Auf einen Blick
  • Die US-Behörden haben die Silicon Valley Bank geschlossen.

  • Was sind die Gründe für das Scheitern der amerikanischen Bank und droht eine neue Finanzkrise?

  • In unserem Artikel stellen wir Ihnen alle wesentlichen Informationen zur Pleite der Silicon Valley Bank vor.
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Am 10. März 2023 haben die US-Behörden die Silicon Valley Bank geschlossen. Grund: Die auf Start-up-Finanzierungen spezialisierte US-Bank ist durch Wertpapier-Notverkäufe in Schieflage geraten. Auch von der Bafin wurde die deutsche Niederlassung der Silicon Valley Bank geschlossen. Doch was sind die Gründe des Kollaps und inwiefern bestehen Auswirkungen auf deutsche Kreditinstitute? Wir stellen Ihnen alle wesentlichen Aspekte vor.

 

Die Silicon Valley Bank im Profil

Im Jahr 1983 wurde die Silicon Valley Bank als Tochterunternehmen der SVB Financial Group gegründet. Wie der Name bereits impliziert, befand sich der Hauptsitz in Santa Clara, dem Zentrum des Silicon Valleys. Daher spezialisierte sich die Silicon Valley Bank sehr stark auf Start-ups und Fintech-Unternehmen und belegte laut Federal Reserve Ende 2022 den 16. Platz der größten US-Banken.

Knapp die Hälfte aller amerikanischen Start-ups pflegten eine Geschäftsverbindung zur Silicon Valley Bank. Zu den Partnern zählten außerdem einige europäische und deutsche Start-ups. In Deutschland bestand seit 2018 auch eine Niederlassung der Silicon Valley Bank, die aber ausschließlich Kredite vergeben durfte und daher vor allem junge Unternehmen bediente.

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Was hat zum Kollaps der Silicon Valley Bank geführt?

Die Silicon Valley Bank verwaltete in den vergangenen Jahren deutlich mehr Einlagen als Kredite ihrer Kunden. Somit standen Ende 2022 den Kundeneinlagen in Höhe von rund 172,1 Milliarden US-Dollar nur Kredite mit einem Gesamtvolumen von 74,3 Mrd. US-Dollar gegenüber. Da Banken aber mit Kundengeldern arbeiten und der Kreditbedarf nicht ausreichte, um eine Vielzahl der Einlagen zu verwerten, kaufte die Silicon Valley Bank immer wieder langfristige amerikanische Staats- und Hyptohekenanleihen; teilweise auch zu ungünstigen Kursen. Als das Zinsniveau zwecks des Inflationsausgleichs jedoch angepasst wurde und somit die Zinsen wieder stiegen, hatte dies fatale Auswirkungen:

  • die gekauften Anleihen verloren durch den Zinsanstieg an Wert, da die Kurse der Altbestände in den Keller rauschten.
  • die Kunden der Silicon Valley Bank gerieten in Kapitalnot, da Finanzierungen teurer wurden und Investoren bei einem Zinsanstieg grundsätzlich die Gelder wieder aus Risikoinvestitionen, wie beispielsweise im Technologiesektor üblich, herausziehen.

Diese ungünstige Kombination sorgte schließlich dafür, dass die Kunden der Silicon Valley Bank auf ihre Einlagen zugreifen mussten. Da einige Kundengelder jedoch in den benannten Anleihen gebunden waren, mussten diese mit einem Verlust von knapp 1,8 Milliarden US-Dollar verkauft werden. Daraufhin kam der Stein ins Rollen: Nach dem Verlust meldete die Silicon Valley Bank einen Kapitalbedarf an, da das Eigenkapital wieder erhöht werden musste. Das Resultat war ein typischer Bankenrun und der Eingriff der Aufsichtsbehörden.

 

Steht nun eine neue Finanzkrise bevor?

Zwar ist das Scheitern der Silicon Valley Bank die größte Pleite einer Bank seit der großen Finanzkrise 2008, dennoch sehen Experten keine neue bevorstehende Krise im Finanzsektor. Wie bereits erwähnt, sind nur sehr wenige Kreditinstitute wie die Silicon Valley Bank so homogen in nur einem Kundensektor aufgestellt, sondern eher diversifiziert. Trotzdem kann die Problematik von Anleihen, in die Banken investiert haben und die momentan im Wert gesunken sind, auch bei einem Liquiditätsbedarf der Kundschaft ähnliche Folgen haben. Zu beachten ist jedoch, dass die meisten Institute besser reguliert und deutlich größer sind.

 

Herrscht bei deutschen Banken ein ähnliches Risiko?

Die Geschehnisse in den USA wirken sich durch die Unsicherheit der einzelnen Marktteilnehmer auch auf Deutschland aus, sodass der deutsche Leitindex Dax vorübergehend unter 15.000 Punkte fiel. Experten sehen jedoch kein erhöhtes Risiko für die deutsche Finanzwirtschaft, da die deutschen Banken robuster seien und über hohe Einlagen von Privatkunden verfügen. Im Gegensatz dazu war das Kundenklientel der Silicon Valley Bank sehr speziell. Bei solchen Kundenkreisen ist es wahrscheinlicher, dass höhere Summen auf einen Schlag abgezogen werden. Daher ist der Kollaps eher auf fehlende Liquidität in einer Branche zurückzuführen und vorerst nicht global zu bewerten.

