ETF-Altersvorsorge

ETF-Sparplan für die Rente: So funktioniert Altersvorsorge mit ETFs

Saskia Weck
Redakteurin
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 08.10.2026

Auf einen Blick

  • Ein breit gestreuter ETF-Sparplan eignet sich vor allem, wenn Sie noch mindestens zehn bis 15 Jahre bis zum geplanten Rentenbeginn haben.
  • Weltweit anlegende ETFs verteilen das Geld auf viele Unternehmen, Länder und Branchen und reduzieren dadurch Einzelrisiken.
  • Neben ETFs sollten Sie für die Altersvorsorge auch einen ausreichenden Sicherheitspuffer auf Tages- oder Festgeld einplanen.
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Mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan lässt sich langfristig zusätzliches Vermögen für den Ruhestand aufbauen.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Wer mindestens 27 Jahre alt ist und fünf Jahre Beitragszeiten gesammelt hat, erhält einmal jährlich Post von der Deutschen Rentenversicherung. Die Renteninformation zeigt unter anderem, mit welcher gesetzlichen Altersrente Versicherte nach heutigem Stand rechnen können. Meist wird dabei deutlich: Um den Lebensstandard auch im Ruhestand zu halten, ist zusätzliche Altersvorsorge sinnvoll.

Das kann eine Betriebsrente sein, in die der Arbeitgeber häufig mit einzahlt. Aber auch eine selbst genutzte Immobilie kann im Alter die Wohnkosten reduzieren. Eine weitere Möglichkeit sind börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Mit ihnen können Sparerinnen und Sparer breit gestreut am Aktienmarkt investieren. Ab dem 1. Januar 2027 kommt mit dem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot eine weitere Möglichkeit hinzu.

Wir erklären Ihnen, wie Sie mit ETFs langfristig für die Rente vorsorgen können, welche Indexfonds infrage kommen und was Sie bei Risiken, Kosten, Steuern und der späteren Auszahlung beachten sollten.

Kurz erklärt: Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig in einen oder mehrere börsengehandelte Indexfonds. Für die Altersvorsorge eignen sich vor allem breit gestreute Aktien-ETFs und ein langer Anlagehorizont. Wichtig sind niedrige Kosten, ausreichende Risikostreuung und ein finanzieller Puffer außerhalb des Depots.

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Ist ein ETF-Sparplan sinnvoll für die Altersvorsorge?

Wer noch mindestens zehn Jahre Zeit bis zur Rente hat, kann über einen ETF-Sparplan als zusätzlichen Baustein für die Altersvorsorge nachdenken. ETFs bieten einige Vorteile, sind allerdings mit Kursschwankungen und Verlustrisiken verbunden.

Welche Vorteile hat ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge?

Breit gestreute ETFs lassen sich vergleichsweise einfach besparen und ermöglichen es, mit einem einzigen Wertpapier in zahlreiche Unternehmen zu investieren. Zu ihren wichtigsten Vorteilen zählen:

  • vergleichsweise geringe laufende Kosten,
  • eine breite Streuung über viele Unternehmen,
  • flexibel anpassbare Sparraten und
  • die börsentägliche Handelbarkeit.

Damit eignet sich ein breit gestreuter ETF für die Altersvorsorge in der Regel besser als ein Depot mit nur wenigen Einzelaktien. Thesaurierende Fonds sind darüber hinaus besonders geeignet, um den Zinseszinseffekt zu nutzen. „Thesaurierend“ bedeutet, dass Erträge des Fonds automatisch wieder angelegt werden. Dadurch kann das investierte Kapital langfristig stärker wachsen, als wenn die Ausschüttungen entnommen werden.

Dazu ein Beispiel: Sie zahlen 30 Jahre lang mit einem Sparplan monatlich 100 Euro in einen weltweit anlegenden Aktien-ETF ein. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6,8 Prozent pro Jahr könnten daraus über diesen Zeitraum mehr als 100.000 Euro werden. Selbst eingezahlt hätten Sie insgesamt lediglich 36.000 Euro. Die tatsächliche Wertentwicklung kann allerdings deutlich höher oder niedriger ausfallen.

