Ratgeber

Kreditkarten: Kosten und Nutzen immer abwägen

03.08.2020
Auf einen Blick
  • Bei der Wahl der Kreditkarte sollten Sie die Kosten stets im Blick behalten. Denn diese bestehen nicht nur aus der Jahresgebühr.

  • Je nachdem, kann sich eine Kreditkarte mit Jahresgebühr lohnen, weil diese in der Regel einige Zusatzleistungen bietet.

  • Hohe Zinsen können bei Kreditkarten viel Geld kosten – vor allem, wenn Sie den offenen Betrag nur in Teilzahlungen ausgleichen.
Spätestens seit man bei Aldi, Lidl und Co. mit Kreditkarte zahlen kann, kommt man an der Kreditkarte nicht mehr vorbei.
nevodka / shutterstock.com

Eine Kreditkarte gehört heute in fast jeden Geldbeutel. Sogar Trends wie das mobile Bezahlen sind ohne Kreditkarte nicht möglich. Häufig werden ihre Kosten in Form einer Jahresgebühr berechnet. Es gibt aber auch Karten, die darauf verzichten und kostenlos sind. Hier gilt es auf anderweitige Gebühren zu achten und zusätzliche Leistungen zu prüfen. So werden kostenlose Kreditkarten beispielsweise nicht selten mit der Eröffnung eines Girokontos verknüpft.

  • Biallo-Tipp: Kontoungebundene Kreditkarten präsentieren wir Ihnen in unserem Kreditkarten-Vergleich in einer separaten Übersicht. Dazu müssen Sie nur oben den entsprechenden Filter auswählen.

Rechner kreditkarten
3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,74%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
Genial Card
0,00
12,82%
mit Girokontenbindung

Mögliche Kosten im Überblick

Bei der Wahl Ihrer Kreditkarte gibt es unterschiedliche Aspekte, die Sie beachten müssen. Dazu zählen nicht nur der Kartenbetreiber und der Kartentyp (siehe Kreditkarten-Vergleich). Ein wichtiger Aspekt sind die jährlichen Gebühren und die Frage, mit welchen sonstigen Kosten der Einsatz Ihrer Kreditkarte verbunden ist. 

Jahresgebühr:

Die Mehrzahl der Direktbanken wie ING oder DKB verlangen weder für die Haupt- noch für die Partnerkarte eine Jahresgebühr. Bei regionalen Banken und Sparkassen, aber auch bei den überregionalen Instituten (Hypovereinsbank, Postbank, Commerzbank usw.) ist das oftmals anders. Pro Jahr und Karte werden von diesen Geldhäusern im günstigsten Fall rund zwölf Euro berechnet – jedoch können auch Kosten bis hin zu 45 Euro drin sein.

Bargeldversorgung:

Fallen dafür im Inland, der Eurozone oder außerhalb des Euroraums Gebühren an? Das ist für Leute, die viel reisen, sehr wichtig.

Fremdwährungsgebühr:

Zahlen Sie in Deutschland und der Eurozone mit der Karte, fallen keine Gebühren an. Das ist außerhalb des Euroraums anders. Hier gibt es teils drastische Kosten.

Zinsen:

Wenn Sie den monatlichen Zahlbetrag nicht auf einen Schlag abbuchen lassen, sondern in Raten zahlen, verlangen einige Kreditkarten-Herausgeber zum Teil drastisch hohe Zinsen von 20 Prozent und mehr.

Zweitkarte:

Manche Anbieter erheben auch Gebühren für eine Zweitkarte oder wenn die erste verloren geht.
  • Biallo-Tipp: Häufig profitiert der Partner von denselben Zusatzleistungen wie der primäre Karteninhaber. Manchmal sind diese aber auch eingeschränkt. Prüfen Sie deshalb, ob beispielsweise Mietwagen- oder Reiseversicherung ebenso für die Zweitkarte gelten.

Eigenanteil bei Missbrauch:

Kommt es zu einem Missbrauch Ihrer Kreditkarte kann es sein, dass Sie einen Eigenanteil selbst tragen müssen. Informieren Sie sich hier genau. Denn gerade im Ausland kann es zu Kreditkartenmissbräuchen kommen. Sie sollten in diesem Zusammenhang Ihren Schutz kennen und wissen, was Sie möglicherweise dafür zahlen müssen.
  • Biallo-Tipp: Bei Missbrauch sollten Sie Ihre Kreditkarte sofort sperren. Nutzen Sie Ihre Kreditkarte zudem für das mobile Bezahlen über ihr Smartphone, dann empfiehlt es sich nach Verlust oder Diebstahl ihres Handys, das abhandengekommene Gerät in den sogenannten "Verloren-Modus" zu versetzen. Danach können keine Zahlungen mehr getätigt werden.

Kontoauszüge:

Manche Anbieter lassen sich die Erstellung von Kontoauszügen teuer bezahlen. 

Überweisungen:

Prüfen Sie außerdem auch, ob Gebühren für mögliche Überweisungen anfallen. In diesem Fall sollten Sie dann auf Bezahlungssysteme wie Paypal, Giropay oder Paydirect setzen und auf die Überweisung über Ihr Kreditkarten-Konto verzichten.

Vorteile vieler Karten sind bares Geld wert!

