Robo-Advisor mit Kinderdepots

Geldanlage für Kinder Robo-Advisor mit Kinderdepots

Peter Rensch
von Peter Rensch
21.02.2019
Auf einen Blick
  • Robo-Advisor sind ein ideales Anlagevehikel, um für Kinder frühzeitig Vermögen aufzubauen.
  • Wenn Sie das Depot auf den Namen Ihres Kindes abschließen, schonen Sie damit Ihren eigenen Steuerfreibetrag.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

In Zeiten niedriger Zinsen bieten herkömmliche Sparpläne keine attraktiven Anlageformen für einen langfristigen Vermögensaufbau. Daher empfiehlt sich für die Geldanlage Ihrer Kinder eine Sparform mit wachstumsstarker Rendite, um für Ausbildung, Studium oder Berufsstart Ihrer Sprösslinge vorzusorgen.

Lesen Sie auch: Geldanlage für Kinder: Von Tagesgeld bis Robo-Advisor

Wenn Sie in Sachen Geldanlage, Fondssparen und Robo-Advisor auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Steuervorteil bei Kinderdepots

Grundsätzlich können Sie das Geld für Ihre Kinder in Ihrem eigenen Depot anlegen. Wenn die Sparanlage allerdings auf den Namen Ihres Kindes läuft, minimieren Sie die Steuerlast. Denn dann wird Ihr eigener Sparerfreibetrag von 801 Euro nicht zusätzlich belastet.

Bei Kindern bleiben Zinseinnahmen nicht nur bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags steuerfrei, sondern darüber hinaus auch bis zur Höhe des steuerlichen Grundfreibetrages. Denn gewöhnlich erzielen Kinder kein regelmäßiges Einkommen. Für 2019 beträgt der Grundfreibetrag 9.168 Euro pro Person, 2020 wird er auf 9.408 Euro angehoben.

  • Wichtig: Das Gesamteinkommen des Nachwuchses darf 445 Euro monatlich nicht überschreiten, sonst können die Kinder nicht mehr über die Familie gesetzlich krankenversichert werden.

Lesen Sie auch: So reduzieren Sie die Abgeltungsteuer

Robo-Advisor bieten Rundum-sorglos-Paket

Auf dem Kapitalmarkt gibt es vielfältige Anlageformen, die für den Vermögensaufbau geeignet sind. Ein ETF-Sparplan beispielsweise erzielt höhere Erträge als klassische Sparformen wie Festgeld oder Tagesgeld. Jedoch müssen Sie das Portfolio überwachen und entsprechend Zeit dafür aufbringen. Wenn Sie eine unkomplizierte und pragmatische Lösung für die Vermögensverwaltung suchen, bieten sich digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, an.

Lesen Sie auch: Welcher Robo-Advisor hat 2018 am besten performt?

Scalable Capital: Kinderdepot auf ETF-Basis

Der nach verwaltetem Kundenvermögen größte Robo-Advisor in Deutschland, Scalable Capital, bietet ein sogenanntes Kinderkonto auf ETF-Basis an. "Mit dem Thema haben wir uns das erste Mal wirklich intensiv beschäftigt, als die ersten Mitgründer und Kollegen Nachwuchs bekommen haben. Da stand plötzlich die Frage im Raum, wie man für seine Kinder einen guten Kapitalstock aufbaut, um ihnen den finanziellen Start ins Erwachsenenleben zu erleichtern", erläutert Erik Podzuweit, Mitgründer und Geschäftsführer von Scalable.

Sparbücher kommen dafür im Moment aufgrund ihrer niedrigen Zinsen nicht in Frage: "Wenn man die Inflation in die Rechnung einbezieht, liegt der Realzins ja oft sogar unter null. Das heißt nichts anderes, als dass man für sein Kind oder Enkelkind kein Vermögen aufbaut, sondern Kaufkraft vernichtet."

Lesen Sie auch: Kostengünstig zum Vermögensaufbau

Laut Podzuweit liegen die Vorteile des Kinderkontos auf der Hand:

  • Das Geld vermehrt sich langfristig mit einer deutlich höheren Rendite als auf dem Sparkonto. Während sich herkömmliche Sparkonten mit weit unter einem Prozent jährlich verzinsen, kann ein aktienbasierter ETF-Sparplan nach Kosten zum Beispiel bei 4,78 Prozent pro Jahr* liegen. Bedenkt man den Zinseszinseffekt über beispielsweise 18 Jahre, machen die Unterschiede buchstäblich ein Vermögen aus.