Dass solche langfristigen Renditen in der Vergangenheit möglich waren, zeigt die aktuelle Wertentwicklungsstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI): Sparpläne mit globalen Aktienfonds erzielten über einen Zeitraum von 30 Jahren im Durchschnitt eine jährliche Rendite von rund 7,2 Prozent (Stichtag: 30. Juni 2026). Vergangene Wertentwicklungen sind jedoch keine Garantie für zukünftige Renditen.

Zum Vergleich: Sichere Geldanlagen wie Festgeld bieten in der Regel deutlich geringere Renditechancen als Aktien-ETFs. Laut Biallo-Auswertung liegen die durchschnittlichen Zinsen für zehnjähriges Festgeld derzeit bei rund drei Prozent pro Jahr (Stand: Oktober 2026).

Welche Risiken haben ETFs für die Altersvorsorge?

ETFs können eine gute Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen, das Sie im Alter nutzen oder vererben können. Die passiv gemanagten Indexfonds haben jedoch auch Risiken und Nachteile. Der Wert von Aktien-ETFs kann zeitweise deutlich schwanken, und auch längere Verlustphasen sind möglich.

Deshalb sollten Sie nur Geld investieren, das Sie kurzfristig nicht zum Leben brauchen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in Rente und möchten nun Monat für Monat etwas von Ihrem investierten Kapital aufbrauchen, doch Ihr Depot ist genau zu diesem Zeitpunkt im Minus. Dann müssten Sie Fondsanteile möglicherweise zu einem niedrigeren Preis verkaufen, als Sie sie erworben haben. In diesem Fall würden Sie den Verlust realisieren.

Umso wichtiger ist es, Ihr Vermögen nicht ausschließlich in Aktien-ETFs anzulegen. Einen Teil Ihres Vermögens sollten Sie als liquide Reserve auf einem verzinsten Tagesgeldkonto vorhalten. Für planbare Ausgaben in den kommenden Jahren kann sich auch Festgeld eignen.

Langfristige Anleger konnten größere Börsenrückgänge in der Vergangenheit häufig wieder aufholen. Wer zehn, besser noch 15 Jahre oder länger Zeit hat, kann kurzfristige Schwächephasen eher aussitzen. Eine Garantie für Gewinne gibt es jedoch auch bei langen Anlagezeiträumen nicht.

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ETF-Sparplan für die Rente starten: So gehen Sie vor

Wenn Sie mit ETFs für die Rente sparen wollen, brauchen Sie zunächst ein Depot. Dieses können Sie bei einer Filial- oder Direktbank sowie bei einem Online- oder Neobroker eröffnen. Die Angebote unterscheiden sich teils deutlich im Hinblick auf Produktangebot, Kosten und Service. Biallo.de vergleicht regelmäßig zahlreiche Depotanbieter. Die aktuellen Ergebnisse finden Sie in unserem Depottest.

Haben Sie ein Depot eröffnet, müssen Sie sich noch für einen ETF entscheiden, der gut für den Vermögensaufbau geeignet ist. Natürlich können Sie auch mehrere ETFs miteinander kombinieren. Doch dabei sollten Sie auf eine ausgewogene Mischung der jeweils enthaltenen Titel achten. Anregungen finden Sie in unserem Ratgeber “In ETFs investieren: Wichtige Anlagestrategien im Vergleich” und in “70/30 Portfolio – Ist das ETF-Weltportfolio sinnvoll?”. 

Sobald Sie sich für einen oder mehrere ETFs entschieden haben, müssen Sie entscheiden, ob Sie monatlich per ETF-Sparplan, per Einmalanlage oder mittels einer Kombination aus Einmalinvestition und ETF-Sparplan investieren möchten. Die Investition eines größeren Betrages bietet sich vor allem dann an, wenn Ihnen eine große Summe zur freien Verfügung steht oder wenn Sie nur noch wenige Jahre Zeit haben, bevor Sie in den Ruhestand gehen. So kann Ihr Geld von Anfang an maximale Erträge generieren, da der Zinseszinseffekt von Beginn an auf eine große Summe wirken kann. Sparpläne eignen sich dagegen besonders für Anlegerinnen und Anleger, die mit kleineren oder mittleren Beträgen Schritt für Schritt Vermögen aufbauen möchten.

