Robo-Advisor mit Kinderdepots

Geldanlage für Kinder Robo-Advisor mit Kinderdepots

Update: 26.09.2019
Peter Rensch
von Peter Rensch Kerstin Weinzierl
Update: 26.09.2019
Auf einen Blick
  • Robo-Advisor sind ein ideales Anlagevehikel, um für den Nachwuchs frühzeitig Vermögen aufzubauen.
  • Wenn Sie das Depot auf den Namen Ihres Kindes abschließen, schonen Sie damit Ihren eigenen Steuerfreibetrag.
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In Zeiten niedriger Zinsen bieten herkömmliche Sparpläne keine attraktiven Anlageformen für einen langfristigen Vermögensaufbau. Daher empfiehlt sich für die Geldanlage Ihrer Kinder eine Sparform mit wachstumsstarker Rendite, um für Ausbildung, Studium oder Berufsstart Ihrer Sprösslinge vorzusorgen.

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Steuervorteil bei Kinderdepots

Grundsätzlich können Sie das Geld für Ihre Kinder in Ihrem eigenen Depot anlegen. Wenn die Sparanlage allerdings auf den Namen Ihres Kindes läuft, minimieren Sie die Steuerlast. Denn dann wird Ihr eigener Sparerfreibetrag von 801 Euro nicht zusätzlich belastet.

Bei Kindern bleiben Zinseinnahmen nicht nur bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags steuerfrei, sondern darüber hinaus auch bis zur Höhe des steuerlichen Grundfreibetrages. Denn gewöhnlich erzielen Kinder kein regelmäßiges Einkommen. Für 2019 beträgt der Grundfreibetrag 9.168 Euro pro Person, 2020 wird er auf 9.408 Euro angehoben.

  • Wichtig: Das Gesamteinkommen des Nachwuchses darf 445 Euro monatlich nicht überschreiten, sonst können die Kinder nicht mehr über die Familie gesetzlich krankenversichert werden.

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Robo-Advisor bieten Rundum-sorglos-Paket

Auf dem Kapitalmarkt gibt es vielfältige Anlageformen, die für den Vermögensaufbau geeignet sind. Ein ETF-Sparplan beispielsweise erzielt höhere Erträge als klassische Sparformen wie Festgeld oder Tagesgeld. Jedoch müssen Sie das Portfolio überwachen und entsprechend Zeit dafür aufbringen. Wenn Sie eine unkomplizierte und pragmatische Lösung für die Vermögensverwaltung suchen, bieten sich digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, an.

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Sechs Robo-Advisor mit Kinderdepots kurz vorgestellt:

Robo-Advisor helfen bekanntlich, digital Geld anzulegen und auf diesem Weg Vermögen aufzubauen. Allen gemein ist, dass vor einer Depoteröffnung mindestens zwei Fragen gestellt werden. Nämlich: Wie viel Geld angelegt werden soll und wie risikofreudig der Anleger ist. Dennoch unterscheiden sich die modernen Online-Vermögensverwalter in vielerlei Hinsicht. Daher haben wir sechs der digitalen Anlagehelfer, die Kinderdepots anbieten, genauer unter die Lupe genommen.

Scalable Capital: Kinderdepot auf ETF-Basis

Der nach verwaltetem Kundenvermögen größte Robo-Advisor in Deutschland, Scalable Capital, bietet ein sogenanntes Kinderkonto auf ETF-Basis an. "Mit dem Thema haben wir uns das erste Mal wirklich intensiv beschäftigt, als die ersten Mitgründer und Kollegen Nachwuchs bekommen haben. Da stand plötzlich die Frage im Raum, wie man für seine Kinder einen guten Kapitalstock aufbaut, um ihnen den finanziellen Start ins Erwachsenenleben zu erleichtern", erläutert Erik Podzuweit, Mitgründer und Geschäftsführer von Scalable.

