Wie Verbraucher rund ums Telefon abgezockt werden

Verbraucherfallen Wie Verbraucher rund ums Telefon abgezockt werden

Caroline Benzel
von Caroline Benzel
21.09.2018
Auf einen Blick
  • Bei zweijährigen Telefon- und Handy-Verträgen müssen die Verträge bis zu drei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit gekündigt sein. Andernfalls verlängern sie sich meist um ein weiteres Jahr - und das oftmals zu teureren Konditionen.

  • Mit einer Drittanbietersperre können sich Verbraucher vor Handy-Abofallen schützen. Oft können Kunden die Sperre online selbst einrichten, manchmal reicht auch ein Anruf bei der Kunden-Hotline.

  • Vorsicht ist bei unbekannten Rufnummern geboten, wenn die Anrufer nur einmal läuten lassen und dann auflegen. Es könnte sich um einen sogenannten Ping-Anruf handeln.
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Derzeit gibt es in rund 95 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Mobiltelefon. Bei über 80 Prozent der Mobiltelefone handelt es sich um Smartphones. Im Vergleich dazu verfügen nur noch rund 90 Prozent der Haushalte über einen Festnetzanschluss. Insgesamt gibt es aber in allen deutschen Haushalten entweder ein Mobil- oder ein Festnetztelefon. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Kein Wunder, dass bei einer hundertprozentigen Marktdurchdringung Betrüger auf den Plan gerufen werden, die über Festnetz und Smartphones versuchen, den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Gleichzeitig ist der Kampf um Marktanteile äußerst aggressiv. Das führt zu teils sehr niedrigen Preisen. Andererseits sind viele Angebote aber nicht ganz so transparent, wie sie es aus Kundensicht sein sollten.

  • Biallo-Tipp: Das Angebot an Festnetz-, DSL- und Smartphone-Verträgen ist groß und unübersichtlich. Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden und nutzen Sie die Vergleichsrechner von biallo.de.

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Vorsicht bei Handy-Verträgen

Das Angebot der Handy-Anbieter ist groß und unübersichtlich. Inzwischen gibt es in Deutschland nur noch drei Netzbetreiber, Telekom, Vodafone und die spanische Telefónica. Zu Telefónica gehören die ehemals separaten Netzbetreiber O2 und E-Plus / Base. Telefónica arbeitet seit Ende 2014 am Zusammenschluss beider Mobilfunknetze, der Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Neben der eigenen Dachmarke haben die Netzbetreiber zusätzlich Tochterunternehmen, die als unternehmenseigene Discounter fungieren.

Discounter Congstar gehört zur Telekom, Otelo zu Vodafone sowie Fonic und Blau, Ortel Mobile und Ay Yildiz gehören zu Telefónica. Hinzu kommen Discount-Riesen wie Drillisch, die eigene Discount-Tarife anbieten, und dafür die Netze der Netzbetreiber nutzen. Zu Drillisch gehören derzeit 17 separate Mobilfunk-Marken, darunter Smartmobil, Yourfone, Maxxim, Simply, Hellomobil und Sim.de. Ein ebenfalls großer Player auf dem Mobilfunkmarkt ist Mobilcom Debitel, das einerseits Tarife der Netzbetreiber verkauft, aber auch eigene Tarife bereitstellt.

Neben der Qual der Anbieter-Wahl müssen Mobilfunkkunden sich noch entscheiden, ob sie einen Laufzeitvertrag über zwei Jahre abschließen wollen, oder einen monatlich kündbaren Vertrag. Bei den monatlich kündbaren Tarifen unterscheiden die Anbieter noch zwischen Prepaid- und Postpaid-Verträgen. Bei den Prepaid-Tarifen müssen Kunden vorher Geld auf ihre Guthabenkarte laden oder vom Konto abbuchen lassen.

Bei den Postpaid-Lösungen erfolgt die Zahlung am Monatsende. Obwohl es sehr viele günstige monatlich kündbare Verträge gibt, hat die Mehrheit der Deutschen einen Laufzeitvertrag abgeschlossen. Ende 2016 gab es bundesweit fast 115 Millionen Mobilfunkverträge. Rund 60 Millionen dieser Verträge waren Laufzeitverträge.

