Ratgeber der Woche

Tiny House: Wohnglück im Minihaus

Update: 09.09.2020
Auf einen Blick
  • Die amerikanische Tiny-House-Bewegung ist längst in Deutschland angekommen: Häuser im Miniformat schonen den Geldbeutel und ermöglichen nachhaltiges, naturnahes Wohnen.

  • Hiezulande gibt es bereits einige Tiny-Haus-Siedlungen, weitere sind in Planung. Wie Sie vorgehen müssen, wenn Sie sich den Traum vom kleinen Glück im Minihaus erfüllen wollen.

  • Den kompletten Ratgeber gibt es auch als PFD-Download
Neuer Wohntrend Tiny House: Kleines Haus für kleines Geld.

Der Ratgeber der Woche in der Kurzfassung

Das Motto eines Tiny House könnte dagegen lauten: „Small ist beautiful“. Winzige (tiny) Häuser sind nicht nur charmant, sondern eben auch günstig in der Anschaffung, in der Unterhaltung, dem Energieverbrauch. Und sie kommen dem Trend entgegen, dass viele Menschen ihr Leben vereinfachen möchten – auf Überflüssiges verzichten und sich auf das konzentrieren möchten, was ihnen wirklich wichtig ist.

Die Kosten

Die winzigen Häuschen werden meist auf einem Pkw-Anhänger in Holzständerbauweise aufgebaut. Das bietet den Vorteil der Mobilität. Die Wohnfläche beträgt bis zu 55 Quadratmetern. Wer großes handwerkliches Geschick hat, baut das Haus ganz oder teilweise selbst. Ein Rohbau-Haus ist schon für knapp unter 20.000 Euro zu haben. Oder man kauft es komplett eingerichtet von einem Hersteller. Schlüsselfertige Häuser gibt es ab 50.000 Euro.

So vorgehen. Wer sich als Single oder Paar für ein Tiny-Haus interessiert, sollte in folgenden Schritten vorgehen: 

  • Grundriss und Größe bestimmen
  • Ganz oder teilweise selber bauen oder kaufen?
  • Mobiles oder feststehendes Haus?
  • Grundstücks-Suche
  • Finanzierung klären
  • Bisherige Wohnung ausmisten.

 Baugenehmigung ist Pflicht

Selbst kleinste Häuser müssen in der Gemeinde, in der das Grundstück liegt, vom Bauamt genehmigt werden. Der Antragsteller muss die Baubeschreibung, Lageplan, Bauzeichnungen und so weiter zusammen mit einem Architekten oder Zimmerermeister einreichen. Von der Gemeinde geht der Antrag zur Bauaufsichtsbehörde, dem Landratsamt, das über die Erteilung der Baugenehmigung entscheidet. Eine Baugenehmigung gibt es viel eher innerhalb der Gemeindegrenzen als auf der grünen Wiese oder am Waldrand. Denn außerhalb des Ortes müsste erst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, was aufwendig, teuer und oft unrealistisch ist.

Schwierige Grundstückssuche

Größtes Hindernis, seinen Traum vom Minihaus zu erfüllen, dürfte in der Praxis das Finden eines geeigneten, bezahlbaren Grundstücks sowie die Baugenehmigung sein. Denn die Größe des Grundstücks sollte zum Grundriss des kleinen Hauses passen und daher auch nicht so teuer sein. Normalerweise sind die Grundstücke auf größere Häuser ausgelegt. Eine Alternative könnte das Pachten eines Grundstücks von einem Eigentümer sein, der es vielleicht später konventionell bebauen will und Interesse an einer Zwischennutzung hat.

