Low-Volatility-Fonds: Stabilitätsanker in turbulenten Börsenzeiten

Corona-Krise Low-Volatility-Fonds: Stabilitätsanker in turbulenten Börsenzeiten

Max Geißler
von Max Geißler
19.03.2020
Auf einen Blick
  • Anleger, die etwas gegen hohe Schwankungen in ihrem Depot unternehmen wollen, können diese mit sogenannten Low-Vola-Fonds abfedern.

  • Diese Fonds begrenzen die Volatilität durch gezielte Aktienauswahl und festgelegte Obergrenzen für Aktien oder Branchen.

  • Trotz guter Ergebnisse sind die Fonds aber keine Selbstläufer. Anleger sollten aktuelle Risiken beachten.
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Nicht erst seit dem Corona-Crash arbeiten Fondsgesellschaften daran, die Schwankungsbreite ihrer Aktienfonds zu verringern. Das Ergebnis sind sogenannte Low-Vola-Fonds, also Aktienfonds, die eine geringere Volatilität aufweisen als der Markt. Die Ratingagentur Morningstar verzeichnet inzwischen über 100 solcher Fonds allein in Europa. Die Ergebnisse dieser Fonds können sich durchaus sehen lassen.

So funktionieren Low-Vola-Fonds

Das Geheimnis von Fonds mit geringer Volatilität ist ihre gezielte Titelauswahl. Die Fonds filtern besonders schwankungsarme Aktien heraus und kaufen diese schwerpunktmäßig ein. Zu solchen Titeln zählen in der Regel solide Unternehmen, die profitabel wirtschaften und nur gering verschuldet sind.

Nicht nur aktiv verwaltete Fonds verfahren nach diesem Prinzip, auch zahlreiche computergesteuerte ETFs versuchen ihre Schwankungen zu minimieren. Dabei suchen Low-Vola-ETFs ihre Aktien nicht wie üblich nach der Höhe der Marktkapitalisierung aus, sondern wegen ihrer geringen Schwankungsbreite.

Eine Reihe von Low-Vola-Fonds und -ETFs fokussieren neben der Volatilität auf ein weiteres Auswahlkriterium: das Klumpenrisiko. Hier achten der Fondsmanager bzw. die ETF-Software darauf, dass die Kursentwicklung der Aktien in bestimmten Börsenphasen nicht zu stark korreliert. Dies kann zum Beispiel bei Autoaktien der Fall sein, etwa wenn der Fonds in einen Autokonzern und in dessen Zulieferer investiert. Bei schlechten Nachrichten für die Autoindustrie fallen sowohl die Aktien des Autobauers als auch die der Zulieferer.

Ein drittes Auswahlkriterium von Low-Vola-Fonds ist eine Beschränkung der Titelgewichtung. Die Fonds verfolgen bestimmte Obergrenzen für einzelne Aktien, Branchen oder Länder. Dadurch soll die Kursabhängigkeit des Fonds von hochgewichteten Papieren oder Branchen verringert werden.

Lesen Sie auchETFs versus aktive Fonds: Wer hat die Nase vorn?ETFs oder klassische Fonds?

Stabil in Abschwungphasen

 Wie Robust Low-Vola-Fonds sind, zeigt ein Blick auf europäische Aktien. Während der Aktienindex MSCI Europe in den vergangenen sechs Monaten einen Verlust von fast 24 Prozent verkraften muss (Stichtag: 17. März), halten sich vergleichbare Low-Vola-Fonds wacker. Die Performance dieser Fonds profitiert von geringeren Schwankungen.

Besonders positiv hervorzuheben ist der aktiv verwaltete Aktienfonds: Robeco QI European Conservative Fund. Der Fonds liegt auf Sechsmonatssicht immerhin ein Prozent im Plus. Deutlich schlechter, aber immer noch zwei Prozent besser als der Vergleichsindex, performte der iShares Edge MSCI Europe Minimum Volatility UCITS ETF. Seine Halbjahresbilanz beträgt minus 22 Prozent.

Performancevorteile ergeben sich auch beim MSCI World Index. Auf den Index fokussierte Low-Vola-Fonds verzeichnen geringere maximale Wertverluste als der Index, was zu einer deutlichen Outperformance gegenüber dem Index führt. Während der Aktien-Index binnen sechs Monaten mehr als 22 Prozent verlor, beschränkte sich das Minus beim Aktienfonds AB Sicav I Low Volatility Equity auf gerade einmal 1,6 Prozent. Der iShares Edge MSCI World Minimum Vola ETF gab im gleichen Zeitraum nur 2,5 Prozent nach.

Lesen Sie auch unser Interview mit Scalable-Chef Erik Podzuweit zum Börsencrash: "Es gibt grundsätzlich zwei Szenarien"

Aktuelle Risiken beachten

Trotz sicherheitsorientierter Strategie sind aber auch Low-Vola-Fonds nicht ohne Risiken. Fallen die Kurse auf breiter Front, können sie sich nur mit Mühe dagegen stemmen. Zudem sind die Papiere bei steigenden Zinsen gefährdet, da sie aufgrund hoher Dividendenrenditen häufig anstelle von Anleihen in die Fonds aufgenommen werden. Steigen die Anleihezinsen, könnten Fondsmanager versucht sein, Low-Vola-Aktien verkaufen, da deren Dividenden an Attraktivität verlieren.

Lesen Sie auch: Investieren mit Dividenden-ETFs

Biallo-Tipp: Nur Fonds kaufen, die auf eine möglichst geringe Bewertung ihrer Aktieninvestments achten, und die eine möglichst große Anzahl von Aktien halten. Außerdem sollte der Anteil typisch gering schwankender Branchen wie Konsumgüter oder Telekommunikation begrenzt sein.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 231,32
1,15%
2.
 221,21
1,10%
3.
211,10
1,05%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre
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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de