  • Biallo-Tipp: Bei Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones ist es meist günstiger, das Gerät zu kaufen und dazu einen passenden Prepaid-Tarif auszuwählen. Laufzeitverträge mit subventioniertem Smartphone rechnen sich in der Regel nur bei teuren Top-Geräten. Rechnen Sie am besten die Gesamtkosten auf zwei Jahre hoch, um das für Sie passende Angebot zu finden.

Beratung zum Laufzeitvertrag

Verbraucher, die sich im Handy-Laden eine gute Beratung versprechen, werden oft enttäuscht. Anstatt nach ihren Bedürfnissen befragt zu werden, wollen viele Verkäufer einfach einen möglichst teuren Laufzeitvertrag verkaufen. Gleichzeitig gibt es die Tendenz, Prepaid-Tarife schlecht zu machen. Indem manche Verkäufer beispielsweise behaupten, eine automatische Aufladung sei nicht möglich.

Ein Test der Stiftung Warentest im Jahr 2016 zum Thema Mobilfunk-Beratung hat erschreckende Ergebnisse gebracht. Oft war die Beratung unzureichend, es wurden wichtige Vertragsdetails verschwiegen und dem Interessenten zu teure Tarife angedreht. Getestet hat die Stiftung Warentest die Beratung in Mobilfunkshops von sechs Telekommunikationsanbietern mit deutschlandweitem Vertrieb: Telekom, O2, Vodafone, Mobilcom Debitel, Yourfone und Fexcom.

Die SWR-Verbrauchersendung Marktcheck kam 2016 zu einem ähnlichen Ergebnis. Das Magazin hatte die Beratungsleistung bei Vodafone, O2 und der Telekom in einer Stichprobe unter die Lupe genommen. Auch hier wollten Verkäufer meist viel zu teure und überdimensionierte Tarife an den Test-Kunden bringen.

Nur bei der Telekom wurde im Marktcheck-Test gut beraten. Doch nicht nur in den Läden der Mobilfunkanbieter selbst werden vor allem Laufzeitverträge angepriesen. Selbst in Elektromärkten wollen viele Verkäufer nicht nur Smartphones, sondern vor allem noch einen teuren Laufzeitvertrag dazu verkaufen. Am liebsten noch in Kombination mit einer Handy-Versicherung oder einer Garantieverlängerung. Das zumindest ist das Ergebnis einer Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins Wiso im Rahmen des sogenannten Omatricks.

  • Biallo-Tipp: Eine Beratung im Mobilfunkgeschäft schadet erst einmal nichts, solange Sie nicht sofort einen Vertrag abschließen. Lassen Sie sich am besten ein passendes Angebot geben und vergleichen Sie das mit Online-Rechnern und Tarif-Tabellen. Manchmal werden in den Shops auch Sonderaktionen angeboten, die es online nicht gibt. Alternativ können Sie sich vorher einen passenden Tarif aussuchen und den Verkäufer dazu auffordern, etwas noch Günstigeres für Sie zu finden.

Treue Kunden zahlen drauf

Eine unerfreuliche Begleiterscheinung von Laufzeitverträgen ist, dass treue Kunden oft für ihre Treue noch bestraft werden. Das kann auf zweierlei Arten passieren. Manche Verträge werden nach zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit automatisch teurer. Das Problem: Wenn Kunden nicht drei Monate vor Ende der Vertragslauzeit kündigen, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr – gegebenenfalls zu einem teureren Preis.

Findige Verkäufer verkaufen solche Erhöhungen nicht als Preiserhöhung, sondern als Vorteil, da Kunden ja immerhin zwei Jahre lang weniger bezahlen. Oft ist aber nur der rabattierte Preis akzeptabel und der sogenannte Normalpreis zu teuer.

Doch selbst wenn sich der Vertragspreis nach zwei Jahren nicht erhöht, sind treue Kunden meist dennoch die Dummen. Denn günstige Aktionsangebote gibt es in der Regel nur für Neukunden. Das heißt, dass neue Kunden weniger bezahlen, als diejenigen, die einem Mobilfunk-Unternehmen teils seit Jahren die Treue halten.

