Quelle: biallo.de
So gehen die Banken ohne Dispokredit vor
Sie heißen „Openbank“, „Vivid“ oder „Klarna“ und haben einige Gemeinsamkeiten: Die teilweise aus dem Ausland stammenden Banken zielen vor allem auf junge Leute, die ihr Girokonto übers Handy führen und möglichst wenig dafür bezahlen wollen. Und damit das auf Dauer klappt, müssen die Fintechs die Kosten niedrig halten. Das geht vor allem auch dadurch, dass sie kein Kreditrisiko mit möglicherweise säumigen Kunden eingehen. Kredit bekommt die junge Kundschaft keinen. Diese Anbieter erkennt man in unserem Girokontovergleich an der Stelle, wo bei anderen Geldhäusern der Prozentsatz für den Dispokredit steht. Bei ihnen haben wir vermerkt: „Kein Dispo“.
Wollen wir uns diese drei Anbieter einmal genauer ansehen. Vivid Money verzichtet auf ein Browser-basiertes Onlinebanking. Wer Bargeld abhebt, zahlt für die ersten 200 Euro keine Gebühren und danach drei Prozent des Abhebebetrages, mindestens einen Euro. Dafür ist das komplette Banking kostenlos und Sie können Ihr Guthaben unkompliziert in ETFs oder Kryptowährungen investieren. Wer mehr Funktionen möchte, zahlt 9,90 Euro im Monat für Vivid Prime. Testbereicht des Vivid-Girokontos ansehen.
Die in Spanien beheimatete Openbank, die zur Santander Bankengruppe zählt, beschränkt die Anzahl der kostenlosen Bargeldverfügungen auf immerhin fünf Stück pro Monat. Andererseits wird ein gut verzinstes Tagesgeld angeboten und die Banking-App enthält sogar einen Robo-Advisor. Das kostenlose Girokonto verwalten Sie via Onlinebanking am PC oder per App. Zum Test des Openbank Girokontos.
Die schwedische Klarna Bank kennt man vielleicht eher von Zahlvorgängen im Internet. Die zur Ikea-Gruppe gehörende Bank bietet neben dem kostenlosen Girokonto zudem ein hochverzinstes Festgeld an. Zum Konto gibt es eine Visa-Debitkarte, mit der Sie zwei kostenlose Bargeldabhebungen im Monat am Automaten machen können. In Zusammenhang mit der optionalen Klarna Card gibt es zwar keinen Dispokredit, dafür können Sie Ihre Einkäufe in flexiblen Raten bezahlen. Zum Testbericht des Girokontos.
Gemeinsam haben zudem alle drei:
- Es gibt keine Girocard. Gezahlt und Bargeld abgehoben wird mit Debit-Kreditkarten, bei denen die Beträge sofort dem Konto belastet werden
- Unterstützt werden Google- und Apple Pay
- Die Banking-Apps sind sehr modern.
Diese Alternativen gibt es zum Dispokredit
Und wenn man Kunde bei diesen Banken und dennoch mal knapp bei Kasse ist, weil eine teure Autoreparatur anfällt? In diesem Fall kann ein Abrufkredit, also ein Kreditlinie bei einer anderen Direktbank die Lösung sein. Anbieter wie ING oder die Volkswagen Bank offerieren Kreditlinien zwischen 2.500 und 25.000 Euro mit Zinssätzen von 5,99 bzw. 6,65 Prozent. Im Vergleich zum Ratenkredit zahlt man keine festen monatlichen Raten zurück, sondern flexibel so viel wie man kann oder will.
Auch mit einem günstigen Ratenkredit können Sie den fehlenden Dispokredit ersetzen. Beispielsweise bekommen Sie bei der Deutschen Skatbank ein Darlehen für 2,43 Prozent pro Jahr. Allerdings lohnt sich der Ratenkredit nur dann, wenn Sie einen längerfristigen Kapitalbedarf haben. Benötigen Sie nur einen ganz kleinen Betrag unter 1.000 Euro oder Geld für einen Monat zur Überbrückung, sind die meisten Ratenkredite zu teuer oder nicht zu empfehlen.