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Auf einen Blick
  • Nach starkem Jahresauftakt und neuen Höchsständen scheint dem Bictoin die Luft auszugehen. 

  • Seit dem Allzeithoch von Mitte April hat der Bitcoin-Kurs in der Spitze knapp 30 Prozent an Wert verloren. 

  • Vor allem die jüngste Ankündigung des Tesla-Chefs Elon Musk lies den Kurs nach unten rauschen. 

  • Charttechnisch ist der Bitcoin angeschlagen. Kritische Marktteilnehmer erwarten einen Kurssturz, ähnlich wie vor drei Jahren.
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Wer in digitales Geld investiert, braucht starke Nerven, das haben die vergangenen Wochen wieder mal eindrucksvoll gezeigt. Allein in den vergangenen vier Wochen hat der Kryptoprimus Bitcoin fast 30 Prozent an Wert verloren. So markierte Bitcoin am 13. April ein neues Allzeithoch bei gut 54.000 Euro, um exakt einen Monat später am 13. Mai auf zwischenzeitlich gut 39.000 zu fallen. 

Dass der Bitcoin-Kurs so unter Druck geraten ist, liegt an zwei wesentlichen Gründen. Zum einen verbot die türkische Nationalbank Mitte April Zahlungen mit Bitcoin. Zum anderen sorgte die jüngste Aussage des Tesla-Chefs Elon Musk für ein Kursbeben. So hatte Musk am Mittwoch auf Twitter verkündet, bis auf Weiteres Zahlungen in Bitcoin bei Tesla einzustellen – wegen des hohen Stromverbrauchs, der für die Herstellung der digitalen Taler notwendig ist. Aktuell liegt der Kurs bei rund 41.000 Euro.

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Steigende Bitcoin-Nachfrage seitens institutioneller Investoren

Bis Mitte April war die Welt der Bitcoin-Jünger noch in Ordnung. Die gigantische Kursraylle, die die Krypto-Leitwährung von Anfang Oktober 2020 bis dato hingelegt hatte, begründeten sie mit einem Trend: Immer mehr institutionelle Investoren suchen nach Möglichkeiten, in Kryptowährungen zu investieren. “Die Aufnahme von Bitcoin in die Portfolios durch institutionelle Investoren hat erst begonnen”, schrieb etwa Analyst Nikolaos Panigirtzoglou zum Jahreswechsel in einer Studie für die US-Investmentbank JP Morgan Chase.

Das Potenzial der professionellen Anleger schien dabei besonders groß zu sein, da sie bislang weitestgehend einen großen Bogen um Digitalwährungen gemacht hatten und dies jetzt nachholen könnten. “Die meisten institutionellen Investoren haben noch kein Investment in Bitcoin und bei denjenigen, die etwas investiert haben, ist der Wert extrem klein im Vergleich zu klassischen Anlagen”, so Panigirtzoglou weiter.

Zuletzt sorgte die US-Investmentbank Goldman Sachs für Furore. Verschiedenen Medienberichten zufolge verkündete Goldman Sachs Anfang Mai den Einstieg in den Kryptohandel. Die US-Investmentbank wolle vor allem institutionellen Kunden die Möglichkeit bieten, mit Derivaten wie Bitcoin Futures am Kryptomarkt zu partizipieren. Allerdings würden die Geschäfte nicht in bar abgewickelt und Goldman halte die Kryptowährung nicht selbst, sondern greife auf einen Handelspartner an der Terminbörse Chicago Stock Exchange zurück.

Marc Friedrich: "Ich bin ultrabullish für Bitcoin" – Goldpreis mit Kurspotenzial bis 10.000 Dollar

Quelle: Youtube-Kanal von biallo.de

Ethereum, Litecoin & Co Kursverlauf seit Jahresanfang

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin wird gemäß dem Anbieter CoinMarketCap derzeit auf gut 780 Milliarden Euro taxiert. Bis vor kurzem lag der Wert aller im Umlauf befindlichen Bitcoins sogar noch bei über einer Billion Euro. Das ist ein enormer Wert für eine einzige Digitalwährung. Bitcoin ist auch die älteste und mit Abstand bekannteste Digitalwährung – sie feierte zum Jahresbeginn ihren elften Geburtstag.