  • Biallo-Tipp: Falls Sie sich für einen Laufzeitvertrag entscheiden, kündigen Sie diesen am besten direkt nach Vertragsabschluss. So sind Sie sicher, dass der Vertrag nicht automatisch verlängert wird. Bevor Ihr Vertrag dann endgültig erlischt, können Sie sich entweder für einen neuen Anbieter entscheiden, und Ihre alte Nummer dorthin mitnehmen. Oder aber, Sie schauen sich die Neukunden-Angebote Ihres Anbieters an und handeln ein attraktives Angebot heraus, damit Sie dem Anbieter trotz Kündigung erhalten bleiben. Aber

Vorsicht vor Vertrag-Updates

Vorsicht ist auch geboten, wenn Kunden während ihrer Vertragslaufzeit zusätzliche Optionen, eine Zweit-Nummer oder ein vorzeitiger Handy-Tausch angeboten wird. Oft führt das dazu, dass der Vertrag erneut um zwei Jahre verlängert wird. Bekommt der Kunde dagegen beispielsweise eine zweite Sim-Karte mit Nummer, die er an Kinder oder Partner weitergeben will, kann es sein, dass er dadurch erneut einen Zwei-Jahres-Vertrag abschließt.

Wer bei einer Vertragskündigung dann nur den Hauptvertrag kündigt und die Zweit-Nummer vergisst, muss den Zweit-Vertrag so lange weiterbezahlen, bis der schließlich auch ordentlich gekündigt wurde.

Erschwerte Vertrags-Kündigung

Wenn Kunden den Schritt gemacht haben, ihren Laufzeit- oder aber auch den Prepaid-Vertrag zu kündigen, machen manche Anbieter es ihren künftigen Ex-Kunden noch einmal besonders schwer. So bekommen Kunden, die ihre Kündigung fristgerecht abgeschickt haben, Briefe, in denen sie aufgefordert werden, den Anbieter anzurufen, damit dieser die Kündigung bearbeiten könne.

Doch Tatsache ist: Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung. Kein Kunde ist verpflichtet, noch einmal mit seinem Anbieter zu sprechen. Denn diese versuchen normalerweise nur, den Kunden zurückzugewinnen. Manche Anbieter gehen sogar so weit, trotz Kündigung einfach den Vertrag zu verlängern – etwa weil eine Kündigung angeblich nicht eingegangen ist.

Um beweissicher zu kündigen, empfiehlt es sich, das auf möglichst vielen Kanälen zu tun, etwa per E-Mail, im Online-Service-Center, per Einschreiben und Fax. Bei einem derartigen Kündigungs-Bombardement kann hinterher kein Anbieter behaupten, er habe die Kündigung nicht erhalten.

Doch auch der Weggang von Discountern kann ein steiniger Weg sein. Normalerweise müssen Kunden ihren Vertrag kündigen und ihrem Anbieter bei Bedarf auch gleich mitteilen, dass sie ihre Handy-Nummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Der neue Anbieter wiederum erfährt, woher er die Nummer des neuen Kunden portieren soll.

Das Problem: Die Freigabe der Nummer beim alten Anbieter kostet in der Regel um die 30 Euro. Wenn das Kundenkonto des Mobilfunkkunden aber keine 30 Euro aufweist, so kann auch die Portierung nicht stattfinden. Bis Kunden den Grund erfahren, kann es zahllose Anrufe und Mail-Wechsel dauern. Viele Kunden geben aus diesen und anderen Gründen den Anbieter-Wechsel irgendwann auf. Zumal es durchaus passieren kann, dass sie bei einer nicht erfolgten Rufnummerportierung wochenlang nicht erreichbar sind.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie sichergehen wollen, dass es mit der Portierung klappt, können Sie auch während eines laufenden Vertrags die Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Sie müssen den alten Vertrag dann zwar weiterbezahlen und bekommen eine neue Rufnummer für den Altvertrag zugeteilt, vermeiden aber in jedem Fall eine zeitliche Lücke in Ihrer Erreichbarkeit.

Kostenfallen bei Handy-Verträgen

Obwohl Verbraucherschützer immer wieder gegen unzulässige AGBs vorgehen, gibt es dennoch weiterhin unerfreuliche Kostenfallen bei Handy-Verträgen.

Roaming

Klar ist: Bei Reisen in die Europäische Union, können Sie zu den gleichen Konditionen telefonieren und surfen, wie innerhalb Deutschlands. Das hat die Europäische Kommission durchgesetzt. Allerdings gilt diese Regel nur, wenn Sie auch den Standard-Roaming-Tarif nutzen. Falls Sie sich aber für einen speziellen Auslandstarif entschieden haben, können auch bei Reisen innerhalb der Europäischen Union Kosten anfallen.