Positiv für die deutschen Finanzinstitute ist, dass eine höhere Regulierung besteht. So wird beispielsweise durch die Liquidity Coverage Ratio (Liquiditätsdeckungsquote) gewährleistet, dass Institute einen ausreichenden Liquiditätspuffer vorhalten und somit im Notfallszenario 30 Tage lang überleben können, was in regelmäßigen Banken-Stresstests geprüft wird. Da die Silicon Valley Bank aber nicht dem strengen Aufsichtsrecht wie die größeren US-Banken unterlag, gab es keine derart vorgeschriebenen Liquiditätskennzahlen.

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Das sind die Auswirkungen für deutsche Sparer

Ähnlich wie das Risiko für deutsche Banken, sind auch die Auswirkungen für deutsche Sparerinnen und Sparer zu bewerten. Zum einen war die deutsche Niederlassung der Silicon Valley Bank nur im Kreditgeschäft tätig und zum anderen sind deutsche Banken nicht unmittelbar betroffen. Begründet ist dies auch dadurch, dass keine deutsche Bank ein so homogenes Risikokundenklientel betreut.

Nichtsdestotrotz würden aber insbesondere einige Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei einem ähnlich hohen Bankenrun, der aber äußerst unwahrscheinlich ist, ebenfalls einige Wertpapiere mit Verlust verkaufen müssen. Dennoch sind Sparerinnen und Sparer hierzulande durch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Institut geschützt.

Für Aktienanleger gilt es aber weiterhin, die Nerven zu behalten, da die Unsicherheiten sich auf die verschiedenen Märkte auswirken können. Dies resultiert aus der Psychologie der Marktteilnehmer, im Fachjargon “Behavioral Finance” genannt.

 

Das sind die Auswirkungen auf den Kryptosektor

Als Bank für Start-ups und Fintechs zählten zu den Kunden unter anderem einige Akteure der Kryptowelt. Unter Ihnen beispielsweise das Unternehmen Circle, das den Stablecoin USD Coin (USDC) herausgibt. Als Stablecoin soll der Wert des USDC eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt und somit stabil sein. Da Circle aber einen Teil der für die Stabilität notwendigen hinterlegten US-Dollar bei der Silicon Valley Bank hielt, sackte der Kurs des USDC auf unter 0,90 Dollar. Mittlerweile hat sich der Kurs des USDC aber wieder normalisiert.

Positiv für den Kryptosektor wirkt sich die Tatsache aus, dass beispielsweise der Bitcoin nicht vom Vertrauen in andere Institutionen abhängt und somit das Risiko von fehlenden Mindestreserven umgangen werden kann. Der Bitcoin-Kurs konnte sich in den vergangenen Tagen um über 20 Prozent erholen, nachdem er in den Wochen zuvor ebensoviel verloren hatte.

 

Darauf können sicherheitsbewusste Anleger jetzt setzen

Das Motto “Wer breit streut, der nie bereut” in Kombination mit der Devise, auch schlechte Zeiten auszuhalten, ist eine gute Herangehensweise, um mit dem Scheitern der Silicon Valley Bank umzugehen. Beobachten Sie weiterhin den Markt und lassen Sie sich nicht von Emotionen leiten. Optimistische Börsenakteure sehen zukünftig sogar Chancen im Aktienbereich. Da die erhöhten Zinsen ein ausschlaggebender Faktor für das Scheitern der Silicon Valley Bank waren, werden somit weitere Zinserhöhungen vermutlich ausbleiben und dadurch ein Investment in Aktien attraktiver werden.

Für langfristige ETF-Sparer sind die jüngsten Kursturbulenzen ohnehin von geringer Bedeutung. Denn bei Kursverlusten erhalten Sie für Ihre monatliche Sparrate mehr Anteile, was sich langfristig auszahlt.

Sofern Sie keine Investitionen in Wertpapiere tätigen, eignet sich für sicherheitsorientierte Anleger das Tagesgeld. Durch die gesetzliche Einlagensicherung sind hierbei Ihre Vermögenswerte bis zu einem Betrag von 100.000 Euro geschützt. Nutzen Sie unseren Tagesgeld-Vergleich, um das passende Angebot für Sie zu finden.

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Über den Autor Timo Kohlhaase
seine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte Timo Kohlhaase bei der Kasseler Sparkasse. Nach mehreren Jahren im Vertrieb ist er dort nun in der internen Unternehmensberatung tätig. Nebenberuflich hat er sich stets weitergebildet und daher folgte der Abschluss zum Bankfachwirt an der Frankfurt School of Finance and Management und danach der Bachelor in Betriebswirtschaftslehre an der PFH Göttingen. Durch sein Interesse an dem Wandel der Finanzwirtschaft und den Auswirkungen der Blockchain-Technologie eignete sich Timo Kohlhaase unter anderem mittels der Blockchain Masterclass des Frankfurt School Blockchain Centers umfassende Kenntnisse in diesem Bereich an. Zudem behandelte er die Thematik in seiner Bachelor-Thesis und engagiert sich ehrenamtlich bei der Digital Euro Association. Als Experte unterstützt Timo Kohlhaase seit März 2022 Biallo für die genannten Themenkomplexe.
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