Auf einen Blick
  • Wer eine größere Summe anlegen will, kann einen Auszahlplan abschließen und sich aus dem angelegten Kapital ein monatliches Zusatzeinkommen auszahlen lassen.

  • Auszahlpläne werden mit bis zu 3,50 Prozent jährlich verzinst. Damit liegen die Konditionen auf Augenhöhe mit den Spitzenzinsen aus unserem Festgeld-Vergleich.

  • Wer einen Auszahlplan mit einer Festgeldanlage kombiniert, bleibt flexibel und kann weiter von steigenden Zinsen profitieren.
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Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt: Ihr Erbe oder ein Teil davon wird ausgezahlt. Oma oder Opa haben ihre Enkel und damit Ihre Kinder mit einem Batzen Geld bedacht, und Sie müssen das jetzt anlegen. Oder Ihre Lebensversicherung oder eine Abfindung ist fällig geworden.

Auch ohne Lottogewinn kann es passieren, dass auf einmal 20.000, 50.000, 100.000 Euro oder mehr auf Ihrem Girokonto landen. Was aber tun, wenn einem so viel Geld auf einmal in den Schoß fällt? Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie größere Beträge sicher anlegen und mit einem Auszahl- beziehungsweise Entnahmeplan mehr als drei Prozent Zinsen für sich herausholen.

 

Was ist ein Auszahlplan oder Entnahmeplan?

"Auszahl- oder Entnahmeplan" hört sich kompliziert an – das ist es aber nicht. So ein Plan funktioniert ganz einfach: Sie zahlen bei einer Bank oder Bausparkasse eine größere Summe ein. Das Geldinstitut verzinst das eingezahlte Kapital und überweist jeden Monat einen gleichbleibenden Betrag an Sie zurück.

Die Dauer der Auszahlung wird für eine bestimmte Laufzeit festgelegt, bis das Kapital aufgebraucht ist. Zahlen Sie zum Beispiel 25.000 Euro ein und legen das Kapital für zehn Jahre an, haben Sie nach zehn Jahren die 25.000 Euro plus Zinsen Rate für Rate wieder zurückerhalten. Man spricht deshalb auch vom Kapitalverzehr.

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Vergleich: Auszahlpläne mit bis zu 3,50 Prozent pro Jahr

Immer mehr Banken bieten in Deutschland einen Auszahlplan an, bei dem Sie einen hohen Betrag einzahlen und sich diesen über mehrere Jahre auszahlen lassen können. Im folgenden Vergleich stellen wir Ihnen fünf Anbieter mit interessanten Zinsen vor:

Auszahlplan der Gefa-Bank

Ein Angebot mit überdurchschnittlichen Zinsen für kürzere Laufzeiten kommt derzeit von der Gefa-Bank, einem deutschen Tochterunternehmen der französischen Großbank Société Générale.

  • Mindestanlagebetrag 10.000 Euro, maximal zehn Millionen Euro
  • Laufzeiten von 4, 5, 6 und 10 Jahre
  • Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
  • Die Zinsen fließen nicht in die monatliche Auszahlung ein, sondern werden am Jahresende oder Laufzeitende auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben.
Laufzeit Zinsen pro Jahr
4 Jahre 3,00 Prozent
5 Jahre 3,10 Prozent
6 Jahre 3,10 Prozent
10 Jahre 3,10 Prozent

Stand: 1. März 2024

Auszahlplan der IKB

Die IKB Deutsche Industriebank bietet einen Auszahlplan auch mit sehr kurzen Laufzeiten ab zwei Jahren an. Dabei entscheiden Sie selbst, ob Sie sich mit der Rate nur die Zinsen oder auch einen Teil des Kapitals auszahlen lassen.

  • Mindestanlagebetrag 5.000 Euro, maximal 100.000 Euro
  • Laufzeiten von 2, 3, 4, 5, 7 und 10 Jahren
  • Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
  • Monatliche oder jährliche Auszahlung
Laufzeit Zinsen pro Jahr
2 Jahre 3,00 Prozent
3 Jahre 3,50 Prozent
4 Jahre 3,25 Prozent
5 Jahre 3,00 Prozent
7 Jahre 3,00 Prozent
10 Jahre 3,00 Prozent

Stand: 1. März 2024

Auszahlplan der Bausparkasse Mainz

Bei der Bausparkasse Mainz wird der Auszahlplan auch als Entnahmeplan bezeichnet. Bereits ab einem Anlagebetrag von 5.000 Euro erhalten Sie garantierte, monatlich gleichbleibende Auszahlungsbeträge. Die Bausparkasse bietet auch sehr lange Laufzeiten von bis zu 30 Jahren mit durchaus ansehnlichen Zinsen.

