ETF-Sparen: Die besten Online-Broker mit Kinderdepots

Vermögensaufbau ETF-Sparen: Die besten Online-Broker mit Kinderdepots

Max Geißler
von Max Geißler
01.08.2019
Auf einen Blick
  • Bauen Eltern Startkapital für den Nachwuchs auf, bieten sich günstige Junior-Depots von Direktbanken an, um Kosten- und Steuervorteile zu nutzen.

  • Kinderdepots unterliegen zahlreichen Regeln. So dürfen Eltern das aufgebaute Kapital nur für die Bedürfnisse des Kindes verwenden, nicht aber für eigene Zwecke.

  • Bei der Wahl des Junior-Depots gilt es, nicht nur die Depotkosten und das Wertpapierangebot gut zu vergleichen, sondern auch nach Neueröffnungsprämien Ausschau zu halten.
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Die Einrichtung der ersten eigenen Wohnung oder ein längerer Auslandsaufenthalt während des Studiums – es gibt viele Gelegenheiten, in denen junge Menschen größeren Finanzbedarf haben. Wohl dem, der dann auf ein finanzielles Polster zurückgreifen kann. Damit bei Bedarf Ersparnisse vorhanden sind, legen viele Familien regelmäßig Geld zurück.

Dabei ist es wichtig, auf geeignete Sparformen zu setzen. Niedrig verzinste Sparprodukte von Banken, wie Sparpläne oder Festgeld, sind wegen der anhaltenden Zinsflaute derzeit unattraktiv. Die früher beliebten Bausparverträge bringen aufgrund der niedrigen Hypothekenzinsen ebenfalls kaum noch Vorteile.

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Deutlich aussichtsreicher ist das Sparen mit Wertpapieren: Vor allem Aktienfonds und ETFs spielen hier ihre Stärken aus, denn sie bieten hohe Renditechancen, breite Kapitalstreuung und überschaubare Kosten. Da bis zur Volljährigkeit des Kindes oder bis zum Studienstart 18 Jahre oder mehr ins Land gehen, besteht ein ausreichend langer Sparhorizont, um Kursschwankungen oder Marktschwächen erfolgreich zu überstehen und in späteren Börsen-Boomphasen Gewinne zu realisieren.

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Achtung: Zu hohe Ersparnisse bergen Tücken. Erhält das Kind zum Beispiel staatliche Förderung in Form von Bafög, darf das Vermögen des Studierenden nicht höher als 7.500 Euro sein, andernfalls erlischt die Förderung.

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Geringe Kosten und Steuern begünstigen Rendite

Eine Voraussetzung für erfolgreichen Kapitalaufbau sind geringe Kosten, denn die Gebühren beeinflussen unmittelbar den Anlageerfolg. Wenn man, wie bei zahlreichen Filialbanken, ein halbes oder ganzes Prozent Depotgebühren an seine Bank zahlen muss, verliert man schnell etliche hundert Euro pro Jahr.

Bis zum Sparplanende können dadurch mehrere Tausend Euro an Ertrag verloren gehen. Deutlich preiswerter kommen Eltern bei Direktbanken und Onlinebrokern weg. Vor allem wenn regelmäßig gespart wird – zum Beispiel mit Fonds- oder ETF-Sparplänen – verzichten die Internetanbieter in der Regel gänzlich auf Depotgebühren.

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Neben geringen Gebühren sollten auch Steuervorteile genutzt werden. Da der Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete häufig schon durch Sparanlagen und Investments der Eltern aufgebraucht ist, empfiehlt es sich, ein separates Depot auf den Namen des Kindes einzurichten.

In diesem Fall können Steuerfreibeträge, zum Beispiel der Sparerpauschbetrag oder der Grundfreibetrag (9.000 Euro im Jahr 2019), eigens für das Kind genutzt werden. Durch Übertragung größerer Teile des Kapitalvermögens auf die Kinder können Eltern zudem die Gesamtsteuerlast der Familie senken. Steuerfrei geht dies bis zu einem Höchstbetrag von 400.000 Euro je Kind.