Welche Kosten entstehen bei einem ETF-Sparplan?

Auch bei günstigen ETFs entstehen Kosten. Deshalb sollten Sie sowohl das Depot als auch den ausgewählten Fonds vergleichen.

Ordergebühr: Einige Banken und Broker verlangen für die Ausführung eines Sparplans einen festen oder prozentualen Betrag. Viele Onlinebroker bieten ETF-Sparpläne allerdings ohne Ausführungsgebühr an.

Produktkosten: Die laufenden Kosten eines ETFs werden häufig über die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER) angegeben. Bei breit gestreuten Standard-ETFs liegen sie meist nur bei einem Bruchteil eines Prozents pro Jahr.

Spread: Beim Kauf und Verkauf entsteht eine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei liquiden Standard-ETFs fällt dieser Kostenpunkt in der Regel vergleichsweise gering aus.

Depotführungsgebühren: Viele Onlinebroker führen Wertpapierdepots kostenlos. Andere Anbieter können dafür eine Grundgebühr verlangen.

Welche ETFs eignen sich für die Altersvorsorge?

ETFs bilden einen Index ab. Einen Index wiederum können Sie sich als Korb mit Wertpapieren eines (Teil-)Marktes oder einer Investmentstrategie vorstellen. Bekannte Indizes sind etwa der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands umfasst, und der S&P 500, der 500 große börsennotierte Unternehmen der USA abbildet. Doch Ihre Altersvorsorge sollte besser nicht allein von der Entwicklung von Unternehmen aus nur einem Land oder einer Region abhängen.

Für die Altersvorsorge eignen sich daher vor allem ETFs, die in viele Länder und Branchen gleichzeitig investieren. Schwächelt die Wirtschaft eines Landes oder eine einzelne Branche, können Unternehmen aus anderen Regionen und Wirtschaftszweigen Verluste teilweise abfedern. Wer zusätzlich das Potenzial der Schwellenländer nutzen möchte, kann auch ETFs berücksichtigen, die neben Industrieländern in sogenannte Emerging Markets investieren.

Welt-ETFs für die Rente: FTSE All-World, MSCI ACWI und ACWI IMI

Für die Altersvorsorge bieten sich vor allem breit gestreute Welt-ETFs an. Der FTSE All-World enthält rund 4.200 große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Mit einem einzigen ETF lässt sich damit ein großer Teil des weltweiten Aktienmarktes abdecken.

Eine ähnliche Möglichkeit bietet der MSCI ACWI. Der Index umfasst derzeit rund 2.400 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Sie können diese beiden Regionen auch über zwei separate ETFs abdecken, indem Sie beispielsweise einen MSCI World ETF mit einem MSCI Emerging Markets ETF kombinieren.

Eine mögliche Aufteilung sind beispielsweise 70 Prozent MSCI World und 30 Prozent MSCI Emerging Markets. Dabei werden Schwellenländer allerdings stärker gewichtet als in marktbreiten Weltindizes. Mehr zu dieser Strategie lesen Sie in unserem Ratgeber zum 70/30-Weltportfolio.

Noch breiter ist der MSCI ACWI IMI aufgestellt. Er berücksichtigt neben großen und mittelgroßen auch kleinere börsennotierte Unternehmen und umfasst derzeit mehr als 8.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Damit lässt sich mit einem einzigen ETF eine besonders breite Streuung erreichen.

Falls Sie Wert auf nachhaltige Investments legen, finden Sie in unserem Ratgeber „Die fünf besten nachhaltigen ETFs auf den MSCI World“ weitere Informationen.

PDF-Ratgeber kostenlos herunterladen

ETF-Sparplan für die Rente

Erfahren Sie im kostenlosen Biallo-Ratgeber, wie Sie mit ETFs langfristig Vermögen für den Ruhestand aufbauen und worauf Sie bei Auswahl, Sparrate, Risiken, Steuern und Auszahlung achten sollten.

Wie viel sollte ich monatlich in ETFs für die Altersvorsorge investieren?