  • Mindestanlagebetrag 5.000 Euro, kein Maximalanlagebetrag
  • Laufzeiten von fünf bis 30 Jahren
  • fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
Laufzeit Zinsen pro Jahr
5 Jahre  1,75 Prozent
7 Jahre  2,50 Prozent
10 Jahre  2,75 Prozent
15 Jahre  3,00 Prozent
20 Jahre
 3,10 Prozent
25 Jahre  2,85 Prozent
30 Jahre  2,85 Prozent

Stand: 1. März 2024 Cronbank

Auszahlplan von Alte Leipziger Bauspar

Die Alte Leipziger zahlt auf ihren Auszahlplan über alle Laufzeiten hinweg die gleichen Zinsen. Dabei kann die Laufzeit zwischen fünf und 15 Jahren individuell festgelegt werden. Der Zinssatz liegt derzeit bei jeweils 2,80 Prozent jährlich.

  • Mindestanlagebetrag 12.500 Euro, kein Maximalanlagebetrag
  • Laufzeiten von fünf bis 15 Jahren
  • fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
Laufzeit Zinsen pro Jahr
5 bis 15 Jahre 2,80 Prozent

Stand: 1. März 2024

Auszahlplan der GLS

Unter den bekannten Nachhaltigkeits-Banken bietet die GLS einen Auszahlplan an. Hier können Sie beim Abschluss mitentscheiden, in welchem Bereich die Bank Ihr Geld während der Laufzeit investieren soll. Das Angebot nennt sich Sofortrente. Voraussetzung für die Nutzung aller GLS-Produkte ist die Zahlung des GLS-Beitrags, der üblicherweise fünf Euro im Monat beträgt, aber etwa für jüngere Kundinnen und Kunden ermäßigt ist. 

  • Mindestanlagebetrag 15.000 Euro, kein Maximalanlagebetrag
  • Laufzeiten von vier bis 25 Jahren
  • fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
Laufzeit Zinsen pro Jahr
4 bis 7 Jahre 2,50 Prozent
8 bis 15 Jahre 2,60 Prozent
16 bis 25 Jahre 2,80 Prozent

Stand: 1. März 2024

Biallo Festgeld-Empfehlungen

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 5.000,00€, Anlagedauer: 12 Monate, Bonitätsbewertung: mind. hohe Sicherheit, Staat: alle Länder. Die Sortierung erfolgt nach dem Zinssatz. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar. Weitere Details zu Rankingfaktoren.
ANBIETER
ZINSSATZ
BEWERTUNG
S&P-LÄNDERRATING
PRODUKTDETAILS
1
Bigbank

3,90 %

195,00

4,1 / 5

★★★★★
★★★★★
AA- Estland

hohe Sicherheit

Besonderheiten!
Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
2
Klarna Bank

3,75 %

187,50

4,4 / 5

★★★★★
★★★★★
AAA Schweden

höchste Sicherheit

  • Anlage ohne Limit
Besonderheiten!
Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
3
Stellantis Direktbank

3,70 %

185,00

4,1 / 5

★★★★★
★★★★★
AA Frankreich

hohe Sicherheit

Besonderheiten!
Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
4
Vakifbank International

3,60 %

180,00

4 / 5

★★★★★
★★★★★
AA+ Österreich

hohe Sicherheit

  • Anlage ohne Limit
Besonderheiten!
Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
5
abcbank

3,50 %

175,00

4,4 / 5

★★★★★
★★★★★
AAA Deutschland

höchste Sicherheit

  • Anlage ohne Limit
Besonderheiten!
Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand: 01.03.2024
 

Für wen lohnt sich ein Auszahlplan?

Ein Auszahlplan lässt sich auf verschiedene Arten nutzen:

  1. Rente aufbessern: Sie sind Rentner oder Pensionär. Die monatliche Auszahlung ist dann für Sie wie eine Zusatzrente, mit der Sie Ihre gesetzliche Rente oder Ihre Pension aufbessern. Sie haben mehr Geld zur Verfügung, um sich etwas leisten zu können.

  2. Zusatz-Einkommen: Sie sind noch nicht im Ruhestand und Ihr Verdienst ist nicht allzu hoch? Dann haben Sie mit dem Auszahlplan monatlich mehr Geld zur Verfügung, um für Ihre Lebenshaltungskosten aufzukommen.

  3. Zins-Einnahmen: Sie brauchen die monatliche Auszahlung für den täglichen Bedarf gar nicht? Dann können Sie sich trotzdem die Zinsen sichern und das ausgezahlte Geld einfach wieder neu anlegen. Hier bietet sich zunächst ein Tagesgeldkonto an. Nutzen Sie dafür unseren Tagesgeld-Vergleich.

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Welche Vor- und Nachteile haben Auszahlpläne?

Vorteile

  • Sie bekommen vergleichsweise hohe Zinsen für sichere Geldanlagen.
  • Auszahlpläne schließen Sie einfach online ab. Der Vertragsabschluss ist kostenlos. Es gibt auch keine versteckten Gebühren.
  • Das Geld steht Ihren Hinterbliebenen als Erbe zur Verfügung, sollten Sie während der Auszahlungsphase sterben.