Fragen Sie vor einer Reise deshalb unbedingt nach, was surfen, simsen und telefonieren mit Ihren Handy-Vertrag im jeweiligen Reiseland kostet. Zumal die Vorgaben der EU ohnehin nur fürs EU-Ausland gelten. Wenn Sie also in die USA, die Türkei oder in die Schweiz fahren, sind der Preisgestaltung der Anbieter keine Grenzen gesetzt. Zudem sollten Sie anfragen, ob Sie Ihren Tarif überhaupt im Ausland nutzen können. Als Reaktion auf die EU-Vorgaben haben einige Discounter Tarife gestartet, die nur innerhalb Deutschlands funktionieren.

  • Biallo-Tipp: Falls Sie in Ihrem Reiseland nur zu sehr teuren Konditionen telefonieren und surfen können, lohnt es sich vielleicht, vorab eine spezielle Sim-Karte für das jeweilige Reiseland zu bestellen. Webseiten wie www.travelsim.de und www.travsim.de bieten einen entsprechenden Service an. Alternativ könnten Sie im Ausland nur per W-Lan ins Internet gehen und zum Telefonieren und Nachrichten schreiben Dienste wie Threema, Whatsapp, Facebook Messenger und Skype nutzen.

Kreuzfahrtschiffe

Wer von hoher See Nachrichten und Fotos in die Heimat schicken will oder gar zu Hause anruft, sollte sich vorher bei seinem Mobilfunkanbieter nach den Preisen erkundigen. Vodafone-Kunden zahlen für Anrufe vom Kreuzfahrtschiff ganze 6,09 Euro pro Minute. Eine kurze Plauderei von fünf Minuten kostet also über 30 Euro. Telekom-Kunden ergeht es auf Schiffen besser. Sie zahlen vergleichsweise günstige 3,99 Euro pro ausgehender Gesprächsminute. Richtiggehend chaotisch ist die Preisgestaltung bei O2.

Hier variieren die Preise, je nachdem bei welcher Reederei und auf welchen Schiffen die Kunden mitfahren. Denn jede Rederei hat Verträge mit unterschiedlichen Netzbetreibern auf hoher See abgeschlossen. Beispiel Ocean Cell: Hat sich das Handy von O2-Kunden bei Ocean Cell eingeloggt, zahlen sie für Anrufe nach Deutschland 1,34 Euro pro Minute. Beim Anbieter OnMarine werden 3,72 Euro pro Gesprächsminute fällig, bei Costa Cruises 4,46 Euro.

Nachdem einige O2-Kunden von hohen Daten-Roaming-Kosten an Bord von Kreuzfahrtschiffen überrascht wurden, hat O2 das Daten-Roaming an Bord von Schiffen und Flugzeugen standardmäßig gesperrt. Auf Wunsch können Kunden diese Sperre aufheben lassen.

Grundsätzlich ist die Datennutzung auf hoher See über den eigenen Mobilfunk-Anbieter unerfreulich teuer. Bei Telekom und Vodafone fallen für 50 Kilobyte (kB) je 99 Cent an. Der Versand eines ein Megabyte (MB) großen Bildes kostet also ganze 19,80 Euro.

Aufgrund der hohen Kosten sollten Schiffsreisende die mobile Datennutzung am besten komplett ausschalten und sich bei Bedarf ein Datenpaket an Bord buchen. Die Verbindung erfolgt dann per WLAN. So können Gäste auf Aida-Kreuzfahrten Datenpakete für die gesamte Reisedauer buchen.

250 MB gibt es bei Reisen innerhalb Europas für 24,90 Euro, 500 MB für 39,90 Euro. Zusätzlich gibt es spezielle Social-Media-Tarife für alle, die ausschließlich ihre sozialen Netzwerke nutzen wollen. 24 Stunden in den sozialen Netzwerken gibt es für 4,90 Euro. Wer die Flat zwei bis zehn Tage bucht, zahlt 3,49 Euro am Tag. Bei elf bis 33 Tagen sinkt der Tagespreis auf 2,99 Euro.

