Konflikt

Angriff auf Iran: So reagieren die Anleger, so geht es weiter

Redaktion
Redakteur
Veröffentlicht am: 02.03.2026

Die Angriffe der USA und Israels auf Iran und dessen Gegenschläge haben auch die deutschen Börsen belastet. Hauptgrund sind Befürchtungen, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus länger beeinträchtigt wird. Durch diese gehen etwa 20 Prozent der globalen Öltransporte. Für den Transport von Flüssigerdgas ist die Bedeutung ähnlich hoch.  

Aktienbörsen erholen sich vom ersten Schock 

Nachdem die Anleger zu Handelsbeginn noch in Scharen verkauft hatten, beruhigte sich die Stimmung. Von einem Minus von rund 2,5 Prozent am Morgen blieb beim Deutschen Aktienindex (Dax) bis gegen Mittag noch ein Abschlag von etwa 1,5 Prozent. Ähnlich sah es beim weiter gefassten MDax aus. Beim Blick auf die einzelnen Branchen zeigten sich allerdings erhebliche Unterschiede: Reise- und Touristik-Titel sowie Unternehmen aus der energieintensiven Chemiebranche büßten deutlich ein. Dagegen legten die Kurse von Rüstungsunternehmen zu. International profitierten zudem die Aktien von Öl- und Gasunternehmen.

Auf und Ab beim Ölpreis 

Autofahrer hatten es schon an den Tankstellen gesehen: Der Ölpreis kletterte infolge der Angriffe auf Iran steil nach oben. Aber auch hier beruhigten sich die Märkte fürs Erste. Nachdem der Preis für Nordsee-Brent-Öl zeitweise auf den höchsten Stand seit Juli 2024 gestiegen war, gingen die Preise wieder leicht zurück. Am Nachmittag kostete das Barrel (159 Liter) etwas mehr als 79 US-Dollar, rund acht Prozent mehr als am Vortag. Im zehnjährigen Vergleich ist dies ein mittleres Niveau. Allerdings dürfte hier viel von der weiteren Entwicklung des Konflikts abhängen. Sollte die Störung an der Straße von Hormus andauern, könnte der Preis nach Expertenmeinung bis auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen. 

Gold stiegt, Anleihen unbeeindruckt 

Wie meist in Zeiten von Unsicherheit war Gold gefragt. Der ohnehin hohe Goldpreis legte am Montagvormittag um über zwei Prozent zu, auf zeitweise über 5.390 US-Dollar. Ein anderer „sicherer Hafen“, deutsche Staatsanleihen, profitierten nicht von der Stimmung. Hier gingen die Kurse nach Gewinnen am vergangenen Freitag sogar zurück. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,65 Prozent. Der Bitcoin-Kurs veränderte sich kaum. 

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 02.03.2026

Wie geht es weiter? 

Wie stark die neue Eskalation im Nahen Osten die Märkte in den nächsten Tagen und Wochen beeinflussen wird, hängt von der Entwicklung des Konflikts ab. Dass sich die Märkte nach den ersten Schocks rasch beruhigt hatten, dürfte darin liegen, dass viele Anleger mit einem Angriff auf Iran gerechnet haben. Allerdings könnte es mit der relativen Gelassenheit rasch vorbei sein, falls sich der Konflikt ausweitet oder in die Länge zieht. Denn ein anhaltend hoher Ölpreis verteuert nicht nur Benzin und andere Energieträger, sondern erhöht auch die Inflation und schwächt das Wirtschaftswachstum. 

Dennoch sollten Sie Ruhe bewahren und nicht übereilt handeln. Verkaufen, wenn alle dies tun, ist selten eine gute Idee. Besser ist es, die Lage aufmerksam zu verfolgen. Sollte sich tatsächlich eine längere deutliche Störung der Ölversorgung abzeichnen, könnten Sie Ihr Portfolio überprüfen. Historische Daten zeigen aber, dass sich die Märkte in der Regel rasch von Kriegen und Krisen erholen. 

Aktien und ETFs: Sollte der Konflikt andauern und die Ölpreise längerfristig nach oben treiben, könnte dies auch die Aktienmärkte zumindest zeitweilig nach unten ziehen. Wer langfristig in Aktien investiert hat, etwa über einen weltweiten ETF, muss dennoch erst einmal nichts tun. Für unsichere Anleger kann eine Umschichtung in sichere Anlagen wie Festgeld, Tagesgeld oder Anleihen sinnvoll sein – allerdings nur mit einem Teil des Anlagebetrags. 

Festgeld und Tagesgeld: Auf die Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld dürfte der Konflikt kurzfristig keine Auswirkungen haben. Sollte es allerdings zu einem dauerhaften Anstieg des Ölpreises kommen, könnte das die weltweite Inflation nach oben treiben. In der Folge könnten die Notenbanken reagieren und ihre Zinsen erhöhen. Dies wird aber - wenn überhaupt - nicht in den kommenden Monaten passieren. Insofern können Zinssparer vorerst gelassen bleiben. 

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