Auf einen Blick
  • Bei der künstlichen  Befruchtung – der Fachbegriff ist assistierte Reproduktion – stehen drei Methoden im Mittelpunkt. Deren Kosten sind allerdings erheblich und Paare müssen oft hohe Eigenanteile tragen.

  • Zur Finanzierung können Paare auf verschiedene Zuschüsse zugreifen. Ob und wie viel sie an Förderung erhalten, hängt vom Versicherungsstatus und vom Wohnort ab.

  • In unserem Ratgeber erfahren Sie, welchen Anteil die Krankenkassen bei Kinderwunschbehandlungen übernehmen, was die Voraussetzungen dafür sind, mit welchen staatlichen Zuschüssen vom Staat Sie rechnen können und was die private Krankenversicherung leistet.

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Kinderwunschbehandlungen wie die in-vitro-Fertilisation (IVF) kosten viel Geld. Durch gezielte Wahl der Krankenkasse und staatliche Zuschüsse können Paare den Eigenanteil reduzieren.

Nicht auf natürliche Weise schwanger werden zu können, ist für viele Paare eine belastende Situation. Doch es gibt Hilfe: Bei unerfülltem Kinderwunsch können sie auf medizinische Verfahren setzen. Die gängigsten Methoden der Kinderwunschbehandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bezahlt beziehungsweise bezuschusst. Dennoch bleibt die Behandlung eine finanzielle Belastung. Der Eigenanteil beträgt oft Tausende von Euro, zumal meist nicht gleich beim ersten Versuch eine Schwangerschaft zustande kommt. 

Ein Blick auf die Extraleistungen der Krankenkasse lohnt sich: Einige bieten deutlich mehr Leistungen als andere, ein Wechsel kann sich deshalb rechnen. Seit 2021 sind die Wechselmodalitäten für Versicherte nochmal vereinfacht worden. Obendrein gewähren einige Bundesländer zusätzlich finanzielle Zuschüsse.

Wir erläutern, welches die am häufigsten zum Einsatz kommenden Methoden der Kinderwunschbehandlung sind, was die Krankenkassen bezahlen, was es mit den Extraleistungen auf sich hat und welche Zuschüsse der Länder Sie erwarten können.

Welche Methoden der Kinderwunschbehandlung gibt es?

Zuerst die Diagnostik

"Welche Methode die beste ist, um eine Schwangerschaft herbeizuführen, hängt von der Diagnose ab. Beide Partner müssen sich eingehenden Untersuchungen unterziehen, um herauszufinden, was die Ursache für die Unfruchtbarkeit ist", sagt Dr. med. Eva Zwicknagl, Frauenärztin aus Schondorf am Ammersee. In Deutschland sind längst nicht alle Methoden der künstlichen Befruchtung erlaubt. So ist es zum Beispiel verboten, künstlich befruchtete Embryonen vor der Rückführung in die Gebärmutter genetisch zu untersuchen (nur in Ausnahmefällen), mehr als drei Embryonen in die Gebärmutter zu überführen, bereits geteilte Embryonen (Zweizeller) einzufrieren oder weiter zu kultivieren oder eine Auswahl nach Geschlecht zu treffen.

Insemination (Samenübertragung)

Zur Kinderwunschbehandlung gibt es drei gängige Methoden, die die Krankenkassen bezahlen beziehungsweise bezuschussen. Eine davon ist die Insemination. Dabei wird Sperma meist direkt in die Gebärmutter gespritzt. Oft geht dieser Methode eine Hormonbehandlung der Frau voraus um die Eireifung zu fördern. Die Befruchtung findet dann eigenständig im Körper der Frau statt. Diese Verfahrensweise kommt meist dann zum Einsatz, wenn eine zu geringe Spermienmenge oder eine mangelnde Qualität der Spermien der Grund für eine Unfruchtbarkeit ist. Oder aber, wenn etwa bei der Frau eine Störung im Bereich des Gebärmutterhalses auftritt, die zur Unfruchtbarkeit führt.

  • Biallo-Tipp: Bei der homologen Insemination wird der Samen des Mannes verwendet, bei der heterologen der Samen eines anonymen Spenders. Letzteres ist in Deutschland durchaus erlaubt, die Krankenkassen erstatten die Kosten jedoch nicht.

IVF und ICSI

Führt die Insemination nicht zum Erfolg oder ist sie aus medizinischen Gründen nicht angezeigt, stehen kinderlosen Paaren noch zwei andere Methoden der künstlichen Befruchtung zur Verfügung: die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Einer solchen Anwendung geht meist eine Hormonbehandlung der Frau voraus, bei der mehrere Eizellen heranreifen, die oft unter Narkose entnommen werden. Die Befruchtung mit der Samenzelle findet dann außerhalb des Körpers statt.

