Auf einen Blick
  • Alle großen Kryptowährungen verzeichnen zum Jahresstart starke Kursgewinne.

  • Die US-Investmentbank JP Morgan Chase gibt für die Krypto-Leitwährung Bitcoin ein Kursziel von 146.000 US-Dollar aus.

  • Dennoch befürchten einige Marktteilnehmer einen Kurssturz, ähnlich wie vor drei Jahren.
Der Bitcoin-Kurs markiert neue Höchststände.
Wit Olszewski / Shutterstock.com

Die Kryptowährungen – allen voran die Leitwährung Bitcoin – sind mit kräftigen Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Mittlerweile kratzt der Bitcoin-Kurs sogar an der 40.000-Dollar-Marke. Zum Vergleich: Im Corona-Crash Mitte März war ein Bitcoin kurzzeitig nur noch knapp 4.000 US-Dollar wert. Damit hat sich der Kurs in nicht mal einem Jahr in etwa verzehnfacht. Allein in den vergangenen drei Monaten hat sich der Wert fast vervierfacht.

Die jüngste Kursentwicklung ist auch ein Abbild der gestiegenen Unsicherheit durch die wieder entfachte Corona-Krise. Einer der Haupttreiber ist aber nach wie vor die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken in vielen Industrieländern und die damit verbundene Suche nach alternativen Anlageklassen. “Während die Negativzinsen auf immer mehr Sparkonten Realität werden, und in Anbetracht der EZB-Geldpolitik nicht zu erwarten ist, dass die Politik des billigen Geldes zu einem baldigen Ende kommt, suchen die Anleger verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten”, erklärt Dr. Hans-Joerg Naumer, Global Head of Capital Markets bei Allianz Global Investors.

Prognosen 2021

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Negativzinsen auf der einen Seite sowie die Angst vor stark steigenden Inflationsraten auf der anderen Seite treiben somit immer mehr Investoren in Kryptowährungen und allen voran in Bitcoin. Während die Analysten der US-Bank JP Morgan Chase ein Kursziel von 146.000 US-Dollar ausgeben, was ein weiteres Aufwärtspotenzial von fast 300 Prozent bedeutet, warnen Verbraucherschützer vor einer exorbitanten Überbewertung der bekanntesten Digitalwährung.

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Hohe Bitcoin-Nachfrage seitens institutioneller Investoren

Noch ein anderer wichtiger Trend heizt dem Bitcoin Kurs derzeit kräftig ein: Immer mehr institutionelle Investoren suchen nach Möglichkeiten, in Kryptowährungen zu investieren. “Die Aufnahme von Bitcoin in die Portfolios durch institutionelle Investoren hat erst begonnen,” schreibt Nikolaos Panigirtzoglou in einer neuen Studie für die US-Investmentbank JP Morgan Chase. Einem starken Abfluss von Geldern in Goldanlagen stehe ein Zufluss von Geldern professioneller Anleger bei Bitcoin gegenüber.

Laut Nachrichtenagentur Bloomberg haben In der Branche bekannte Grossinvestoren wie Paul Tudor Jones, Scott Minerd und Stan Druckenmiller zuletzt entweder begonnen, Gelder in Bitcoin zu investieren oder überlegen, diesen Schritt zu gehen. Das Potenzial der professionellen Anleger scheint dabei besonders groß zu sein, da sie bislang weitestgehend einen großen Bogen um Digitalwährungen gemacht haben und dies jetzt nachholen könnten. “Die meisten institutionellen Investoren haben noch kein Investment in Bitcoin und bei denjenigen, die etwas investiert haben, ist der Wert extrem klein im Vergleich zu klassischen Anlagen”, so Panigirtzoglou weiter.

Dass Bitcoin schon bald der neue Goldstandard werden könnte, hält der Analyst von JP Morgan Chase allerdings für etwas übertrieben. Zwar dürfte die Volatilität im Vergleich zu noch vor wenigen Jahren weiterhin abnehmen, die Schwankungsbreite des Bitcoin bleibe aber zunächst auf einem hohen Niveau im Vergleich zu konventionellen Anlagen. Das Kursziel von 146.000 US-Dollar sei daher auch langfristig zu verstehen. 

Wie schnell das Kursziel erreicht wird, hängt sicher auch davon ab, wann sich der Bitcoin als gängiges Zahlungsmittel etabliert. Ein wichtiger Schritt Richtung Massenadaption kam zuletzt aus dem Hause Paypal. Der US-Zahlungsdienstleister kündigte im Oktober an, seinen Kunden das Bezahlen mit Bitcoins zu ermöglichen. Dies befeuerte den Kurs zusätzlich.

