ETF-Sparpläne erreichen ein neues Rekordniveau. Gut 15 Millionen Anleger sparen monatlich – schon ab einem Euro. Das sind die Trends und die beliebtesten Indizes.
ETF-Sparpläne boomen: MSCI World und S&P 500 am beliebtesten
Die Geldanlage mit ETF-Sparplänen wird in Deutschland und Europa immer beliebter. Das zeigt die neue ETF-Sparplan-Studie des Branchen-Portals extraETF. Demnach wurden 2025 in Deutschland und Kontinentaleuropa 15,1 Millionen ETF-Sparpläne monatlich ausgeführt. Das ist ein Plus von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wir erklären, was die Gründe für den Anstieg sind, wie viel Geld Anlegerinnen und Anleger im Schnitt in ETF-Sparpläne stecken – und welche Indizes beliebt sind.
ETF-Sparen wird immer einfacher
Das jährliche Sparvolumen mit ETFs liegt laut der Studie europaweit bei 22,7 Milliarden Euro. Das ist fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Und das trotz gesunkener monatlicher Sparrate: Im Schnitt legen ETF-Sparer jeden Monat 125 Euro an, zuvor waren es noch 135 Euro.
Der Anstieg beim gesamten Sparvolumen geht also auf die größere Zahl an ETF-Sparplänen zurück und hat laut Studie mehrere Gründe. Einer davon sind gesunkene Mindestsparbeträge beim ETF-Sparen. Sie machen das Investieren für Privatanleger einfacher: „Immer mehr Anleger investieren mit kleineren Beträgen“, heißt es in der Studie. Das bestätigen auch Analysen von biallo.de. So zeigt eine aktuelle Biallo-Auswertung zu kostenlosen ETF-Sparplänen: Von 21 Anbietern ermöglichen mittlerweile neun das ETF-Sparen ab einem Euro, bei drei können Anleger ab 10 Euro in die Indexfonds investieren (siehe Tabelle). Bei den übrigen ist das ETF-Sparen ab 20 oder 25 Euro möglich.
ETF-Sparen geht schon ab 1 Euro
Anbieter | Mindestsparrate | ETF-Sparpläne / |
| Comdirect | 1 Euro | 3.000 / 576 |
| Finanzen.net Zero | 1 Euro | 1.899 / 1.899 |
| ING | 1 Euro | 1.209 / 1.209 |
| N26 | 1 Euro | 2.272 / 2.272 |
| Scalable Capital | 1 Euro | 3.043 / 3.043 |
| Smartbroker+ | 1 Euro | 2.493 /2.493 |
| Trade Republic | 1 Euro | 2.972 / 2.972 |
| Traders Place | 1 Euro | 2.123 / 2.123 |
| Trading212 | 1 Euro | 2.967 / 2.967 |
| Consorsbank | 10 Euro | 1.720 / 1.720 |
| Genobroker | 10 Euro | 1.500 / 386 |
| Morgenfund | 10 Euro | 414 / 414 |
ETF-Angebot wird immer größer
Ein weiterer Grund für den Sparplan-Boom: Banken und Broker bieten immer mehr ETF-Sparpläne an. So hätten auch Neobanken wie N26 oder Revolut das ETF-Sparen mittlerweile in ihr Angebot integriert, heißt es in der Studie. Damit erschließen sie neue Kundengruppen – auch solche, die vorher wenig mit der Geldanlage an der Börse am Hut hatten: „ETF-Sparpläne haben sich zum wichtigsten Einstiegskanal für neue Anleger entwickelt“, so die Autoren der Studie.
Aber auch etablierte Anbieter haben ihr Sparplan-Angebot ausgebaut. Das zeigt die Biallo-Auswertung: Demnach bieten die darin untersuchten Banken und Broker im Schnitt gut 1.320 kostenlose ETF-Sparpläne an. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 830. Bei Anbietern wie Scalable, Trade Republic oder Trading212 können Anlegerinnen und Anleger derzeit sogar aus rund 3.000 ETF-Sparplänen wählen (siehe Tabelle oben).
ETF-Indizes: MSCI World vor S&P 500
Der beliebteste Index beim ETF-Sparen ist nach Angaben der Studie – wenig überraschend – der MSCI MSCI World. Dahinter folgt der marktbreite US-Index S&P 500. Aber auch die Indizes auf den MSCI All Country World (ACWI) und den MSCI Emerging Markets liegen in der Beliebtheitsskala ganz oben. Daneben investieren viele Anlegerinnen und Anleger in den US-Index Nasdaq 100 oder den Europa-Index Stoxx Europe 600. Die Tabelle zeigt die laut extraETF-Studie gefragtesten Indizes beim ETF-Sparen.
Das sind die beliebtesten Indizes für ETF-Sparpläne
Rang | Index |
1 | MSCI World |
2 | S&P 500 |
3 | MSCI Emerging Markets IMI |
4 | MSCI ACWI |
5 | STOXX Europe 600 |
6 | S&P 500 Information Technology |
7 | Geldmarkt (diverse) |
8 | Gold (diverse) |
9 | Nasdaq 100 |
10 | Nasdaq Global AI and Big Data |
Die Studie
Die extraETF-Studie "Der ETF-Sparplan-Markt in Kontinentaleuropa" umfasst den Markt in Kontinentaleuropa. Broker und Direktbanken melden extraETF dabei ihre Kennzahlen zum ETF-Sparplangeschäft. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Einbezogen werden aber auch die Länder Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen. Um das ETF-Sparplanvolumen zu schätzen, werden auch Börsenumsätze an den Handelsplätzen LS Exchange und Gettex analysiert.

