Maklerprovision: Bestellerprinzip ist endgültig vom Tisch

Immobilienverkauf Maklerprovision: Bestellerprinzip ist endgültig vom Tisch

von Eike Schulze
02.01.2020
Auf einen Blick
  • Das Bestellerprinzip bei Wohnimmobilienverkäufen unter Privatpersonen wird es nicht mehr geben.

  • Der entsprechende Gesetzentwurf sieht eine Teilung der Maklercourtage zwischen Verkäufer und Käufer vor.

  • Immobilienmakler sollen künftig mehr Mittler zwischen den Interessen des Verkäufers und Käufers sein.
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Das Bestellerprinzip gilt seit 2015 bereits für Mietwohnungen und sollte auch für Immobilienverkäufe gelten. So sollte beim Verkauf von Privatimmobilien derjenige den Makler bezahlen, der ihn auch bestellt hat, also in der Regel der Verkäufer.

So war es die Idee der Ex-Finanzministerin Katarina Barley. Außerdem forderten die Grünen im Frühjahr 2019, dass die Maklercourtage auf zwei Prozent gedeckelt wird. Beide Ideen sind nun vom Tisch. Ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz unter der Ministerin Christine Lambrecht, sieht eine Neuregelung vor, die zu einer Teilung der Maklerprovision führt.

Der Gesetzentwurf zur "Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser" soll noch im ersten Quartal in den Bundesrat gehen. In der zweiten Jahreshälfte könnte das Gesetz dann in Kraft treten.

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Betrag 300.000 €, Laufzeit 15 Jahre, Beleihung 60 %

Was steckt hinter der 50/50-Provision?

Wer einen Immobilienmakler beauftragt, soll künftig mindestens die Hälfte der Provision tragen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Der Käufer der Immobilie muss nur noch maximal die Hälfte der Provision übernehmen. Wenn der Makler infolge zweier Maklerverträge als Interessenvertreter sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer tätig wird, kann er die Courtage nur von beiden Parteien zu gleichen Teilen verlangen. Allerdings gibt es bereits Regionen in Deutschland, wo die Teilung der Maklercourtage üblich ist und hier würde sich dann nur wenig ändern.

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Hat dagegen nur eine Partei – in der Regel der Verkäufer – einen Makler beauftragt, ist dieser laut Gesetzentwurf auch zur Zahlung der Maklerprovision verpflichtet. Erst danach können die Kosten – maximal 50 Prozent – an die andere Partei weitergereicht werden. 

Ziel der Provisionsteilung ist es auch, dass der Immobilienmakler in Zukunft beide Parteien hinsichtlich des Objektes ausführlich beraten muss. Er wirkt quasi wie ein Unparteiischer, der die Interessen beider Parteien unter einen Hut bringen soll. Dabei ist aber noch nicht ganz klar, wie die Beratung beider Parteien gewährleistet und gegebenenfalls auch dokumentiert werden muss. In diesem Zusammenhang ist deshalb im weiteren Verfahren noch eine Konkretisierung zu erwarten.

Ausnahmen von der Reglung

Die neue Regelung gilt nur für selbst genutzten Wohnraum wie Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen oder Einliegerwohnungen – nicht aber für Zwei- und Mehrfamilienhäuser oder gewerblich genutzte Immobilien. Ob die Regelung auch gilt, wenn eine bislang selbst genutzte Wohnimmobilie zur späteren Vermietung erworben wird, ist noch nicht ganz klar.

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Im Zuge der Gesetzesänderung ist auch eine Neuregulierung des Maklerrechtes geplant. Grundsätzlich müssen nach Willen des Justizministeriums die Verträge schriftlich fixiert werden. Gleichzeitig soll sich auch die Transparenz und damit die Überprüfbarkeit von Maklerverträgen verbessern und eine bundeseinheitliche Regelung geschaffen werden.

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1.
962,50
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0,35%
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Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %
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Eike Schulze

entstammt aus einer Familie von Zigarrendrehern, Strandräubern und Baumeistern und entschloss sich entgegen der Familientradition Geographie und BWL bis zum guten Ende zu studieren. Nach Zwischenstation als Vertriebsspezialist und Trainer eines Versicherungsunternehmens entdeckte er seine Leidenschaft für Wirtschaftsjournalismus. Seit 20 Jahren gibt es von ihm etwas zu lesen, zunächst nur in Zeitschriften und zwischen Buchdeckeln und seit gut 10 Jahren auch im Netz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Immobilien, Versicherungen und Geldanlage.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de