Goldsparpläne: Mit regelmäßigen Sparraten in Gold investieren

Vermögensaufbau Goldsparpläne: Mit regelmäßigen Sparraten in Gold investieren

Peter Rensch
von Peter Rensch
17.05.2019
Auf einen Blick
  • Idealerweise verfügen Goldsparpläne über verschiedene Goldprodukte als Sparziel.

  • Erkundigen Sie sich darüber, wie das Gold gesichert und versichert ist, da ansonsten bei Diebstahl oder Katastrophen ein Verlust droht.

  • Bei Goldsparplänen sollte man sich wegen der tendenziell langen Laufzeit für einen etablierten Anbieter entscheiden.
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Wenn Sie mit regelmäßigen Raten ihr Geld in das goldene Edelmetall investieren wollen, bieten Banken, Sparkassen oder Finanzvermittler – aber auch Edelmetallhändler – Sparplanmodelle an. Dabei profitieren Sie im Idealfall von steigenden Goldpreisen, erhalten jedoch im Gegensatz zu klassischen Sparplänen keine Verzinsung.

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"Jeder Kauf bedeutet einen Tausch von Geldwert in Sachwert. Das ist wichtig, denn Gold – im Gegensatz zu Geldwerten – unterliegt als Sachwert keinem Bonitätsrisiko. Gleichzeitig schützen Sachwerte nachweislich vor Inflation", sagt Raphael Scherer, Geschäftsführer der Degussa Goldhandel GmbH. "Deshalb bieten Goldsparpläne einen wirksamen Schutz vor Geldentwertung. Aufgrund der regelmäßigen Einzahlungen kaufen Goldsparplankunden langfristig zu einem günstigen Durchschnittspreis, nutzen also den sogenannten Cost-Average-Effekt. Auf Sicht profitieren sie dadurch sogar von vorübergehend niedrigen Goldpreisen."

In der Regel funktionieren die Goldsparpläne wie folgt: Sie wählen eine feste oder flexible monatliche Sparrate und legen fest, in welches Goldprodukt investiert werden soll. Es muss sich dabei um Anlagegold handeln – mit einem Mindestgehalt von 995/1000, bei Goldmünzen 900/1000. Eine Mehrwertsteuer wird beim Kauf nicht erhoben. Haben Sie die Summe angespart, die nötig ist, um das Gold zu erwerben, wird die Kauforder ausgelöst, beziehungsweise Sie geben, beispielsweise online, den Kauf in Auftrag.

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3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Bakersteel Gl. Fd. S. -Electrum Fd. A2 EUR
LU0229009351
7,72%
2.
ALTIS Fund Global Resources
LU0188358195
2,64%
3.
Sunares Sustainable Natural Resources
LU0344810915
2,51%
Laufzeit: 5 Jahre

Prüfen Sie die Höhe des Aufgelds beim Goldsparvertrag

Eine Sprecherin der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) erläutert die Vorteile von Gold als Beimischung zum Vermögens-Portfolio: "Gold gilt als Krisenwährung. Es bewahrte in der Vergangenheit langfristig die Kaufkraft. Obwohl auch Gold im Preis schwankt, hat es seine Stabilität in den letzten Jahrhunderten stets bewiesen." Im Gegensatz zu Papiergeld habe Gold einen "inneren Wert" und kann nicht künstlich hergestellt werden. "Das bedeutet, dass hier nicht nur eine aufgeprägte Zahl den Preis angibt, sondern das Edelmetall selbst einen inneren Wert besitzt."

Beim Kauf des Goldes wird ein Aufgeld berechnet und zu dem aktuellen Tageswert addiert. Vor Abschluss des Sparvertrags sollten Sie die Höhe des Aufgelds prüfen und mit anderen Anbietern vergleichen, da es hierbei extreme Unterschiede gibt. Es gibt Goldsparpläne, die sich ausschließlich auf kleinere Barren fokussiert haben. Diese sind in der Anschaffung günstig, aber im Vergleich zu größeren Barren wegen des Aufgeldes teurer. Solche Goldsparverträge sollten Sie möglichst meiden.

Hierzu erklärt Katharina Lawrence, Anlageexpertin der Verbraucherzentrale Hessen: "Sie sollten bedenken, dass Goldsparpläne keine Verzinsung oder Dividenden bieten und die Goldpreisentwicklung nicht vorhersehbar ist. Weiterhin empfehle ich, die Gesamtkosten im Augen zu behalten. Neben Ankaufsgebühren fallen meist Depot- und Bearbeitungsgebühren an sowie teilweise auch Lagerkosten."

