Ist ein ETF-Sparplan sinnvoll für die Altersvorsorge?
Wer noch mindestens zehn Jahre Zeit bis zur Rente hat, kann über einen ETF-Sparplan als zusätzlichen Baustein für die Altersvorsorge nachdenken. ETFs bieten einige Vorteile, sind allerdings mit Kursschwankungen und Verlustrisiken verbunden.
Welche Vorteile hat ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge?
Breit gestreute ETFs lassen sich vergleichsweise einfach besparen und ermöglichen es, mit einem einzigen Wertpapier in zahlreiche Unternehmen zu investieren. Zu ihren wichtigsten Vorteilen zählen:
- vergleichsweise geringe laufende Kosten,
- eine breite Streuung über viele Unternehmen,
- flexibel anpassbare Sparraten und
- die börsentägliche Handelbarkeit.
Damit eignet sich ein breit gestreuter ETF für die Altersvorsorge in der Regel besser als ein Depot mit nur wenigen Einzelaktien. Thesaurierende Fonds sind darüber hinaus besonders geeignet, um den Zinseszinseffekt zu nutzen. „Thesaurierend“ bedeutet, dass Erträge des Fonds automatisch wieder angelegt werden. Dadurch kann das investierte Kapital langfristig stärker wachsen, als wenn die Ausschüttungen entnommen werden.
Dazu ein Beispiel: Sie zahlen 30 Jahre lang mit einem Sparplan monatlich 100 Euro in einen weltweit anlegenden Aktien-ETF ein. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6,8 Prozent pro Jahr könnten daraus über diesen Zeitraum mehr als 100.000 Euro werden. Selbst eingezahlt hätten Sie insgesamt lediglich 36.000 Euro. Die tatsächliche Wertentwicklung kann allerdings deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Dass solche langfristigen Renditen in der Vergangenheit möglich waren, zeigt die aktuelle Wertentwicklungsstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI): Sparpläne mit globalen Aktienfonds erzielten über einen Zeitraum von 30 Jahren im Durchschnitt eine jährliche Rendite von rund 7,2 Prozent (Stichtag: 30. Juni 2026). Vergangene Wertentwicklungen sind jedoch keine Garantie für zukünftige Renditen.
Zum Vergleich: Sichere Geldanlagen wie Festgeld bieten in der Regel deutlich geringere Renditechancen als Aktien-ETFs. Laut Biallo-Auswertung liegen die durchschnittlichen Zinsen für zehnjähriges Festgeld derzeit bei rund drei Prozent pro Jahr (Stand: Oktober 2026).
Welche Risiken haben ETFs für die Altersvorsorge?
ETFs können eine gute Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen, das Sie im Alter nutzen oder vererben können. Die passiv gemanagten Indexfonds haben jedoch auch Risiken und Nachteile. Der Wert von Aktien-ETFs kann zeitweise deutlich schwanken, und auch längere Verlustphasen sind möglich.
Deshalb sollten Sie nur Geld investieren, das Sie kurzfristig nicht zum Leben brauchen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in Rente und möchten nun Monat für Monat etwas von Ihrem investierten Kapital aufbrauchen, doch Ihr Depot ist genau zu diesem Zeitpunkt im Minus. Dann müssten Sie Fondsanteile möglicherweise zu einem niedrigeren Preis verkaufen, als Sie sie erworben haben. In diesem Fall würden Sie den Verlust realisieren.
Umso wichtiger ist es, Ihr Vermögen nicht ausschließlich in Aktien-ETFs anzulegen. Einen Teil Ihres Vermögens sollten Sie als liquide Reserve auf einem verzinsten Tagesgeldkonto vorhalten. Für planbare Ausgaben in den kommenden Jahren kann sich auch Festgeld eignen.