Vermögensaufbau

ETF-Sparen: Die besten Online-Broker mit Kinderdepots

Update: 30.10.2020
Auf einen Blick
  • Bauen Eltern Startkapital für den Nachwuchs auf, bieten sich günstige Junior-Depots von Direktbanken an, um Kosten- und Steuervorteile zu nutzen.

  • Kinderdepots unterliegen zahlreichen Regeln. So dürfen Eltern das aufgebaute Kapital nur für die Bedürfnisse des Kindes verwenden, nicht aber für eigene Zwecke.

  • Bei der Wahl des Junior-Depots gilt es, nicht nur die Depotkosten und das Wertpapierangebot gut zu vergleichen, sondern auch nach Neueröffnungsprämien Ausschau zu halten.
Investment für Kids: Online-Broker und Direktbanken bieten Kinderdepots mit aussichtsreichen Renditen zu attraktiven Konditionen.
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Die Einrichtung der ersten eigenen Wohnung oder ein längerer Auslandsaufenthalt während des Studiums – es gibt viele Gelegenheiten, in denen junge Menschen größeren Finanzbedarf haben. Wohl dem, der dann auf ein finanzielles Polster zurückgreifen kann. Damit bei Bedarf Ersparnisse vorhanden sind, legen viele Familien regelmäßig Geld zurück.

Dabei ist es wichtig, auf geeignete Sparformen zu setzen. Zumal in Zeiten der Zinsflaute, Produkte wie das traditionelle Sparbuch völlig unattraktiv sind. Die früher beliebten Bausparverträge bringen aufgrund der niedrigen Hypothekenzinsen ebenfalls kaum noch Vorteile.

Deutlich aussichtsreicher ist das Sparen mit Wertpapieren: Vor allem Aktienfonds und ETFs spielen hier ihre Stärken aus, denn sie bieten hohe Renditechancen, breite Kapitalstreuung und überschaubare Kosten. Da bis zur Volljährigkeit des Kindes oder bis zum Studienstart 18 Jahre oder mehr ins Land gehen, besteht ein ausreichend langer Sparhorizont, um Kursschwankungen oder Marktschwächen erfolgreich zu überstehen und in späteren Börsen-Boomphasen Gewinne zu realisieren.

Achtung: Zu hohe Ersparnisse bergen Tücken. Erhält das Kind zum Beispiel staatliche Förderung in Form von Bafög, darf das Vermögen des Studierenden nicht höher als 7.500 Euro sein, andernfalls erlischt die Förderung.

Biallo-Tipp

Eine interessante Alternative zu Wertpapier-Dividenden sind die Ausschüttungen von Genossenschaftsbanken.   Es winken Dividenden von bis zu zehn Prozent – ganz ohne Kursrisiko.

Geringe Kosten und Steuern begünstigen Rendite

Eine Voraussetzung für erfolgreichen Kapitalaufbau sind geringe Kosten, denn die Gebühren beeinflussen unmittelbar den Anlageerfolg. Wenn man, wie bei zahlreichen Filialbanken, ein halbes oder ganzes Prozent Depotgebühren an seine Bank zahlen muss, verliert man schnell etliche hundert Euro pro Jahr.

Bis zum Sparplanende können dadurch mehrere Tausend Euro an Ertrag verloren gehen. Deutlich preiswerter kommen Eltern bei Direktbanken und Onlinebrokern weg. Vor allem wenn regelmäßig gespart wird – zum Beispiel mit Fonds- oder ETF-Sparplänen – verzichten die Internetanbieter in der Regel gänzlich auf Depotgebühren.

Neben geringen Gebühren sollten auch Steuervorteile genutzt werden. Da der Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete häufig schon durch Sparanlagen und Investments der Eltern aufgebraucht ist, empfiehlt es sich, ein separates Depot auf den Namen des Kindes einzurichten.

In diesem Fall können Steuerfreibeträge, zum Beispiel der Sparerpauschbetrag oder der Grundfreibetrag (9.000 Euro im Jahr 2019), eigens für das Kind genutzt werden. Durch Übertragung größerer Teile des Kapitalvermögens auf die Kinder können Eltern zudem die Gesamtsteuerlast der Familie senken. Steuerfrei geht dies bis zu einem Höchstbetrag von 400.000 Euro je Kind.