Finanzierung

Hier kommt meist keine „normale“ Baufinanzierung in Frage, bei der das bebaute Grundstück als Absicherung des Bankkredits gilt. Denn meist werden die mobilen Häuser auf einem Pachtgrundstück aufgestellt. Zudem sind den meisten Banken und Sparkassen die Kreditbeträge mit unter 50.000 Euro zu gering. Anders sehen das einige PSD-Banken wie die in Hannover, die Ethikbank und die GLS Bank. Sie bieten eine Mischform aus Baufinanzierung und Ratenkredit. Der Zinssatz hängt von der Höhe des Eigenkapitals und der Bonität des Kunden ab und dürfte bei gut drei Prozent liegen. Geht man von einem Darlehen über 40.000 Euro und einem Zins von 3,70 Prozent aus, wie er von der Degussa-Bank angeboten wird, zahlt man 398,15 Euro im Monat und ist in zehn Jahren wieder schuldenfrei.

Die Tiny-House-Bewegung ist noch recht jung, stammt aus den USA, hat sich aber sehr schnell auch bei uns etabliert und gewinnt zunehmend an Fahrt. Nach Angaben des Tiny House Verbandes werden jährlich mehr als 400 solcher winzigen Häuser in Deutschland gebaut. Mehr als 60 Hersteller bieten solche Immobilien an. Die Minihäuser lassen sich privat und gewerblich nutzen. Im privaten Bereich zum Beispiel als:

  • Erst- oder Zweitwohnsitz
  • Ferienwohnung
  • Gästewohnung
  • Musikzimmer
  • Werkstatt

Im gewerblichen Bereich sind beispielsweise folgende Nutzungmöglichkeiten denkbar:

  • Arbeitszimmer
  • Seminarraum
  • Kindergartenraum
  • Klassenzimmer
  • Friseursalon
  • Praxis

Bei uns werden die kleinen Häuser nicht als Alternative zu Wohnwagen oder Wohnmobil empfunden, mit denen man auf große Fahrt geht. Vor allem Leute aus der alternativen Szene sehen darin eine Möglichkeit, auf günstige Art und Weise ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Damit einher geht der Wunsch, auf Überflüssiges zu verzichten und sich selbst auf das Wesentliche zu konzentrieren.


Mobile Minihäuser

Wenn Sie ein Tiny Haus nur gelegentlich – also nicht immer wieder –  transportieren möchten, reicht dafür eine Kurzzeitzulassung. Das geht über ein Kurzzeitkennzeichen für den Anhänger. Soll das rollende Zuhause dauerhaft für den Straßenverkehr zugelassen werden, ist eine Einzelbetriebserlaubnis erforderlich. Um sie zu bekommen, müssen bestimmte Dinge eingehalten werden: Das Gewicht darf 3.500 Kilogramm nicht überschreiten. Gleiches gilt auch für die Maße von 4,00 Meter Höhe, 2,55 Meter Breite und 8,40 Meter Länge. Der Trailer, auf dem das Haus transportiert wird, muss vom TÜV zugelassen und versichert sein.

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Tiny House-Projekte in Deutschland 

Geldersparnis, Nachhaltigkeit, und Minimalismus – das alles sind Gründe für die Minihäuser. So bilden sich auch in Deutschland immer mehr Interessengruppen für Tiny Houses und viele Minihaus-Besitzer finden mittlerweile in eigens für diese Wohnform konzipierte Tiny-House-Dörfern zusammen. Zwar gibt es hierzulande noch so manche gesetzliche Hürde, doch einige Städte und Kommunen erkennen das Potenzial der minimaleren Bebauung und denken über eine Ausweisung von Flächen für Minihaus-Siedlungen nach.

Wir stellen Ihnen im Folgenden eine Auswahl von bereits exsitierenden Tiny-House-Dörfern in Deutschland vor.

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Minihaus-Ökosiedlung in Hannover

Am 15. Oktober 2019 wurde die Genossenschaft „Ecovillage“ gegründet. Erstes Projekt ist das Quartier Bemerode/Kronsberg-Nord. Die Stadt Hannover hat den Initiatoren ein 50.000 Quadratmeter großes Baugebiet zur Verfügung gestellt. Dort soll Europas größte Tiny House-Siedlung entstehen mit Kleinstwohnungen, die zum Teil in Mobilheimen errichtet werden. In Planung sind 500 Wohneinheiten für rund 800 Menschen.

