Wertpapieranlage

Megatrend Cybersecurity verspricht großes Wachstumspotenzial

20.05.2020
Auf einen Blick
  • Weltweit werden immer mehr Unternehmen von Hackern attackiert. Im Schnitt beläuft sich der wirtschaftliche Schaden pro Unternehmen auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

  • Angesichts der stark steigenden Zahlen – sowohl was Häufigkeit als auch Kosten angeht – sehen sich die Unternehmen gezwungen, verstärkt in Datensicherheit zu investieren.

  • Mit entsprechenden Fonds und Aktien können Anleger an der Entwicklung teilhaben.
Wenn Hacker ihr Unwesen treiben, kann das für die betreffenden Unternehmen sehr teuer werden.
Gorodenkoff / Shutterstockc.om

Der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck hatte 2004 in einer Rede gesagt: "Unsere Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.” Heute müsste es wohl treffender heißen: Unsere Sicherheit wird vermehrt auch im Internet verteidigt. Aus diesem Grund gehört Cybersecurity, also die digitale Sicherheit, zu den am schnellsten wachsenden Märkten weltweit und ist aktuell einer der wichtigsten Megatrends.

Die Abwehr von Angriffen aus dem Cyberspace wird für Unternehmen genauso wie für Behörden und Staaten immer wichtiger. Sie alle befürchten immer mehr Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Kernkraftwerke oder Elektrizitätsnetze. Bei Unternehmen stehen hochsensible Kundendaten, Unternehmensgeheimnisse und Prozesse auf dem Spiel. Und ein Angriff kann dabei sehr kostspielig werden.

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Hackerangriffe nehmen jährlich zu

Wurden in den USA im Jahr 2005 noch 157 Millionen Hackerangriffe gezählt, waren es 2017 bereits schon mehr als 1,5 Milliarden Angriffe auf IT-Systeme. Tendenz steigend. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen auf der Hand.

Zum einen gibt es fast täglich mehr Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Für Privatpersonen ist dies in erster Linie das Smartphone, aber auch eine Smartwatch, der Laptop und weitere digitale Endgeräte. Zum anderen sind auf Seiten der Industrie immer mehr Maschinen mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden, das heißt, die Einfallstore werden größer. Das Stichwort lautet hier "IoT", das Internet der Dinge (Internet of Things), also die zunehmende Vernetzung von physischen und virtuellen Gegenständen.

Unternehmen lagern zwangsweise immer mehr Daten in die Cloud aus und hängen mehr denn je von dem zuverlässigen Betrieb der IT-Systeme ab. Intelligente Maschinen überwachen die Wartung selbstständig, liefern Service-Updates, überwachen den aktuellen Status und vieles mehr.

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Oftmals stehen die Maschinen still, wenn ein Hacker es bis ins Unternehmensnetzwerk geschafft hat. Diese verlangen dann nicht selten Millionensummen, um die Geräte wieder freizugeben. Das ist für viele Mittelständler schwer zu verkraften, aber dennoch oftmals der einzige Ausweg. Sonst stehen die Maschinen womöglich tage- oder wochenlang still, bis alles wieder intern behoben ist. Aus diesem Grund sind Unternehmen oftmals bereit, das Lösegeld zu zahlen.

Schlimmer noch als ein Angriff auf Unternehmensdaten und Maschinen wäre jedoch ein Angriff auf autonom fahrende Fahrzeuge und Flugzeuge. Hier könnte im Zweifel kein Pilot mehr eingreifen, es stehen Menschenleben auf dem Spiel. Daher wird Cybersecurity dort wichtiger als jemals zuvor.

Der Fall "WannaCry"

Wie Unternehmen betroffen sein können, zeigte vor einigen Jahren das weltweit grassierende Computervirus "WannaCry" – auch bei der Deutschen Bahn. Reisende konnten auf der Anzeigetafel nur die Aufforderung des Virus sehen, das Lösegeld zu zahlen, damit die Systeme wieder funktionieren. Das Zahlungsmittel der Wahl? Bitcoin.

TSMC, einer der weltgrößten Chiphersteller und Vertragspartner von Apple, meldete einen Umsatzeinbruch in Höhe von 170 Millionen US-Dollar und nennenswerte Lieferverzögerungen, nachdem "WannaCry" das Firmennetzwerk infiltriert hatte. Mitarbeiter hatten die Datensicherheit im Intranet vernachlässigt, sodass sich die Schadsoftware im Intranet verbreiten konnte und letztlich die Produktion von Apples beliebten iPhones und iPads stark behinderte. In der Folge mussten auch andere Apple-Zulieferer ihre Umsatz- und Gewinnplanungen für das Geschäftsjahr 2018 deutlich nach unten korrigieren, obwohl weder Apple noch sie selbst von dem Angriff direkt betroffen waren.