  • Biallo-Tipp: Lassen Sie sich vom Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung ausstellen.

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Kinderdepots unterliegen strengen Regeln

Ein Kinderdepot eröffnet Eltern oder Großeltern die Möglichkeit, stellvertretend für Nachwuchs Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder ETFs zu kaufen. Da das Depot auf den Namen des Kindes läuft, gehören die Papiere und Fondsanteile rechtlich gesehen dem Kind.

Die Eltern handeln und verwalten das Depot quasi treuhänderisch. Sie dürfen die Erträge und Ersparnisse nur zum Wohle beziehungsweise für die Bedürfnisse des Kindes einsetzen – eine Rückübertragung in das elterliche Vermögen ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres ist der bis dato minderjährige Depotinhaber selbst verfügungsberechtigt. Dann besteht die Möglichkeit, das Zugriffsrecht der Eltern auszuschließen, ohne deren Zustimmung einzuholen.

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Damit der langfristige Vermögensaufbau für den Nachwuchs nicht durch komplexe und risikoreiche Anlagen gefährdet wird, schließen etliche Banken – beispielsweise die ING oder Consorsbank – Investments in risikoreiche Produkte aus. Häufig sind davon Discount-, Bonus- und Expresszertifikate oder Knock-Out-Produkte, Optionsscheine und Hedgefond betroffen.

Diese Unterlagen benötigen Sie zur Eröffnung eines Kinderdepots

Die Eröffnung per Internet ist bei Kinderdepots nur in begrenztem Umfang möglich. Anträge lassen sich zwar online ausfüllen, doch viele Papiere, auf die nur Eltern Zugriff haben, müssen postalisch eingereicht werden. Für die Antragstellung halten Direktbanken und Onlinebroker entsprechende PDFs zum Ausdrucken auf ihren Webseiten bereit.

Um Wertpapieraufträge abwickeln zu können, muss man zusätzlich zum Depot ein Verrechnungskonto eröffnen. In manchen Fällen können Eltern auch ein bestehendes, eigenes Konto nutzen. Ferner wird die Bank die Wertpapiererfahrung der Eltern abfragen.

Welche Dokumente die Bank im Einzelnen anfordert, ist von Geldhaus zu Geldhaus unterschiedlich. In der Regel gehören dazu:

  • Kopie der Geburtsurkunde des Kindes

  • Depotvertrag, jeweils von allen gesetzlichen Vertretern unterschrieben

  • Identitätsfeststellung der Eltern/Großeltern durch Personalausweis und Postident-Verfahren

  • Sorgerechtsbeschluss oder vergleichbare Dokumente bei Alleinerziehenden

  • Sorgeerklärung von unverheirateten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht

Kinderdepots vergleichen und preiswertes Angebot finden

Neben den Depotgebühren, die für Kinderdepots fast immer null betragen, spielen die Breite der Produktangebote und die Transaktionskosten eine entscheidende Rolle. Eltern oder Großeltern sollten diesbezüglich die Angebote verschiedener Banken vergleichen, um ein preisgünstiges Junior-Depot zu finden. Nachfolgend einige Beispiele mit attraktiven Konditionen für Kinderdepots.

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DKB: Broker U18

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Euro
  • Kosten Einmalanlage: Zehn Euro bis Orderhöhe 10.000 Euro
  • Besonderheit: 150 ETFs-Sparpläne gebührenfrei erhältlich

Comdirect: JuniorDepot

  • Depotführung: das erste Halbjahr kostenlos, danach nur bei Ausführung eines Wertpapiersparplans oder zwei Trades pro Quartal; ansonsten 1,95 Euro pro Monat
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten Einmalanlage: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,90 Euro – Maximum 59,90 Euro
  • Besonderheit: 170 ETFs-Sparpläne gebührenfrei erhältlich

Consorsbank: Junior-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten Einmalanlage: 4,95 € Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,95 Euro – Maximum 69 Euro
  • Prämie: 25 Euro für ersten Sparplan
  • Besonderheit: mehr als 250 ETF-Sparpläne ohne Ausgabegebühr und 80 Aktions-ETFs ohne Orderentgelt

