Auf einen Blick
  • Wer eine größere Summe anlegen will, kann einen Auszahlplan abschließen und sich aus dem angelegten Kapital ein monatliches Zusatzeinkommen auszahlen lassen.

  • Auszahlpläne werden mit bis zu 3,25 Prozent verzinst. Damit liegen die Konditionen auf Augenhöhe mit den Spitzenzinsen aus unserem Festgeld-Vergleich.

  • Wer einen Auszahlplan mit einer Festgeldanlage kombiniert, bleibt trotzdem flexibel und kann weiter von steigenden Zinsen profitieren.
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Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt: Ihr Erbe oder ein Teil davon wird ausgezahlt. Oma oder Opa haben ihre Enkel und damit Ihre Kinder mit einem Batzen Geld bedacht, und Sie müssen das jetzt anlegen. Oder Ihre Lebensversicherung oder eine Abfindung ist fällig geworden.

Auch ohne Lottogewinn und trotz Krieg und Krise kann es passieren, dass auf einmal 20.000, 50.000, 100.000 Euro oder mehr auf Ihrem Girokonto landen. Was aber tun, wenn einem so viel Geld auf einmal in den Schoß fällt? Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie größere Beträge sicher anlegen und mit einem Auszahl- beziehungsweise Entnahmeplan mehr als drei Prozent Zinsen für sich herausholen können.

 

Was ist ein Auszahlplan oder Entnahmeplan?

„Auszahl- oder Entnahmeplan“ hört sich kompliziert an – das ist es aber gar nicht. Solch ein Plan funktioniert ganz einfach: Sie zahlen bei einer Bank oder Bausparkasse eine größere Summe ein. Das Geldinstitut verzinst das eingezahlte Kapital und überweist jeden Monat einen gleichbleibenden Betrag an Sie zurück.

Die Dauer der Auszahlung wird für eine bestimmte Laufzeit festgelegt, bis das Kapital aufgebraucht ist. Zahlen Sie zum Beispiel 25.000 Euro ein und legen das Kapital für zehn Jahre an, haben Sie nach zehn Jahren die 25.000 Euro plus Zinsen Rate für Rate wieder zurückerhalten. Man spricht deshalb auch vom Kapitalverzehr.


 

Diese Anbieter locken mit einem Auszahlplan mit bis zu 3,25 Prozent pro Jahr

Immer mehr Banken bieten in Deutschland einen Auszahlplan an, bei dem Sie einen hohen Betrag einzahlen und sich diesen über mehrere Jahre auszahlen lassen können. Wir stellen Ihnen nachfolgend ausgewählte Anbieter mit besonders interessanten Zinsen vor:

Auszahlplan der Gefa-Bank

Das beste bundesweite Angebot kommt derzeit von der Gefa-Bank, einem deutschen Tochterunternehmen der französischen Großbank Société Générale.

  • Mindestanlagebetrag 10.000 Euro, maximal zehn Millionen Euro
  • Laufzeiten von 4, 5, 6 und 10 Jahre
  • Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
  • Die Zinsen fließen nicht in die monatliche Auszahlung ein, sondern werden am Jahresende oder Laufzeitende auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben.

Laufzeit Zinsen pro Jahr
4 Jahre 2,80 Prozent
5 Jahre 2,80 Prozent
6 Jahre 3,00 Prozent
10 Jahre 3,25 Prozent

Stand: 2. November 2022

Auszahlplan der Bausparkasse Mainz

Bei der Bausparkasse Mainz wird der Auszahlplan auch als Entnahmeplan bezeichnet. Bereits ab einem Anlagebetrag von 5.000 Euro können Sie garantierte, monatlich gleichbleibende Auszahlungsbeträge erhalten. Die Bausparkasse bietet längere Laufzeiten, welche sich allerdings in der Regel aufgrund des Zinses nicht lohnen.

  • Mindestanlagebetrag 5.000 Euro, kein Maximalanlagebetrag
  • Laufzeiten von fünf bis 30 Jahren möglich
  • fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit

Laufzeit Zinsen pro Jahr
5 Jahre  2,00 Prozent
7 Jahre  2,25 Prozent
10 Jahre  2,75 Prozent
15 Jahre  2,80 Prozent
20 Jahre
 3,00 Prozent
25 Jahre  3,10 Prozent
30 Jahre  3,25 Prozent

Stand: 2. November 2022 

 

Für wen lohnt sich ein Auszahlplan?