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Ethereum, Litecoin & Co im Windschatten von Bitcoin

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin wird gemäß dem Anbieter CoinMarketCap derzeit auf rund 580 Milliarden Euro geschätzt. Das ist ein enormer Wert für eine einzige Digitalwährung und entspricht rund zwei Drittel der Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammen. Bitcoin ist auch die älteste und mit Abstand bekannteste Digitalwährung – sie feierte zum Jahresbeginn ihren elften Geburtstag.

Es gibt jedoch viele weitere Digitalwährungen, die ebenfalls eine beeindruckende Kursrallye in den vergangenen Wochen hingelegt haben. Zu den bekanntesten zählt Ethereum: Die zweitgrößte Kryptowährung kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von gut 110 Milliarden Euro und kann ebenfalls mit einer beeindruckenden Entwicklung glänzen. Seit dem März-Tief 2020 beträgt das Kursplus rund 1.300 Prozent.

Neu gestartet ist die Kryptowährung Polkadot im Sommer 2020. Sie konnte seitdem ihren Wert verdreifachen von rund drei US-Dollar auf über neun US-Dollar zu Beginn dieses Jahres. Polkadot ist damit sofort in die Top Ten der Kryptowährungen (nach Marktkapitalisierungen) gerutscht und liegt mit einer Gesamtbwertung von umgerechnet gut sieben Milliarden Euro aktuell auf Platz sieben. Das Konzept von Polkadot ist es, eine Verbindung von individuell angepassten Sidechains mit öffentlichen Blockchains zu ermöglichen. Diese mögliche Integration von verschiedenen Blockchains stößt auf Nachfrage und treibt den Preis damit in die Höhe.

Ebenfalls einen erfolgreichen Start in das neue Jahr verbuchte Litecoin. Die Kryptowährung konnte ihren Kurs in den vergangenen vier Wochen mehr als verdoppeln. Zu den Verlierern der jüngsten Kursrallye hingegen zählt wohl die Kryptowährung XRP Ripple, die auf Banken und internationalen Zahlungen orientiert ist. Der Kurs hat sich zuletzt mehr als halbiert und liegt in etwa auf dem Niveau zum Jahresstart 2020.

Bitcoin-Prognose für 2021

Bis auf wenige Ausnahmen legen die größten Kryptowährungen also allesamt eine starke Entwicklung zum Jahresauftakt hin. Doch wie geht es weiter für den Bitcoin-Kurs – schnurstracks Richtung 100.000 US-Dollar-Marke oder folgt zunächst erst einmal ein Rücksetzer? Die rasante Kursentwicklung der vergangenen Wochen und Tage ist in den Augen vieler Marktteilnehmer übertrieben und könnte zu einer vorübergehenden Korrektur führen.

Erinnerungen an den markanten Anstieg im Dezember 2017 und den darauffolgenden tiefen Fall im Frühjahr 2018 werden wach. Die Kursexplosion im Winter 2017 brachte Bitcoin das erste mal eine breite Medienpräsenz ein. Heute sieht das anders aus: Kryptowährungen sind vielen Menschen aus den Medien bekannt. Doch wer von denen, die noch keine Bitcoins besitzen, traut sich jetzt noch zu investieren?

Dr. Hans-Joerg Naumer warnt vor zu viel Euphemismus: "Für mich ist Bitcoin kein Anlagevehikel, sondern ein reines Narrativ, ein hoch ansteckendes noch dazu. Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller, dem ich diesen Gedanken verdanke, bringt es auf den Punkt: 'Bitcoin hat keinen Wert, bis Menschen glauben, es habe einen.' Wenn sich von dieser Erzählung niemand mehr 'anstecken' lässt, ist es vorbei."

Potenzial für einen weiteren Kursanstieg 2021 scheint auf jeden Fall gegeben, wenn man sich die momentane Entwicklung und die Fakten für die jüngste Kursentwicklung anschaut. Auf der anderen Seite sehen einige Experten jedoch gerade aufgrund dieses rasanten Anstiegs eine Blasenbildung. Und natürlich gibt es auch keine Garantie, dass es nicht wieder zu einem Kurssturz wie im Frühjahr 2018 kommt. Anleger, die nun erst auf den Zug aufspringen, könnten zumindest kurzfristig enttäuscht werden. Dank der anhaltenden ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken und einer Alternativlosigkeit bei renditestarken Anlagen, könnten die Faktoren für ein weiteres Kurswachstum allerdings mittel- bis langfristig intakt sein.




  Tim Stockschläger


 
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