Auf einen Blick
  • Weltweit werden immer mehr Unternehmen von Hackern attackiert. Im Schnitt beläuft sich der wirtschaftliche Schaden pro Unternehmen auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

  • Angesichts der stark steigenden Zahlen – sowohl was Häufigkeit als auch Kosten angeht – sehen sich die Unternehmen gezwungen, verstärkt in Datensicherheit zu investieren.

  • Mit entsprechenden Aktien und ETFs können Anleger an der Entwicklung teilhaben.

Wie sicher ist Ihr Zuhause vor Cyberangriffen? Mitte Februar arbeitete gut jeder dritte Arbeitnehmer überwiegend oder ausschließlich im Homeoffice. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums. Und genau auf dieses neue Klientel haben es viele Cyberkriminelle abgesehen. Die Verunsicherung ist ohnehin im Moment hoch, das machen sich die Betrüger zunutze.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Beispiel warnt vor Kriminellen, die sich als WHO ausgeben: "Hacker und Cyberbetrüger nutzen die Pandemie aus, indem sie betrügerische E-Mails und WhatsApp-Nachrichten versenden, die Sie dazu verleiten sollen, auf bösartige Links zu klicken oder schadhafte Anhänge zu öffnen."

Corona-Krise sorgt für Nachfrageschub im Cybersecurity-Sektor

Abgesehen davon, dass Sie auf solche Links nicht klicken sollten, gibt es immer auch Unternehmen, die von den Cyberabgriffen profitieren beziehungsweise deren Kerngeschäft es ist, sie zu verhindern: Anbieter von Cybersecurity-Lösungen. Nicht erst seit dem verstärkten Trend zum Homeoffice gehört Cybersecurity, also die digitale Sicherheit, zu den am schnellsten wachsenden Märkten weltweit und ist aktuell einer der wichtigsten Megatrends.

Die Abwehr von Angriffen aus dem Cyberspace wird für Unternehmen genauso wie für Behörden und Staaten immer wichtiger. Sie alle befürchten immer mehr Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Kernkraftwerke oder Elektrizitätsnetze. Bei Unternehmen stehen hochsensible Kundendaten, Unternehmensgeheimnisse und Prozesse auf dem Spiel. Und ein Angriff kann dabei sehr kostspielig werden.

Die Corona-Krise beschleunigt den Bedarf an intelligenten Cybersecurity-Lösungen, wie die Studie "2020 Cyber Threatscape Report" der Beratungsgesellschaft Accenture zeigt. Die neue Devise von Unternehmen sollte heißen: "Think 'anytime, anywhere' " – das heißt, die Sicherheit der IT muss im Homeoffice, im Büro oder auch beim Arbeiten aus einem Café oder Co-Working Space gewährleistet sein.

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Hackerangriffe nehmen jährlich zu

Wurden in den USA im Jahr 2005 laut Statista noch 157 Millionen Datenlecks und knapp 67 Millionen geklaute Datensätze registriert, waren es im Jahr 2019 bereits knapp 1,5 Milliarden Datenlecks und rund 165 Millionen geklaute Datensätze. 

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass chinesische Hacker eine Sicherheitslücke im Microsoft-E-Mail-Dienst Exchange ausgenutzt und die Computer von mindestens 30.000 US-Organisationen mit Schadsoftware infiziert haben sollen. Auch die Europäische Bankenaufsicht (EBA) und Zehntausende deutsche Server sollen betroffen sein, heißt es.

Im September 2020 meldete das Bundeskriminalamt für 2019 mehr als 100.000 Fälle von Cyberkriminalität. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Zum einen gibt es fast täglich mehr Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Für Privatpersonen ist dies in erster Linie das Smartphone, aber auch eine Smartwatch, der Laptop und weitere digitale Endgeräte. Zum anderen sind auf Seiten der Industrie immer mehr Maschinen mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden, das heißt, die Einfallstore werden größer. Das Stichwort lautet hier "IoT", das Internet der Dinge (Internet of Things), also die zunehmende Vernetzung von physischen und virtuellen Gegenständen.

Unternehmen lagern zwangsweise immer mehr Daten in die Cloud aus und hängen mehr denn je von dem zuverlässigen Betrieb der IT-Systeme ab. Intelligente Maschinen überwachen die Wartung selbstständig, liefern Service-Updates, überwachen den aktuellen Status und vieles mehr.

