Auf einen Blick
  • Die drei Prominenten Max Otte, Dirk Müller und Frank Thelen haben eigene Fonds aufgelegt und werben dafür mit ihrem Namen.

  • Die Fonds von Max Otte und Dirk Müller sollen dabei unter anderem besser vor einem möglichen Absturz an der Börse schützen. Frank Thelen setzt dagegen auf „disruptive Technologien“.

  • Die Performance der Fonds ist eher enttäuschend. Anleger wären mit einem weltweit anlegenden ETF besser gefahren – meist auch im Crash.

Die meisten Menschen kennen sie aus dem Fernsehen: Der CDU-Politiker Max Otte wurde kürzlich von der Rechtspartei AfD als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ins Rennen geschickt. Der gelernte Börsenmakler Dirk Müller tritt als „Mr. Dax“ im TV und im eigenen Youtube-Kanal als Anlageexperte auf. Und der Investor und Unternehmer Frank Thelen wurde durch seine Rolle als Juror in der Start-up-Sendung „Die Höhle der Löwen“ des Senders Vox bekannt.

Neben ihrer TV-Berühmtheit haben die Promis aber noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie haben alle drei Investmentfonds aufgelegt und werben dafür mit ihrem Namen. Frank Thelen setzt dabei mit seinem Fonds vorwiegend auf Unternehmen, die besonders zukunftsträchtig sein sollen. Die Fonds von Max Otte und Dirk Müller sollen die Anleger unter anderem besser vor einem Crash an den Börsen schützen.

Was ist dran an den Promi-Fonds? Der jüngste Absturz der Aktienmärkte wegen des Ukraine-Kriegs ist eine gute Gelegenheit, um zu prüfen, wie sie abgeschnitten haben – und ob sie für Anleger eine Investition wert sein könnten.

Zinshammer aus Schweden

1,60 Prozent pro Jahr für zweijähriges Festgeld – die schwedische Klarna packt den Zinshammer aus und hat die Festgeldzinsen bei allen Laufzeiten deutlich angehoben. Damit belegen die Schweden bei Laufzeiten bis zwei Jahren mit Abstand die Spitzenplätze im Biallo-Festgeld-Vergleich. Je nach Antrag – ob mobil oder Desktop – sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde jeweils erstklassig über die schwedische oder deutsche Einlagensicherung geschützt.  Jetzt Festgeldkonto eröffnen!
Anzeige
 

Max Ottes PI Vermögensbildungsfonds

Den PI Vermögensbildungsfonds von Max Otte gibt es seit 2013. Der Fonds investiert hauptsächlich in Aktien, hält aber auch Anleihen und andere Wertpapiere – etwa auf Gold. Die Aktien werden nach einem Value-Ansatz ausgewählt. Gesucht werden Firmen, die an der Börse unterbewertet sind und deshalb Kurspotenzial haben. Die Papiere dieser Unternehmen heißen bei Otte „Könige der Aktien“. Sie sollen „die Besten der Besten“ sein.

Schaut man allerdings die Ergebnisse des Fonds, dann war die Suche danach bislang wenig erfolgreich (siehe Tabelle). Seit Jahresanfang hat der PI Vermögensbildungsfonds knapp 16 Prozent verloren (Stand: 10. März 2022). Für einen Fonds, der auf solide Werte setzt und in turbulenten Phasen Anleihen, Gold oder sogar Festgeld beimischt, ist das ein schlechtes Ergebnis – auch wenn die Börsen zuletzt deutlich heruntergegangen sind. Dennoch: Der Weltaktienindex MSCI World verlor im Vergleichszeitraum nur acht Prozent. Und selbst der deutsche Leitindex Dax schlug sich mit einem Minus von 15,4 Prozent besser als der Otte-Fonds.

