Kunden über soziale Medien gewinnen
Plattformen wie Facebook, Instagram, Xing und Linkedin werden heutzutage aktiv genutzt, um Produkte und Dienstleistungen über das sogenannte Social Selling zu verkaufen. Das Praktische daran: Profile und Seiten sind in den sozialen Medien sehr schnell angelegt.
Rechtliche Anforderungen beachten
Wichtig ist nur, dass Unternehmern auch hier ihren Impressums- und Datenschutzpflichten nachkommen, also korrekte Adressangaben machen und eine Datenschutzerklärung verlinken. Solche lassen sich heutzutage einfach mit Hilfe von Online-Vorlagen etwa über www.e-recht24.de oder www.adsimple.de erstellen.
Die Schweizerin Cécile Jemmett ist Unternehmensberaterin und Linkedin-Leads-Spezialistin. Sie bringt ihren Kunden, mehrheitlich Coaches und Beratern, bei, wie sie sich so auf der Plattform Linkedin präsentieren, dass die Interessenten sich bei ihnen melden und nicht umgekehrt. "Ich mag den Begriff Social Selling nicht", erklärt Jemmett. "Denn letztendlich baut man über die Plattform eine Beziehung auf - der Verkauf findet dann woanders statt, etwa im Gespräch, über die eigene Webseite oder eine Verkaufsplattform."
In Erinnerung bleiben
Es ginge eher darum, dass potenzielle Kunden, die von einem bestimmten Problem geplagt werden, immer wieder über den Anbieter stolpern, der das Problem für sie lösen kann. Sprich: Ein möglicher Kunde denkt darüber nach, einen Sprachkurs zu buchen und findet bei Linkedin immer wieder interessante Beiträge von Sprachtrainer XY. Sobald der Kunde dann bereit ist, endlich mit dem Sprachkurs zu starten, wendet er sich dann an XY.
"Das Besondere bei Linkedin ist die genaue Suchfunktion, die bei keiner anderen Plattform möglich ist", sagt Cécile Jemmett. "Bei Linkedin kann ich genau nach dem Beruf meiner idealen Kunden suchen und mich dann mit ihnen vernetzen. Ein solch zielgerichtetes Wachstum der Reichweite, ohne dabei für Werbeanzeigen zu bezahlen, gibt es auf keiner anderen Plattform."
Ausdauer und Geduld sind gefragt
Ein Tipp der Expertin: Pro Tag können bis zu 40 Kontaktanfragen über Linkedin verschickt werden - und zwar in der Gratis-Version. Wer dran bleibt, schafft es also relativ schnell, eine relevante Reichweichte potenzieller Kunden aufzubauen. Doch auch hier gilt: Ausdauer, Umsetzung und Geduld sind gefragt. Selbstständige und Unternehmer, die sich für ein soziales Netzwerk entscheiden, müssen oft Wochen oder Monate investieren, bevor sie regelmäßig über das Netzwerk Kunden gewinnen. Bis es dazu kommt, müssen sie regelmäßig Beiträge posten, ihr Netzwerk erweitern und Beiträge kommentieren.
Und auch hier gilt: Jeder Selbständige und jeder Unternehmer muss sich überlegen, wo die eigenen Kunden sind. "Wer aber glaubt, dass Linkedin nur für Stellensuchende und B2B Business genutzt werden kann, liegt falsch", sagt Jemmett. Linkedin werde immer noch unterschätzt und eignet sich sowohl für Business-2-Business wie auch für Business-2-Consumer, solange man wisse, wie es geht.
Junge Leute sind in der Regel stärker bei Plattformen wie Instagram oder TikTok unterwegs. Über-35-Jährige bei Facebook. Natürlich ändert sich auch regelmäßig, welche Plattform bei wem angesagt ist. Wer neu im Social-Media-Betrieb ist, sollte sich aber nicht verzetteln, sondern lieber eine Plattform regelmäßig bespielen als mehrere unregelmäßig.