Auf einen Blick
  • Lebenszyklusfonds sind eine Möglichkeit, um fürs Alter vorzusorgen. In den USA ist die Anlageform schon länger ein beliebtes Mittel für den Vermögensaufbau.

  • Die Fonds setzen auf eine Anlagestrategie, die den voraussichtlichen Zeitpunkt des Ruhestands des Anlegers berücksichtigt.

  • Je näher das Laufzeitende kommt, desto geringer wird die Aktienquote und umso mehr nimmt der Anteil zu, der sicher angelegt wird.
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Lebenszyklusfonds richten sich an Anlegerinnen und Anleger, die ein langfristiges Sparziel mit einem ausgewogenen Risiko-Rendite-Verhältnis bevorzugen. Man nennt sie auch Zielsparfonds, Zielfonds oder Targetfonds. Bei diesen Produkten gibt es im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds ein Laufzeitende, das beim Ausgabezeitpunkt bereits festgelegt ist. Das heißt, Sie können exakt kalkulieren, wann Sie die Fondssumme ausgezahlt bekommen. Zudem ändert sich im Laufe der Jahre die Anlagestrategie, und das Risiko wird gegen Ende der Laufzeit reduziert.

Während der Laufzeit, die mehrere Jahrzehnte betragen kann, können Sie Ihre Fondsanteile börsentäglich veräußern. Das Laufzeitende erkennen Sie am Zusatz des Fondnamens wie beispielsweise "2035" oder "2045". Manchmal wird auch eine Zeitspanne angegeben, etwa „2040 – 2044“.

Lebenszyklusfonds seien insbesondere für langfristiges Sparen für die Altersvorsorge geeignet, erklärt Stephan Kropp, Leiter Vorsorge und Vermögensaufbau bei der Dekabank: „Denn mit den automatischen und zum Ablaufzeitpunkt zunehmenden Umschichtungen in defensivere Anlagen wird mindestens der Erhalt der Einzahlungen angestrebt und erreichte Wertzuwächse werden abgesichert."

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Risiko der Fonds sinkt mit steigendem Alter

Lebenszyklusfonds sind aber eine langfristige Anlage in Investmentfonds. "Zu Beginn ist dabei ein großer Teil in chancenorientierten Aktienfonds angelegt und nur ein geringer Teil in risikoarmen Renten- oder Geldmarktfonds", erklärt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Häufig starten die Fonds sogar mit einem Aktienanteil von 100 Prozent. Über die Laufzeit hinweg ändert sich das. Je näher das Laufzeitende rückt, desto mehr wird in sichere, damit aber auch weniger rentable Produkte umgeschichtet.

Hintergrund: Anleger, die sich dem Rentenalter nähern, sollten weniger in volatile Werte investieren. In jüngeren Jahren dagegen kann die Rendite im Fokus stehen. Wenn Sie etwa kurz vor Renteneintritt in Aktien investieren und einen Kursverlust erzielen, wird es schwierig, im verbleibenden Zeitraum diesen wieder auszugleichen. Anders sieht das bei jüngeren Anlegern aus: Sie können ein höheres Risiko eingehen und mögliche Verluste im Laufe der Jahre noch wettmachen.

Daher kommt auch der Name Lebenszyklusfonds: Sie orientieren sich am voraussichtlichen Zeitpunkt des Ruhestands der Anleger – also an deren Lebenszyklus. Durch die Mischkalkulation kann dabei eine gute Rendite erzielt werden, ohne ein überhöhtes Risiko einzugehen.

 

Lebenszyklusfonds als Mittel zur Altersvorsorge

Dieses Prinzip gibt es grundsätzlich auch im Bereich der staatlich geförderten Altersvorsorge bei Riester-Fondssparplänen. Diese müssen allerdings bestimmte Garantien enthalten. Lebenszyklusfonds gibt es auch im nicht geförderten Bereich der Altersvorsorge. Sie können dabei – wie ein Riesterprodukt – ebenfalls solche Garantien enthalten, müssen es aber nicht.

Allerdings liegt hier im Vergleich zu herkömmlichen Fonds ein Nachteil: Während Lebenszyklusfonds sich an Quoten orientieren (Verhältnis von Aktienanteilen zu anderen Wertpapieren), handeln andere Fondsmanager flexibel und reagieren auf Marktentwicklungen. Das kann zwar das Risiko erhöhen, jedoch auch höhere Renditen generieren.
"Anleger haben es nicht selbst in der Hand, zu welchem Zeitpunkt Umschichtungen vorgenommen werden. Im schlimmsten Fall verkauft die Fondsgesellschaft Anteile an Aktienfonds, wenn die Kurse gerade 'im Keller' sind", sagt Verbraucherschützer Scherfling. In diesem Fall realisieren Anleger durch die Umschichtung Verluste. „Hätten sie in Eigenregie gehandelt, gäbe es die Alternative, erst umzuschichten, wenn sich die Kurse wieder erholt haben", so Scherfling.