Ein Auszahlplan lässt sich auf verschiedene Weise nutzen:

  1. Sie sind Rentner oder Pensionär. Die monatliche Auszahlung ist dann für Sie wie eine Zusatzrente, mit der Sie Ihre gesetzliche Rente oder Ihre Pension aufbessern können. Sie haben mehr Geld zur Verfügung, um sich etwas Schönes leisten zu können.

  2. Sie sind noch längst nicht im Ruhestand. Ist Ihr Verdienst in diesem Fall nicht allzu hoch, haben Sie mit der monatlichen Auszahlung mehr Geld zur Verfügung, um für Ihre wegen der Inflation und der höheren Energiepreise gestiegenen Lebenshaltungskosten aufkommen zu können.

  3. Sie brauchen die monatliche Auszahlung für den täglichen Bedarf gar nicht, dann können Sie das Geld einfach wieder neu anlegen. Hier bietet sich zunächst ein Tagesgeldkonto an. Nutzen Sie dafür unseren Tagesgeld-Vergleich.

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Mit Ihren Einlagen ermöglicht die österreichische Kommunalkredit Invest zukunftssichernde Infrastruktur. Das heißt, sie finanziert Vorhaben wie etwa Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Windparks, Solaranlagen et cetera. Ihr Vorteil: Für Erspartes ab 10.000 Euro gibt es attraktive Festgeldzinsen zu unterschiedlichen Laufzeiten – von sechs Monaten bis hin zu fünf Jahren – all das ohne Gebühren oder versteckte Kosten und gutem Gewissen obendrein.  Festgeldzinsen von bis zu 3,25 Prozent sichern!
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Welche Vor- und Nachteile haben Auszahlpläne?

  • Sie bekommen vergleichsweise hohe Zinsen für sichere Geldanlagen.

  • Auszahlpläne sind online ohne größere Komplikationen abzuschließen. Der Vertragsabschluss ist kostenlos. Es gibt auch keine versteckten Gebühren.

  • Das Geld steht Ihren Hinterbliebenen als Erbe zur Verfügung, sollten Sie während der Auszahlungsphase sterben.

  • Ein bisschen Kapital müssen Sie schon mitbringen: Alle Anbieter verlangen bei Vertragsabschluss eine bestimmte Mindestsumme, die angelegt wird.

  • Während der Laufzeit kommen Sie an das eingezahlte Geld nicht heran, abgesehen natürlich von den monatlichen Auszahlungen. Ihnen entgehen dadurch womöglich höhere Zinsen, wenn diese am Kapitalmarkt weiter zulegen sollten. Ihr Geld steckt fest, Sie können deswegen nicht nach zum Beispiel zwei oder drei Jahren Ihr Geld zu dann womöglich höheren Zinsen als die gewährten 2,2 bis 3,25 Prozent anlegen.

 

Wie kann ich die Höhe der monatlichen Auszahlung bestimmen?

Bei Auszahlplänen hängt die monatliche Auszahlung von drei Faktoren ab:

  • der Höhe Ihrer Einzahlung
  • dem Zinssatz
  • der Laufzeit

Dabei gilt: je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Je länger die Laufzeit, desto geringer der monatliche Auszahlungsbetrag, da ja über einen längeren Zeitraum Ihr Kapital ausgezahlt wird. Je höher die Einzahlung am Anfang, desto höher der Auszahlungsbetrag bei gleichbleibender Laufzeit.

Mit unserem Auszahlplan-Rechner können Sie selbst ausrechnen, wie Sie Ihren Auszahlplan gestalten wollen. Dafür geben Sie zunächst die Höhe Ihres Gesamtkapitals ein, wählen danach den Button „mit Kapitalverbrauch“, klicken bei „jährlicher Wertentwicklung“ auf „individuell“ und geben dann den Zinssatz an.

 

Wie sicher ist das Geld bei einem Entnahmeplan?