Wohnen als Grundbedürfnis muss bezahlbar sein – auch im Ecovillage am Kronsberg. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Land, Stadt Hannover und die dort Wohnenden selbst gefordert. So senkt die Kommune beispielsweise mit günstigen Erbpachtkonditionen die Grund- beziehungsweise Einstiegskosten. Klar definierte Baustandards und/oder vorgefertigte Module reduzieren die Erstellungskosten. Konsequente Energiesparmaßnahmen und Synergieeffekte halten die Nebenkosten im Gebäudebereich niedrig. Da sich die Bewohner auf wenig Wohnfläche beschränken, dafür mehr gemeinschaftliche Räume und Synergieeffekte nutzen, wird kostengünstiges Wohnen möglich. Für dieses Projekt werden weiter Interessenten gesucht, die sich beteiligen wollen.

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Kleinsthaus-Dorf in Oberfranken

Im oberfränkischen Fichtelgebirge ist im Jahr 2017 das erste Tiny-House-Dorf entstanden. Seitdem ist die Siedlung am Rande von Mehlmeisel auf 21 Minihäuser mit 30 Bewohnern angewachsen. Auch Gäste können in drei extra dafür zur Verfügung gestellten Häusern übernachten. In absehbarer Zeit sollen bis zu 15 neue Minihäuser auf dem ehemaligen Campingplatz hinzukommen. Die Siedlung soll dann bis zu 60 Menschen beherbergen. Ergänzt wird das Minihaus-Dorf durch ein Baumhaus und ein Café. Dass dieses Projekt Wirklichkeit wurde, ist dem dortigen Bürgermeister Franz Tauber zu verdanken, der sich zugleich über 30 neue Einwohner freut.

Minihäuser plus Betreuung

In der bayerischen-schwäbischen Gemeinde Ursberg sind sieben Tiny Houses für Menschen mit Handicap entstanden – ein deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt zum ambulant betreuten Wohnen. Dort leben in sieben Kleinsthäusern auf 35 Quadratmetern Menschen mit einer geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung. Je nach ihrem persönlichen Bedarf bekommen sie stundenweise Alltagsbegleiter. Die Nachfrage ist so groß, dass man nun fünf weitere Tiny Houses bauen will. Träger des Projekts ist das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW), das in Kloster Holzen nördlich von Augsburg drei weitere Tiny Houses im Juni 2019 fertiggestellt hat. Rund 400 Euro Warmmiete plus Strom zahlen die Bewohner für ihr Tiny House.

Minihaus-Siedlung auf Bahngelände

In der Nähe von Hamburg ist bereits in den ersten Zügen ein Tiny House-Dorf vorhanden. Mitten im Naturpark Lauenburgische Seen in dem kleinen Örtchen Hollenbek stehen dem Initiator Oliver Victor zwischen stillgelegten Bahngleisen 20.000 Quadratmeter für das Tiny-House-Dorf Lilleby zur Verfügung. Darauf sollen nicht nur Tiny Houses für zwölf bis 15 Personen entstehen. Im Haupthaus, einem alten Bahnhofsgebäude, befinden sich Gemeinschaftsräume und WG-Zimmer. Interessierte können zudem Werkstätten und Gewerberäume mieten.

Tiny Houses für Obdachlose

Mit ihren Tiny Houses für Obdachlose haben drei Berliner Freunde eine tolle Idee in die Tat umgesetzt: Bei My Molo kommen die Mobile Lodges ("Molos") im Winter als Kältehilfe in Berlin zum Einsatz. Im Sommer dienen sie ganz anderen Zwecken und Zielgruppen.