Wie viel Geld Sie monatlich in Ihren ETF-Sparplan investieren sollten, hängt vor allem von Ihrer persönlichen Rentenlücke ab. Schätzen Sie zunächst, wie viel Geld Sie im Alter voraussichtlich benötigen und welche Einnahmen Ihnen beispielsweise aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente oder weiterer privater Altersvorsorge zur Verfügung stehen. Aus der Differenz können Sie ableiten, welches zusätzliche Kapital Sie bis zum Rentenbeginn benötigen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Ihre Rentenlücke beträgt für die Zeit zwischen Ihrem 67. und dem 100. Geburtstag insgesamt 250.000 Euro. Dann müssten Sie bis zum Renteneintritt entsprechend Kapital aufgebaut haben, um diese Lücke aus Ihrem Depot ausgleichen zu können.

Im Zinseszinsrechner von biallo.de können Sie dieses Zielkapital eintragen. Wenn Sie noch 30 Jahre Zeit haben und mit einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent pro Jahr rechnen, müssten Sie monatlich rund 305 Euro investieren, um ein Kapital von etwa 250.000 Euro aufzubauen.

Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung allerdings auch die Inflation. Je stärker die Preise bis zu Ihrem Renteneintritt steigen, desto höher muss das angesparte Kapital sein, um die gleiche Kaufkraft zu erreichen. Mit unserem Inflationsrechner können Sie verschiedene Annahmen durchspielen.

Wenn Ihnen eine genaue Berechnung zu kompliziert ist, können Sie sich alternativ an einer Faustregel orientieren und beispielsweise rund zehn Prozent Ihres Haushaltseinkommens für die Altersvorsorge zurücklegen. Eine individuelle Berechnung Ihrer Rentenlücke ist jedoch genauer, weil sie Ihre persönliche Situation berücksichtigt.

Ab wann lohnt sich ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge?

So früh wie möglich. Wer bereits in jungen Jahren mit dem Investieren beginnt, hat deutlich mehr Zeit für den Vermögensaufbau als jemand, dessen Ruhestand schon in Sicht ist. Deshalb kann es sinnvoll sein, bereits als Auszubildender oder Berufsanfänger einen ETF-Sparplan für die Altersvorsorge einzurichten. Zu Beginn reichen auch kleinere Beträge von beispielsweise 25 oder 50 Euro. Steigt später das Einkommen, lässt sich die Sparrate entsprechend erhöhen.

Welchen Unterschied ein früher Start machen kann, zeigt das folgende vereinfachte Beispiel. Alle Personen möchten bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren 250.000 Euro ansparen. Zur Veranschaulichung rechnen wir mit einer durchschnittlichen Rendite von zehn Prozent pro Jahr:

  • Person 1: 20 Jahre alt, 47 Jahre Ansparphase – 22,66 Euro pro Monat
  • Person 2: 30 Jahre alt, 37 Jahre Ansparphase – 59,88 Euro pro Monat
  • Person 3: 40 Jahre alt, 27 Jahre Ansparphase – 163,19 Euro pro Monat
  • Person 4: 50 Jahre alt, 17 Jahre Ansparphase – 487,43 Euro pro Monat
  • Person 5: 60 Jahre alt, 7 Jahre Ansparphase – 2.083,11 Euro pro Monat

Kosten, Steuern und Inflation werden bei diesen Beispielrechnungen nicht berücksichtigt. Auch die angenommene Rendite von zehn Prozent dient lediglich der Veranschaulichung und sollte nicht als Renditeprognose verstanden werden. Das Beispiel zeigt dennoch den Effekt eines langen Anlagezeitraums: Je früher Sie beginnen, desto länger kann das investierte Geld für Sie arbeiten.

Ihre eigene Sparrate können Sie mit unserem Zinseszinsrechner für unterschiedliche Laufzeiten und Renditeannahmen berechnen.

ETF-Auszahlung im Ruhestand: So entnehmen Sie Ihr Vermögen

Mit dem Renteneintritt endet die Planung nicht. Sie sollten rechtzeitig entscheiden, welcher Teil Ihres Vermögens weiterhin investiert bleibt und wie Sie daraus regelmäßige zusätzliche Einkünfte erzielen möchten.

Wie viel Geld sollte im Ruhestand liquide bleiben?