Komplizierter sind die Tarife bei Tuicruises. Je nachdem auf welchem Schiff sich die Passagiere befinden, variieren auch die Tarife. Deshalb lohnt es sich, schon vor der Abreise nachzufragen, was denn die mobile Datennutzung an Bord kosten wird. So kostet der WLAN-Zugang auf "Mein Schiff 1" bis "Mein Schiff 6" am Tag 5,50 Euro, bei einem Maximal-Verbrauch von 75 Megabyte. 250 MB für die gesamte Reisedauer gibt es auf "Mein Schiff 1" bis "Mein Schiff 6" für 17,50 Euro.

Einen Tarif, der die Datennutzung innerhalb der sozialen Netzwerke abdeckt, gibt es nur auf "Mein Schiff 6". Der Tagestarif kostet neun Euro. Wer die sozialen Medien während der gesamten Reisedauer nutzen will, zahlt 29 Euro.

Erfreulicher sieht es aus, wenn sich die Schiffe im Hafen befinden. Denn dann können die Urlauber einfach das lokale Handy-Netz nutzen und bezahlen die normalen Roaming-Preise.

Datenautomatik

Die meisten Mobilfunkkunden wissen inzwischen, dass sie zu einem Smartphone unbedingt auch einen Datentarif buchen sollten. Am besten sind in der Regel Flatrate-Tarife, mit denen Kunden dann unbegrenzt surfen können. Unbegrenzt heißt dann, dass ab einem vorher definierten monatlichen Surfvolumen, die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt wird.

Wer also eine Flatrate mit einem Gigabyte schnellem Surfen gebucht hat, kann genauso lange auch ungedrosselt surfen. Danach geht es nur noch in Schneckengeschwindigkeit weiter. Bei den meisten Anbietern können Kunden dann aber auf Wunsch bis zum Ende des Monats zusätzliches Datenvolumen hinzubuchen. Anders funktionieren Tarife mit Datenautomatik. In solchen Tarifen wird automatisch Volumen nachgebucht, sobald Kunden das monatliche Datenvolumen aufgebraucht haben.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gegen diese Praxis des Telefónica-Konzerns geklagt. Die Richter des Bundesgerichtshofes urteilten zu Gunsten des Mobilfunkanbieters und sahen die Tarife als rechtmäßig an. Anders als diverse Discounter bietet O2 aber aktuell keine Tarife mehr mit Datenautomatik an.

  • Biallo-Tipp: Falls Sie sich für einen Tarif mit Datenautomatik entscheiden, sollten Sie vorab realistisch einschätzen, wie viel Datenvolumen Sie monatlich verbrauchen. Ein Blick auf die Handy-Rechnung hilft abzuschätzen, wie groß Ihr Verbrauch bisher war. Es ist oft billiger, gleich einen angemessenen Datentarif zu buchen, als dann immer nach und nach Volumen dazuzubuchen. Alternativ können Sie die Datenautomatik aber auch über die Kundenhotline Ihres Anbieters abschalten lassen.

Betrugsmaschen im Mobilfunk

Abofallen

Abofallen sind bei Handys ein Dauerbrenner. Schon vor Zeiten des Smartphones waren sogenannte Klingelton-Abos Umsatzbringer für dubiose Unternehmen. Klingelton-Abos gibt es tatsächlich auch heute noch, zusammen mit Smiley-Abos für Whatsapp und Spiele-Abos. Ärgerlich bei Spiele-Abos: Sie sind häufig auch in Spielen für Kinder versteckt und werden allein durch das Anklicken eines Banners oder einer Spielfigur ausgelöst.

Das ist zwar nicht erlaubt – gesetzlich vorgeschrieben sind eindeutige Buttons, die klarmachen, dass eine zahlungspflichtige Leistung bestellt wird. Doch kommen die Abofallen-Anbieter über das Smartphone besonders einfach an ihr Geld. Abgerechnet wird ganz einfach über die Mobilfunk-Rechnung.

Wird diese nicht regelmäßig kontrolliert, fällt zunächst gar nicht auf, dass Geld vom Konto abgeht. Der Fachbegriff für diese Art der Bezahlung ist WAP-Billing. Besonders hart trifft es dabei diejenigen, die ihre Handy-Rechnung nicht überprüfen. Teilweise werden so jahrelang unrechtmäßig Beträge abgebucht.

