online-Überweisungen in der Regel kostenlos. Das ist auch bei rund der Hälfte der regionalen Geldhäuser der Fall. Basiskonten-Kunden, die kein Online-Banking nutzen, müssen die Überweisungen am Selbstbedienungs-Automaten vornehmen.

Ist keiner vorhanden, wie bei vielen kleinen Volks- und Raffeisenbanken, müssen beleghafte Überweisungen vorgenommen werden. Das geht oft noch deutlich mehr ins Geld – 1,50, 1,80 oder sogar zwei Euro kann eine Überweisung kosten. Das sind in der Spitze immerhin 120 Euro im Jahr bei fünf Überweisungen monatlich.

Girocard kostet oft nicht extra

An der Girocard, früher auch EC-Karte genannt, kommt kein Bankkunde vorbei. Mit ihr kann man beim Einkaufen zahlen sowie Geld am Automaten abheben. Bei 550 Banken und Sparkassen muss man dafür keine Extra-Gebühr zahlen. Da ist die Karte also mit der Monatsgebühr abgegolten. Bei den anderen Geldhäusern zahlen die Kunden zwischen 1,50 und 18,00 Euro im Jahr.

Bargeld ist immer häufiger nicht mehr kostenlos

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Banken und Sparkassen die kostenlose Bargeldversorgung an den eigenen Automaten, aber auch an den Automaten des bundesweiten Sparkassen-Netzes beziehungsweise der VR-Banken-Gemeinschaft eingeschränkt.

Bei gut 500 Geldhäusern, also bei fast der Hälfte aller Banken und Sparkassen, können die Kunden – auch die mit einem Basiskonto – zwischen drei- und fünfmal im Monat gebührenfrei Geld abheben. Wer den Automaten noch öfter nutzt, der zahlt jedesmal bis zu 4,50 Euro je Abhebung. Bei 100 Geldhäusern ist dieser Obulus sofort fällig, ohne dass es kostenlose Bargeldverfügungen gibt.  Biallo-Tipp: Sie wollen keine böse Überraschung erleben? Fragen Sie Ihre Bank oder Sparkasse danach. Im Girokonto-Vergleich von biallo.de sind diese Daten auf der Detail-Seite hinterlegt. Gibt es solche Einschränkungen bei Ihrer Bank, dann nutzen Sie einfach die Möglichkeit, mit Ihrer Girocard an der Kasse beim Supermarkt, im Baumarkt oder in der Drogerie Bares abzuheben – in der Regel bis zu 200 Euro. Sowohl bei Aldi Süd als auch bei Lidl funktioniert das jetzt schon ab einer Einkaufssumme von fünf Euro. In den dm-Märkten ist das sogar mit dem ersten Produkteinkauf ohne einen Mindestwert möglich.

Auf den Jahrespreis kommt es an

Für den Verbraucher ist der Jahrespreis meist die wichtigere Größe vom Preisvergleich. Schließt ein Monatspreis alle anderen Komponenten mit ein, würde dieser genügen. Das ist aber meist nicht der Fall. Was nutzt einem ein Monatspreis von zwei Euro, wenn eine Überweisung das Gleiche kostet?

Um Transparenz zu schaffen, haben wir einen Modellkunden angelegt. Er macht fünf Überweisungen pro Monat und achtet bei der Bargeldversorgung darauf, dass er nur gebührenfreie Abhebungen bei seiner Bank, im bundesweiten Service-Netz und bei Discountern in Anspruch nimmt.

Die Spanne beim Jahrespreis ist extrem. Auf der einen Seite gibt es Deutschlands teuerstes Geldhaus, die Fürstlich Castell´sche Bank. Der Jahrespreis liegt bei der Privatbank demnach bei 184,80 Euro, sofern Kunden Online-Überweisungen tätigen. Auf der anderen Seite nehmen diese sechs Banken null Euro für Monatsgebühr, Überweisung und Girocard:

Bankenpreise: Von fair zu unfair

Verbraucher, ob mit viel oder wenig Geld, freuen sich selbstverständlich, wenn sie nichts für ein Girokonto bezahlen müssen. Aber Sie müssen wissen: Kein Konto ist wirklich umsonst. Die Kosten dafür tragen entweder sie selbst, wenn sie beim gleichen Geldhaus andere Dienstleistungen wie einen Ratenkredit, eine Geldanlage oder eine Baufinanzierung in Anspruch nehmen. Oder eben andere Kunden mit dem Kauf ihrer Dienstleistungen. Wenn Banken für ein kostenloses Girokonto werben, machen sie das, um den neuen Kunden dann andere Produkte zu verkaufen.

Wer das Verursacherprinzip richtig findet, der kann auch nichts gegen einen vernünftigen Preis für ein Girokonto haben. Doch welcher Preis ist vernünftig? Dabei sind zwei Kriterien entscheidend:

  • Der Jahrespreis des Basiskontos sollte nicht höher sein als der Jahrespreis des Filialkontos der gleichen Bank oder Sparkasse. Bei 680 Banken und Sparkassen ist das der Fall. Hier hat man beide Kundengruppen gleich behandelt, diejenigen die mehr und diejenigen, die eher weniger Geld haben.

  • Der Jahrespreis sollte nicht höher liegen als der Durchschnittspreis der Basiskonten aller deutschen Banken und Sparkassen. Das sind 75,00 Euro im Jahr oder gut sechs Euro im Monat. Das trifft auf 720 aller Geldhäuser zu, der Rest ist teurer.

  • Jahrespreise deutlich über dem Durchschnitt von 75,00 Euro sind nur schwer zu rechtfertigen. Erst recht nicht, wenn sie über 100 Euro liegen. Das trifft auf 200 Banken und Sparkassen zu. Davon wiederum nehmen 19 sogar mehr als 150 Euro.

Sie zahlen zuviel? Dann wechseln Sie

In unserem Girokontenvergleich finden Sie nicht nur Internetbanken mit günstigen Basiskonten, sondern auch Banken mit Filialen vor Ort. Wenn Sie kein Internet-Banking machen, geben Sie die Postleitzahl Ihres Wohnorts ein, um eine Bank in Ihrer Nähe zu finden.

Wenn Sie eine günstigere Bank gefunden haben, eröffnen Sie zunächst dort ein Basiskonto und ändern dann die Daueraufträge für Miete, Telefon, Strom und so weiter ab. Erst, wenn alles korrekt umgestellt ist, kündigen Sie das alte Basiskonto. Fragen Sie auch die neue Bank, ob sie Ihnen bei der Umstellung hilft.

Machen Sie negative Erfahrungen, helfen wir Ihnen. Schreiben Sie uns: info@biallo.de
 

Aufruf in eigener Sache

Führt Ihre Hausbank auch zweifelhafte Gebühren für Dienstleistungen ein, die früher umsonst waren? Machen Sie ihrem Ärger Luft und schreiben Sie uns unter  redaktion@biallo.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!



  Horst Biallo
  Max Geißler


 
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