IVF: 

Die Eizellen werden der Frau entnommen und in einem Reagenzglas mit den Samenzellen des Partners zusammengebracht. Kommt es zu einer Verschmelzung und hat die Befruchtung geklappt – das kann der Mediziner unter dem Mikroskop erkennen –, werden die befruchteten Eizellen (meist zwei) in die Gebärmutter eingesetzt. Das geschieht meist mit einem Katheter. Dann muss sich zeigen, ob sich ein oder mehrere Embryo(nen) in der Gebärmutter einnisten. Die Erfolgsrate der IVF, bei der die Geburt eines gesunden Kindes erfolgt, liegt bei 25 bis 30 Prozent (Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss).

ICSI: 

Bei dieser Methode wird die Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert. In diesem Fall findet eine sichere Befruchtung statt, ob sich jedoch auch ein Embryo entwickelt, ist nicht garantiert. Gelingt es, wird er in die Gebärmutter eingesetzt. Das Verfahren ist eines der am häufigsten eingesetzten. Es wird vor allem dann angewandt, wenn der Mann nur wenige oder unbewegliche Spermien produziert. Bei dieser Methode soll es in rund 25 Prozent der Fälle zu einer Schwangerschaft kommen (Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss). Für beide Methoden gilt: Die Chance, Mehrlinge zu gebären ist höher als üblich, da häufig gleich zwei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden. 

Wichtiger Hinweis

"In Deutschland dürfen nur eigene Eizellen bei der künstlichen Befruchtung zum Einsatz kommen. Eine Eizellenspende ist nicht erlaubt, eine Samenspende jedoch schon", sagt Dr. med. Eva Zwicknagl, Gynäkologin in Schondorf am Ammersee.

    Wie hoch sind die Kosten?

    Die günstigste Variante ist die Insemination ohne eine vorherige Hormonstimulation. Der Eigenanteil eines Kassenpatienten beträgt oft zwischen 100 und etwa 800 Euro, je nachdem ob eine Hormonstimulation vorher stattfindet. Bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung kostet der Eigenanteil oft zwischen 1.500 und 1.800 Euro.

    Es können – je nach Behandlungsmethode – Zusatzkosten hinzukommen, etwa wenn Ei -oder Samenzellen eingefroren werden sollen, um sie für spätere Befruchtungsversuche aufzubewahren. Dafür fallen etwa 600 bis 800 Euro an. Auch den Transfer einer solchen aufgetauten Eizelle müssen Versicherte selbst bezahlen.

    Für Selbstzahler, die mit gar keinen Zuschüssen aus der gesetzlichen Krankenversicherung rechnen können, sind die Behandlungen oft deutlich teurer, da sie als Privatpatienten gelten. Ein Behandlungszyklus nach der IVF-Methode kann dann auch 3.500 bis 5.000 Euro kosten. Bei einer ICSI-Behandlung fallen durchaus 5.000 bis 8.000 Euro oder sogar mehr an. Hinzu kommen Beratungsgespräche und Untersuchungen.

    Wer trägt die Kosten?

    Das zahlt die Krankenkasse für die assistierte Reproduktion

    Die Krankenkassen bezahlen die Diagnostik einer Unfruchtbarkeit zu 100 Prozent. Kommt es dann zu einer Kinderwunschbehandlung, übernimmt sie die Kosten für die verschiedenen Methoden in unterschiedlichem Umfang. Dabei wird die Leistung an die Anzahl der Versuche geknüpft: Nicht immer ist eine Methode der künstlichen Befruchtung auf Anhieb erfolgreich. Manchmal benötigt es mehr Versuche, manchmal gelingt eine Schwangerschaft auch gar nicht.

    Pro Behandlungsmaßnahme übernimmt die Kasse die Kosten für

    • die Insemination im Spontanzyklus (ohne Hormonbehandlung) bis zu achtmal
    • die Insemination nach hormoneller Stimulation bis zu dreimal
    • die IVF-Methode bis zu dreimal
    • die ICSI bis zu dreimal

    Die Kasse trägt dann mindestens 50 Prozent der anfallenden Kosten. Ist nach dieser Höchstzahl an Versuchen keine Schwangerschaft eingetreten, besteht kein Leistungsanspruch mehr. Als „erfolgreicher Versuch“ gilt, wenn eine Schwangerschaft herbeigeführt wurde. Familien, die sich mehr als ein Kind wünschen, können wiederholt eine Kinderwunschbehandlung durchführen, die Anzahl ist nicht begrenzt.

