Simin Heuser
 

 
Auf einen Blick
  • Mit Themen-ETFs können Anlegerinnen und Anleger in zukunftsweisende Bereiche wie Künstliche Intelligenz oder erneuerbare Energien investieren.

  • Die Spezial-ETFs bergen allerdings Risiken. Grund dafür ist vor allem die mangelnde Streuung der Anlage.

  • Bei bestimmten Themen lässt sich mit den Indexfonds eine überdurchschnittliche Rendite erzielen – jedoch längst nicht bei allen.
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In die Zukunft investieren und dabei im Schlaf reich werden – ungefähr so sieht das Versprechen von Themen-ETFs häufig aus. Die Produkte setzen auf aktuelle Trends wie erneuerbare Energienkünstliche Intelligenz oder die Freigabe von Cannabis und bieten Chancen auf schnelle, überdurchschnittlich hohe Wertsteigerungen. Kein Wunder, dass sie bei Anlegern beliebt sind.

Aber mit großen Chancen sind immer auch große Risiken verbunden. Eine Investition in die Spezial-Fonds kann zu hohen Kursgewinnen, aber eben auch zu hohen Verlusten führen. Das haben Investoren nicht nur im ablaufenden Jahr schmerzlich erfahren müssen. Wie sinnvoll sind Themen-ETFs also wirklich? Wir erklären, wie sie funktionieren, welche Rendite sie bringen und worauf Sie bei einer Investition in die ETFs achten sollten.

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Was sind Themen ETFs?

Themen-ETFs wollen mit einer guten Story die Fantasie der Anleger wecken. Sie konzentrieren sich auf spezielle, häufig zukunftsorientierte Branchen: Cyber Security, Wasserstoff und Biotechnologie sind einige Beispiele. Der große Unterschied zu traditionellen ETFs: Statt in den breiten Markt zu investieren, konzentrieren sie sich auf führende oder aufstrebende Unternehmen eines bestimmten Sektors. Das ermöglicht es Anlegern, direkt in die Trends zu investieren, die sie am meisten interessieren.

So funktionieren Themen-ETFs

Themen-ETFs unterscheiden sich zum Teil stark in ihrer Zusammensetzung – selbst, wenn sie dasselbe Thema abbilden. Denn ihr Portfolio hängt immer von der Definition des jeweiligen Themas ab. Die ETFs bilden meist einen speziell gestalteten Index ab. Je nach Anbieter unterscheidet sich dieser bei den Auswahlkriterien und den Umsatzanteilen der Unternehmen, die auf das Thema entfallen. Einige ETFs enthalten Firmen, die nur zehn Prozent ihres Umsatzes im jeweiligen Themenbereich machen, andere setzen 50 Prozent als Minimum an. Diese Unterschiede beeinflussen die Index-Zusammensetzung und damit die Volatilität und das Marktverhalten. Die Folge: Selbst Themen-ETFs mit ähnlichen Namen sind in der Regel kaum vergleichbar. Entsprechend wichtig ist es, Themen-ETFs nicht pauschal zu bewerten, sondern ihre Konstruktion und Marktdynamik zu verstehen.

Welche Arten von Themen-ETFs gibt es?

Themen-ETFs gibt es in vielfältigen Ausprägungen. Technologieorientierte ETFs konzentrieren sich auf Branchen wie Künstliche Intelligenz (KI) oder Cyber Security. Mit nachhaltigen Themeninvestments können Anleger auf umweltfreundliche und sozial verantwortliche Unternehmen setzen. Sektorbasierte ETFs decken spezifische Branchen wie Gesundheit, Energie oder Finanzen ab. Wer in bestimmte Regionen der Welt investieren möchte, kann mit geographischen Themen-ETFs Schwerpunkte setzen.

 

Was sind Chancen und Risiken von Themen-ETFs?

Wirft man einen genauen Blick auf den Markt von Themen-ETFs, ist die Bilanz ernüchternd. Laut einer Untersuchung der Ratingagentur Scope hinken Themenfonds dem breiten Markt deutlich hinterher. In den vergangenen zwölf Monaten konnten nur die Themen „Künstliche Intelligenz & Big Data“ sowie „Robotik & Automatisierung“ den MSCI World Index übertreffen. Auf Sicht von drei Jahren hat es sogar nur das Thema „Mobilität der Zukunft“ geschafft, im Durchschnitt eine höhere Rendite zu erzielen als der Index. Die Kunst ist also, das richtige Thema zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

Wie sicher ist ein Themen-ETF?