Aber nicht nur Unternehmen sind ein beliebtes Ziel von Angriffen. Im Jahr 2020 wird es weltweit mehr als 70 Wahlen geben, die am meisten beachtete Wahl ist freilich die US-Präsidentschaftswahl. Viele Wahlen setzen zumindest in irgendeiner Form auf eine elektronische Unterstützung bei der Auszählung oder Übermittlung der Daten. Diese Schnittstelle wäre anfällig für Angriffe aus dem In- und Ausland. Hier dürften Regierungen entsprechend versuchen, aufwendige Cybersecurity-Lösungen umzusetzen.

Wirtschaftliche Folgekosten auf Rekordhoch

Eine Studie der Beratungsgesellschaft Accenture vom vergangenen Jahr zeigt, wie wichtig das Thema Cybersecurity derzeit ist und wie sich der Trend entwickelt. Accenture hat die Studie nun bereits das 9. Mal in Folge veröffentlicht. Neben der zweistellig wachsenden Zahl von Cyberangriffen stiegen die wirtschaftlichen Folgekosten für betroffene Unternehmen ebenfalls deutlich ؘ– und zwar von durchschnittlich 11,7 Millionen US-Dollar im Jahr 2017 auf einen neuen Höchststand von 13 Millionen US-Dollar im Jahr 2018.

Demnach sind insbesondere folgende Länder von Hackerangriffen betroffen: USA ( 29%), Japan ( 30%), Deutschland ( 18%), Großbritannien ( 31%) und Frankreich ( 23%). Was die Branchen angeht, stehen Banken, Versicherungen und der Automotive-Bereich ganz oben auf der Liste der Hacker. Was alle Branchen vereint: Die Kosten der Cyberangriffe haben im Vergleich zum Vorjahr bis auf eine Ausnahme (Healthcare) deutlich zugenommen. Dies zeigt, wie viel Interesse Unternehmen an guten Cybersecurity-Lösungen haben und wieso der Markt für Investoren so interessant ist.

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Die Kosten für Unternehmen kommen allerdings nicht nur von der Arbeitsleistung, um alle Systeme wiederherzustellen, oder von möglichen Lösegeld-Forderungen. Neue Datenschutzrichtlinien wie die DSGVO in Europa oder das amerikanische Pendant in Kalifornien CCPA zielen darauf ab, Organisationen und ihre Führungskräfte stärker für den Schutz von Informationen und Daten verantwortlich zu machen.

Schließlich registrieren sich Verbraucher immer häufiger im Internet und hinterlegen persönliche Daten wie Ausweiskopie, Kreditkarten und Adressen. Ein Leck in der Datensicherheit kann für die betreffenden Unternehmen empfindliche Strafen nach sich ziehen. Wie groß das Potenzial von Datenverlust ist, zeigt ein spektakulärer Fall von Yahoo.

Verizon Communications, die Muttergesellschaft von Yahoo, hatte 2017 zugegeben, dass im Jahr 2013 alle gut drei Milliarden Yahoo-Benutzerkonten gehackt wurden. Die Hacker erfuhren Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern und Passwörter der Benutzer. Grund dafür: nicht ausreichend starke IT-Security bei Yahoo. 2018 wurde das Nachfolgeunternehmen Altaba dann von der US-Börsenaufsicht SEC zu einer Geldstrafe von 35 Millionen US-Dollar verdonnert.

Aktien und Fonds mit Schwerpunkt Cybersecurity

Eines der ältesten Cybersecurity-Unternehmen ist Qualys. Gegründet 1999 liefert Qualys heute intelligente Lösungen für die Sicherheit von Cloud-Anwendungen sowie weitere Services, um die Sicherheit der Unternehmensdaten zu gewährleisten. Qualys ist an der Börse mittlerweile mit gut vier Milliarden US-Dollar bewertet. In Euro gerechnet hat sich die Aktie in den vergangenen vier Jahren mehr als verfünffacht.

Ein weiterer Big Player im Bereich Cybersecurity ist Palo Alto Networks. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Santa Clara bietet intelligente Firewalls und sichere Cloud-Lösungen. Der US-Konzern arbeitet für über 60.000 Unternehmen in mehr als 150 Ländern. Zu den Kunden gehören auch 85 Unternehmen aus der Liste der "Fortune 100", also der 100 umsatzstärksten US-Unternehmen. Palo Alto Networks bringt gut 22 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Seit Anfang 2014 hat sich die Aktie in Euro gerechnet mehr als vervierfacht.

Wem ein Investment in Einzelaktien zu risikoreich ist, für den bieten sich Fonds an, die das Risiko breit auf mehrere Aktien streuen. Im Bereich Indexfonds gibt es beispielsweise den L&G Cyber Security UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von gut 1,2 Milliarden Euro und einer Kostenquote von 0,75 Prozent. Unter den größten Positionen finden sich auch die oben genannten Aktien Qualys und Palo Alto Networks. Seit Jahresanfang liegt der Fonds in Euro gerechnet gut drei Prozent im Plus, die Drei-Jahres-Performance beträgt rund 50 Prozent.

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  Tim Stockschläger


 
 
 
 
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