Die Freunde aus Berlin haben die "Molo" erfunden – eine mobile Lodge, die auf Festivals als komfortable Alternative zum gewöhnlichen Zelt dient. Diese modulare Lodge, die aus sechs Teilen besteht und in Windeseile auf- und wieder auseinandergebaut werden kann, bietet auf 4,2 Quadratmetern ein Bett für zwei Personen, einen Stromanschluss, eine Belüftung, einen Mini-Kühlschrank, einen Tisch und einen Kleiderhaken. Doch im Winter finden keine Festivals statt – was also tun mit den Tiny Houses? Schade, wenn die Molos solange nur im Lager stehen würden – deshalb dienen einige der kleinen Unterkünfte seit 2016 in Berlin Obdachlosen als Notunterkunft im Winter.

Weitere Minihaus-Projekte finden Sie  unter www.wohnglueck.de.

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Ein Grundstück finden ist die größte Hürde

Der einfachste Weg, sich den Traum vom Tiny House zu erfüllen, ist sicher der, sich einem der bereits bestehenden oder sich in der Entwicklung befindlichen Projekte anzuschließen – zumal Sie dann mit Gleichgesinnten in Nachbarschaft leben.

Deutlich schwieriger ist es, wenn Sie allein ein Grundstück kaufen wollen, auf dem dauerhaft Ihr Minihaus stehen soll. So etwas sieht das deutsche Baurecht normalerweise nicht vor. Denn in jeder Gemeinde gibt es einen Bebauungsplan beziehungsweise einen Flächennutzungsplan. Dieser schreibt den Leuten vor, wie groß die Immobilie höchstens sein darf, aber eben auch wie groß sie mindestens sein soll. Da gibt es oft nicht viel Spielraum, dies nach oben oder unten auszuweiten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein passendes Grundstück zu finden:

  • Sie fragen in den Gemeinden nach, in denen Sie leben möchten. Oft halten vor allem kleinere Kommunen Grundstücke für Neubürger vor.

  • Sie suchen in den Anzeigenrubriken der Tages- und Wochenzeitungen oder geben dort selbst eine Anzeige auf.

  • Sie suchen im Internet. Entweder auf großen Portalen wie immowelt.de, immonet.de, immobilo.de oder immobilienscout24.de – oder auf Spezialseiten. Eine der besten zum Thema Tiny House ist tiny-houses.de. Dort gibt es auch eine Grundstücksbörse, auf der eine Reihe von Angeboten für Klein- und Modulhäuser zu finden sind.

An der Baubehörde kommt niemand vorbei

Haben Sie ein Grundstück gefunden, auf das Sie Ihr künftiges Tiny House bauen oder ein fertiges Haus stellen wollen, müssen Sie einen Architekten oder einen Diplom-Ingenieur für Hochbau zu Rate ziehen. Das ist übrigens Pflicht, denn nur dieser Experte kann vor den Behörden garantieren, dass alle Bauvorschriften eingehalten werden. Das kostet zwar Honorar, das aber wiederum gut angelegtes Geld ist.

Wollen Sie das Haus allein oder mit handwerklich geschickten Leuten gemeinsam zusammen bauen, planen Sie gemeinsam mit dem Architekten den Entwurf. Daran schließt sich die viel genauere Genehmigungsplanung an mit den exakten Baustoffen, Energieversorgung, Wärmeschutz, Wasser und Abwasser und so weiter.

Den fertigen Bauantrag reichen Sie bei der Baubehörde ein. Die Gemeinde legt den Bauantrag dem Landratsamt vor, nachdem sie so oder so entschieden hat. Dieses trifft die endgültige Entscheidung entweder vom Schreibtisch aus anhand der eingereichten Unterlagen. Oder sie sieht sich die Örtlichkeiten direkt an. Nach gut zwei Monaten erhalten Sie in der Regel die Baugenehmigung. Natürlich werden auch Anträge abgelehnt. Aber die Architekten wissen, was in der jeweiligen Gemeinde geht und was nicht. Ist das Minihaus dann gebaut oder ein fertiges angeliefert, haben Sie noch einmal mit dem Bauamt zu tun: Sie müssen die Fertigstellung Ihres neuen Heims anzeigen.