Flatex: Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Euro
  • Kosten Einmalanlage: Neukunden handeln bei Depoteröffnung bis 30. August sechs Monate lang für 3,80 Euro pro Trade zzgl. Fremdkosten, sonst 5,90 Euro plus mindestens 2,24 Euro Börsengebühren
  • Besonderheit: mehr als 350 ETFs-Sparpläne ohne Ordergebühr

ING: Direkt-Depot Junior

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,75 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten Einmalanlage: Neukunden handeln bei Depoteröffnung bis 1. September 2019 für 2,90 Euro pro Order zzgl. Fremdkosten, sonst 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, maximal 69 Euro
  • Besonderheit: mehr als 170 Fonds-Sparpläne mit reduziertem Ausgabeaufschlag, davon gut 30 Fonds ohne Ausgabeaufschlag

Onvista Bank: 5 Euro Festpreis-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: alle verfügbaren ETFs für 1,00 Euro Odergebühren.
  • Kosten Einmalanlage: pauschal fünf Euro je Einzelorder in Deutschland, zuzüglich 2,00 Euro Handelsplatzgebühr (entfällt bei Fondskauf über Fondsgesellschaft)
  • Besonderheit: Bis 31. August 2019 50 Euro Trade-Guthaben für Neukunden.

S Broker: Minderjährigen-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 2,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten Einmalanlage: 4,99 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 8,99 Euro, maximal 54,99 Euro
  • Besonderheit: Über 40 Deka ETF-Sparpläne ohne Orderentgelt, mehr als 100 Sparpläne von Comstage ohne Ordergentgelt, 19 UBS-ETF-Sparpläne ebenfalls kostenfrei.

1822 Direkt: Wertpapierdepot

  • Depotführung kostenlos, wenn mindestens ein Trade pro Quartal; ansonsten 3,90 Euro pro Monat.
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 2,95 Euro
  • Kosten Einmalanlage: 4,95 Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro, zuzüglich Fremdkosten.
  • Besonderheit: Im Sparplanverfahren sind 65 ETFs von ComStage 24 Monate lang ohne Ordergebühren (gültig bei Einrichtung bis 31. Dezember 2019)

Postbank: Minderjährigen-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 0,90 Euro
  • Kosten Einmalanlage: Festpreise je nach Ordergröße zwischen 9,95 Euro und 69,95 Euro
  • Besonderheit: Alle klassischen Fonds können für nur 1,00 Prozent Ausgabeaufschlag über die Fondsgesellschaft bezogen werden. 

Finvesto: Depot U18

  • Depotführung: kostenlos.
  • Kosten Sparplan: Null Euro bei klassischen Investmentfonds; 0,2 Prozent von Ordergröße bei ETFs.
  • Kosten Einmalanlage: Finvesto gewährt dauerhaft 75 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei klassischen Fonds. 
  • Besonderheit: Sparpläne können schon ab zehn Euro pro Rate angelegt werden.

Lesen Sie auch: Fondskosten: Renditekiller Nummer eins

Lohnen sich Neukundenangebote?

Es kann sinnvoll sein, gezielt nach einem Junior-Depot mit Neueröffnungsprämie zu suchen. Immer wieder werben Banken mit Gutschriften oder Trading-Rabatten um junge Kunden. Schließlich sind sie die Anleger, Kreditnehmer und Kontoinhaber von morgen.

Aktuell spendiert zum Beispiel Onvista Neukunden, die bis Ende Februar 2019 ein Festpreisdepot eröffnen, 100 Euro Orderguthaben. Damit sind die ersten beiden Sparplanraten schon mal im Kasten.

Comdirect zahlt 25 Euro Geldprämie, wenn Eltern innerhalb der ersten drei Monate nach Depoteröffnung einen Wertpapiersparplan von mindestens 25 Euro monatlich einrichten. Damit ist eine Sparplanrate kostenlos. Prüfen Sie, ob die von Ihnen favorisierte Bank ebenfalls ein Neukundenangebot macht.

Lesen Sie auch: Online-Broker: Attraktive Trading-Rabatte für Neukunden

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de