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Das renommierte Wirtschaftsmagazin Capital hat 2020 erneut die Top-Vermögensverwalter Deutschlands gekürt. Untersucht wurden über 16.000 Depots von rund 90 Vermögensverwaltern. Exklusiv bei V-Check managen die Sternesieger Depots bereits ab einer Anlage von 25.000 Euro. Investieren Sie jetzt in die Top-Vermögensverwalter!

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Hohe Lösegeldforderungen bei Cyberangriffen

Oftmals stehen die Maschinen still, wenn ein Hacker es bis ins Unternehmensnetzwerk geschafft hat. Diese verlangen dann nicht selten Millionensummen, um die Geräte wieder freizugeben. Das ist für viele Mittelständler schwer zu verkraften, aber dennoch oftmals der einzige Ausweg. Sonst stehen die Maschinen womöglich tage- oder wochenlang still, bis alles wieder intern behoben ist.

Aus diesem Grund sind Unternehmen oftmals bereit, das Lösegeld zu zahlen. Und diese Lösegelder steigen derzeit stark an: "Die durchschnittliche Lösegeldzahlung (178.254 US-Dollar) ist zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2020 um 60 Prozent gestiegen", heißt es im "2020 Cyber Threatscape Report" von Accenture.

Schlimmer noch als ein Angriff auf Unternehmensdaten und Maschinen wäre jedoch ein Angriff auf autonom fahrende Fahrzeuge und Flugzeuge. Hier könnte im Zweifel kein Pilot mehr eingreifen, es stehen Menschenleben auf dem Spiel. Daher wird Cybersecurity dort wichtiger als jemals zuvor.

Der Fall "WannaCry"

Wie Unternehmen betroffen sein können, zeigte vor einigen Jahren das weltweit grassierende Computervirus "WannaCry" – auch bei der Deutschen Bahn. Reisende konnten auf der Anzeigetafel nur die Aufforderung des Virus sehen, das Lösegeld zu zahlen, damit die Systeme wieder funktionieren. Das Zahlungsmittel der Wahl? Bitcoin.

TSMC, einer der weltgrößten Chiphersteller und Vertragspartner von Apple, meldete einen Umsatzeinbruch in Höhe von 170 Millionen US-Dollar und nennenswerte Lieferverzögerungen, nachdem "WannaCry" das Firmennetzwerk infiltriert hatte. Mitarbeiter hatten die Datensicherheit im Intranet vernachlässigt, sodass sich die Schadsoftware im Intranet verbreiten konnte und letztlich die Produktion von Apples beliebten iPhones und iPads stark behinderte. In der Folge mussten auch andere Apple-Zulieferer ihre Umsatz- und Gewinnplanungen für das Geschäftsjahr 2018 deutlich nach unten korrigieren, obwohl weder Apple noch sie selbst von dem Angriff direkt betroffen waren.

Unternehmen geben immer mehr für Cybersecurity aus

Eine weitere Accenture-Studie vom vergangenen Jahr zeigt, wie wichtig das Thema Cybersecurity derzeit ist und wie sich der Trend entwickelt. Demnach steigen die Kosten für Cybersicherheit deutlich an. Weltweit hat gut jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) in den vergangenen zwei Jahren seine Ausgaben in diesem Bereich erhöht, bei knapp jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) stiegen die Ausgaben um mehr als ein Viertel.

74 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass immer mehr Investitionen untragbar werden. "Topmanager und Vorstände müssen jetzt mehr denn je dafür sorgen, dass ihre Investitionen den jetzigen, aber auch den zukünftigen Schutz ihres Unternehmens gewährleisten", schlussfolgern die Studienautoren. Das könnte die Nachfrage nach effizienten Cybersecurity-Lösungen weiter steigen lassen. Schließlich liegen die Kosten bei einem Hackerangriff meist deutlich höher. Laut Accenture kamen betroffene Unternehmen im Jahr 2018 im Schnitt auf Folgekosten von 13 Millionen US-Dollar nach 11,7 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor.

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Die Kosten für Unternehmen kommen allerdings nicht nur von der Arbeitsleistung, um alle Systeme wiederherzustellen, oder von möglichen Lösegeld-Forderungen. Neue Datenschutzrichtlinien wie die DSGVO in Europa oder das amerikanische Pendant in Kalifornien CCPA zielen darauf ab, Organisationen und ihre Führungskräfte stärker für den Schutz von Informationen und Daten verantwortlich zu machen. Schließlich registrieren sich Verbraucher immer häufiger im Internet und hinterlegen persönliche Daten wie Ausweiskopie, Kreditkarten und Adressen. Ein Leck in der Datensicherheit kann für die betreffenden Unternehmen empfindliche Strafen nach sich ziehen. 