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Achten Sie auf die Mindestlaufzeit

Eine weitere Form von Goldsparplänen ist der Erwerb von Anteilen an Goldbarren oder Münzen. Auch hier sind Gewinn und Verlust abhängig von der Goldpreisentwicklung. Viele Goldsparpläne habe eine Mindestlaufzeit, so dass Sie sich für einen festgelegten Zeitraum binden, was laut Katharina Lawrence zu Lasten der finanziellen Flexibilität geht.

Die Sprecherin der DVAG weist darauf hin: "Besonders erfreulich ist es, dass bei der Deutschen Vermögensberatung auch Kleinanleger diese Vorteile bereits ab 25 Euro monatlich für sich nutzen können, um so in physisches Gold höchster Qualität zu investieren."

Bei Goldsparplänen werden über einen längeren Zeitraum die Sparraten regelmäßig in Gold investiert und damit gleichzeitig typische Anlegerfehler einer Einmalanlage vermieden (Vorteile des Cost-Average-Effekts nutzen). Dieser Anlagekniff ist generell beim Investmentsparen nützlich, um bereits mit wenig Geld an größeren Töpfen teilzuhaben. Ein Sparplan ist außerdem flexibel, denn er lässt sich jederzeit aussetzen, ändern oder beenden.

  • Biallo-Tipp: Achten Sie darauf, dass die Kündigungsfrist nicht länger als drei Monate beträgt, damit Sie sich nicht zu lange binden und bei Bedarf eine andere Anlageklasse wählen beziehungsweise die Ratenzahlung einstellen können.

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Unterschiedliche Mindestsparraten

"Die Goldsparpläne der Degussa haben keine Mindestvertragslaufzeit, kein Mindestsparvolumen und sind jederzeit kündbar. Weiterhin gibt es keinen vorgeschriebenen Mindestsparbetrag. Allerdings empfehlen wir den Kunden monatliche Sparraten ab 50 Euro", erläutert Scherer. Dadurch ließen sich Sparziele in einer überschaubaren Zeit erreichen, was für die Kunden jedes Mal ein Erfolgserlebnis bedeute. "Natürlich sind flexible Sonderzahlungen ebenso möglich wie eine vorübergehende Aussetzung der Zahlung."

Mindestsparraten sind die Regel – teilweise von einem bis 50 Euro – je nach Anbieter. Die Anbieter der Goldsparpläne sind verpflichtet, das Edelmetall zu lagern. Hierzu äußert sich die Expertin der Verbraucherzentrale Hessen: "Sie sollten wissen, wo das Gold tatsächlich untergebracht wird. Es gibt Lagerplätze im Ausland, wo kaum zu kontrollieren ist, ob es dort ausreichend gesichert ist."

  • Biallo-Tipp: Erkundigen Sie sich, wie das Gold gesichert und versichert ist, da ansonsten bei Diebstahl oder Katastrophen ein Verlust droht. Lassen Sie sich den Versicherungsnachweis vorlegen.

Ein Goldsparplan ist sicherlich eine sinnvolle Alternative zum Direktkauf von Gold. Vor allem dann, wenn Sie nicht über die notwendige Summe für den Direktankauf verfügen und monatliche Werte ansparen wollen. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: "Bei Goldsparplänen sollte man sich wegen der tendenziell langen Laufzeit für einen etablierten Anbieter entscheiden. Günstige Kaufpreise und geringe Kosten sind natürlich ebenfalls wichtig", rät Scherer. So sollten sich die Preisaufschläge gegenüber dem Kauf ganzer Barren oder Münzen in möglichst engen Grenzen halten. "Unternehmen, die Vertrieb und Abwicklung aus einer Hand anbieten, zeichnen sich meist auch durch kundenfreundliche Konditionen aus."

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Gesamtkosten im Auge behalten

Die Verbraucherzentrale rät, die Kosten und Gebühren genau unter die Lupe zu nehmen. Bearbeitungs- und Einrichtungsgebühren beim Kauf, regelmäßige Lagerkosten und mögliche Transportkosten bei Kaufabsichten sind ins Kalkül zu ziehen. Darüber hinaus sollten Sie bedenken, dass Sie das physische Gold unterbringen müssen – beispielsweise in einem Banktresor. Einige Anbieter berechnen keine Gebühren für Versicherung und Lagerung, andere rufen enorme Summe ab – zu Lasten Ihrer Renditechance. Ein Gebührenvergleich ist daher unerlässlich.

