Die Definition von Daytrading
Im Gegensatz zu langfristigen Anlagestrategien, bei denen Investitionen über Wochen, Monate oder sogar Jahre gehalten werden, geht es beim Daytrading darum, kurzfristige Preisbewegungen auszunutzen, um Gewinne zu erzielen. Hier steht vor allem die Chance auf schnelles Geld im Vordergrund. Gemeint ist mit Daytrading nämlich der Handel mit unterschiedlichsten Wertpapieren wie Differenzkontrakten oder Futures innerhalb eines einzigen Tages. Beispielsweise wird am Morgen eine bestimmte Aktie mit dem Ziel gekauft, sie noch am Nachmittag oder Abend wieder zu veräußern.
Da Kursschwankungen über solch geringe Zeiträume meist nur marginal auftreten, setzen viele Trader sogenannte Hebel ein. Dadurch können sie ihre Profite vervielfachen, während sie nur einen verhältnismäßig kleinen Geldbetrag einsetzen müssen. Bei einem Hebel von eins zu zehn gewinnt der Händler beispielsweise zehn Prozent, obwohl die Aktie als Basiswert lediglich um einen Prozentpunkt steigt. Aber Vorsicht. Diese Wirkung gilt natürlich auch für die umgekehrte Seite.+
Vorsicht vor Betrug
Immer mehr Finanzgurus werben auf den Sozialen Medien, in Facebook-Gruppen und Finanzforen, sowie auf Youtube mit ihren Daytrading-Erfolgen, Dahinter verbirgt sich oft ein zu erwerbender Online-Kurs oder ein Abonnement, das Ihnen helfen soll, ein erfolgreicher Daytrader zu werden. Oftmals stehen hier jedoch nicht Ihre Interessen im Vordergrund.
Es ist wichtig zu beachten, dass Daytrading sehr dynamisch ist und von verschiedenen Faktoren wie Markttrends, Nachrichten, wirtschaftlichen Ereignissen und technischen Analysen beeinflusst wird. Hier wird kaum ein Online-Kurs als Wundermittel dienen und Ihnen zu schnellem Reichtum verhelfen.
Welche Märkte eignen sich für das Trading?
Wer nachhaltige Erfolge mit Daytrading verzeichnen möchte, muss zunächst die wichtigsten Grundlagen verstehen. Dazu gehört auch die Wahl eines passenden Marktes. Dieser sollte höchst liquide sein und lange Handelszeiten aufweisen. Manchmal ist es sogar möglich, dass man rund um die Uhr Trading betreiben kann. Ferner sollte man auf die Konditionen des jeweiligen Brokers achten. Hier könnte es nämlich sein, dass hohe Kosten für ein Engagement auf exotischen Märkten fällig werden. Dadurch würden logischerweise die Renditen sinken. Ganz allgemein sind der Aktien-, der Indizes-, der Krypto- sowie der Forex-Markt für Daytrader interessant.
Beispiele für das Daytrading
Durch die verschiedenen Märkte gibt es viele Möglichkeiten, Daytrading zu betreiben. Von Aktien und Devisen bis hin zu Optionen und Kryptowährungen gibt es eine Vielzahl von Instrumenten, die von Daytradern gehandelt werden:
Aktien
Daytrader kaufen und verkaufen Aktien innerhalb eines Handelstages, um von kurzfristigen Preisbewegungen zu profitieren. Mit sogenannten Leerverkäufen können sie auch an fallenden Aktienkursen verdienen.
Devisen
Beim Devisen-Daytrading, auch bekannt als Forex-Trading, spekulieren Trader auf Währungspaare – wie etwa EUR/USD (Euro / US-Dollar) oder EUR/JPY (Euro / Japanischer Yen). Je nachdem, welches Währungspaar als Grundlage dient, setzen die FX-Trader auf steigende oder fallende Notierungen (long oder short).
Optionen
Daytrader können auch Optionen handeln, bei denen sie das Recht, aber nicht die Verpflichtung haben, einen bestimmten Vermögenswert zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Durch den Handel mit Optionen können Trader von Preisvolatilität und Kursbewegungen profitieren.
Futures
Hierbei spekulieren Daytrader auf die Preisentwicklung von Rohstoffen, Indizes und anderen Vermögenswerten. Sie kaufen beispielsweise einen Future-Kontrakt für Öl und verkaufen ihn später zu einem höheren Preis.
Kryptowährungen
Mit dem Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum ist auch das Daytrading in diesem Bereich populär geworden. Daytrader kaufen und verkaufen Kryptowährungen, um von den Preisbewegungen zu profitieren.
Daytrading-Strategien im Vergleich: Long- und Short-Position
Grundsätzlich unterscheidet man beim Trading zwischen einer Long- und einer Short-Position. Bei einer Long-Position wird ein beliebiges Wertpapier zu einem möglichst günstigen Preis eingekauft, um es im Idealfall nach kurzer Zeit wieder teurer verkaufen zu können. Die Differenz ergibt den Gewinn. Bei Short-Positionen ist häufig auch von Leerverkäufen die Rede, wie man sie manchmal von großen Hedgefonds hört. Konkret kauft man bei einem solchen Vorgehen allerdings selbst kein Wertpapier, sondern leiht sich dieses lediglich von seinem Broker. Wer eine Short-Position eingeht, möchte bei einem möglichst hohen Preis verkaufen und dann bei einem tieferen Stand billiger zurückkaufen.