Ein Teil des Vermögens kann beispielsweise als Liquiditätspuffer auf einem Tagesgeldkonto liegen. Für planbare Ausgaben in den kommenden Jahren kommt auch Festgeld infrage. Einen weiteren Teil können Sie weiterhin in Aktien-ETFs investiert lassen. So sinkt das Risiko, dass Sie während eines Börsencrashs ETF-Anteile verkaufen müssen, um laufende Ausgaben zu bezahlen.

Welche Entnahmestrategien gibt es?

Eine bekannte Faustregel ist die sogenannte Vier-Prozent-Regel: Dabei werden im ersten Jahr vier Prozent des Startvermögens entnommen und die Auszahlungen anschließend an die Inflation angepasst. Sie ist jedoch nur eine Orientierung und keine Garantie dafür, dass das Vermögen bis ans Lebensende reicht.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zunächst nur laufende Ausschüttungen aus dem Depot zu nutzen und das investierte Kapital möglichst unangetastet zu lassen. Dadurch kann die anfänglich verfügbare Zusatzrente allerdings geringer ausfallen.

Viele Banken, Broker und Robo-Advisor bieten außerdem Auszahlpläne. Dabei wird regelmäßig ein festgelegter Betrag ausgezahlt, während das übrige Kapital weiter investiert bleiben kann.

Wie wird ein ETF-Sparplan für die Rente versteuert?

Auch bei einem privaten ETF-Sparplan müssen Sie Steuern berücksichtigen. Zu den steuerpflichtigen Investmenterträgen gehören grundsätzlich Ausschüttungen, gegebenenfalls die sogenannte Vorabpauschale sowie Gewinne, die beim Verkauf von ETF-Anteilen entstehen.

Auf steuerpflichtige Kapitalerträge fällt grundsätzlich eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Wichtig: Wenn Sie ETF-Anteile verkaufen, ist nicht der gesamte Verkaufserlös steuerpflichtig. Entscheidend ist grundsätzlich der erzielte steuerpflichtige Gewinn. Bereits während der Haltedauer versteuerte Vorabpauschalen werden bei der späteren Gewinnermittlung berücksichtigt.

Sparerpauschbetrag und Teilfreistellung bei Aktien-ETFs

Mit dem Sparerpauschbetrag bleiben Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei. Zusammen veranlagten Ehepaaren stehen gemeinsam 2.000 Euro zu. Damit Ihre Bank diesen Freibetrag bereits beim Steuerabzug berücksichtigt, sollten Sie einen Freistellungsauftrag einrichten.

Bei Aktienfonds gilt außerdem eine sogenannte Teilfreistellung. Wenn der Fonds nach den steuerlichen Vorgaben als Aktienfonds gilt, bleiben für Privatanleger 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Dadurch werden nur 70 Prozent der entsprechenden Erträge für die Besteuerung berücksichtigt.

Bei einem deutschen Broker werden die fälligen Steuern in der Regel automatisch berücksichtigt und abgeführt. Bei einem Depot im Ausland kann zusätzlicher Aufwand in der Steuererklärung entstehen.

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber „Wie werden ETFs versteuert und wie können Sie Steuern sparen?“.

Steuern und Sozialabgaben auf die gesetzliche Rente

Die Besteuerung Ihres ETF-Depots ist von der Besteuerung der gesetzlichen Rente zu unterscheiden. Wer 2026 erstmals eine gesetzliche Altersrente bezieht, hat einen Besteuerungsanteil von 84 Prozent. Wie viel Einkommensteuer tatsächlich anfällt, hängt jedoch vom gesamten steuerpflichtigen Einkommen und den persönlichen Abzugsmöglichkeiten ab.

Pflichtversicherte Rentnerinnen und Rentner tragen außerdem einen Teil des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent wird zwischen Rentner und Rentenversicherung geteilt; auch den kassenindividuellen Zusatzbeitrag teilen sich beide Seiten grundsätzlich zur Hälfte. Den Beitrag zur Pflegeversicherung tragen Rentnerinnen und Rentner dagegen grundsätzlich selbst. Er beträgt derzeit 3,6 Prozent, für Kinderlose grundsätzlich 4,2 Prozent.

Biallo-Lesetipp: Wie hoch der steuerpflichtige Anteil Ihrer gesetzlichen Rente ist und welche Freibeträge gelten, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Rentenbesteuerung.