 

Strategiewechsel ist fest eingeplant

Von der Struktur her handelt es sich bei Lebenszyklusfonds um Dach- oder Mischfonds, jedoch mit fester Laufzeit und einem fest eingeplanten Strategiewechsel. Die Vorteile liegen in dem begrenzten Verlustrisiko durch die lange Laufzeit. Zudem müssen sich Anleger im Gegensatz zu anderen Fondsklassen während des Anlagezeitraums nicht um Umschichtungen kümmern.

Allerdings können etwa Änderungen in der eigenen Lebensplanung dazu führen, dass Anleger doch noch einmal selbst aktiv werden und den Fonds unter Umständen verkaufen müssen. Mit einem Lebenszyklusfonds binden Sie sich für einen langen Zeitraum. Wenn Sie aber in der ersten, risikoorientierten Phase verkaufen wollen, müssen Sie durchaus Verluste einkalkulieren.

Generell sollten Sie beim Kauf eins solche Fonds darauf achten, dass die Restlaufzeit des Fonds zu Ihrem Alter passt. Ein 40-Jähriger etwa, der plant, mit 67 in den Ruhestand zu gehen, sollte als Ziel-Datum die Jahre 2048 bis 2050 wählen. Insgesamt sollte der Zeitraum bis zum Ruhestand noch lange genug sein, dass der Fonds mögliche Verluste ausgleichen kann – und gleichzeitig eine ausreichend hohe Aktienquote hat, um Rendite zu erzielen.

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Die Kosten bei Lebenszyklusfonds

Die Gebühren für Lebenszyklusfonds sind unterschiedlich. Die jährlichen Verwaltungskosten von aktiv gemanagten Fonds liegen in der Regel zwischen 1,25 und gut zwei Prozent. „Wer einen besonders teuren Fonds erwischt, kann aber auch deutlich mehr zahlen. Gegebenenfalls kommen noch weitere Kosten hinzu, wie zum Beispiel erfolgsabhängige Gebühren", sagt Verbraucherschützer Ralf Scherfling.

Anleger sollten in jedem Fall einen kritischen Blick auf die Kosten werfen. Gerade bei Fonds, die ein vergleichsweise geringes Volumen aufweisen, könnten sie unter Umständen hoch sein. Das schmälert die Rendite. Bei den Fonds in der Tabelle beträgt der Kostenunterschied bis zu 0,5 Prozentpunkte.

Das bringen ausgewählte Lebenszyklusfonds

Fonds / ISIN Performance (in Prozent)
3 Jahre
Performance (in Prozent)
5 Jahre
Performance (in Prozent)
10 Jahre
laufende Kosten (in Prozent)
 
 Allianz Finanzplan 2040 / LU0239368953  34,59  39,47  97,40  1,56
 Fidelity Target 2040 / LU0251120084  37,66  45,73  146,03  1,93
 Deka-Zielfonds 2035-2039 / DE000DK0EFD7  37,39  46,05  133,26  2,04
 Deka-Zielfonds 2040-2044 / DE000DK0EFE5  41,67  50,38  138,00  2,05

Quelle: Mountainview Data GmbH / Biallo.de; Stand 03.02.2022

 

Fazit

Wer einen langfristigen Vermögensaufbau mit relativ niedrigem Risiko anstrebt und sicher ist, dass er sein Geld nicht vor Laufzeitende benötigt, für den sind Lebenszyklusfonds eine bequeme und zielgerichtete Anlageform. Entscheidender Vorteil: Sie müssen sich nicht um Umschichtungen kümmern. Allerdings sollten Sie vergleichen und prüfen, ob der lange Anlagezeitraum auch zu Ihrer Lebensplanung passt. Dabei sollten Sie bedenken, dass nur Renten- und Lebensversicherungen eine regelmäßige Zahlung bis zum Lebensende garantieren. Lebenszyklusfonds leisten nach dem Laufzeitende keine monatlichen Zahlungen für die Altersvorsorge. Allerdings kann ihre Rendite deutlich über der einer Rentenversicherung liegen. Dort liegt der Garantiezins mittlerweile bei nur noch 0,25 Prozent.

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Über den Autor Peter Rensch
ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.
Co-Autoren:
  Andreas Jalsovec
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