Wer bereits ausreichend versichert ist, der sollte lieber eine kostenlose Kreditkarte wählen, erst recht, wenn die Karte eine weltweit kostenlose Bargeldversorgung garantiert.

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Eine Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung, Reiseunfall-Police und anderen Versicherungen findet sich nur bei Karten, für die eine Jahresgebühr gezahlt werden muss.

Die – aus unserer Sicht – empfehlenswerte Kreditkarte ohne Jahresgebühr, für die man kein Gehaltskonto eröffnen muss, ist die GoldCard der Hanseatic Bank. Hier bekommen Verbraucher ein Rundum-sorglos-Paket, wenn es um die Absicherung auf Reisen geht. Darin enthalten sind Reiserücktritts- und Abbruchsversicherung sowie Flug-, Gepäck- und Auslandskrankenversicherung. Sogar das Smartphone ist gegen Schäden und Diebstahl abgesichert.

Ansonsten punktet mit vielerlei Vorteilen auch die 1Plus Visa Card der Santander Bank – dauerhaft ohne monatliche Grundgebühr. Hiermit erhalten Kunden Tankrabatt von einem Prozent bis maximal 200 Euro Umsatz pro Monat. Zudem wird pro Kartenkonto für vier Bargeldabhebungen je Abrechnungsmonat kein Entgelt verlangt.

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Umfassender Reiseschutz und Vergünstigungen

Diese sind häufig bei einer Kreditkarte mit Jahresgebühr enthalten und Verbraucher können sich dadurch sogar manchmal Geld sparen. Hier gilt: Wer hohe Umsätze mit der Kreditkarte verbucht und sie häufig nutzt, kann in der Regel von kostenpflichtigen Kreditkarten profitieren. So zum Beispiel bei der Miles & More Mastercard der Lufthansa.

Diese Kreditkarte erhalten Kunden, die oft mit dieser Airline oder mit deren Tochtergesellschaften fliegen. Obendrauf gibt es auch Extrameilen, Guthabenzinsen, Reise-Rücktrittsversicherungen, eine Auslandsreiseversicherung und eine Mietwagen-Vollkaskopolice. Einen umfassenden Reiseschutz erhalten Sie auch bei den Gold- oder Platinum Kreditkarten der Netbank.

Aber Vorsicht: Bevor Sie sich entscheiden, müssen Sie unbedingt genau die Vertragsbedingungen durchlesen. Viele Versicherungen haben Einschränkungen. Die wichtigste: Die Leistung muss meist mit der Karte bezahlt worden sein, sonst springen Versicherungen wie Reisehaftpflicht oder Reiserücktritt im Schadensfall nicht ein.

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Cashback: Geld zurück für Online-Shoppen

Wenn Sie Ihre Kreditkarte vermehrt zum Online-Shopping einsetzen, könnten Bonus-Programme interessant sein. Bei sogenannten Cashback-Programmen erhalten Sie als Kreditkartenbesitzer für jede Zahlung mit der Kreditkarte direkt Geld zurück. Je nach Institut handelt es sich hierbei um einen absoluten Betrag – wie etwa zehn Cent pro Kartenzahlung – oder um einen prozentuellen Teil des Rechnungsbetrags.

Beim Online-Shopping haben Sie als Kreditkarteninhaber außerdem weitere Vorteile: Sonderleistungen wie Internet-Lieferschutz sind bei einigen Kreditkarten inklusive. Damit wird sichergestellt, dass die Ware sicher beim Kunden ankommt.

Welche Kreditkarte passt zu wem?

Gold, Platinum und Black, diese sogenannten Premium-Kreditkarten können auch mal etwas mehr kosten. Dennoch sollten sich Verbraucher nicht blindlings auf eine kostenlose Kreditkarte stürzen. Denn: Für die höhere Gebühren, bekommt er im Gegenzug viele, viele Zusatzleistungen.

Also bitte nicht von den Null-Euro-Gebühren blenden lassen. Sondern besser vor der Entscheidung, welche Karte es werden soll, über das eigene Konsumverhalten nachdenken:

  • Für Geschäftsleute und Vielreisende rentiert sich meist eine Goldkarte. Denn besondere Kreditkarten bieten besondere Leistungen wie Rabattsysteme, Conciergeservice, Versicherungsschutz, Zugang zur Flughafen-Lounge etc.

  • Wer eine Kreditkarte hauptsächlich als praktische Alternative zur EC Karte im Alltag nutzt, ist mit einer kostenlosen Karte als Basisaustattung gut beraten. Die besten Angebote – die Sie über unseren Vergleich finden – verlangen keine Jahresgebühr und nur kleine Beträge im Zahlungsverkehr oder am Geldautomaten.

  • Studenten, Jugendliche auf "Work and Travel" oder Personen mit einem schlechten Schufa-Eintrag können die Prepaidkarte nehmen. Hier wickelt sich der gesamte Zahlungsverkehr ausschließlich über das bestehende Guthaben ab. Die Karten sind von den Gebühren etwas teurer und komplizierter in der Handhabung (der Benutzer ist selbst für den Betrag auf der Karte zuständig, das bedeutet überweisen und beim Bezahlen genau rechnen, sonst funktioniert die Karte nicht).

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  Horst Biallo


 
 
 
 
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