Irrtum 3: Das Versicherungspaket ist überflüssig
Nicht unbedingt. Wer viel unterwegs ist, der kann mit Rabatten beim Tanken oderbeim Onlineshopping einiges sparen. Zudem können Zusatzversicherungen wie Reiserücktrittsversicherung oder Reiseabbruchversicherung im Ernstfall teure Stornokosten verhindern.
Hier gilt es, die Zusatzleistungen genau zu prüfen und die Kreditkarte auszuwählen, die individuelle Vorteile verspricht. Wichtig dabei: Mitunter greift die Versicherungsleistung nur, wenn die Reise auch mit der Kreditkarte bezahlt wurde. Es ist daher wichtig, vor der Buchung noch einmal die Konditionen zu überprüfen. Wer keine Zusatzfunktionen benötigt, kann auch eine kostenlose Kreditkarte ohne Zusatzleistungen wählen, wie sie etwa ING, DKB, Consorsbank oder Comdirect anbieten.
Meistens haben Verbraucher die Wahl zwischen einer Visa- oder Mastercard. Wir haben uns daren Vor- und Nachteile in einem weiteren Artikel zu diesem Thema angesehen.
Irrtum 4: Die Kreditkarte ist eine Erweiterung des Dispos und erhöht den finanziellen Spielraum
Ein fataler Irrtum: Wer seinen Dispokredit bereits ausgereizt hat und dann weiter fleißig mit der Kreditkarte bezahlt, dem droht böses Erwachen. Denn sowohl der Dispo als auch das Kreditkartenkonto fordern die ausstehenden Beträge samt Zinsen ohne Aufschub ein. Und die Kreditzinsen sind in beiden Fällen meist üppig, häufig im zweistelligen Bereich. Schnell können Kreditnehmer die auflaufenden Forderungen nicht mehr bedienen und geraten hier in die Schuldenfalle. Daher gilt es: Kredite immer mit Augenmaß aufzunehmen und nicht beide Kreditmöglichkeiten gleichzeitig auszureizen.
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Hinzu kommt: Wer sich Geld gleichzeitig bei mehreren Kreditkarten borgt, tappt schlimmstenfalls in die Schuldenfalle. Zudem kann der Besitz mehrerer Kreditkarten die Bonität des Verbrauchers verschlechtern, weil Auskunfteien wie die Schufa oder Creditreform dies als negativ bewerten und den Score-Wert des Kunden entsprechend herabsetzen. Das kann dazu führen, dass Banken den Kunden aufgrund seiner vielen Konten und Kreditkarten als riskant einstufen – mit der Folge, dass sie einen Zinsaufschlag verlangen.
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Irrtum 5: Kreditkartenzahlungen kann man nicht widerrufen
Im Gegenteil: Zu Unrecht abgebuchte Beträge können bei Kreditkarten recht problemlos storniert werden. Dazu zählen nicht nur unrechtmäßige Abbuchungen, sondern auch doppelt gebuchte Beträge oder zu hoch abgebuchte Summen. Voraussetzung ist allerdings zeitnahes Handeln, da gesetzliche Frist für eine Zurückbuchung acht Wochen beträgt. Danach nehmen Kartenanbieter die Stornierung nur noch aus Kulanz vor – einen Rechtsanspruch haben Geschädigte dann jedoch nicht mehr.
Es ist daher sinnvoll, zeitnah und regelmäßig die Kreditkartenbuchungen zu kontrollieren. Das gilt insbesondere auf Reisen, weil im Ausland die Gefahr des Kartenmissbrauchs – etwa über manipulierte Geldautomaten – größer ist als hierzulande.
Irrtum 6: Kreditkartenzahlungen sind unsicher
Das stimmt zumindest in Deutschland nicht. Die Kreditkartenanbieter haben die Sicherheitsstandards ständig erhöht. Für hohe Zahlungssicherheit sorgt heute der EMV-Chip, der anders als der frühere Magnetstreifen nur sehr schwer kopiert oder manipuliert werden kann.
Des Weiteren erhöhen Hologramme, versteckte Schriftzeichen und die Kartenprüfnummer die Sicherheit im Zahlungsverkehr. Mehr Vorsicht ist hingegen im Ausland angebracht, doch auch dort lässt sich Kreditkartenmissbrauch mit ein paar einfach Vorsichtsmaßnahmen weitgehend verhindern.