Low-Volatility-Fonds: Depot-Anker für unruhige Zeiten

Fonds Low-Volatility-Fonds: Depot-Anker für unruhige Zeiten

Max Geißler
von Max Geißler
14.06.2018
Auf einen Blick
  • Anleger, die etwas gegen hohe Schwankungen in ihrem Depot unternehmen wollen, können auf Low-Vola-Fonds setzen.

  • Diese Fonds begrenzen die Volatilität durch gezielte Aktienauswahl und festgelegte Obergrenzen für Aktien oder Branchen.

  • Trotz guter Ergebnisse sind die Fonds aber keine Selbstläufer. Anleger sollten aktuelle Risiken beachten.
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Seit längerem arbeiten Fondsgesellschaften daran, die Schwankungsbreite ihrer Aktienfonds zu verringern. Das Ergebnis sind sogenannte Low-Volatility-Funds, also Aktienfonds, die eine geringere Volatilität aufweisen als der Markt. Die Ratingagentur Morningstar verzeichnet inzwischen über Hundert solcher Fonds allein in Europa – und die Performance kann sich sehen lassen.

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So funktionieren Low-Vola-Fonds

Das Geheimnis von Fonds mit geringer Volatilität ist ihre gezielte Titelauswahl. Die Fonds filtern besonders schwankungsarme Aktien heraus und kaufen diese schwerpunktmäßig ein. Zu solchen Titeln zählen in der Regel solide Unternehmen, die profitabel wirtschaften und nur gering verschuldet sind.

Nicht nur aktiv verwaltete Fonds verfahren nach diesem Prinzip, auch zahlreiche computergesteuerte ETFs versuchen ihre Schwankungen zu minimieren. Dabei suchen Low-Vola-ETFs ihre Aktien nicht wie üblich nach der Höhe der Marktkapitalisierung aus, sondern wegen ihrer geringen Schwankungsbreite.

Eine Reihe von Low-Vola-Fonds und -ETFs fokussieren neben der Volatilität auf ein weiteres Auswahlkriterium: das Klumpenrisiko. Hier achten der Fondsmanager bzw. die ETF-Software darauf, dass die Kursentwicklung der Aktien in bestimmten Börsenphasen nicht zu stark korreliert. Dies kann zum Beispiel bei Autoaktien der Fall sein, etwa wenn der Fonds in einen Autokonzern und in dessen Zulieferer investiert. Bei schlechten Nachrichten für die Autoindustrie fallen sowohl die Aktien des Autobauers als auch die der Zulieferer.

Ein drittes Auswahlkriterium von Low-Vola-Fonds ist eine Beschränkung der Titelgewichtung. Die Fonds verfolgen bestimmte Obergrenzen für einzelne Aktien, Branchen oder Länder. Dadurch soll die Kursabhängigkeit des Fonds von hochgewichteten Papieren oder Branchen verringert werden.

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Stabil in Abschwungphasen

Die spezielle Anlagestrategie von Low-Vola-Fonds zeigt vor allem bei Börsenschwächen Stärken. So machten viele Fonds in den Crashwochen Anfang des Jahres deutlich weniger Verlust als ihr Vergleichsmarkt. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Betrachtung des maximalen Wertverlustes, denn mit der Höhe des Kursrückgangs wächst überproportional der notwendige Gewinn, um den Rückgang auszugleichen. Ein Kursverfall von 50 Prozent kann erst durch einen Gewinn von 100 Prozent ausgeglichen werden. Bei 60 Prozent Verlust, sind bereits 150 Prozent nötig.

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Langfristig gute Ergebnisse

Positiv auf lange Sicht hervorzuheben sind europäische Low-Vola-Fonds. Während der Aktienindex MSCI Europe in den vergangenen fünf Jahren Rückschläge von mehr als 16 Prozent verkraften musste, machten entsprechende Low-Vola-Fonds keine zehn Prozent Minus. Die Performance dieser Fonds hat von der geringeren Schwankung profitiert. So erzielten beispielsweise der Robeco QI European Conservative Fund (ISIN LU0792910134) oder der Amundi ETF MSCI Europe Minimum Volatility (ISIN FR0010713768) jährliche Renditen von über neun Prozent. Der Aktien-Index selbst gewann nur acht Prozent pro Jahr hinzu.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich beim MSCI World Index. Auf den Index fokussierte Low-Vola-Fonds verzeichneten zwar ebenfalls geringere maximale Wertverluste als der Index, das führte bei den Fonds aber nicht zu einer Outperformance gegenüber dem Index. Sowohl der Aktien-Index als auch entsprechende Fonds wie der AB Sicav I Low Volatility Equity (ISIN LU0861579265) oder der iShares Edge MSCI World Min. Vola ETF (IE00B8FHGS14) legten auf Fünfjahressicht jeweils rund zwölf Prozent zu.

Aktuelle Risiken beachten

Trotz sicherheitsorientierter Strategie sind aber auch Low-Vola-Fonds nicht ohne Risiken. Die Morningstar Analystin Natalia Wolfstetter verwies kürzlich darauf, dass schwankungsarme Aktien bereits sehr teuer seien, was das weitere Kurspotenzial bremse und das Rückschlagspotenzial erhöhe. Zum anderen seien die Papiere gefährdet bei steigenden Zinsen, da sie aufgrund hoher Dividendenrenditen häufig anstelle von Anleihen in die Fonds aufgenommen wurden. Steigen jetzt die Anleihezinsen, könnten Fondsmanager Low-Vola-Aktien verkaufen, da deren Dividenden an Attraktivität verlieren.

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  • Experten-Tipp: Nur Fonds kaufen, die auf eine möglichst geringe Bewertung ihrer Aktieninvestments achten, und die eine möglichst große Anzahl von Aktien halten. Außerdem sollte der Anteil typisch gering schwankender Branchen wie Konsumgüter oder Kommunikations-Aktien begrenzt sein.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de