Sparbücher kommen dafür im Moment aufgrund ihrer niedrigen Zinsen nicht in Frage: "Wenn man die Inflation in die Rechnung einbezieht, liegt der Realzins ja oft sogar unter null. Das heißt nichts anderes, als dass man für sein Kind oder Enkelkind kein Vermögen aufbaut, sondern Kaufkraft vernichtet."

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Laut Podzuweit liegen die Vorteile des Kinderkontos auf der Hand:

  • Das Geld vermehrt sich langfristig mit einer deutlich höheren Rendite als auf dem Sparkonto. Während sich herkömmliche Sparkonten mit weit unter einem Prozent jährlich verzinsen, kann ein aktienbasierter ETF-Sparplan nach Kosten zum Beispiel bei 4,78 Prozent pro Jahr* liegen. Bedenkt man den Zinseszinseffekt über beispielsweise 18 Jahre, machen die Unterschiede buchstäblich ein Vermögen aus.

  • Eltern können auf diese Weise den Steuergrundfreibetrag sowie den Sparerpauschbetrag nutzen. Scalable Capital bietet für seine Kinderkonten auch eine automatisierte Optimierung der Ausnutzung der Steuerfreibeträge an. 

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Insgesamt hat der Münchner Robo-Advisor 23 Risikoklassen im Angebot. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro. Für die Vermögensverwaltung werden 0,75 Prozent pro Jahr berechnet, die Produktkosten liegen im Schnitt bei aktuell 0,19 Prozent. Das Kinderkonto von Scalable kann derzeit nur bei der Baader Bank eröffnet werden. Der Kooperationspartner ING bietet noch kein Scalable-Depot für Minderjährige an.

*Die Verzinsungsannahme des Sparkontos basiert auf Daten der Deutschen Bundesbank zu Effektivzinssätzen von Sparkonten (Neugeschäft) für private Haushalte mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr. Durchschnittswert für den Betrachtungszeitraum Januar 2003 bis August 2017. Die Renditeannahme für den ETF-Sparplan basiert auf der durchschnittlichen jährlichen Rendite des Stoxx 600 zwischen dem 31.12.1997 und dem 31.12.2017 von 5,69 Prozent. Eine Gebührenbelastung von 0,91 Prozent pro Jahr wurde mit eingerechnet.

Wie die Anlagestrategien von Scalable Capital genau funktionieren, erfahren Sie im folgenden Video:

Liqid: Aktive und passive Strategie im Angebot

Auch der Berliner Robo-Advisor Liqid bietet die Möglichkeit, Gelder im Namen des Sprösslings verwalten zu lassen. Jeder Erziehungsberechtigte ist auch einzelverfügungsberechtigt. Alleinerziehende, die für ihr Kind ein Minderjährigendepot eröffnen möchten, benötigen eine Sorgeerklärung vom entsprechenden Jugendamt.

"Minderjährigendepots dienen häufig dem langfristigen Vermögenswachstum und haben deshalb in der Regel einen besonders langen Anlagehorizont", so Sebastian Wolff, Financial Editor bei Liqid. Daher würden in diesem Fall die Anlagestrategien des digitalen Vermögensverwalters besonders gut zur Geltung kommen, denn sie seien auf langfristigen Wertzuwachs ausgelegt.

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Ist damit zu rechnen, dass die Einkünfte des Minderjährigen so gering sind, dass keine Einkommensteuer anfällt, können Erziehungsberechtigte beim Finanzamt eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen und beim Vermögensverwalter einreichen. Dann werden dem Depot die Erträge ohne Steuerabzug gutgeschrieben. Es wird allerdings empfohlen, sich vorher steuerlichen Rat einzuholen. Mit dem 18. Geburtstag wird das Minderjährigendepot automatisch zu einem Depot für Erwachsene. Die Erziehungsberechtigten haben dann keinen Zugriff mehr.