Es gibt jedoch viele weitere Digitalwährungen, die bis vor kurzem ebenfalls eine beeindruckende Kursrallye hingelegt haben. Zu den bekanntesten zählt Ethereum: Die zweitgrößte Kryptowährung kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von gut 385 Milliarden Euro und kann ebenfalls mit einer beeindruckenden Entwicklung glänzen. Seit Oktober 2020 hat sich der Wert mehr als verzehnfacht.

Neu gestartet ist die Kryptowährung Polkadot im Sommer 2020. Sie konnte seitdem ihren Wert von sieben Euro zu Beginn dieses Jahres auf gut 34 Euro steigern. Polkadot  liegt mit einer Gesamtbewertung von umgerechnet rund 31 Milliarden Euro aktuell auf Platz neun. Das Konzept von Polkadot ist es, eine Verbindung von individuell angepassten Sidechains mit öffentlichen Blockchains zu ermöglichen. Diese mögliche Integration von verschiedenen Blockchains stößt auf Nachfrage und treibt den Preis damit in die Höhe.

Ebenfalls einen satten Kursgewinn konnte Litecoin verbuchen. Die Kryptowährung konnte ihren Kurs seit Jahresanfang mehr als verdoppeln. Die Kryptowährung XRP Ripple, die auf Banken und internationalen Zahlungen orientiert ist, konnte ebenfalls seit Jahresanfang mit einer ordentlichen Performance glänzen. Lag der Ripple-Kurs am 2. Januar noch bei 0,15 Euro, sind es aktuell 1,15 Euro – ein Plus von mehr als 600 Prozent. 

Bitcoin-Prognose für 2021

Bis auf wenige Ausnahmen legten die größten Kryptowährungen bis Mitte April also allesamt eine starke Entwicklung hin. Der Tesla-Stopp sorgte zuletzt allerdings für große Ernüchterung. Doch wie geht es weiter für den Bitcoin-Kurs – sind die jüngsten Kursrücksetzer der Beginn eines großen Crashs wie im Jahr 2018 oder nur ein kurzes Luftholen für neue Höchststände? Fakt ist: Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate wurde nach unten durchbrochen. Das könnte kurzfristig für weiteren Kursdruck sorgen. Die nächste größere Unterstützung ist erst bei gut 40.000 US-Dollar in Sicht.

Erinnerungen an die gigantische Kursrallye im Herbst 2017 und den darauffolgenden Absturz werden derzeit wach: Damals stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb von nur drei Monaten von 3.000 auf fast 20.000 US-Dollar bis Ende 2017 und stürzte danach bis Ende 2018 wieder auf rund 3.200 US-Dollar ab. Das Minus betrug in der Spitze mehr als 80 Prozent. Wer also meint, dass die aktuelle Entwicklung nur eine Korrektur ist, sollte auf jeden Fall gewarnt sein.

Nichts schein die Finanzwelt im Moment so zu spalten wie der Bitcoin. Für manche Marktteilnehmer ist Bitcoin das neue Gold, andere sehen eine große Blase durch das billige Geld der Notenbanken. "Für mich ist Bitcoin kein Anlagevehikel, sondern ein reines Narrativ, ein hoch ansteckendes noch dazu“, warnte Hans-Joerg Naumer, Leiter Kapitalmarkt und Reserach bei Allianz Global Investors, bereits Anfang Januar in einer Marktstudie. Naumer spannt den Bogen zu Wirtschaftsnobelpreisträger Robert J. Shiller ("Narrative Economics"), der schon im September 2017 vor einer großen Bitcoin-Blase warnte und Parallelen zur "Tulpenmanie" im 17. Jahrhundert zog.

Die Bitcoin-Jünger wie etwa der Bestsellerautor und Ökonom Marc Friedrich lässt der jüngste Kurseinbruch dagegen kalt. "Ich bin ultrabullish für Bitcoin", sagte Friedrich Ende April im Youtube-Interview mit biallo.de und hält im laufenden Jahr sogar sechsstellige Kurse für möglich. 

Welches Lager Recht behält, wird die Zukunft zeigen. Durchaus nöglich, dass es wieder zu einem Kurssturz wie im Frühjahr 2018 kommt. Anleger, die nun erst auf den Zug aufspringen, könnten zumindest kurzfristig enttäuscht werden.

Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

  Tim Stockschläger
  Kevin Schwarzinger