Nachteile

  • Ein bisschen Kapital müssen Sie immer mitbringen: Alle Anbieter verlangen bei Vertragsabschluss eine bestimmte Mindestsumme, die angelegt wird.
  • Während der Laufzeit kommen Sie an das eingezahlte Geld nicht heran, abgesehen natürlich von den monatlichen Auszahlungen. Ihnen entgehen dadurch womöglich höhere Zinsen, wenn es am Kapitalmarkt bessere Angebote gibt. Sie können also nicht nach zum Beispiel zwei oder drei Jahren Ihr Geld zu dann womöglich höheren Zinsen anlegen.
 

Wie kann ich die Höhe der monatlichen Auszahlung bestimmen?

Bei Auszahlplänen hängt die monatliche Auszahlung von drei Faktoren ab:

  • der Höhe Ihrer Einzahlung
  • dem Zinssatz
  • der Laufzeit

Dabei gilt: Je länger die Laufzeit, desto geringer ist der monatliche Auszahlungsbetrag, da ja über einen längeren Zeitraum Ihr Kapital ausgezahlt wird. Je höher die Einzahlung am Anfang, desto höher ist der Auszahlungsbetrag bei gleicher Laufzeit.

Mit unserem Auszahlplan-Rechner können Sie selbst berechnen, wie Sie Ihren Auszahlplan gestalten wollen. Dafür geben Sie zunächst die Höhe Ihres Gesamtkapitals ein, wählen danach den Button "Mit Kapitalverbrauch", klicken bei "jährliche Wertentwicklung" auf "individuell" und geben schließlich den jeweils gültigen Zinssatz an.

 

Wie sicher ist das Geld bei einem Entnahmeplan?

Wer sein Geld in einen Auszahlplan anlegt, muss sich keine Sorgen um sein Erspartes machen. Grundsätzlich gilt die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Zusätzlich ist etwa die Gefa-Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Laut dem Fonds sind hier jeweils bis zu 5.000.000 Euro geschützt.

 

Welche Steuern fallen an?

Die sogenannte Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent, die auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder realisierte Kursgewinne zu zahlen ist, haben wir bei unseren Beispielrechnungen nicht berücksichtigt. Auf Einkünfte bis zum Sparerpauschbetrag (früher: Sparerfreibetrag) von aktuell 1.000 Euro für Singles und 2.000 Euro für Ehepaare sind keine Steuern fällig.

Um vom Sparerpauschbetrag sofort und nicht erst bei der Steuererklärung zu profitieren, können Sie einen Freistellungsauftrag einreichen. Die Zinserträge bei Auszahlungsplänen bleiben dann von Anfang an unbesteuert, sofern diese unter dem Sparerpauschbetrag liegen.

Bei höheren Anlagebeträgen kann es passieren, dass der Pauschbetrag überschritten wird. Beispiel: Sie legen 50.000 Euro für sechs Jahre zu 3,00 Prozent jährlichen Zinsen in einem Auszahlplan an, dann summieren sich die Zinsen im ersten Jahr auf rund 1.352 Euro. Der Sparerpauschbetrag für Singles ist damit überschritten.

 

Wie viel sollte ich in einen Auszahlplan einzahlen?

Entscheiden Sie sich für einen langen Anlagezeitraum von zehn oder gar 30 Jahren, erhalten Sie zwar höhere Zinsen, legen sich damit jedoch sehr lange fest – womöglich zu lange. Schließlich sind Marktzinsen und Inflation über so lange Zeiträume kaum abzusehen. Daher empfehlen wir, einen nicht zu langen Zeitraum zu wählen oder das Geld gestaffelt anzulegen.

Falls Sie einen größeren Betrag wie 50.000 oder 100.000 Euro zur Verfügung haben, können Sie diesen aufteilen und mehrere Auszahlpläne abschließen. Dabei können sie verschiedene Laufzeiten von vier bis sieben Jahren wählen. Ist das Geld ausgezahlt, können Sie anschließend wieder nach einem dann womöglich besseren Angebot Ausschau halten.

Bei solchen größeren Anlagebeträgen können Sie aber auch zweigleisig fahren. Ein Teil wird in den Auszahlplan gesteckt, der andere Teil in Festgeld mit einer Laufzeit von ein, zwei oder drei Jahren. Ist das angelegte Festgeld anschließend wieder verfügbar, kann man es wieder neu anlegen – zu dann bestenfalls höheren Zinsen. In unserem Festgeld-Vergleich erfahren Sie, wo Sie derzeit die besten Zinsen bekommen. 

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Über den Autor Thomas Öchsner
Thomas Öchsner, Jahrgang 1961, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort „Geld“ gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion in München, später neun Jahre Korrespondent für Sozial- und Arbeitsthemen in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in der Münchner Zentrale leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Für die SZ hat er den wöchentlichen Newsletter „SZ Geld“ und das Magazin „GELD“ entwickelt. Seit Juni 2021 arbeitet Öchsner als selbständiger Autor für die SZ, biallo.de und andere Medien. Aktuelles Buch: Ihr Vermögensturbo ab 50, Geldanlage für eine bessere Rente.
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