    • Biallo-Tipp: Eine oder mehrere der genannten Behandlungsmethoden können unter bestimmten Voraussetzungen auch nacheinander angewandt werden. Entscheidend ist, ob ausreichende Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft bestehen. Bleibt also eine Behandlung erfolglos, kann eine andere Methode angewandt werden, sofern diese nach ärztlicher Einschätzung zum Erfolg führen kann.

    Neu: Kassen bezahlen Kyrokonservierung

    Es ist zwar keine Behandlung, aber für Paare mit Kinderwunsch dennoch eine wichtige Methode: Die Kyrokonservierung, das Einfrieren von (befruchteten) Eizellen oder Spermien, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu verwenden. Das kommt oft dann in Frage, wenn bei einer IVF oder ICSI-Behandlung überzählige Eizellen im Vorkernstadium (vor der Verschmelzung) entstehen und später übertragen werden sollen. Das erspart zum Beispiel der Frau eine erneute Punktion der Eierstöcke beziehungsweise eine erneute Hormonbehandlung.  Diese Kosten tragen die Kassen in der Regel nicht, einige jedoch beteiligen sich über ihre Zusatzleistungen.

    Eine Ausnahme gibt es: Im vergangenen Jahr hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, dass eine Kyrokonservierung dann von den Kassen bezahlt wird, wenn es eine medizinische Indikation dafür gibt. Das ist dann der Fall, wenn Patienten eine keimzellenschädigende Behandlung durchführen müssen, etwa eine Chemotherapie bei einem Krebsleiden. In diesem Fall übernehmen die Kassen die Kosten, diese Leistung soll voraussichtlich ab Sommer 2021 abzurechnen sein.

    Andere Verfahren im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wie etwa das Assisted Hatching (das Verfahren soll dem Embryo die Einnistung in die Gebärmutter erleichtern) müssen Versicherte in der Regel selbst bezahlen.

    Voraussetzungen für die Kostenbeteiligung der Krankenkasse

    Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um Zuschüsse für eine künstliche Befruchtung zu erhalten. Das kinderlose Paar muss

    • heterosexuell und verheiratet sein
    • die Maßnahme muss aus ärztlicher Sicht erforderlich sein
    • es muss hinreichend Aussichten auf eine erfolgreiche Schwangerschaft geben
    • es dürfen nur Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden
    • die Frau muss mindestens 25 Jahre alt sein
    • die Frau muss unter 40 Jahre alt sein, der Mann unter 50.

    Vor Behandlungsbeginn muss zudem durch den behandelnden Arzt ein Behandlungsplan bei der Krankenkasse vorgelegt und bewilligt werden. Sind die Ehepartner bei unterschiedlichen Krankenkassen versichert, muss jeder der Partner einen Behandlungsplan bei seiner Kasse einreichen.

    Gemischte Versicherungsverhältnisse

    Die Kostenübernahme ist einfach, wenn beide Partner bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind. Dann trägt jede Kasse den Kostenanteil seines Versicherten. Im besten Fall sind beide Partner bei derselben Kasse versichert, dann können sie bei manchen Kassen höhere Zuschüsse über Zusatzleistungen erhalten.

    Kompliziert wird es hingegen, wenn beide Partner in unterschiedlichen Systemen versichert sind: der eine gesetzlich, der andere privat. Hier gelten verschiedene Versicherungsprinzipien. So gilt in der privaten Krankenversicherung (PKV) das Verursacherprinzip: Liegt der Grund für die Unfruchtbarkeit beim PKV-Mitglied, kann ein Anspruch auf die komplette Kostenübernahme der Kinderwunschbehandlung entstehen – auch beim Partner, auch wenn dieser gesetzlich versichert ist.

    Besagt die Diagnose jedoch, dass der privat versicherte Partner nicht der Verursacher der Kinderlosigkeit ist, trägt die Private Krankenkasse gar keine Kosten. In dem Fall kommt die GKV zu 50 Prozent der Kosten auf, die durch die Behandlung an ihrem Mitglied entstehen und auch für sogenannte "extrakorporale Leistungen", also Kosten, die weder dem einen noch dem anderen Partner zuzuordnen sind. Bei einer Kinderwunschbehandlung entstehen solche Leistungen durch den künstlichen Befruchtungsvorgang, der außerhalb des Körpers stattfindet. Die Leistungen, die jedoch direkt am privat versicherten Partner stattfinden, werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

    • Biallo-Tipp: Kinderlose Paare in gemischten Versicherungsverhältnissen sollten sich vor einer Behandlung mit beiden Versicherern in Verbindung setzen und die Kostenübernahme klären. Vor allem ist zu klären, welcher Leistungsumfang im Tarif der privaten Krankenversicherung vorgesehen ist.

