Banken aus Kroatien: Sicher auch in der Krise?

Tages- und Festgeld im Ausland Banken aus Kroatien: Sicher auch in der Krise?

Update: 24.04.2019
von Björn König
Update: 24.04.2019
Auf einen Blick
  • Aufgrund einer ökonomisch und politisch eher negativen Gesamtlage müssen müssen Sparer ein erhöhtes Risiko in Kauf nehmen.

  • Trotzdem gilt auch für die Republik Kroatien die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Demnach sind Spargelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Sparer garantiert.
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Von Italien ist es nur ein kleiner Sprung auf die andere Seite der Adria nach Kroatien. Das Land ist dank seiner Traumküste und über Tausend Inseln bei Urlaubern überaus beliebt. Urlaub ist die eine Sache, aber wie sieht es mit einer Festgeldanlage im Balkanstaat aus? Wie sicher ist das Ersparte bei einer kroatischen Bank?

Lesen Sie auch: Festgeld im Ausland anlegen

Wie sicher ist Festgeld in Kroatien?

Alle drei renommierten Ratingagenturen bewerten Kroatien vergleichsweise kritisch. So bewerten Standard & Poor's sowie Fitch den Balkanstaat mit  BB+, Moodys mit Ba2. Im Klartext heißt dies, dass zum Beispiel kroatische Staatsanleihen eine durchaus spekulative Anlage mit Ausfallrisiko darstellen. Dennoch gilt für Kroatien als EU-Mitgliedsstaat die Einlagensicherung bis zur Höhe von 100.000 Euro pro Sparer.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Um die Bonität eines Staates oder Bank oder eines Unternehmens zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

Agentur

Beste Bonität

Sichere Anlage

Durchschnittlich spekulativ

Höchst spekulativ

Risikohaft

Zahlungsausfall

S&P

AAA

A-

BBB+

B-

CCC+

D

Moodys

Aaa

A3

Baa1

B3

Caa1

C

Fitch

AAA

A-

BBB+

B-

CCC

D

Diese Anbieter aus Kroatien finden Sie auf biallo.de

Im Festgeld-Vergleich von biallo.de finden Sie die kroatische Banka Kovanica, welche mit 14 Filialen in den größten Städten des Landes vertreten ist. Derzeit bietet das Geldhaus 0,75 Prozent pro Jahr für einjähriges Festgeld, bei zwei Jahren gibt es 0,85 Prozent. Damit bewegt sich das Angebot der Banka Kovanica im oberen Zinsdrittel, allerdings auch mit deutlich erhöhten Risiko im Vergleich zu deutschen Anbietern.

Muttergesellschaft des Instituts ist die Geschäftsbank Cassa di Risparmio della Repubblica di San Marino, also ein durchaus relevantes Finanzinstitut, welches im Fitch-Rating (Stand: Oktober 2018) mit BBB- bewertet wurde.

Dies entspricht einer immerhin noch durchschnittlich guten Anlage (Lower medium grade) und übertrifft die Bonitätsnoten, mit der Kroatien durch die verschiedenen Agenturen bewertet wurde.

Wie ist die momentane Zins- und wirtschaftliche Situation in Kroatien?

Kroatien zählt zu den jüngsten EU-Mitgliedsstaaten und ist allerdings bislang nicht Teil der Währungsunion. Offizielle Währung ist der Kroatische Kuna (HRK). Grundsätzlich ist die finanz- und wirtschaftspolitische Situation in dem nordwestlichen Balkanstaat problematisch, weshalb Kroatien von volkswirtschaftlichen Beobachtern in einem Atemzug mit Griechenland und Italien genannt wird.

Das Land kämpft nach wie vor erheblich mit Korruption in Politik und öffentlicher Verwaltung, was in Südeuropa jedoch leider keine Ausnahme ist. Eine besondere Säule der regionalen Wirtschaft ist nach wie vor der Tourismussektor.

Trotz aller nach wie vor bestehenden Probleme zählen die nördlichen Balkanstaaten Kroatien und Slowenien zu den erfolgreichsten und attraktivsten Standorten des ehemaligen Jugoslawiens, was sich insbesondere im Zuzug internationaler – auch deutscher – Unternehmen sowie einer traditionell engen Verbindung zu Österreich zeigt.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 243,46
1,21%
2.
211,10
1,05%
3.
211,10
1,05%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Worst-Case-Szenario: Was tun bei einer Bankenpleite?

Sparguthaben sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro je Kontoinhaber gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung aus dem Jahr 2014.

Was viele nicht wissen: Bislang gibt es noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert. Alle Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, stufenweise die Rückzahlungsfrist zu verkürzen. Ab 1. Januar 2019 darf diese Frist nur noch bei maximal 15 Tagen liegen, ab 2024 muss sie auf sieben Tage reduziert werden.

Zuständig für den Anlegerschutz ist die Staatliche Agentur für Einlagensicherung und Bankauflösung. Tritt der Entschädigungsfall ein, werden Anleger innerhalb von 15 Werktagen durch den Einlagensicherungsfonds entschädigt. 

Üblicherweise ist es so, dass die Sicherungseinrichtung sich eigenständig bei den betroffenen Anlegern meldet. Für den Fall das dies jedoch nicht passiert, müsste sich der Gläubiger nach sieben Tagen von sich aus an die entsprechende Einrichtung wenden. Wichtig zu wissen: Entschädigungszahlungen erfolgen nicht in Euro, sondern Kuna (HRK). Hier sind allerdings eventuell auftretende Währungsrisiken zu berücksichtigen.

Was ist steuerlich bei einer Festgeldanlage aus Kroatien zu beachten?

Kroatien hat umfangreiche Reformen im Steuersystem vorgenommen, um das Land für ausländische Investoren attraktiver zu machen.

Die für Festgeld und Tagesgeld relevante kroatische Quellensteuer liegt bei bis zu zwölf Prozent deutlich unter der 25 prozentigen Abgeltungsteuer in Deutschland, zu der noch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer berechnet werden muss. Allerdings existiert zwischen beiden Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen, sodass die Steuersätze miteinander verrechnet werden können. Mit dem Wohnsitznachweis in der Bundesrepublik Deutschland kann der Steuersatz in Kroatien dementsprechend auf null reduziert werden.

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Biallo-Empfehlung

Zwar bieten kroatischen Banken in der Regel einen höheren Zins als deutsche Institute, doch dafür müssen Anleger mit einem deutlich höheren Risiko leben. Grundsätzlich gilt: Bei Herkunftsländern mit geringerer Bonität bestehen im Pleitefall durchaus Zweifel, ob sie Anleger zeitnah entschädigen können. Wer sich für eine Tages- beziehungsweise Festgeldanlage in Kroatien entscheidet, sollte in jedem Fall nicht mehr als die gesetzlich garantierten 100.000 Euro anlegen.

Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Tages- und Festgeldangebote aus bonitätsstarken Ländern setzen, etwa aus Deutschland, Schweden, Österreich oder Frankreich.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de