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Die Berliner bieten sowohl einen aktiven als auch eine passiven Anlagestil mit jeweils zehn Risikoklassen. Außerdem können Eltern für ihre Kinder mit dem ETF-basierten Anlagestil "Liqid Global Impact" auf eine Geldanlage mit ökologisch nachhaltigen Kriterien setzen. Das Mindestanlagevolumen liegt bei 100.000 Euro. Sparpläne gibt es nicht. Die Vermögensverwaltungsgebühr beträgt je nach Anlagestil und Anlagevolumen 0,50 bis 0,90 Prozent pro Jahr. Die Produktkosten liegen zwischen 0,16 und 0,49 Prozent.

Mehr Informationen zu den Anlagestrategien von Liqid erhalten Sie im folgenden Interview: "Eine langfristig extrem gute Performance"

Ginmon: Wiederaufnahme der Kinderdepots geplant

Der Frankfurter Robo Ginmon führt zwar kein gesondertes Kinderangebot, seine Depotkonten für volljährige Personen können aber auch jederzeit für Kinder eröffnet werden.

Im Gegensatz zu Anlegern, die erst später mit dem Vermögensaufbau am Kapitalmarkt beginnen, können jüngere Anleger einen längeren Anlagehorizont mitbringen. "Dies bedeutet, dass eine risikoreichere Anlagestrategie gewählt werden kann, da Unruhen problemlos ausgesessen werden können", sagt Ginmon-Chef Lars Reiner. 

Wer also frühzeitig mit dem Anlegen beginnt und die Vorteile des Zinseszinses für sich nutzt, kann seine Ersparnisse über die Jahre erheblich mehren.

Ginmon hat zehn Risikoklassen im Programm. Die jährliche Gebühr für die Vermögensverwaltung beträgt 0,75 Prozent des Anlagevolumens pro Jahr und die durchschnittlichen ETF-Kosten liegen bei 0,23 Prozent.

Wie die Anlagestrategien von Ginmon genau funktionieren, erfahren Sie im folgenden Video:

Visualvest: Junior-Depot mit nachhaltigen Fonds

Bei Visualvest, dem Online-Vermögensverwalter von Union Investment, können Eltern ebenfalls ein Depot auf den Namen ihres Kindes eröffnen. Mit Eintritt der Volljährigkeit geht die Verfügungsberechtigung über das "Junior-Depot" automatisch auf den Begünstigten über. In diesem Falle wird der Zugriff für die Eltern gesperrt, und der neue Inhaber kann die Geldanlage weiterführen oder sich die Summe auszahlen lassen.

"Unser Junior-Depot hat den Vorteil, dass es komplett online eröffnet werden kann und somit der Weg zur Bank oder Post für die Legitimation wegfällt", sagt Visualvest-Sprecherin Nina Albrecht.

Anleger können bei Visualvest zwischen zwei Anlagemodellen wählen: den klassischen "Vestfolios" (sieben Risikoklassen) und den nachhaltigen "Greenfolios" (drei Risikoklassen). Bei Letzteren kommen nur grüne Fonds und ETFs zum Einsatz, welche ESG-Kriterien erfüllen. Für beide Modelle beträgt die jährliche Servicegebühr 0,6 Prozent des Anlagevolumens. Bei den Vestfolios liegen die Produktkosten zwischen 0,27 und 0,38 Prozent, bei den Greenfolios zwischen 1,16 und 1,79 Prozent pro Jahr.

Als Mindestanlage setzt Visualvest lediglich 500 Euro voraus. Monatliche Sparpläne gibt es bereits ab 25 Euro. "Bei Depoteröffnung sollte das Kind nicht älter als 16 Jahre sein, denn Fondssparen ist langfristig ausgerichtet", erklärt Albrecht. "Daher sollte mindestens ein Anlagezeitraum von drei Jahren gewählt werden."