Auch die längerfristigen Zahlen des Vermögensbildungsfonds sehen nicht gut aus. Auf Drei-Jahres-Sicht steht eine Performance von insgesamt 3,28 Prozent zu Buche. Mit dreijährigem Festgeld ließ sich in diesem Zeitraum mehr Rendite erzielen. Verglichen mit einem ETF auf den MSCI World liegt der Fonds weit hinten. Das gilt auch für den Fünf-Jahres-Zeitraum.

Die Promi-Fonds im Überblick

Fondsname / ISIN seit Jahresanfang 1 Jahr 3 Jahre
5 Jahre
laufende Kosten
Max Otte: PI Vermögensbildungsfonds / DE000A1J3AM3 -15,86 % -13,74 % 3,28 % 17,34 % 1,90 %
Dirk Müller: Premium Aktien / DE000A111ZF1 -1,55 % -0,16 % -9,93 % 0,13 % 1,56 %
Frank Thelen: 10xDNA - Disruptive Technologies / DE000DNA10X3 -24,83 %  –  –  – 1,86 %
iShares Core MSCI World / IE00B4L5Y983 -8,03 %1 13,38 %1 50,15 %1 64,72 %1 0,20 %

Stand 10. März 2022, Quellen: Mountain-View Data GmbH, biallo.de;
1Performance in Euro gerechnet.

 

Dirk Müllers Premium Aktien-Fonds

„Premium für alle“ – so wirbt Dirk Müller im Internet für seinen 2015 aufgelegten Fonds. Auch der gelernte Börsenmakler setzt auf Qualitätsaktien. Das Portfolio enthält gut 40 bekannte Werte. Das stärkste Gewicht haben die vier US-Technologiefirmen Apple, Microsoft, der Google-Mutterkonzern Alphabet und Amazon. Es finden sich darin aber auch Aktien traditioneller Industriefirmen wie der Bierbrauer Carlsberg, der Baumaschinenhersteller Caterpillar oder der Gas-Produzent Linde.

Biallo-Tipp: 2,5 Prozent Dividende ohne Kursrisiko

Sie wünschen Jahr für Jahr stabile und sichere Dividenden, ganz ohne Kursrisiko? Viele VR-Banken bieten attraktive Renditen auf ihre Genossenschaftsanteile. Die  Raiffeisenbank im Hochtaunus geht sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Der Maximalanlagebetrag liegt bei 50.000 Euro je Kunde (100.000 Euro für Ehepaare). Die Dividende wird dieses Jahr stabil bei stattlichen 2,5 Prozent erwartet. Eine vierköpfige Familie kann somit bis zu 5.000 Euro Dividendenertrag einstreichen!

Bei so viel prominenten Namen im Aktienportfolio sollte man gute Ergebnisse erwarten – zumal die Papiere der US-Technologiefirmen in den vergangenen Jahren stolze Gewinne verzeichneten. Die Apple-Aktie etwa gewann auf Dreijahressicht in Euro gerechnet mehr als 250 Prozent, bei fünf Jahren waren es gut 330 Prozent. Bei Microsoft lief es ähnlich gut.

Und der Müller-Fonds? Bescherte den Anlegern auf drei Jahre gesehen Verluste von knapp zehn Prozent. Auf Fünfjahressicht liegt die Performance mit 0,13 Prozent hauchdünn im Plus. Anleger hätten ihr Geld also auch einfach unters Kopfkissen legen können, statt es Dirk Müller zu geben. Immerhin: Seit Jahresanfang fuhr der Fonds trotz des heftigen Börsenabsturzes nur ein Minus von 1,55 Prozent ein. Er schnitt damit deutlich besser ab als etwa der MSCI World. Ein Grund dafür dürften die „Absicherungsmechanismen“ sein, die laut Fondsbeschreibung zum Einsatz kommen, um „den Abschwungphasen der Märkte entgegenzuwirken“. Diese Absicherung im Abschwung scheint zu funktionieren – jedoch auf Kosten der Gewinne im Aufschwung.

