Früher in Rente

Oft übersehen: die Schwerbehindertenrente

Update: 13.05.2019
Rolf Winkel
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Auf einen Blick
  • Wer gesundheitliche Handicaps hat, kann häufig nicht bis zum regulären Rentenalter voll arbeiten. Deshalb gibt es die Schwerbehindertenrente.

  • Betroffene sollten beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderten-Anerkennung stellen.

  • Eine Schwerbehinderten-Rente gibt es bereits ab 35 Versicherungsjahren.
Deutlich früher können Menschen mit Schwerbehinderung ihre Altersrente beziehen.
bubutu / shutterstock.com

Anerkannte Schwerbehinderte können deutlich früher in die Altersrente gehen. Dafür ist die "Altersrente für schwerbehinderte Menschen" – kurz: die Schwerbehindertenrente – vorgesehen. Wer beispielsweise 1958 geboren wurde, kann diese Rente bereits mit 61 Jahren erhalten. Dann gibt's sie allerdings mit einer Rentenkürzung um 10,8 Prozent. Mit 64 Jahren wird diese Altersrente dann ohne Abschläge gezahlt.

Schwerbehindertenrente: Ab wann kann sie bezogen werden?

Jahrgang Abschlagsfreier Bezug im Alter Bezug mit 10,8 Prozent Abschlag im Alter
von ... Jahren und ... Monaten von ... Jahren und ... Monaten
1953 63 7 60 7
1954 63 8 60 8
1955 63 9 60 9
1956 63 10 60 10
1957 63 11 60 11
1958 64 0 61 0
1959 64 2 61 2
1960 64 4 61 4
1961 64 6 61 6
1962 64 8 61 8
1963 64 10 61 10
ab 1964 65 0 62 0
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Niedrige Hürden bei der Schwerbehindertenrente

Die Hürden, die der Gesetzgeber vor dieser Rente aufgebaut hat, sind vergleichsweise niedrig. Schon nach 35 Versicherungsjahren wird die Schwerbehindertenrente gewährt, wobei auch Zeiten des Schulbesuchs oder der Arbeitslosigkeit mitzählen und pro Kind maximal zehn Jahre sogenannter Berücksichtigungszeit.

Antrag auf Schwerbehinderten-Anerkennung stellen

Wer gesundheitliche Einschränkungen hat, sollte– auch im Hinblick auf die Rente– beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderten-Anerkennung stellen. Bei Herzerkrankungen, orthopädischen Krankheiten oder Krebs, aber auch bei schweren Depressionen wird die Schwerbehinderung häufig anerkannt. Chancen auf Anerkennung haben aber auch Rheumakranke mit dauerhaft erheblichen Funktionseinbußen und zahlreiche Diabetiker.

Den Schwerbehindertenantrag sollte man am besten mit seinem Haus- oder dem behandelnden Facharzt ausfüllen. Wichtig dabei: Hierfür braucht der Arzt sehr konkrete und anschauliche Informationen über Gesundheitsprobleme. Ein Beispiel: Je nach Krankheit sollte man dem Arzt nicht nur mitteilen, dass man Schwierigkeiten beim Treppensteigen hat, sondern ganz konkret, wie viele Treppenstufen man noch steigen kann und nach wie viel Metern eine Pause eingelegt werden muss. Das sollte man dann auch für sich genau dokumentieren – etwa in einem Tagebuch.

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Rentenwechsel in die Schwerbehindertenrente

Manchmal tritt die Schwerbehinderung erst während des Bezugs einer vorzeitigen Altersrente ein. In wenigen Fällen ist dann ein Wechsel in die Schwerbehindertenrente möglich. Dafür darf man allerdings zum einen noch nicht das reguläre Rentenalter erreicht haben und muss zum anderen zumindest für kurze Zeit wieder eine Beschäftigung aufnehmen, deren Lohn so hoch ist, dass die Rente zunächst einmal wegfällt. Beantragt man danach erneut Altersruhegeld, so kann man die Schwerbehindertenrente erhalten. Interessant ist dieses "Hintertürchen" vor allem für diejenigen, die eine vorzeitige Rente für langjährig Versicherte beziehen, wenn vor Erreichen der regulären Rentenaltersgrenze eine Schwerbehinderung eintritt.

Biallo-Tipp

Prüfen Sie, ob es sich für Sie lohnt, statt einer Schwerbehindertenrente besser eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Nähere Details und Neuerungen zu diesem Thema erfahren Sie über unseren Ratgeber zur Erwerbsminderungsrente.



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