  • Biallo-Tipp: Vermeiden lässt sich dieses automatische Bezahlen per Handy-Rechnung über eine so genannte Drittanbietersperre. Seit Mai 2012 sind die Mobilfunkanbieter laut Telekommunikationsgesetzes verpflichtet, eine solche Drittanbietersperre anzubieten. Der Ablauf ist bei jedem Anbieter unterschiedlich. Teils muss das gesamte Handy-Bezahlen gesperrt werden, teils können Sie bestimmte Anwendungen, wie beispielsweise den Ticketkauf im öffentlichen Nahverkehr, von der Sperre ausnehmen. Oft lassen sich die Sperren über den Online-Zugang des Mobilfunk-Kundenkontos einrichten. Manchmal reicht auch ein Anruf bei der Kunden-Hotline.

Ping-Anrufe

Sogenannte Ping-Anrufe können auf Handys aber auch Festnetztelefonen eingehen. Die Masche ist aber immer gleich: Ein Anruf geht ein und es wird sofort aufgelegt. Wer dann aus Höflichkeit zurückruft, wird zu einer teuren kostenpflichtigen Nummer geleitet, die teils mehrere Euro pro Minute kostet.

Durch Bandansagen und Warteschleifen, werden Anrufer möglichst lange in der Leitung gehalten. Meist handelt es sich um ausländische Telefonnummern. Es empfiehlt sich deshalb, unbekannte ausländische Nummern nicht zurückzurufen. Wenn Sie sicher sind, dass es sich um einen Ping-Anruf handelt, können Sie die Rufnummer bei Ihrem Handy auf die Sperrliste setzen.

Bei Ihrem Festnetzanschluss ist das über den Router ebenfalls ohne viel Aufwand möglich. Falls Sie auf einen Ping-Anruf hereingefallen sind, empfiehlt es sich, die Nummer der Bundesnetzagentur zu melden. Das geht telefonisch unter 02919955-206 oder direkt über das Online-Formular

Tipps für den Anbieterwechsel

Oft haben Familien oder Paare alle ihre Mobilfunk- und teils auch die Festnetz-Tarife bei einem Anbieter. Das ist praktisch, da mehrere Verträge so über eine Rechnung laufen können und viele Anbieter zusätzliche Rabatte gewähren. Problematisch kann es werden, sobald es mal Probleme mit dem Anbieter gibt.

Etwa weil Drittanbieter unberechtigt Geld abgebucht haben und Kunden deshalb beispielsweise eine Rechnung nicht bezahlen wollen. Damit dann nicht gleich alle Anschlüsse in Mitleidenschaft gezogen werden, empfiehlt es sich, seine Anschlüsse auf mindestens zwei Anbieter zu verteilen, oder aber ein Prepaid-Notfalltelefon bereit zu halten.

Festnetzanbieter wechseln

Wenn Sie wissen, dass der Festnetzvertrag nur noch wenige Monate läuft, sollten Sie sich rechtzeitig einen neuen Anbieter suchen. Sie können den alten Vertrag bis zu drei Monate vor Vertragsende kündigen. Die meisten Telefonanbieter haben einen Wechsel-Service im Angebot.

Das heißt, Sie beauftragen den neuen Anbieter, den alten Vertrag zu kündigen und gegebenenfalls die Rufnummer mitzunehmen. Gesetzlich gesehen, dürfen Sie maximal einen Tag lang ohne Anschluss sein. Klappt der Wechsel zum vereinbarten Termin nicht, muss der alte Anbieter die Versorgung sicherstellen – zum halben Preis.

Mobilfunkanbieter wechseln

Die Kündigungsfrist bei Zwei-Jahres-Verträgen liegt bei drei Monaten vor dem Vertragsende. Bei monatlich kündbaren Verträgen beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Kündigen Sie am besten schriftlich, per Fax oder Einschreiben und lassen sich die Kündigung bestätigen. Teilen Sie dem Anbieter auch gleich mit, wenn Sie die Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen wollen.

Dem neuen Anbieter teilen Sie dann mit, zu welchem Zeitpunkt Sie gekündigt haben und dass Sie die alte Rufnummer mitnehmen wollen. Der informiert Sie dann darüber, zu welchem Termin die Rufnummerportierung erfolgen soll. Übrigens können Sie Ihre Nummer auch aus einem laufenden Vertrag mitnehmen. Diese Variante können Sie wählen, falls Sie ganz sicher sein wollen, immer erreichbar zu sein.