Wie groß das Potenzial von Datenverlust ist, zeigt ein spektakulärer Fall von Yahoo Verizon Communications, die Muttergesellschaft von Yahoo, hatte 2017 zugegeben, dass im Jahr 2013 alle gut drei Milliarden Yahoo-Benutzerkonten gehackt wurden. Die Hacker erfuhren Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern und Passwörter der Benutzer. Grund dafür: nicht ausreichend starke IT-Security bei Yahoo. 2018 wurde das Nachfolgeunternehmen Altaba dann von der US-Börsenaufsicht SEC zu einer Geldstrafe von 35 Millionen US-Dollar verdonnert.

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Ausgewählte Cybersecurity-Aktien 

Eines der ältesten Cybersecurity-Unternehmen ist Qualys, mit Sitz im kalifornischen Foster City. Gegründet 1999 liefert Qualys heute intelligente Lösungen für die Sicherheit von Cloud-Anwendungen sowie weitere Services, um die Sicherheit der Unternehmensdaten zu gewährleisten. Qualys ist an der Börse aktuell mit knapp vier Milliarden US-Dollar bewertet. In Euro gerechnet hat die Aktie in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Ein weiterer Big Player im Bereich Cybersecurity ist Palo Alto Networks. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Santa Clara bietet intelligente Firewalls und sichere Cloud-Lösungen. Der US-Konzern arbeitet für über 60.000 Unternehmen in mehr als 150 Ländern. Zu den Kunden gehören auch 85 Unternehmen aus der Liste der "Fortune 100", also der 100 umsatzstärksten US-Unternehmen. Palo Alto Networks bringt an der Börse derzeit gut 32 Milliarden US-Dollar auf die Waage. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Wert in etwa verdoppelt.

Auch das US-Unternehmen CrowdStrike mit Sitz im kalifornischen Sunnyvale bietet Lösungen und Beratungsleistungen für den Bereich Cybersecurity an. CrowdStrike war bei der Aufklärung zahlreicher weltweit bekannter Hackerangriffe involviert: Dazu gehört der Hackerangriff auf Sony im Jahr 2014 sowie der Angriff bei den US Wahlen 2016 auf das Democratic National Committee und die E-Mails von Hillary Clinton. CrowdStrike ist an der Börse aktuell mit knapp 40 Milliarden US-Dollar bewertet. Zum Börsengang im Juni lag der Ausgabepreis bei 34 US-Dollar. Seither hat sich der Aktienkurs in etwa verfünffacht.

Das Unternehmen Fortinet, ebenfalls aus Sunnyvale, bietet Lösungen für Firewalls und Anti-Virus Programme, setzt also hauptsächlich auf die Prävention von Cyberangriffen. Das Unternehmen beschäftigt über 6 000 Mitarbeiter und kommt auf eine Marktkapitalisierung von gut 27 Miliarden US-Dollar. Der Wert hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast versechsfacht.

ETFs mit Schwerpunkt Cybersecurity

Wem ein Investment in Einzelaktien zu risikoreich ist, für den bieten sich Fonds an, die das Risiko breit auf mehrere Aktien streuen. Im Bereich Indexfonds gibt es beispielsweise den L&G Cyber Security UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von mittlerweile gut zwei Milliarden Euro und einer Kostenquote von 0,75 Prozent. Unter den größten Positionen finden sich auch die oben genannten Aktien Qualys und CrowdStrike. In Euro gerechnet hat der ETF in den vergangenen fünf Jahren rund 150 Prozent zugelegt. 

Relativ neu auf dem Markt (Auflagedatum: Februrar 2020) ist der Rize Cybersecurity and Data Privacy UCITSETF mit einem Fondsvolumen von aktuell knapp 75 Millionen Euro und laufenden Kosten von 0,45 Prozent pro Jahr. Die Zwölf-Monats-Performance liegt bei gut 40 Prozent. 

Ebenfalls relativ jung ist der iShares Digital Security UCITS ETF mit Auflagedatum im Herbst 2018. Das Fondsvolumen liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro und die laufenden Kosten betragen 0,40 Prozent pro Jahr. Die Zwölf-Monats-Performance kommt auf rund 30 Prozent.

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  Tim Stockschläger

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