    Zusatzleistungen der Krankenkassen

    Weit über 90 Prozent aller medizinischen Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung sind bei allen Kassen gleich und gesetzlich festgelegt (Regelleistungen). Nur zu einem geringen Prozentsatz können die Kassen nach eigener Entscheidung Zusatzleistungen – sogenannte Satzungsleistungen – für ihre Versicherten anbieten. In welchem Bereich solche Zusatzleistungen angeboten werden, obliegt den Kassen. Einige bieten Zusatzleistungen im Bereich Kinderwunschbehandlung an – also zusätzliche finanzielle Leistungen, die über die Regelleistungen hinaus gehen. Es kann sich für ein kinderloses Paar mit Kinderwunsch durchaus lohnen, im Vorfeld einer Behandlung zu einer Kasse zu wechseln, die Zusatzleistungen in diesem Bereich anbietet. Folgendes ist dabei zu beachten:

    • Versicherte sollten die finanzielle Mehrleistung, die unter dem Strich herauskommt, genau überprüfen und in Relation zum individuellen Zusatzbeitrag der jeweiligen Kasse setzen. Dieser Zusatzbeitrag beträgt einen Prozentsatz vom Brutto-Einkommen, die Hälfte des Betrags müssen Versicherte monatlich selbst bezahlen. Ein deutlich höherer Zusatzbeitrag bei der gewählten neuen Kasse kann einen Kostenvorteil bei der Kinderwunschbehandlung wieder relativieren.

    • Kassen können Satzungsleistungen jederzeit wieder streichen, eine dauerhafte Garantie darauf gibt es nicht.

    • Wichtig ist, ob die Krankenkasse mit den Zusatzleistungen dem Versicherten auch offen steht. Nicht alle Kassen sind bundesweit geöffnet, manche stehen nur Versicherten in bestimmten Regionen offen, etwa AOKs, viele IKKs und viele BKKs.

    • Zu beachten ist auch, dass durch einen Wechsel eventuell geschätzte Zusatzleistungen (zum Beispiel mehr Leistungen im Bereich Zahnbehandlung oder Reiseimpfungen) bei der neuen Kasse wegfallen können.

    • Wer die Kasse wechseln möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Seit 2021 genügt es, mindestens zwölf Monate lang bei seiner bisherigen Kasse versichert zu sein, dann entsteht ein Wechselrecht zu einer neuen Kasse (bislang waren es 18 Monate). Eine Ausnahme gilt: Wenn die Kasse den Zusatzbeitrag erhöht, dann entsteht ein Sonderkündigungsrecht, das die zwölf Monate Mindestmitgliedschaft überflüssig macht.

    • Beim Kassenwechsel ist eine Kündigungsfrist einzuhalten: zwei Monate zum Monatsende. Das gilt auch bei der Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechts. Allerdings muss der Versicherte nicht mehr bei seiner Kasse kündigen – auch das ist neu seit 2021. Er stellt einfach einen Aufnahmeantrag bei der neuen Kasse, diese kümmert sich um die Kündigung bei der bisherigen Kasse.

    Typische Zusatzleistungen bei Kinderwunsch

    Die Kassen bieten unterschiedliche Zusatzleistungen bei künstlicher Befruchtung an. Viele erhöhen den prozentualen Zuschuss zu den drei Versuchen, oder sie finanzieren einen vierten Versuch, oder sie beteiligen sich an den Kosten einer Kyrokonservierung befruchteter Eizelleund einer Blastozystenkultur. Dabei werden durch eine Verlängerung der Beobachtungszeit nach der IVF beziehungsweise ICSI-Methode – statt zwei bis drei Tagen sind es fünf Tage – Embryonen mit einer höheren Einnistungswahrscheinlichkeit identifiziert. So soll eine gezieltere Auswahl lebensfähiger Blastozysten mit erhöhter Chance auf eine Schwangerschaft erfolgen. Die umfangreichsten Leistungen, bei den von uns ausgewählten Kassen, bieten die "IKK - Die Innovationskasse" und einige Betriebskrankenkassen (BKKs).