  • Eltern können auf diese Weise den Steuergrundfreibetrag sowie den Sparerpauschbetrag nutzen. Scalable Capital bietet für seine Kinderkonten auch eine automatisierte Optimierung der Ausnutzung der Steuerfreibeträge an. Ein weiterer Vorteil der auf individuellen Portfolios basierenden Vermögensverwaltung im Vergleich zu Fonds.

Lesen Sie auch: Mit Kindern Steuern sparen

Insgesamt hat der Münchner Robo-Advisor 23 Risikoklassen im Angebot. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro. Für die Vermögensverwaltung werden 0,75 Prozent pro Jahr berechnet, die Produktkosten liegen im Schnitt bei 0,17 Prozent. Das Kinderkonto von Scalable kann derzeit nur bei der Baader Bank eröffnet werden. Der Kooperationspartner ING bietet noch kein Scalable-Depot für Minderjährige an.

*Die Verzinsungsannahme des Sparkontos basiert auf Daten der Deutschen Bundesbank zu Effektivzinssätzen von Sparkonten (Neugeschäft) für private Haushalte mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr. Durchschnittswert für den Betrachtungszeitraum Januar 2003 bis August 2017. Die Renditeannahme für den ETF-Sparplan basiert auf der durchschnittlichen jährlichen Rendite des Stoxx 600 zwischen dem 31.12.1997 und dem 31.12.2017 von 5,69 Prozent. Eine Gebührenbelastung von 0,91 Prozent pro Jahr wurde mit eingerechnet.

Wie die Anlagestrategien von Scalable Capital genau funktionieren, erfahren Sie im folgenden Video:

Liqid: Aktive und passive Strategie im Angebot

Auch der Berliner Robo-Advisor Liqid bietet die Möglichkeit, Gelder im Namen des Sprösslings verwalten zu lassen. Jeder Erziehungsberechtigte ist auch einzelverfügungsberechtigt. Alleinerziehende, die für ihr Kind ein Minderjährigendepot eröffnen möchten, benötigen eine Sorgeerklärung vom entsprechenden Jugendamt.

"Minderjährigendepots dienen häufig dem langfristigen Vermögenswachstum und haben deshalb in der Regel einen besonders langen Anlagehorizont", so Sebastian Wolff, Financial Editor bei Liqid. Daher würden in diesem Fall die Anlagestrategien des digitalen Vermögensverwalters besonders gut zur Geltung kommen, denn sie seien auf langfristigen Wertzuwachs ausgelegt.

Lesen Sie auch: So können Anleger antizyklisch Vermögen aufbauen

Ist damit zu rechnen, dass die Einkünfte des Minderjährigen so gering sind, dass keine Einkommensteuer anfällt, können Erziehungsberechtigte beim Finanzamt eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen und beim Vermögensverwalter einreichen. Dann werden dem Depot die Erträge ohne Steuerabzug gutgeschrieben. Es wird allerdings empfohlen, sich vorher steuerlichen Rat einzuholen. Mit dem 18. Geburtstag wird das Minderjährigendepot automatisch zu einem Depot für Erwachsene. Die Erziehungsberechtigten haben dann keinen Zugriff mehr.

Die Berliner bieten sowohl einen aktiven als auch eine passiven Anlagestil mit jeweils zehn Risikoklassen. Außerdem können Eltern für Ihre Kinder mit dem ETF-basierten Anlagestil "Liqid Global Impact" auf eine Geldanlage mit ökologisch nachhaltigen Kriterien setzen. Das Mindestanlagevolumen liegt bei 100.000 Euro. Sparpläne gibt es nicht. Die Vermögensverwaltungsgebühr beträgt je nach Anlagestil und Anlagevolumen 0,25 bis 0,90 Prozent pro Jahr. Die Produktkosten liegen zwischen 0,15 und 0,66 Prozent.

Mehr Informationen zu den Anlagestrategien von Liqid erhalten Sie im folgenden Interview: "Eine langfristig extrem gute Performance"

Ginmon: Wiederaufnahme der Kinderdepots geplant

Aktuell bietet der Frankfurter Robo lediglich Depots für volljährige Personen an. "Zukünftig planen wir jedoch, Kinderdepots wieder einzuführen. Denn unsere digitale Vermögensverwaltung ist für junge Anleger besonders attraktiv", sagt Lars Reiner, Geschäftsführer und Gründer von Ginmon.

