Haben Sie einen Fondssparplan abgeschlossen, sollten Sie sich gleichzeitig einen Sicherheitsbaustein aufbauen, der die renditestarken ETFs ergänzt. Das können Anleihe-ETFs oder Tagesgeld oder Festgeld sein. Je nach Risikotyp und der zur Verfügung stehenden Zeit zum Sparen kann man sich für verschiedene Varianten entscheiden. Beispiel: Wer je 50 Prozent in Aktien-ETFs und 50 Prozent in Zinsanlagen investiert, hat eine ausgewogene Variante gewählt. Wenn die Aktienkurse nun vorübergehend um 20 Prozent einknicken, verliert der Wert der Geldanlage eben nur zehn Prozent. Und ein echter Verlust wäre das nur dann, wenn Sie die ETFs verkaufen anstatt die schwache Börsenphase auszusitzen.
Festgeld als Sicherheitsbaustein in Ihrem Portfolio empfiehlt sich vor allem dann, wenn Sie noch zu den eher unerfahrenen Anlegenden gehören. Damit sind Sie zwar nicht so flexibel wie mit Anleihen. Sie haben bei der Anlage aber keine Kosten und vor allem keine Kursschwankungen. Auch zeigt der Festgeld-Vergleich von biallo.de: Für Festgeld mit mindestens guter Sicherheit bekommen Sie derzeit bei einem und zwei Jahren Laufzeit immer noch knapp drei Prozent Zinsen.
Allerdings verlangen viele Banken für Festgeld eine Mindestanlagesumme, zum Beispiel 500 oder manchmal sogar 5.000 Euro. Nur, wie bekommen Sie so viel Geld überhaupt für Ihren Sicherheitsbaustein zusammen? Auch hier gilt der Spruch: Kleinvieh macht auch Mist. Sie legen zunächst Monat für Monat schrittweise Geld aufs Tagesgeldkonto zurück. Ist die Notreserve gefüllt, sparen Sie weiter für die spätere Festgeldanlage. Im Idealfall sind Sie dann nach einigen Jahren so weit, dass Sie sich eine eigene Zinstreppe bauen können.
Dazu rät Finanzexperte Larisch. Sie teilen das Ersparte in kleinere Häppchen auf und legen zum Beispiel je 1.000 Euro zu fünf verschiedenen Laufzeiten von ein bis fünf Jahren als Festgeld an. So haben Sie einerseits immer wieder die Möglichkeit, über einen Teil des Ersparten zu verfügen und neu zu investieren. Andererseits können Sie sich mit den längeren Laufzeiten das derzeit bestehende Zinsniveau sichern und müssen sich nicht ärgern, wenn die Zinsen zurückgehen sollten.
Und was bringt das alles? Eine ganze Menge. Gerade konnte die Stiftung Warentest auf die reale Wertentwicklung von solchen sogenannten Pantoffel-Portfolios in insgesamt zehn zurückliegenden Jahren zurückschauen. Das Ergebnis sieht gut aus: Wer im Februar 2014 die ausgewogene Variante gewählt und einen Betrag von 100 000 Euro je zur Hälfte in einem Weltaktien-ETF und einen Euro-Anleihen-ETF gesteckt hätte und diese Balance stetig eingehalten hat, konnte sich zehn Jahre später über ETF-Anteile im Wert von etwa 188 000 Euro freuen. Das entspricht einer Rendite von 6,5 Prozent pro Jahr, trotz zwischenzeitlicher Kursstürze an den Börsen und der langen Nullzins- und Negativzinsphase. Wer vor zehn Jahren mit einem Sparplan jeden Monat 200 Euro in das ausgewogene Pantoffel-Depot investiert hätte, insgesamt also 24 000 Euro, hätte sein Geld auf heute knapp 32 000 Euro vermehrt.