Studium clever finanzieren: Die besten Geldquellen im Überblick
Die wichtigste Regel bei der Studienfinanzierung lautet: Sie soll so günstig wie möglich sein. Studierende sollten so wenig oder – im besten Fall – gar keine Schulden machen, die sie dann viele Jahre als junge Berufstätige abbezahlen müssen. Aus dieser Vorgabe ergibt sich eine Prioritätenliste an Geldquellen, die Studierende anzapfen sollten.
Ausbildungsunterhalt: Was Eltern zahlen müssen
Der Unterhalt durch die Eltern steht an erster Stelle. Eltern sind laut Gesetz verpflichtet, ihren Kindern eine angemessene Ausbildung zu finanzieren – dazu gehört auch ein Studium. Die Höhe ist in der Düsseldorfer Tabelle (Unterhaltstabelle der Familiengerichte) festgelegt. Demnach gelten 990 Euro als angemessener Bedarf volljähriger Kinder, sofern diese einen eigenen Hausstand führen.
BAföG: Unterstützung durch den Staat
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) soll sicherstellen, dass Studierende finanziell unterstützt werden, wenn ein ausreichender Unterhalt der Eltern nicht möglich ist oder der Unterhaltsanspruch erloschen ist. Der Höchstbetrag liegt bei 855 Euro im Monat für Studierende, die nicht mehr zuhause wohnen. Der Betrag kann noch etwas höher ausfallen, wenn zusätzlich Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung in Frage kommen.
Nebenjob: Arbeiten neben dem Studium oder der Ausbildung
Jobben gehört zum Studieren fast schon obligatorisch dazu. Damit lassen sich Elternunterhalt und BAföG aufstocken. Auch Azubis können ihr womöglich geringes Ausbildungsgehalt durch einen Nebenjob aufbessern, etwa durch eine Beschäftigung in der Gastronomie. Studierende dürfen 6.672 Euro im BAföG-Bewilligungszeitraum (zwölf Monate) dazuverdienen, ohne dass der BAföG-Zuschuss reduziert wird. So ist auch ein Minijob möglich, bei dem Einnahmen bis zu 556 Euro monatlich erlaubt sind. Auch Azubis dürfen einen Minijob ausüben, der steuerfrei ist. Sie als Studentin oder Student sollten aber im Blick behalten, dass ein Nebenjob das Studium in die Länge ziehen kann – und dann über einen längeren Zeitraum der Lebensunterhalt zu finanzieren ist. Zu beachten ist auch, dass alle, die mehr als 20 Wochenstunden arbeiten, aus der studentischen Krankenversicherung herausfallen.
Stipendien: Fördergelder ohne Rückzahlung
Stipendien gibt es mehr, als viele meinen. Und gute Noten sind dabei nur ein Kriterium von vielen. So zählt auch gesellschaftliches Engagement. Manchmal ist auch die Herkunft ausschlaggebend. Studierende sollten es nicht unversucht lassen, ein Stipendium zu beantragen – denn das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.
Kredite und Fonds: Teure, aber mögliche Optionen
Über Banken und Bildungsfonds können Studierende Darlehen für die Dauer ihrer Ausbildung erhalten. Sie bilden das Schlusslicht auf der Prioritätenliste, weil sie die teuerste Form der Studienfinanzierung sind. Das Darlehen samt Zinsen muss nach Studienende komplett zurückgezahlt werden. Dennoch kann es eine Option sein, für einen begrenzten Zeitraum eine Finanzierungslücke zu schließen.