Im Gegensatz zu Anlegern, die erst später mit dem Vermögensaufbau am Kapitalmarkt beginnen, können jüngere Anleger einen längeren Anlagehorizont mitbringen. "Dies bedeutet, dass eine risikoreichere Anlagestrategie gewählt werden kann, da Unruhen problemlos ausgesessen werden können."

Wer also frühzeitig mit dem Anlegen beginnt und die Vorteile des Zinseszinses für sich nutzt, kann seine Ersparnisse über die Jahre erheblich mehren. 

Ginmon hat zehn Risikoklassen im Programm. Die jährliche Gebühr für die Vermögensverwaltung beträgt 0,75 Prozent des Anlagevolumens pro Jahr und die durchschnittlichen ETF-Kosten liegen bei 0,24 Prozent. 

Wie die Anlagestrategien von Ginmon genau funktionieren, erfahren Sie im folgenden Video:

Visualvest: Junior-Depot mit nachhaltigen Fonds

Bei Visualvest, dem Online-Vermögensverwalter von Union Investment, können Eltern ebenfalls ein Depot auf den Namen ihres Kindes eröffnen. Mit Eintritt der Volljährigkeit geht die Verfügungsberechtigung über das "Junior-Depot" automatisch auf den Begünstigten über. In diesem Falle wird der Zugriff für die Eltern gesperrt und der neue Inhaber kann die Geldanlage weiterführen oder sich die Summe auszahlen lassen.

"Unser Junior-Depot hat den Vorteil, dass es komplett online eröffnet werden kann und somit der Weg zur Bank oder Post für die Legitimation wegfällt", sagt Visualvest-Sprecherin Nina Albrecht.

Anleger können bei Visualvest zwischen zwei Anlagemodellen wählen: den klassischen "Vestfolios" (sieben Risikoklassen) und den nachhaltigen "Greenfolios" (drei Risikoklassen). Bei Letzteren kommen nur grüne Fonds und ETFs zum Einsatz, welche die ESG-Kriterien erfüllen. Für beide Modelle beträgt die jährliche Servicegebühr 0,6 Prozent des Anlagevolumens. Bei den Vestfolios liegen die Produktkosten zwischen 0,31 und 0,45 Prozent, bei den Greenfolios zwischen 0,63 und 1,55 Prozent pro Jahr.

Als Mindestanlage setzt Visualvest lediglich 500 Euro voraus. Monatliche Sparpläne gibt es bereits ab 25 Euro. "Bei Depoteröffnung sollte das Kind nicht älter als 16 Jahre sein, denn Fondssparen ist langfristig ausgerichtet", erklärt Albrecht. "Daher sollte mindestens ein Anlagezeitraum von drei Jahren gewählt werden."

Lesen Sie auch: Diese Robo-Advisor bieten nachhaltige Investments

Easyfolio: Kinderdepot bei der Partnerbank

Bei Easyfolio können Sie für Ihre Kinder ein Minderjährigendepot über die angeschlossene Partnerbank Ebase eröffnen. Dabei fallen keine Depotführungsentgelte für Neukunden unter 18 Jahren an. "Weiterhin sind Sparpläne schon ab zehn Euro möglich und können individuell angepasst, ausgesetzt oder gestoppt werden. Ebenso sind Einmalanlagen ab circa 100 Euro jederzeit möglich", erklärt Andreas Mang, Geschäftsführer von Easyfolio.

Der Robo-Advisor der Privatbank Hauck & Aufhäuser hat je nach Risikoneigung drei Musterportfolios beziehungsweise Dachfonds zur Auswahl. Ausgabeaufschläge fallen nicht an. Die laufenden Kosten liegen bei maximal 1,03 Prozent pro Jahr. Darin sind die Zielfondskosten der Dachfonds bereits enthalten.

Biallo-Tipp

Wenn Sie eine bequeme und attraktive Anlageform für Ihre Kinder suchen, bieten Robo-Advisor interessante Depots, die langfristig ausgerichtet sind und ohne viel Aufwand in Anspruch genommen werden können.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Peter Rensch
Peter Rensch
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Peter Rensch
Peter Rensch

ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Peter Rensch
Peter Rensch

ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de