    Tabelle: Zusatzleistungen Kinderwunschbehandlung ausgewählter Krankenkassen

    Krankenkasse Mehrleistung Kinderwunschbehandlung
    Techniker (bundesweit) 250 Euro zum Eigenanteil pro IVF- oder ICSI-Versuch, wenn beide Partner bei der Techniker versichert sind.
    BKKs (bundesweit/ regional) siehe gesonderter Abschnitt weiter unten
    AOK Bayern (Bayern) 50 Prozent der Kosten für einen zusätzlichen Versuch aller im Rahmen der GKV zugelassenen Methoden der künstlichen Befruchtung.
    AOK Baden-Württemberg (Baden-Württemberg)
    • Weitere 25 Prozent der Behandlungskosten, wenn beide Partner bei der AOK versichert sind.
    • Gilt  auch für weibliche Paare gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz.
    • Gilt  auch für Frauen über 40, wenn keine besonderen gesundheitlichen Risiken gegeben sind.
    AOK Plus (Sachsen, Thüringen)
    • Weitere 25 Prozent der Behandlungskosten, wenn beide Partner bei der AOK Plus versichert sind.
    • Kostenübernahme Assisted Hatching (Schlüpfhilfe für Embryo).
    • Kostenübernahme TESE (Testikuläre Spermienextraktion. IKK classic (bundesweit)
    IKK classic (bundesweit)
    • 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch, wenn beide Ehepartner bei der IKK classic versichert sind.
    • 250 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch, wenn nur ein Partner bei der IKK classic versichert ist.
    Knappschaft (bundesweit) Maximal 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil je Versuch, wenn beide Ehepartner bei der Knappschaft versichert sind
    Hkk (bundesweit) 200 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch für jeden bei der Hkk-versicherten Partner (maximal 1.200 Euro für ein Ehepaar bei drei Versuchen).
    Viactiv (bundesweit)
    • 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch für IVF- und ICSI-Behandlungen.
    • Ansonsten: BKK-Kinderwunschprogramm
       IKK – Die Innovationskasse (vorher IKK Nord, bundesweit) 100 Prozent Übernahme aller im Behandlungsplan genehmigten Kosten für IVF- und ICSI-Maßnahmen, wenn beide Partner bei „IKK – Die Innovationskasse“ versichert sind.

    Quelle: Biallo.de; Stand Februar 2021.

    Die Barmer und die DAK, die mit zu den größten Kassen zählen, bieten keine Zusatzleistungen bei Kinderwunsch an.

    Das BKK-Kinderwunsch Programm

    50 Betriebskrankenkassen (BKK), viele davon bundesweit geöffnet, bieten mit demProgramm „BKK Kinderwunsch“ zusätzliche Leistungen an. Das Besondere: Diese Leistungen sind keine Satzungsleistungen, die wieder gestrichen werden können, sondern es handelt sich um langfristige Vereinbarungen, was - laut BKK - Kontinuität beim Leistungsanspruch sichern soll. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungen ist, dass die Frau das 42. Lebensjahr, der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Es genügt, wenn die Frau Mitglied bei der teilnehmenden BKK ist. Voraussetzung ist auch, dass sich das Paar in einem der Kinderwunschzentren behandeln lässt, das mit der BKK einen Vertrag geschlossen hat. Über diverse Zentren in Bayern hinaus stehen bislang mehrere in Hamburg sowie in Hannover und Aalen zur Verfügung.

    Leistungen:

    • Einmalig 350 Euro Kyrozyklus nach Transfer
    • Einmalig 250 Euro Blastozystenkultur nach Transfer
    • 500 beziehungsweise 700 Euro für einen vierten Versuch der künstlichen Befruchtung nach Transfer je nach Methode in einem der am BKK-Programm teilnehmenden Zentren
    • Wechsel im laufenden Behandlungszyklus zwischen IVF- und ICSI-Methode
    • prioritäre Verwendung kryokonservierter imprägnierter (befruchteter) Eizellen
    • Bei einer Überstimulation infolge der Kryokonservierung können sämtliche befruchtete Eizellen in einem späteren Zyklus maximal drei Monate nach Beginn der Stimulation transferiert werden („Freeze all“).
    • Maximal zwei befruchtete Eizellen werden transferiert, was das Risiko von Mehrlingsgeburten reduziert.

    Zuschüsse von Bund und Ländern

    Kinderlose Paare mit Kinderwunsch können auch von einer staatlichen Förderung profitieren. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Bundesland, in dem das Paar dauerhaft wohnt, sich beteiligt und zwar in gleicher Höhe wie der Bund. Jedes Bundesland knüpft die Förderung dabei an andere Bedingungen, auch die Höhe des Zuschusses variiert.




      Annette Jäger

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