Konsumentenkredite

Schufa Kreditkompass: Deutschlands verantwortungsbewusste Schuldner

Update: 05.07.2019
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Auf einen Blick
  • Die Zahlungsmoral der Deutschen ist hoch. Rund 98 Prozent der Konsumkredite wurden im vergangenen Jahr vertragsgemäß zurückgezahlt.
  • Laut der Wirtschaftsauskunftei Schufa ist das ein leichter Anstieg gegenüber 2017 und der beste Wert seit zehn Jahren.
  • Mehr als 90 Prozent der der bei der Schufa verzeichneten Personen haben damit positive "Kreditbiographien".
Der Schufa Kreditkompass zeigt: Deutsche Kreditnehmer zahlen brav ihre Schulden zurück.
nitpicker/Shutterstock.com

Die Zahlungsmoral der Deutschen ist so hoch: Im vergangenen Jahr zahlten die Schuldner 97,9 Prozent der Konsumentenkredite vertragsgemäß zurück, das geht aus dem  Kreditkompass der Wirtschaftsauskunftei Schufa hervor. Das sei den Angaben zufolge ein leichter Anstieg gegenüber 2017 und der beste Wert seit zehn Jahren.

"Die Menschen haben ihre Finanzen im Griff. Eine Rückzahlquote von fast 98 Prozent belegt, dass das Kreditsystem in Deutschland funktioniert und Verbraucher vor Überschuldung bewahrt werden", erklärt Schufa-Vorstandschef Michael Freytag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Bei den runden zwei Prozent, die ihre Kredite nicht zurückzahlen, gebe es drei wesentliche Gründe, nämlich Arbeitslosigkeit, Scheidung und Krankheit, so Freytag weiter.

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Trotz niedriger Kreditzinsen bleiben Verbraucher vorsichtig

Laut Schufa-Kreditkompass sank die Zahl der neu abgeschlossenen Verbraucherkredite 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf rund 7,9 Millionen. Die durchschnittlich aufgenommene Summe erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 11.140 Euro. Diese Darlehen nutzen Verbraucher überwiegend für den Kauf von Autos, Möbeln oder elektronischen Geräten.

An laufenden Krediten verzeichnete die Schufa gut 18,4 Millionen. Am stärksten Nachgefragt wurden erneut Kredite mit einer Darlehenssumme von mehr als 10.000 Euro (39 Prozent aller 2018 neu abgeschlossenen Kredite).

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Zwischen den einzelnen Altersgruppen gibt es nur marginale Unterschiede beim Rückzahlungsverhalten. Besonders erfreulich ist die Zahlungsmoral bei den jungen Verbraucher im Alter von 18 bis 29 Jahren.

Während diese Gruppe im Jahr 2015 ihre Ratenkredite noch mit 97,3 Prozent vertragsgemäß bedient hatten, waren es 2016 bereits 98,1 Prozent. Im Jahr 2017 kletterte die Zahl auf 98,2 Prozent und 2018 verbesserte sich der Wert weiter auf 98,3 Prozent.

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Verbraucher vergleichen genau

Erkundigt sich eine Privatperson bei einer Bank oder Sparkasse nach Kreditkonditionen, holt das Geldhaus in der Regel eine Auskunft zur Bonität der betreffenden Person bei der Schufa ein. Somit gilt die Anzahl der im Laufe eines Jahres bei der Schufa eingehenden Konditionsanfragen als repräsentativer Maßstab für das Verbraucherinteresse an Ratenkrediten. Doch die potenziellen Kreditnehmer vergleichen genau: "So ist die Zahl der Konditionenanfragen im letzten Jahr um 30 Prozent gestiegen", heißt es von Seiten der Schufa.

Die Anzahl der Anfragen, die Banken im Rahmen der Kreditkonditionenermittlung an die Schufa stellen, steigert sich seit Jahren kontinuierlich und erreichte 2018 mit über 34 Millionen Konditionsanfragen einen neuen Höchststand. Im Schnitt holten Verbraucher vor einem Abschluss rund 2,7 Angebote ein. Eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren 2017 mit 2,1 Angeboten und 2016 mit 1,8 Angeboten.

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Großes Interesse an digitalen Angeboten

Ob und wie interessiert die Verbraucher an digitalen Finanzangeboten sind, wie sie am liebsten online bezahlen und wie sie mit dem Schutz ihrer persönlichen Daten umgehen, hat das Marktforschungsinstitut Forsa in einer exklusiven Umfrage zur digitalen Finanzkompetenz ermittelt.

Fazit: Verbraucher nutzen die Möglichkeiten, die ihnen die voranschreitende Digitalisierung bietet. "Rund zwei Drittel der Befragten interessieren sich stark beziehungsweise sehr stark für technische Entwicklungen und Neuerungen," erläutert Professor Manfred Güllner, Gründer und Geschäftsführer der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen. Gut die Hälfte empfinde die neuen digitalen Angebote und Finanzdienstleistungen als Erleichterung.

Onlinebanking und Online-Shopping

Verbraucher, die im Internet shoppen, kaufen laut Forsa-Umfrage weiterhin am liebsten auf Rechnung (88 Prozent). "Die alte Rechnung gilt immer noch als das sicherste Zahlungsmittel", sagt Güllner. Mit einigem Abstand folgt die Nutzung des Zahlungsdienstes Paypal (52 Prozent). Bezahlen mit Kryptowährungen wie Bitcoin kommt für die Mehrheit (75 Prozent) dagegen nicht in Frage.

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Nahezu allen Befragten ist "Onlinebanking" ein Begriff und die große Mehrheit davon (84 Prozent) nutzt es auch. Andere digitale Angebote im Finanzdienstleistungsbereich nehmen Verbraucher eher zögerlich an. So verwenden beispielsweise lediglich 36 Prozent Banking-Apps.

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