Gesundheit & Geld

Zusatzbeiträge steigen 2026 stark: Wann sich der Krankenkassen-Wechsel lohnt

Annette Jäger
Autorin
Aktualisiert am: 02.01.2026

Auf einen Blick

  • 2026 steigen die Zusatzbeiträge vieler Krankenkassen deutlich.
  • Ein Kassenwechsel kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
  • Zusatzleistungen und Service sollten bei der Entscheidung mit zählen.
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Viele Krankenkassen erhöhen 2026 ihre Zusatzbeiträge – ein Wechsel kann sich lohnen.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Die Krankenkassenbeiträge steigen 2026 spürbar – vor allem wegen höherer Zusatzbeiträge. Für viele Versicherte stellt sich die Frage, ob ein Kassenwechsel sinnvoll ist oder ob sich das Bleiben trotz steigender Kosten lohnt.

Steigende Beiträge: Wechseln oder bleiben?

Viele Krankenkassen erhöhen wieder ihre Beiträge zum Jahreswechsel. Ein Kassenwechsel kann Geld sparen. Aber es gibt auch gute Gründe, einer Kasse treu zu bleiben.

Warum Krankenkassen 2026 teurer werden

Die Gesundheitskosten steigen stetig, die Krankenkassen wirtschaften im Defizit und Versicherte bekommen das unmittelbar an steigenden Beiträgen zu spüren. Auch 2026 wird es für viele teurer werden. Dass Krankenkassen unterschiedlich hohe Beitragssätze verlangen und Versicherte damit ein Instrument in der Hand haben, durch einen Kassenwechsel Geld zu sparen, ist vielen gar nicht bewusst. Da hilft nur, sich den Gehaltszettel genau anzuschauen.

So setzen sich Krankenkassenbeiträge zusammen

Der auf dem Gehaltszettel ausgewiesene Krankenkassenbeitrag setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag, den jede Kasse individuell festlegt, zusammen. Letzterer rangiert derzeit bei bundesweit geöffneten Kassen zwischen 2,18 und 4,39 Prozent, damit variiert auch der Gesamtbeitrag zwischen 16,78 und 18,99 Prozent. Das heißt: Wer 3.000 Euro brutto im Monat verdient, zahlt bei einer sehr günstigen Krankenkasse als Arbeitnehmer einen Kassenanteil von 251,70 Euro im Monat, bei einer sehr teuren Kasse 284,85 Euro. Das sind rund 33 Euro Unterschied im Monat, fast 400 Euro im Jahr. Genau in dieser Beitragsspanne schlummert das Sparpotenzial.

Krankenkassenbeitrag GKV: Zusatzbeitrag bestimmt die Beitragshöhe

Tatsächlich wissen viele Versicherte immer noch nicht, dass der Zusatzbeitrag der Krankenkasse die Stellschraube ist, die den Krankenkassenbeitrag deutlich senken kann. Den allgemeinen Beitragssatz und den individuellen Zusatzbeitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber beziehungsweise der Rentenversicherungsträger und Rentner je zur Hälfte. Freiwillig versicherte Selbstständige und freiwillig versicherte Rentner zahlen den Beitrag komplett alleine. Familienversicherte Mitglieder der GKV müssen keinen Zusatzbeitrag bezahlen. Für den Verbraucher ist dieser flexible Anteil am Beitragssatz auch eine Chance, denn es gibt Kassen, die einen höheren und solche, die einen niedrigeren Beitragssatz verlangen. Ein Krankenkassenwechsel kann somit eine echte Kostenersparnis bringen.

Zusatzbeitrag 2026: Warum er weiter steigt

Jedes Jahr wird ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag gesetzlich festgelegt. Er ist nur eine Richtgröße, doch er zeigt an, in welche Richtung es geht: stetig bergauf. 2025 lag er bei 2,5 Prozent des Bruttogehalts, im Jahr 2026 steigt er auf 2,9 Prozent. „Die Entwicklung des Zusatzbeitrags ist enorm. Im Jahr 2021 lag er noch bei 1,3 Prozent“, sagt Julika Unger, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Auch die aktuelle Steigerung von 2,5 auf 2,9 Prozent stuft sie als „erheblich“ ein. Sollte eine Kasse ihre Beiträge stabil zum Jahreswechsel halten, sei das übrigens noch „keine Entwarnung“. Die Kassen könnten auch während des Jahres ihre Beiträge erhöhen.

Diese Krankenkassen sind 2026 günstig – und teuer

Wer sparen will, kann von einer teuren zu einer günstigen Krankenkasse wechseln. Zu den günstigsten Krankenkassen zählen die BKK firmus (16,78 Prozent), die TUI BKK (17,1 Prozent) und die hkk (17,19 Prozent), die lange Zeit die günstigste Kasse war, jetzt aber auf Platz drei abgefallen ist. Zu den teuren zählen die BKK24 (18,99 Prozent), die Knappschaft (18,9 Prozent) und die IKK – Die Innovationskasse (18,9 Prozent).

Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen

Erhöht eine Kasse den Zusatzbeitrag, entsteht ein Sonderkündigungsrecht, erklärt Unger. Es genügt, der neuen Kasse zu melden, dass man wechseln möchte. Diese erklärt der bisherigen Kasse dann die Kündigung im Monat der Beitragserhöhung. Erhöht etwa die Kasse im Januar den Beitrag, können Versicherte bis Ende Januar zu einer neuen Kasse wechseln. Wirksam wird die Kündigung aber erst zum 1. April. Eine Ausnahme gilt für Versicherte, die einen Krankengeld-Wahltarif abgeschlossen haben. Sie müssen die dreijährige Bindungsfrist erfüllen und können nicht wechseln.