ETF-Police oder ETF-Sparplan: Was ist der Unterschied?

Wer mit ETFs fürs Alter vorsorgen möchte, muss nicht zwingend ein eigenes Wertpapierdepot nutzen. Eine Alternative ist eine ETF-Rentenversicherung, auch ETF-Police oder fondsgebundene Rentenversicherung genannt. Dabei verbindet ein Versicherungsvertrag die Kapitalanlage in ETFs mit den Möglichkeiten einer privaten Rentenversicherung.

Während der Ansparphase zahlen Sie regelmäßig Beiträge in den Vertrag ein. Je nach Tarif sind auch zusätzliche Einzahlungen möglich. Die Beiträge werden nach den vereinbarten Bedingungen in Fonds beziehungsweise ETFs investiert. Innerhalb des Vertrags können Anleger die Fondsauswahl je nach Tarif ändern.

Zum vereinbarten Rentenbeginn stehen je nach Vertrag verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Sie können sich eine lebenslange monatliche Rente zahlen lassen, das Kapital ganz oder teilweise entnehmen oder beide Varianten miteinander kombinieren.

Vorteile und Nachteile einer ETF-Rentenversicherung

Eine ETF-Rentenversicherung kann insbesondere interessant sein, wenn Sie Wert auf eine lebenslange Rentenzahlung legen. Außerdem fällt bei Umschichtungen innerhalb des Versicherungsvertrags in der Ansparphase grundsätzlich nicht unmittelbar Abgeltungsteuer für den Versicherten an. Auch die Besteuerung der späteren Auszahlung unterscheidet sich von einem klassischen ETF-Depot und kann unter bestimmten Voraussetzungen Vorteile bieten.

Dem stehen jedoch Nachteile gegenüber. ETF-Rentenversicherungen verursachen in der Regel zusätzliche Vertrags- und Versicherungskosten und sind meist weniger flexibel als ein klassischer ETF-Sparplan. Zudem können die Vertragsbedingungen komplex sein. Vor dem Abschluss sollten Sie deshalb insbesondere Effektivkosten, Fondsauswahl, Rentenfaktor, Flexibilität und Auszahlungsbedingungen vergleichen.

Biallo-Lesetipp: Welche Kosten bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung entstehen, wie die Auszahlung funktioniert und worauf Sie bei der Tarifwahl achten sollten, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur fondsgebundenen Rentenversicherung.

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ETF-Sparplan für die Rente

Erfahren Sie im kostenlosen Biallo-Ratgeber, wie Sie mit ETFs langfristig Vermögen für den Ruhestand aufbauen und worauf Sie bei Auswahl, Sparrate, Risiken, Steuern und Auszahlung achten sollten.

Altersvorsorgedepot ab 2027: Staatlich gefördert in ETFs investieren

Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte angeboten werden. Dazu gehört auch ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie. Darüber können Sparerinnen und Sparer staatlich gefördert am Kapitalmarkt investieren – unter anderem auch in ETFs.

Ob ein gefördertes Altersvorsorgedepot oder ein klassisches ETF-Depot besser passt, hängt unter anderem von Förderung, Kosten, Anlageauswahl, Flexibilität und Auszahlungsbedingungen ab. Mehr zu Voraussetzungen und Förderung lesen Sie in unserem Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Fazit: ETFs als Baustein der privaten Altersvorsorge

Breit gestreute Aktien-ETFs auf Indizes wie den FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI können sich als Baustein der privaten Altersvorsorge eignen. Sie ermöglichen eine breite Streuung über viele Unternehmen und Länder und verursachen häufig vergleichsweise geringe laufende Kosten.

Entscheidend sind jedoch ein ausreichend langer Anlagehorizont, eine Sparrate, die zu Ihrer persönlichen Rentenlücke passt, und ein finanzieller Sicherheitspuffer außerhalb des ETF-Depots. Auch die spätere Entnahme sollten Sie rechtzeitig planen.

Ein klassisches ETF-Depot bietet hohe Flexibilität, sichert aber keine lebenslange Auszahlung. Wird das angesparte Kapital früher aufgebraucht als geplant, deckt das Depot das sogenannte Langlebigkeitsrisiko nicht ab. Versicherungsprodukte mit lebenslanger Rentenzahlung können dieses Risiko dagegen teilweise absichern, sind dafür aber meist teurer und weniger flexibel.