Wie andere Aktien-ETFs gilt auch ein Themen-ETF als Sondervermögen, wodurch das Anlegergeld selbst bei einer Insolvenz des Anbieters vollständig geschützt ist. Die Hauptgefahren bei Themen-ETFs liegen allerdings in der mangelnden Diversifikation und einer tendenziell schlechteren Rendite. Oft enthalten sie nur Aktien von 20 bis 30 Unternehmen eines speziellen Sektors, wodurch einige wenige Firmen einen relativ großen Anteil am Fondsvermögen haben können. Das stellt für Anleger ein Klumpenrisiko dar.

Zudem erweisen sich Themen-ETFs nicht selten als kurzlebig. Die Performance schrumpft häufig, wenn der ETF seinen Hype hinter sich hat und der Performance-Zenit überschritten ist. Dies liegt daran, dass Fondsgesellschaften und ETF-Anbieter neue Fonds basierend auf aktuellen Trends auflegen. Doch bis diese ihre Stärken in Form von entsprechenden Kursgewinnen am Markt entfalten, ist der Höhepunkt oft schon vorbei. Anleger steigen meist erst dann ein, wenn die anfängliche Begeisterung bereits nachgelassen hat. In vielen Fällen wird der ETF zudem wieder geschlossen, sobald die Anleger ihr Geld aus den Fonds abziehen. Eine Analyse der Ratingagentur Morningstar aus dem Jahr 2022 zeigt, dass über 80 Prozent der Fonds innerhalb von 15 Jahren wieder geschlossen wurden.

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Die besten Themen-ETFs: Drei beliebte Indexfonds im Überblick

Eine Studie der Fonds-Ratingagentur Scope zeigt, welche Themen bei ETF-Anlegern besonders beliebt sind. Wir haben uns aus den erfolgreichen Segmenten die ETFs angeschaut, die ein hohes Fondsvolumen aufweisen – ein Hinweis darauf, dass sie bei Anlegern sehr gefragt sind.

Schutz und Sicherheit: In Cyber Security investieren mit dem L&G Cyber Security UCITS ETF

Mit einem Fondsvolumen von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro (Stand Ende November 2023) ist der L&G Cyber Security ETF der beliebteste seines Sektors. Er enthält gut 40 Aktien aus dem Bereich Internet-Sicherheit. Mit einer Gesamtkostenquote von 0,73 Prozent pro Jahr gehört er dabei zu den eher teuren Produkten. Seine Performance kann sich dennoch sehen lassen: Auf Jahressicht erzielte der ETF in Euro gerechnet eine Rendite von 23,30 Prozent (Stand 14.12.2023). In den vergangenen drei Jahren waren es 22,71 Prozent. Die Dividenden werden wieder angelegt. Das macht den ETF besonders für langfristige Anleger interessant.

Robotik und Automatisierung: Zukunftstechnologie im Portfolio mit dem iShares Automation & Robotics UCITS ETF

Mit einem Volumen von gut 2,6 Milliarden Euro (Stand 31.10.2023) ist der iShares Automation & Robotics UCITS ETF der mit Abstand größte seines Themenbereichs. Aufgelegt im September 2016 bietet er Zugang zu über 150 Unternehmen in den Sektoren Automatisierung und Robotik von Industrie- und Schwellenländern. Mit einer Gesamtkostenquote von 0,50 Prozent pro Jahr bewegt sich dieser ETF im Mittelfeld seiner Kategorie. Die Performance in Euro beträgt über ein Jahr 20,68 Prozent, für drei Jahre liegt sie bei 23,31 Prozent (Stand 14.12.2023). Der ETF bildet die Wertentwicklung seines Index über die Sampling-Methode nach, kauft also nur eine repräsentative Auswahl der Indexbestandteile. Auch bei diesem ETF werden alle Dividenden reinvestiert, wodurch er besonders für Sparplan-Anleger interessant ist.

KI und Big Data: Investieren in Künstliche Intelligenz mit dem Xtrackers AI & Big Data ETF

Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF ist mit einem Fondsvolumen von knapp 1,4 Milliarden Euro ein bedeutender Player in seinem Bereich. Der zugrundeliegende Index "Nasdaq Global Artificial Intelligence and Big Data" enthält mehr als 80 globale Unternehmen, die in den Sektoren KI, Datenverarbeitung und Datensicherheit führend sind. Der ETF überzeugt mit einer vergleichsweise niedrigen Gesamtkostenquote von 0,35% pro Jahr und einer Wertentwicklung in Euro von 51,86 Prozent über ein Jahr beziehungsweise 55,51 Prozent auf Sicht von drei Jahren (Stand 13.12.2023). Aufgrund des vergleichsweise kleinen Index ist es dem ETF möglich, die Wertentwicklung physisch abzubilden, also alle Wertpapiere aus dem Index auch zu kaufen. Sämtliche Dividenden werden im Fonds reinvestiert.