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Zusatzleistungen: Wann sich Bleiben lohnt

„Die Höhe des Zusatzbeitrags ist nur ein Kriterium für die Krankenkassenwahl“, sagt Unger. Zu einem kleinen Anteil können Kassen individuelle Leistungen anbieten. „Darin kann ein finanzieller Mehrwert stecken.“ Die Gesundheitsexpertin nennt Bonusleistungen, bei denen Versicherte Bargeld für gesundheitsbewusstes Verhalten erhalten können, einen Zuschuss zur Zahnreinigung oder vergünstigten Zahnersatz. „Bietet die neue Kasse das nicht an, kann ein Wechsel auch eine Verschlechterung bedeuten.“

Service und Beratung: Darauf kommt es an

Wie gut eine Kasse ist, zeigt sich oft erst, wenn man Hilfe benötigt: Wie gut ist eine Kasse erreichbar? Gibt es eine Hotline bei medizinischen Fragen? Gibt es Hilfe bei der Facharztvermittlung? Werden Anträge prompt bearbeitet und auch bewilligt? „Da sind die Kassen unterschiedlich aufgestellt“, hat Unger erfahren. Auf der Homepage einer Kasse lässt sich herausfinden, welchen Service sie anbietet. Ansonsten hilft nur, sich im Bekanntenkreis umzuhören, welche Erfahrungen mit Krankenkassen gemacht wurden. „An der Krankenkasse hängt auch die Pflegekasse“, gibt Unger zu bedenken. Sobald es Pflegebedarf gibt, benötigen Versicherte oft mehr Beratung und Serviceleistungen, sprich: eine Kasse, die gut erreichbar ist.

Chronisch krank? Vorsicht beim Kassenwechsel

Es gibt noch eine Gruppe von Versicherten, die einen Kassenwechsel gut überlegen sollte: „Wer chronisch krank ist und bei seiner Kasse in einem besonderen Behandlungsprogramm ist, kann diesen Vorzug verlieren bei einem Wechsel“, warnt Unger. Im besten Fall lässt sich natürlich beides kombinieren: ein günstigerer Zusatzbeitrag und Top-Leistungen.

Häufige Fragen zu Krankenkassenbeiträgen 2026

Viele Versicherte fragen sich, ob sie wegen steigender Beiträge handeln sollten. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Wie stark steigen die Krankenkassenbeiträge 2026?

Der allgemeine Beitragssatz bleibt bei 14,6 Prozent, teurer wird es vor allem durch den Zusatzbeitrag. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von 2,5 Prozent (2025) auf 2,9 Prozent (2026) – damit liegt der durchschnittliche Gesamtbeitrag bei 17,5 Prozent. Wie stark es Sie konkret trifft, hängt von Ihrer Krankenkasse ab: Bei bundesweit geöffneten Kassen liegt der Gesamtbeitrag 2026 im Vergleich etwa zwischen 16,78 und 18,99 Prozent.

Wann habe ich ein Sonderkündigungsrecht?

Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie, wenn Ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Dann können Sie in dem Monat, in dem die Erhöhung gilt, den Wechsel einleiten – in der Praxis oft bis zum Monatsende nach der Ankündigung bzw. nach Wirksamwerden der Erhöhung. Wichtig: Trotz Sonderkündigungsrecht gilt weiterhin die Kündigungsfrist von zwei Monaten – der Wechsel wird also meist erst nach Ablauf dieser Frist wirksam (Beispiel: Erhöhung ab Januar → Wechselantrag bis Ende Januar möglich → wirksam häufig zum 1. April).

Lohnt sich ein Wechsel trotz Zusatzleistungen?

Das kann sich lohnen – aber nur, wenn Sie die Zusatzleistungen realistisch gegenrechnen. Entscheidend ist, ob Sie Leistungen wie Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung, Zahnersatz, Bonusprogramme oder bestimmte Serviceangebote tatsächlich regelmäßig nutzen. Wenn Sie dadurch pro Jahr mehr sparen oder profitieren als durch einen niedrigeren Zusatzbeitrag, kann Bleiben sinnvoller sein. Umgekehrt gilt: Nutzen Sie die Extras kaum, ist ein Wechsel in eine günstigere Kasse oft die bessere Wahl.

Welche Kassen sind 2026 besonders günstig?

Zu den besonders günstigen bundesweit geöffneten Kassen zählen laut den im Text genannten Werten die BKK firmus (Gesamtbeitrag 16,78 Prozent), die TUI BKK (17,1 Prozent) und die hkk (17,19 Prozent). Zu den teureren Kassen gehören beispielsweise die BKK 24 (18,99 Prozent), die Knappschaft (18,9 Prozent) und die IKK – Die Innovationskasse (18,9 Prozent). Wichtig: Regional geöffnete Kassen (z. B. einzelne AOKs/BKKs) können ebenfalls günstig sein – das hängt davon ab, ob sie für Ihren Wohn- oder Arbeitsort geöffnet sind.

Checkliste: Krankenkasse wechseln oder bleiben?

Diese Punkte helfen Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.

  • Zusatzbeitrag Ihrer aktuellen Krankenkasse prüfen
  • Zusatzleistungen vergleichen
  • Service und Erreichbarkeit bewerten
  • Sonderkündigungsrecht beachten
  • Pflegebedarf mit bedenken

Über die Autorin Annette Jäger

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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