  • Biallo-Tipp: Lassen Sie sich vom Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung ausstellen.

Kinderdepots unterliegen strengen Regeln

Ein Kinderdepot eröffnet Eltern oder Großeltern die Möglichkeit, stellvertretend für den Nachwuchs Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder ETFs zu kaufen. Da das Depot auf den Namen des Kindes läuft, gehören die Papiere und Fondsanteile rechtlich gesehen dem Kind.

Die Eltern handeln und verwalten das Depot quasi treuhänderisch. Sie dürfen die Erträge und Ersparnisse nur zum Wohle beziehungsweise für die Bedürfnisse des Kindes einsetzen – eine Rückübertragung in das elterliche Vermögen ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres ist der bis dato minderjährige Depotinhaber selbst verfügungsberechtigt. Dann besteht die Möglichkeit, das Zugriffsrecht der Eltern auszuschließen, ohne deren Zustimmung einzuholen.

Damit der langfristige Vermögensaufbau für den Nachwuchs nicht durch komplexe und risikoreiche Anlagen gefährdet wird, schließen etliche Banken – beispielsweise die ING oder Consorsbank – Investments in risikoreiche Produkte aus. Häufig sind davon Discount-, Bonus- und Expresszertifikate oder Knock-Out-Produkte, Optionsscheine und Hedgefonds betroffen.

Diese Unterlagen benötigen Sie zur Eröffnung eines Kinderdepots

Die Eröffnung per Internet ist bei Kinderdepots nur in begrenztem Umfang möglich. Anträge lassen sich zwar online ausfüllen, doch viele Papiere, auf die nur Eltern Zugriff haben, müssen postalisch eingereicht werden. Für die Antragstellung halten Direktbanken und Onlinebroker entsprechende PDFs zum Ausdrucken auf ihren Webseiten bereit.

Um Wertpapieraufträge abwickeln zu können, muss man zusätzlich zum Depot ein Verrechnungskonto eröffnen. In manchen Fällen können Eltern auch ein bestehendes, eigenes Konto nutzen. Ferner wird die Bank die Wertpapiererfahrung der Eltern abfragen.

Welche Dokumente die Bank im Einzelnen anfordert, ist von Geldhaus zu Geldhaus unterschiedlich. In der Regel gehören dazu:

  • Kopie der Geburtsurkunde des Kindes

  • Depotvertrag, jeweils von allen gesetzlichen Vertretern unterschrieben

  • Identitätsfeststellung der Eltern/Großeltern durch Personalausweis und Postident-Verfahren

  • Sorgerechtsbeschluss oder vergleichbare Dokumente bei Alleinerziehenden

  • Sorgeerklärung von unverheirateten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht

Kinderdepots vergleichen und preiswertes Angebot finden

Neben den Depotgebühren, die für Kinderdepots fast immer null betragen, spielen die Breite der Produktangebote und die Transaktionskosten eine entscheidende Rolle. Eltern oder Großeltern sollten diesbezüglich die Angebote verschiedener Banken vergleichen, um ein preisgünstiges Junior-Depot zu finden. Nachfolgend einige Beispiele mit attraktiven Konditionen für Kinderdepots.

DKB: Broker U18

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Euro
  • Kosten für die Einmalanlage: zehn Euro bis zu einer Orderhöhe von 10.000 Euro
  • Besonderheit: Die Bank bietet 120 ETF-Sparpläne für eine Gebühr von 0,49 Euro pro Sparplan-Ausführung.

Comdirect: Junior-Depot

  • Depotführung: das erste Halbjahr kostenlos. Danach bleibt das Depot kostenlos bei Ausführung eines Wertpapiersparplans oder zwei Trades pro Quartal; ansonsten 1,95 Euro pro Monat.
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten für die Einmalanlage: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert (Minimum: 9,90 Euro - Maximum: 59,90 Euro)
  • Besonderheit: Bis 31. Dezember 2020 sind 135 ETF-Sparpläne gebührenfrei erhältlich.