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Was kostet der Kauf eines Minihauses?

In Deutschland und unseren Nachbarländern gibt es eine ganze Reihe von Herstellern, die schlüsselfertige Minihäuser anbieten. Bei den meisten kann man diese auch viel günstiger als Ausbauhaus erwerben, wenn man genügend Zeit und handwerkliches Geschick hat. Die Preise hängen – so heißt es beispielsweise bei der Firma Schwörer-Haus – von vier Faktoren entscheidend ab:

  • Wo wird das Haus platziert? Soll es als alleinstehendes Minihaus im Garten stehen oder wird es auf ein anderes Gebäude bzeziehungsweise zweites Haus aufgesetzt? Ist der Untergrund stabil genug für einfache Punktfundamente oder muss eine Pfahlgründung eingeplant werden? Diese und viele weitere Detailfragen sollten vorab geklärt werden – hier kann gegebenenfalls ein Bodengutachten Sicherheit geben.

  • Wie viel Wohnfläche beziehungsweise welche Außenmaße soll das Tiny Haus haben? Je nachdem wie es genutzt wird, kann es zwischen wenigen Quadratmetern für einen kleinen Anbau oder einen Verkaufsstand bis hin zu einem Minihaus mit 50-70 Quadratmeter nahezu jedes Wohnflächenmaß haben. Es lassen sich auch mehrere Einheiten miteinander kombinieren, so dass auch bungalowartige Minihäuser mit mehr als 70 m² Wohnfläche realisierbar sind.

  • Je hochwertiger die Ausstattung ist, desto höher ist der Preis.

  • Ein weiterer Faktor, der den Preis des Wohnmoduls beeinflusst, ist die Ausbaustufe. Man kann bei Schwörer und anderen wählen zwischen Ausbauhaus, Technik-Fertig, Fast-Fertig oder Bezugsfertig (Schlüsselfertig). Man kann meist seinen ganz persönlichen Eigenleistungs-Umfang festlegen. Vom Anbau mit Ausbau in Eigenleistung bis hin zum Minihaus bezugsfertig mit individuellen Einbaumöbeln ist nahezu alles möglich.

Ein komplett ausgestattetes 30-Quadratmeter-Haus mit  zwei Zimmern kostet bei der Firma Schwörer 96.949 Euro. Für 50 qm zahlt man knapp 130.000 Euro. 


Montage eines "Flyingspace" von Schwörer. Foto: SchwörerHaus/J. Lippert


In Thüringen ist die Firma Flexhome beheimatet. Die Tischlerei Hantschel bietet beispielsweise ein Basismodul als Single-, Gartenhaus oder Büro für unter 30.000 Euro an. Erweiterungsmodule gibt es für rund 19.000 Euro. 


Flexhome der Tischlerei Hantschel. Foto: Tischlerei Hantschel GmbH



Innenansicht Flexhome. Foto: Tischlerei Hantschel GmbH

Mini-Haus von Smart House. Foto: Smart House GmbH

Das Unternehmen SmartHouse erfüllt den Traum vom modularen Wohnen in Holzständerbauweise – nachhaltig und energieeffizient. Die modulare Bauweise wird den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht: zum Beispiel Hanglage, Barrierefreiheit und so weiter. Die Preise von Modulen ab 25 Quadratmetern beginnen in schlüsselfertiger Ausführung bei circa 60.000 Euro. Seit der Gründung im Jahr 2008 wurden bereits über 800 schlüsselfertige Minihäuser verkauft.

Lesen Sie auch: 21 Tipps für Ihre Baufinanzierung

  • Biallo-Tipp: Viele Anregungen und tolle Häuser findet man in dem Buch „Tiny House – Das grosse Praxisbuch: Planung, Selbstbau und Fertighäuser". Mit vielen Erfahrungsberichten. Von Kevin Rechsteiner. AT Verlag. Es kostet im Buchhandel 29,90 Euro.