Beachten Sie weiterhin den sogenannten "Spread", also die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis: So machen Sie bei einem Goldverkauf erst dann einen Gewinn, wenn der Verkaufspreis über Ihrem Einstiegspreis liegt. Und weiterhin warnt die Verbraucherzentrale vor unseriösen Anbietern. Deshalb ist vor Abschluss eines Sparvertrages genau zu prüfen mit wem man es zu tun hat – denn das Gold halten Sie vorerst nicht in den Händen und können daher nicht abwägen, ob ihr Geld auch tatsächlich in das Edelmetall investiert wurde.

"Wir haben sogar Fälle, in denen Haustürgeschäfte abgeschlossen wurden mit horrenden Vermittlungskosten", berichtet Katharina Lawrence. "Bei solchen unseriösen Anbietern ist nicht nachprüfbar, ob das angesparte Geld tatsächlich in Gold investiert wird."

Achten Sie weiterhin darauf, dass Ihr Vertragspartner das eingelagerte Gold als Sondervermögen aufführt. Dann fließt es im Fall der Fälle nicht in die Insolvenzmasse, sondern steht den Anlegern zu.

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3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 243,46
1,21%
2.
211,10
1,05%
3.
 190,90
0,95%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Fachliche Beratung ist zu empfehlen

Noch einmal Degussa-Geschäftsführer Scherer: "Idealerweise verfügen Goldsparpläne über verschiedene Goldprodukte als Sparziel, und ganz entscheidend ist natürlich, dass im Rahmen des Goldsparplans auch tatsächlich physisches Gold erworben wird, und nicht nur Papiergold in Form von Ansprüchen. Weiterhin sollten Käufe beziehungsweise Verkäufe handelstäglich und nicht nur zu bestimmten Terminen–etwa einmal in der Woche– stattfinden, und die Lagerung des Sparplanbestandes sollte voll versichert als Eigentum der Kunden erfolgen."

  • Biallo-Tipp: Zum Stichwort Steuern – Gewinne müssen bei einer Haltedauer von weniger als einem Jahr versteuert werden. Über den Zeitraum hinaus sind sie steuerfrei.

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Die Sprecherin der Deutschen Vermögensverwaltung AG rät abschließend: "Idealerweise sollten Anleger vor einer Investmententscheidung wissen, welche Anbieter, Produkte und unterschiedliche Konditionen es gibt und welche Variante davon den eigenen Wünschen entspricht. Dies benötigt allerdings, neben dem nötigen fachlichen Know-how, auch einen guten Marktüberblick und viel Zeit, sich mit den Details auseinanderzusetzen. Für den Einzelnen ist dies in der Regeln so nicht machbar."

Sie empfiehlt deshalb eine professionelle, persönliche Beratung und erklärt weiter: "Bei der Deutschen Vermögensberatung schauen die Finanzexperten dabei nicht nur auf die Ziele und Wünsche der Kunden, sondern achten auch darauf, dass die empfohlenen Maßnahmen zur gesamten Lebenssituation und den möglicherweise bereits bestehenden Anlagen oder Verpflichtungen passt. Denn schließlich sollte die persönliche Finanz- und Vorsorgestrategie kein Stückwerk, sondern möglichst aus einer Hand maßgeschneidert sein."

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Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fasst die wichtigsten Punkte, die Sie vor Abschluss eines Goldsparplans berücksichtigen sollten, noch einmal zusammen: "Goldsparpläne ermöglichen es Anlegern grundsätzlich, auch mit kleineren monatlichen Beträgen anteilig Gold zu erwerben. Hier empfiehlt sich – wie sonst auch – ein Vergleich verschiedener Anbieter. Dabei sollten Interessierte insbesondere darauf achten, wer das Gold wo einlagert und wie es gesichert beziehungsweise versichert ist."

Ferner sollte geklärt werden, ob es Mindestlaufzeiten gibt und ob – oder zu welchen Bedingungen – zu einem späteren Zeitpunkt eine Übersendung des Goldes möglich ist. "Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die anfallenden Kosten und Gebühren des Goldsparplans", betont Scherfling. "Anleger sollten teure Produkte meiden und die Seriosität des Anbieters prüfen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sollte Gold bestenfalls eine Beimischung sein und fünf bis maximal zehn Prozent des Vermögens nicht übersteigen."

Fazit

Wenn Sie mit kleinen Sparraten in Gold investieren wollen um physische Produkte zu erwerben, sind Goldsparpläne eine interessante Anlageform. Allerdings müssen Sie die Kosten im Auge behalten und unseriöse Anbieter meiden.

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ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de