Ab 2027 kommt mit dem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot eine weitere Möglichkeit hinzu. Unabhängig davon, für welche Form Sie sich entscheiden, gilt: Je früher Sie mit dem Vermögensaufbau beginnen, desto länger kann Ihr Geld für Sie arbeiten.

Checkliste: Mit ETFs für die Rente sparen

Wer mit ETFs für die Rente vorsorgen möchte, sollte einige grundlegende Punkte im Blick behalten.

  • Rentenlücke und benötigtes Zusatzkapital abschätzen.
  • Einen ausreichend langen Anlagehorizont einplanen.
  • Auf eine breite Streuung über Länder und Branchen achten.
  • Depot- und ETF-Kosten vergleichen.
  • Sparrate regelmäßig überprüfen und bei Bedarf anpassen.
  • Einen Notgroschen außerhalb des ETF-Depots vorhalten.
  • Vor dem Rentenbeginn eine Entnahmestrategie festlegen.
  • Freistellungsauftrag beim Broker einrichten.
  • ETF-Depot und ETF-Rentenversicherung hinsichtlich Kosten und Flexibilität vergleichen.
  • Ab 2027 auch das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot in den Vergleich einbeziehen.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge mit ETFs

Zum ETF-Sparen für die Rente tauchen einige Fragen besonders häufig auf. Die wichtigsten Antworten finden Sie hier kompakt zusammengefasst.

Ist ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge sinnvoll?

Ein breit gestreuter ETF-Sparplan kann sich für die private Altersvorsorge eignen, wenn Sie langfristig investieren und zwischenzeitliche Kursschwankungen aushalten können. Geld, das Sie kurzfristig benötigen, sollten Sie dagegen nicht in Aktien-ETFs investieren.

Welcher ETF eignet sich für die Rente?

Für die Altersvorsorge kommen vor allem weltweit gestreute Aktien-ETFs infrage. Bekannte Indizes sind beispielsweise der FTSE All-World, MSCI ACWI und MSCI ACWI IMI. Welcher ETF konkret passt, hängt unter anderem von Kosten, Index, Fondsgröße und persönlicher Anlagestrategie ab.

Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF-Sparplan investieren?

Das hängt von Ihrer persönlichen Rentenlücke, der verbleibenden Ansparzeit und Ihrer finanziellen Situation ab. Je früher Sie beginnen, desto geringer kann die monatliche Sparrate ausfallen, die für ein bestimmtes Zielkapital nötig ist.

Wie lange sollte ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge laufen?

Bei Aktien-ETFs sollten Sie langfristig planen. Ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, besser noch 15 Jahren oder mehr, erhöht die Chance, zwischenzeitliche Börsenrückgänge aussitzen zu können. Eine Garantie für Gewinne gibt es jedoch nicht.

Wie wird ein ETF bei der Auszahlung versteuert?

Beim Verkauf von ETF-Anteilen wird grundsätzlich nicht der gesamte Verkaufserlös besteuert, sondern der steuerpflichtige Gewinn. Hinzu kommen gegebenenfalls Ausschüttungen und die Vorabpauschale. Bei Aktienfonds können 30 Prozent der Erträge aufgrund der Teilfreistellung steuerfrei bleiben.

ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung: Was ist besser?

Ein klassischer ETF-Sparplan ist in der Regel flexibler und transparenter. Eine ETF-Rentenversicherung kann dagegen eine lebenslange Rentenzahlung ermöglichen. Welche Variante besser passt, hängt unter anderem von Kosten, gewünschter Flexibilität, steuerlicher Situation und dem Bedarf an lebenslanger Absicherung ab.

Über die Redakteurin Saskia Weck

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Saskia Weck ist Finanzredakteurin und Finanzanlagenfachfrau. Sie schreibt über die Themen ETFs, Fonds, Aktien, Anleihen, Rente, Altersvorsorge, Karriere sowie Geld und Familie. Sie kommt aus der Female Finance Branche und hat es sich zum Ziel gesetzt, dass sich jede:r unkompliziert Wissen über das Thema Finanzen aneignen kann.

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