Minihäuser richtig finanzieren

Wer ein fertiges Haus kaufen will, hat selten so viel Geld auf dem Konto. Ganz ohne Erspartes wird es sicher nicht gehen – den Rest muss man sich leihen. Am besten wäre das natürlich bei Freunden und Verwandten. Ist dort nichts zu holen, bleibt einem nur der Gang zur Bank.

Wir haben dazu Interhyp befragt, den größten Vermittler von Immobilienkrediten in Deutschland. Deren Pressesprecherin, Britta Barlage, erläutert: „Die Finanzierung eines Tiny Houses ist über uns grundsätzlich möglich, stellt aber gewisse Herausforderungen dar. So ist es von Bedeutung, ob nur das Haus oder auch das Grundstück erworben wird beziehungsweise ob Grundstücke oder Immobilien als Sicherheit bestehen. Wenn ein Kunde nur das Haus erwerben und das Grundstück mieten oder pachten will und keine Immobilien vorhanden sind, dann lässt sich die Anschaffung über einen klassischen Raten- beziehungsweise Konsumentenkredit finanzieren. Mit bestehenden Sicherheiten, zum Beispiel einem Grundstück oder Immobilien mit freien Grundschulden, ist eine Baufinanzierung als Kapitalbeschaffung möglich. Beispiel: Bei vorhandenem Grundstück und einem Tiny House in Höhe von 100.000 Euro wäre eine Baufinanzierung durchaus machbar. Zu beachten ist aber dabei auch, dass viele Banken Mindestwohnflächen verlangen, oft liegen diese bei 30 bis 40 Quadratmetern, zum Teil auch nur bei 20. Liegen die Kosten für das Tiny House trotz vorhandenem Grundstück eher im Bereich von 30.000 Euro, so ist auch ein Konsumentenkredit angeraten, weil die Banken Baufinanzierungen in der Regel erst ab höheren Beträgen anbieten. Es gibt auch Banken, die speziell für Tiny Houses Kredite bewerben.“

Zu diesen gehört einmal die ethisch ausgerichtete GLS-Bank. Sie betont ausdrücklich, dass sie auch diese Wohnform mit Krediten unterstützt. Darüber hinaus engagieren sich auf diesem Gebiet einige Vertreter der PSD-Bankengruppe. So ist die PSD Bank Hannover in die Finanzierung des Ecovillage am Kronsberg mit eingebunden. Schließlich bietet die Ethikbank für Tiny Houses einen Sofortkredit bis 50.000 Euro für Minihäuser an.

Neben diesen drei Banken kommen jedoch auch alle anderen Anbieter günstiger Ratenkredite in Betracht.Über den Ratenkredit-Vergleich einfach die drei günstigsten Anbieter aussuchen und den Antragsprozess durchlaufen, um an den günstigsten Zins zu kommen.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Thema Ratenkredit

Minihäuser richtig versichern

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einige Policen abschließen, die aber aufgrund der geringen Maße und Werte nicht teuer sind. Eine Hausratversicherung für ein 40 Quadratmeter großes Haus kostet rund 30 Euro im Jahr. Im Preis enthalten ist der Schutz eines Fahrrades im Wert von 1.000 Euro vor Diebstahl außerhalb des Hauses. Diese Versicherung springt ein:

  • Wenn beispielsweise austretendes Leitungswasser Möbel und Teppiche beschädigt.
  • Aufgrund eines Kurzschlusses ein Brand entsteht und das Mobiliar zerstört wird.
  • Einbrecher Fernseher, Laptop und Handys stehlen.

Nicht mehr als 50 Euro im Jahr zahlt man für eine günstige Wohngebäudeversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 250 Euro im Jahr. Ist die Einrichtung über die Hausratversicherung geschützt, versichert diese Police das Gebäude selber vor den Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Hagel und Sturm. Für einen Aufschlag von rund 30 Euro im Jahr sind auch Elementarschäden wie Schäden durch Überschwemmung abgesichert.






 
 
 
 
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