 

Themen-ETFs oder Themen-Fonds: Was ist besser?

Zahlreiche Studien belegen, dass die wenigsten aktiven Fonds die Performance von ETFs übertreffen. Im Falle von Themenfonds zeigt eine Analyse von Morningstar allerdings, dass Themen-ETFs – ähnlich wie Einzelaktien – häufig genutzt werden, um damit an der Börse taktische Wetten abzuschließen. ETF-Anleger, die dazu neigen, viel zu handeln, erleiden daher gerade bei Themen-ETFs oft erhebliche Verluste. So stellt auch Ali Masarwah, Geschäftsführer der Fondsplattform Envestor fest, dass die Investoren von Themen-ETFs dazu neigen, “aktiver zu handeln, was oft zu erheblichen Performance-Einbußen führt.” Masarwah nennt das Beispiel des iShares Global Clean Energy ETF. Wer den Fonds gleich nach der Auflage im Februar 2022 kaufte, gewann in den ersten sechs Monaten in Euro gerechnet gut 35 Prozent. Wer jedoch zu diesem Kursgipfel einstieg, verlor bis heute fast die Hälfte seines Geldes..

Anlegerinnen und Anleger, die kein besonders gutes Händchen für Trends haben, sollten daher besser auf aktiv verwaltete Multi-Themenfonds setzen. Solche Fonds setzen auf mehrere globale Megatrends. Sie sind daher nicht nur breiter aufgestellt, das Fondsmanagement kann in Stressphasen auch eingreifen, um das Risiko zu reduzieren.

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Sind Themen-ETFs teurer als herkömmliche ETFs?

Studien der Hochschule Luzern und des Finanzportals “extraETF” zeigen: Themenfonds und Themen-ETFs sind häufig deutlich teurer als breit gestreute Fonds. Begründet wird der Kostenaufschlag in der Regel mit dem aufwändigen Auswahlprozess, der einem spezialisierten ETF zugrunde liegt. Aktiv verwaltete nachhaltige Themenfonds kosten daher durchschnittlich einen halben Prozentpunkt mehr als herkömmliche Fonds, bei Themen-ETFs sind es knapp 0,25 Prozentpunkte.

 

Fazit: Für wen sind Themen-ETFs sinnvoll?

Themen-ETFs bieten Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, in Trends zu investieren, die sie für zukunftsträchtig halten. Als Basisinvestment für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sie sich aber nicht. Dazu sind sie zu stark spezialisiert – und damit zu schwankungsanfällig. Themen-ETFs können deshalb lediglich eine Ergänzung zu einem breit aufgestellten, weltweiten ETF sein.

Wer daher ein bisschen Spielgeld übrig hat und bei starken Kursschwankungen trotzdem noch ruhig schlafen kann, sollte bis zu fünf, höchstens zehn Prozent seines Anlagevolumens in die Nischenfonds stecken. Zusätzlich sollten Anleger aber immer prüfen, ob der jeweilige Themenbereich nicht schon durch andere Investments abgedeckt ist. Zu einer solchen Analyse eignen sich etwa Portfolio Apps.

Bevor Anleger in einen Themen-ETF investieren, sollten sie außerdem kritisch prüfen, ob der ETF auch zu ihrer Anlagestrategie passt. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sie ohne Not in eine selbstgestellte Performance-Falle tappen, meint Ali Masarwah: „Leider neigen sie dann häufig dazu, die Schuld bei anderen zu suchen, etwa bei den Emittenten dieser Produkte, anstatt ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Das finde ich schade, weil jeder Fehler auch eine Chance ist, es nächstes Mal besser zu machen.“

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Über die Autorin Simin Heuser

Simin Heuser hat in Köln Volkswirtschaftslehre studiert und bereits während des Studiums für verschiedene Fondsgesellschaften und FinTechs gearbeitet. Ihr Fachwissen setzt sie auch als freie Finanzjournalistin ein. Ein Interesse gilt der Rolle von Frauen in der Finanzwelt - ein Bereich, in dem sie sich für mehr Aufklärung engagiert. Bei Investments konzentriert sie sich auf Aktienfonds und fühlt sich besonders im Bereich der nachhaltigen Geldanlage zuhause.

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