Consorsbank: Junior-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten für die Einmalanlage: 4,95 € Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,95 Euro, Maximum: 69 Euro
  • Prämie: 20 Euro für ersten Sparplan
  • Besonderheit: Die Bank bietet mehr als 270 ETF-Sparpläne ohne Ausgabegebühr. Das Angebot gilt bis zum 31. Dezember 2022.

Flatex: Depot für Minderjährige

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,50 Euro
  • Kosten für die Einmalanlage: 5,90 Euro
  • Besonderheit: Bei Flatex gibt es derzeit mehr als 250 ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr.

ING: Direkt-Depot Junior

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,75 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten für die Einmalanlage: Neukunden handeln bei Depoteröffnung für die Dauer von sechs Monaten für 2,90 Euro pro Order – sonst sind es 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, maximal 69,90 Euro.
  • Besonderheit: Die ING bietet derzeit 145 kostenfreie ETF-Sparpläne an.

Onvista Bank: Festpreis-Depot

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: Alle 135 ETF-Sparpläne gibt es für 1,00 Euro Odergebühr.
  • Kosten für die Einmalanlage: pauschal fünf Euro je Einzelorder in Deutschland. Hinzu kommen 2,00 Euro pauschale Handelsplatzgebühr. Diese entfällt jedoch beim Fondskauf über Fondsgesellschaft

S Broker: Depot für Minderjährige

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 2,50 Prozent des Ordervolumens
  • Kosten Einmalanlage: 4,99 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 8,99 Euro, maximal 54,99 Euro
  • Besonderheit: Alle Deka ETF-Sparpläne gibt es ohne Orderentgelt. Außerdem sind 50 ETF-Sparpläne von xTrackers und 16 UBS-ETF-Sparpläne kostenfrei.

1822 Direkt: Wertpapierdepot

  • Depotführung: kostenlos bei einer Order oder einer Sparplanausführung pro Quartal, ansonsten 3,90 Euro pro Monat
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 2,95 Euro, ab dem 01. November 2020 sind es 1,50 Prozent vom Anlagebetrag, mindesten 1,90 Euro.
  • Kosten für die Einmalanlage: 4,95 Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro zuzüglich Fremdkosten
  • Besonderheit: Neukunden erhalten im ersten Monat 10 Free Trades. Außerdem gibt es einen Amazon-Gutschein von 50 Euro. Innerhalb der ersten zwei Monate gewährt die Bank für alle Transaktionen 50 Prozent Rabatt auf die Orderprovision. Zudem sind ETF-Sparpläne der Deka und von VanEck kostenfrei. Diese Angebote gelten jeweils bis 31.12.2021 (Deka) und 30.04.2021 (VanEck).

Finvesto: Depot U18

  • Depotführung: kostenlos.
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: Null Euro bei klassischen Investmentfonds; 0,2 Prozent des Ordervolumens bei ETFs
  • Kosten für die Einmalanlage: Finvesto gewährt dauerhaft 75 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei klassischen Fonds.
  • Besonderheit: Sparpläne können schon ab zehn Euro pro Rate angelegt werden.

Maxblue: Wertpapier-Sparplan

  • Depotführung: kostenlos
  • Reguläre Kosten pro Sparplankauf: 1,25 Prozent vom Kurswert
  • Kosten für die Einmalanlage: 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 8,90 Euro, Maximum 58,90 Euro
  • Besonderheiten: Rund 120 Sparplan-ETFs kostenfrei.

Lohnen sich Neukundenangebote?

Es kann sinnvoll sein, gezielt nach einem Junior-Depot mit Neueröffnungsprämie zu suchen. Immer wieder werben Banken mit Gutschriften oder Trading-Rabatten um junge Kunden. Schließlich sind sie die Anleger, Kreditnehmer und Kontoinhaber von morgen.

Aktuell zahlt etwa die Consorsbank 20 Euro Geldprämie, wenn Eltern innerhalb der ersten zwölf Monate nach Depoteröffnung einen Wertpapiersparplan von mindestens 25 Euro monatlich einrichten. Die 1822 Direkt spendiert Neukunden einen Amazon-Gutschein von 50 Euro. Prüfen Sie, ob die von Ihnen favorisierte Bank ebenfalls ein Neukundenangebot macht.




  Max Geißler
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