Für Groß und Klein: Höchste Sicherheit und attraktive Zinsen

Sie sind in puncto Geldanlage wenig börsenaffin, eher der sicherheitsbewusste Mensch? Dann hat die niederländische Yapi Kredi Bank für Ihr Erspartes die ideale Lösung: das Euro-Plus Festgeldkonto mit bis zu 1,60 Prozent Zinsen, das Sie auch für Ihren Nachwuchs als Kindersparkonto eröffnen können.  Mehr erfahren
Anzeige
 

Frank Thelens 10xDNA-Fonds

Den Fonds des Investors Frank Thelen gibt es erst seit September vergangenen Jahres. Der „10xDNA – Disruptive Technologies Fonds“ setzt auf Unternehmen, die neue Technologien entwickeln. Das können Kryptowährungen sein, Tele-Medizin, E-Mobilität oder Künstliche Intelligenz. Das Fonds-Portfolio umfasst derzeit knapp 30 Firmen. Am stärksten gewichtet sind der E-Autohersteller Tesla, der chinesische Internetkonzern Tencent, der US-Datenspezialist Palantir und die Krypto-Börse Coinbase.

Über die Performance des Fonds lässt sich noch wenig sagen. Für die wenigen Monate, seitdem es ihn gibt, fällt jedoch auch hier das Urteil negativ aus: Seit Auflage des Fonds im September beträgt das Minus knapp 30 Prozent (Stand: 10. März 2022). Seit Jahresanfang liegt der Fonds knapp 25 Prozent im Minus. Hätten Anleger stattdessen am 1. September des vergangenen Jahres einen börsennotierten Indexfonds (ETF) auf den MSCI World gekauft, hätten sie trotz des jüngsten Börsenabsturzes nur gut ein Prozent verloren.

Ob der Fonds von Frank Thelen künftig besser abschneidet, ist offen. Die Strategie auf Unternehmen zu setzen, die in neue Technologien investieren, kann mit hohen Gewinnen verbunden sein. Sie birgt aber auch hohe Risiken: In einem Abschwung verlieren die Aktien solcher Firmen oft überproportional stark an Wert.

 

Ob Otte, Müller oder Thelen – die Promifonds sind bislang keine gute Wahl

Wer sich von prominenten Namen auch prominente Ergebnisse bei der Geldanlage erhofft, wird bei den Fonds von Max Otte, Dirk Müller und Frank Thelen enttäuscht. Thelens Technologiefonds hat bislang lediglich überproportional hohe Verluste eingefahren. Der Fonds ist aber auch erst kurz am Markt – und startete in einer schlechten Börsenphase, gerade für Tech-Werte.

Die Fonds der Crashpropheten Max Otte und Dirk Müller dagegen waren auch längerfristig bislang ein Flop. Verglichen damit hätten Anlegerinnen und Anleger mit einem weltweit gestreuten ETF deutlich besser abgeschnitten. Der PI Vermögensbildungsfonds von Max Otte war darüber hinaus auch im jüngsten Kurssturz keine gute Wahl.

Dirk Müllers Premium Aktienfonds hat dagegen den Absturz wegen des Ukraine-Kriegs bislang gut überstanden. Das ist aber auch schon alles. Die Absicherungsstrategie des Fonds erweist sich in guten Zeiten eher als Rendite-Verhinderer. Offenbar gilt für den Fonds die Erkenntnis der Investmentlegende Peter Lynch: „Anleger verloren weitaus mehr Geld, weil sie sich auf eine Korrektur vorbereitet haben oder versuchten, eine Korrektur vorauszusehen, als in den Korrekturen selbst an Geld verloren wurde.“

Biallo-Tipp:

Wir empfehlen Ihnen die Anlage in einen breit gestreuten, weltweiten börsennotierten Indexfonds (ETF). Warum sich dabei gerade jetzt ein ETF-Sparplan auf den Index MSCI World lohnt, erklären wir Ihnen in diesem Video.
Teilen:
Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Beliebte Artikel