Wer sein Geld bei der Gefa-Bank anlegt, muss sich keine Sorgen um sein Erspartes machen. Das Geldhaus ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Damit sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bis zu einer von der Bank festgelegten Summe gesichert. Laut dem Fonds sind bei der Gefa-Bank pro Sparer „mindestens 750.000 Euro“ geschützt. Bei der Bausparkasse Mainz gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Sparer. Solche Auszahlpläne sind deshalb auf jeden Fall für sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger geeignet.

Inflationsschutz – Geld gewinnbringend anlegen

Der Geldentwertung entkommt man am besten durch eine gewinnbringende Veranlagung. Wichtig zu wissen: Höhere Renditen gehen dabei mit höherem Risiko eines Kapitalverlusts einher. Eine sinnvolle Strategie zur Risikominimierung ist eine größtmögliche Streuung und Diversifikation in unterschiedliche Investments. Invesdor bietet eine große Bandbreite an Investmentprodukten, wie etwa Festzins-Investments und Beteiligungen. Anleger sind mit Kleinstbeträgen ab 250 Euro dabei – ohne Kosten.  Mehr erfahren und Investments kennenlernen!
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Welche Steuern fallen an und wann muss ich nicht zahlen?

Die sogenannte Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent, die auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder erzielte Kursgewinne zu zahlen ist, haben wir bei unseren Beispielrechnungen bislang nicht berücksichtigt. Liegen diese Einkünfte unterhalb des Sparerpauschbetrags (früher Sparerfreibetrag) von derzeit noch 801 Euro für Singles und 1.602 Euro für Verheiratete, sind keine Steuern fällig.

Um von dem Sparerpauschbetrag sofort und nicht erst bei der Steuererklärung zu profitieren, ist es sinnvoll, einen Freistellungsauftrag einzureichen. Die Zinserträge bei Auszahlungsplänen bleiben dann von Anfang an unbesteuert, sofern diese unter dem Sparerpauschbetrag liegen.

Bei höheren Anlagebeträgen kann es allerdings passieren, dass der Pauschbetrag überschritten wird. Beispiel: Sie legen 50.000 für sechs Jahre zu 3,0 Prozent verzinst in einen Auszahlplan an, dann summieren sich die Zinsen im ersten Jahr auf rund 1.352 Euro. Der Sparerpauschbetrag für Singles ist damit weit überschritten.

 

Warum ist es sinnvoll, nicht die gesamten Ersparnisse in einen Auszahlplan einzuzahlen?

Entscheiden Sie sich für einen langen Anlagezeitraum von zehn oder gar 30 Jahren, erhalten Sie zwar höhere Zinsen, legen sich damit jedoch sehr lange fest – womöglich zu lange. Daher empfehlen wir, einen nicht zu langen Zeitraum zu wählen oder das Geld gestaffelt anzulegen.

 Falls Sie einen größeren Betrag wie 50.000 oder 100.000 Euro zur Verfügung haben, können Sie diesen aufteilen und mehrere Auszahlpläne abschließen. Dabei können sie verschiedene Laufzeiten von vier bis sieben Jahren wählen. Ist das Geld ausgezahlt, können Sie anschließend wieder nach einem dann womöglich besseren Angebot Ausschau halten.

Bei solchen größeren Anlagebeträgen können Sie aber auch zweigleisig fahren. Ein Teil wird in den Auszahlplan gesteckt, der andere Teil in Festgeld mit einer Laufzeit von ein, zwei oder drei Jahren. Ist das angelegte Festgeld anschließend wieder verfügbar, kann man es wieder neu anlegen – zu dann bestenfalls höheren Zinsen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet weiter die Zinsen erhöht und damit auch die Zinsen für Spareinlagen zulegen. In unserem Festgeldvergleich erfahren Sie, wo Sie derzeit die besten Zinsen bekommen. 

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Über den Autor Thomas Öchsner

Thomas Öchsner, 59, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort „Geld“ gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion in München, später neun Jahre Korrespondent für Sozial- und Arbeitsthemen in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in der Münchner Zentrale leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Für die SZ hat er den wöchentlichen Newsletter „SZ Geld“ und das Magazin „GELD“ entwickelt, das zweimal im Jahr der Wochenendausgabe beiliegt. Seit Juni 2021 arbeitet Öchsner als selbständiger Autor für die SZ, biallo.de und andere Medien. 

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