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Easyfolio: Kinderdepot bei der Partnerbank

Bei Easyfolio können Sie für Ihre Kinder ein Minderjährigendepot über die angeschlossene Partnerbank Ebase eröffnen. Dabei fallen keine Depotführungsentgelte für Neukunden unter 18 Jahren an. "Weiterhin sind Sparpläne schon ab zehn Euro möglich und können individuell angepasst, ausgesetzt oder gestoppt werden. Ebenso sind Einmalanlagen ab circa 100 Euro jederzeit möglich", erklärt Andreas Mang, Geschäftsführer von Easyfolio.

Der Robo-Advisor hat je nach Risikoneigung drei Musterportfolios zur Auswahl – Easyfolio 30, 50 und 70. Dabei erhebt Easyfolio eine Gebühr von 0,65 Prozent auf das Anlagevolumen. Diese Gebühr beinhaltet die Management-, Administrations-, Depotbank- und Servicegebühren. Darüber hinaus werden für die eingesetzten ETFs durchschnittlich 0,25 Prozent von der Performance abgezogen, sodass insgesamt 0,90 Prozent Gebühren für den Anleger auf sein Investment anfallen.

Biallo-Tipp

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Auswahl eines Robo-Advisors? Dann nutzen Sie den Chatbot von biallo.de und finden Sie heraus, welcher digitale Vermögensverwalter Ihren Ansprüchen gerecht werden kann. Dafür müssen Sie wenige Fragen zum finanziellen Hintergrund und zur Risikobereitschaft beantworten. Unser digitaler Assistent schlägt Ihnen dann einen zu Ihren Bedürfnissen passenden Robo-Advisor vor.

Oskar: Robo-Advice für die ganze Familie

Oskar erblickte Anfang 2019 die Welt der Robo-Advisor und nennt sich selbst "den unkomplizierten ETF-Sparplan für Kinder und Erwachsene". Dieser junge Online-Vermögensverwalter ist vor allem darauf fokussiert, es Eltern und Großeltern leicht zu machen, ihr Geld schon ab einem Sparbetrag von 25 Euro für ihre Kleinen anzulegen.

"Mit Oskar kann man für jedes Familienmitglied individuell Geld ansparen. Folglich hilft Oskar dabei, sich selbst abzusichern und den eigenen Kindern den finanziellen Start ins Leben zu vereinfachen", sagt Jens Ohr, Mitgründer und Geschäftsführer von Oskar, der zusammen mit Peter Schille auch das Portal finanzen.net gegründet hat. "Das Beste daran ist, dass alle Depots in einer App einsehbar sind."

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Insgesamt hat der Robo-Advisor fünf Risikoklassen beziehungsweise Anlagestrategien im Angebot. Das Portfolio mit dem geringsten Risiko "Oskar50" besteht zu 50 Prozent aus Aktien, 35 Prozent aus Anleihen und 15 Prozent aus einem sogenannten Inflationsschutz, der sich wiederum je zur Hälfte aus Gold-ETCs und inflationsgeschützten Anleihen mit Investment-Grade zusammensetzt. Im risikoreichsten Portfolio "Oskar90" liegt die Aktienquote bei 90 Prozent, Anleihen und Inflationsschutz kommen jeweils auf fünf Prozent.

Die Vergütung für die Vermögensverwaltung sowie die Kosten für den Wertpapierhandel liegen insgesamt bei 0,8 Prozent pro Jahr für Anlagebeträge ab 10.000 Euro. Für Anlagen von weniger als 10.000 Euro fallen 1,00 Prozent pro Jahr an. Hinzu kommen Produktkosten in Höhe von 0,14 Prozent, die direkt von den ETF und ETC-Anbietern einbehalten werden und bereits in den Kursen berücksichtigt sind.

Biallo-Tipp

Wenn Sie eine bequeme und attraktive Anlageform für Ihre Kinder suchen, bieten Robo-Advisor interessante Depots, die langfristig ausgerichtet sind und ohne viel Aufwand in Anspruch genommen werden können.

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ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de