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Betrugsanrufe auf dem Festnetz

Immer wieder sorgen Betrüger-Banden für Aufsehen, die es schaffen, Menschen durch gezielte Anrufe um Geld zu bringen. Oft nutzen sie dabei lokale Rufnummern, die sie sich über Tricks ergaunert haben. Manche Banden sitzen im Ausland, nutzen durch Internet-Telefonie aber eine örtliche Vorwahl. Um solchen Betrügern zu entgehen, hilft vor allem der gesunde Menschenverstand.

So sollte man sich klarmachen, dass beispielsweise Gewinnmitteilungen normalerweise schriftlich erfolgen, und dass auch Polizei, Zoll oder Finanzamt nicht anrufen, sondern eher einen Brief schicken. Unternehmen dürfen Sie nur anrufen, wenn Sie bei Ihnen einen Vertrag haben, oder Sie sonst irgendwie die Erlaubnis erteilt haben. Wenn Sie sich in irgendeiner Form belästigt fühlen, legen Sie am besten wortlos auf und sperren die Rufnummer für künftige Anrufe.

Enkeltrick-Betrüger

Der sogenannte Enkeltrick ist eine besonders perfide Betrugs-Art, der für die Opfer oft existenzielle Folgen hat. Teilweise werden ältere Menschen um ihre ganzen Ersparnisse gebracht. Mit Worten wie "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und alleinlebenden Personen an und geben sich als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus.

Sie erfinden eine Notsituation und bitten kurzfristig um Bargeld. Die Lage wird stets als besonders dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote geschickt, der das Geld abholt. Teils rufen die Betrüger sogar ein Taxi, damit das Opfer bei der Bank Geld abheben kann.

Die Betrugs-Variante sogenannter Schockanrufe wenden Betrüger vor allem bei älteren Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten an. Sie behaupten, dass ein Enkel oder ein anderer naher Verwandter in einen Verkehrsunfall oder in ein Strafverfahren verwickelt sei und sich deshalb in polizeilichem Gewahrsam befinde. Gegen eine Zahlung würde aber von einer Strafverfolgung abgesehen. Als Geldbote kommt dann angeblich ein in zivil gekleideter Polizist oder jemand in einer vergleichbaren Funktion vorbei.

  • Biallo-Tipp: Immer wenn Sie Geld direkt abheben oder per Western Union ins Ausland überweisen sollen, ist ein Betrug wahrscheinlich. Egal, ob das Geld für angebliche Verwandte oder einen vermeintlichen Gewinn sein soll, informieren Sie am besten direkt die Polizei.

Microsoft-Mitarbeiter

Eher an jüngere Menschen richtet sich die Masche der angeblichen Microsoft-Mitarbeiter. Die Betrüger behaupten am Telefon oder via Mail, auf Webseiten und über Pop-up-Fenster, dass der Computer der Nutzer von Viren befallen sei. Dann bieten sie telefonisch oder über das Internet Software an, die angeblich bei der Säuberung des Geräts helfen soll.

Wer diese angebliche Fernwartungssoftware installiert, richtet in Wahrheit einen Trojaner ein, über den die Betrüger auf das Gerät zugreifen und Daten ausspähen können. Richtig ist, dass Microsoft von sich aus weder per E-Mail noch per Telefon Kontakt aufnimmt. Wenn Sie von solch angeblichen Support-Mitarbeitern kontaktiert wurden, können Sie das auf der eigens dafür eingerichteten Microsoft-Seite melden.

Niemals ja sagen

Wie wichtig es ist, sofort aufzulegen, und sich auf keine Diskussionen einzulassen, zeigt eine Betrugsmasche, bei der die Stimme der Angerufenen aufgezeichnet wird. So stellen die Betrüger Ja/Nein-Fragen wie: Sind Sie der Hausbesitzer? Oder: Können Sie mich hören? Im Anschluss wird die mitgeschnittene Stimme in einen neuen Dialog geschnitten, so dass es sich so anhört, als ob der Angerufene einen Vertrag abgeschlossen hätte.

Reagiert der Angerufene dann nicht auf eine Zahlungsaufforderung, wird meist direkt ein Inkasso-Unternehmen eingeschaltet. Klar ist: Niemand sollte in einem solchen Fall bezahlen, sondern Anzeige bei der Polizei erstatten.

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Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de