Bargeld bei Auslandsreisen

Notfallbargeld-Service der Banken im Überblick

Update: 29.08.2019
Peter Rensch
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Auf einen Blick
  • Da die Ausstellung einer verloren gegangenen Ersatzkarte Zeit in Anspruch nimmt, sind Sie im Fall der Fälle gut beraten, einen unverzüglichen Bargeldservice nutzen können.

  • Die Bank ermöglicht im Normalfall nur eine Auszahlung innerhalb des vertraglichen Verfügungsrahmens.

  • Die Auszahlung erfolgt in der jeweiligen Landeswährung des Reiselands, meist über eine Auszahlungsstelle vor Ort.
Der Geldautomat ist für viele Verbraucher die erste Anlaufstelle während des Urlaubs.
Uskarp / Shutterstock.com

Egal ob Sie privat oder geschäftlich unterwegs sind – durch den Verlust einer Kredit- oder Girokarte kann man seine Hotelrechnung, Taxi oder Restaurantbesuche vergessen. Aus diesem Grund bieten viele Banken ihren Kunden einen speziellen Notfall-Bargeldservice an.

Dies geschieht über eine weltweite Kooperation mit bestimmten Auszahlungsstellen, wo Kunden im Notfall Geld im Urlaubsort bekommen können. In der Regel ist dieser Service an die Kreditkarte geknüpft. Einige Banken bieten diese Dienstleistung auch in Verbindung mit dem Girokonto an.

Bei Verlust umgehend die Karten sperren

"Der Notfallbargeld-Service kommt dann zum Tragen, wenn der Verbraucher auf Reisen seine Karte verloren hat oder sie gestohlen wurde und ihm keine anderen Zahlungsmöglichkeiten wie Bargeld, Reiseschecks oder andere Bankkarten zur Verfügung stehen", sagt Ines Janke von der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V.

Weiterhin sei es wichtig, die Karte zunächst unverzüglich sperren zu lassen. Hierzu könne man die Servicenummer des jeweiligen Anbieters oder den allgemein gültigen Sperr-Notruf ( 49) 116 116 anrufen. "Bei Diebstahl ist zudem Anzeige bei der Polizei zu erstatten", so Janke weiter.

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Auszahlung erfolgt in der Landeswährung

"Um den Notfall-Service zu nutzen, muss der Kunde in der Regel seine Originalkarte sperren lassen. Wird der Service vom Kunden in Anspruch genommen, gewährt die Bank im Normalfall nur eine Auszahlung innerhalb des vertraglichen Verfügungsrahmens", erklärt David Riechmann, Referent für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Auszahlung erfolge in der jeweiligen Landeswährung des Reiselands, meist über eine Auszahlungsstelle vor Ort.

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Weiterhin rät der Verbraucherschützer dazu, im Anschluss die Kontobelege zu kontrollieren, um missbräuchliche Abbuchungen mit der verlorenen Karte frühzeitig zu entdecken und zu reklamieren. Nicht alle Banken bieten diesen Service an. "Notfallbargeld oder auch eine Notfallkarte werden von verschiedenen Instituten angeboten - nicht zwingend nur von Online-Banken. Vorab sollte man sich jedoch über die Verfügbarkeit und die potentiellen Kosten bei der eigenen Bank informieren", sagt Riechmann.

Bei einer Reise sollten Kunden sich grundsätzlich immer ihre Kartennummer, die Kontaktdaten ihrer Bank und die Sperr-Rufnummer notieren beziehungsweise einfach abfotografieren und getrennt von der Karte aufbewahren. So kann man im Falle des Verlusts schnell reagieren.

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Ausgewählte Banken mit Notfallbargeld

Volkswagenbank: Die Wolfsburger stellen bei Verlust der Visa Card beim Auslandsaufenthalt innerhalb von 24 bis 48 Stunden eine Ersatzkarte zur Verfügung. Alternativ können Kunden Notfallbargeld bis maximal 1.000 US-Dollar beziehen. Das Geld wird am Schalter einer Bank ausgezahlt, die dem Kunden mitgeteilt wird.

Sie müssen in diesem Fall Kontakt über die Notrufnummer 0531 313234 aufnehmen oder sich direkt an die VISA Geschäftsstelle wenden (USA 1800 847 2911, andere Länder: 1303 967 1096). Für diesen Service fallen keine Gebühren an bis auf mögliche Telefonkosten.

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Comdirect: Die Online-Tochter der Commerzbank lässt ihre Kunden im Ausland bei einem Kartenverlust nicht im Regen stehen. Visa-International teilt dem Kunden in einem Anruf mit, wo die Auszahlung möglich ist. Dieser Auftrag ist nur bei Verlust einer Visa-Karte möglich.

Es werden maximal 1.000 US-Dollar beziehungsweise der Betrag in Fremdwährung ausgezahlt. Der Kunde zahlt dafür ein Entgelt von 49,90 Euro. Zusätzlich werden dem Kunden Gebühren für die Barauszahlung und eventuell auch für die Verfügung in Fremdwährung in Rechnung gestellt.

Die Auszahlung ist täglich rund um die Uhr möglich. Der Kunde erhält zeitnah, innerhalb von wenigen Stunden nach Beauftragung, einen Anruf von Visa International, indem der Ort der Auszahlung genannt wird.

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Wüstenrot Bank: Seit Ende Mai 2019 gehört die Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank zur Oldenburgischen Landesbank AG (OLB). Mit der Wüstenrot Bank unter ihrem Dach erweitert die OLB-Gruppe ihr Angebot für Privatkunden nachhaltig auf dem bundesweiten Markt.

"Wir bieten Notfallbargeld im Rahmen unserer ausgegebenen Kreditkarten Mastercard sowie Visa Card Classic und Gold an", sagt Timo Cyriacks, Pressesprecher der OLB. Die betroffenen Kunden müssen die Karte als gestohlen oder als verloren melden. Dies funktioniere über die Sperrhotline. Die Beantragung des Notfallbargelds laufe dann über eine Notfall-Telefonnummer von Mastercard beziehungsweise Visa Card. "Das Geld wird am Schalter einer Bank ausgezahlt."

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Die Maximalsumme beträgt 1.000 Euro und kann nicht höher ausfallen als das Kartenlimit vorgibt. Die Sperrhotline und die Notfall-Servicenummer sind rund um die Uhr erreichbar. Es fallen keine zusätzlichen Gebühren für die Inanspruchnahme des Notfallbargelds an.

DKB: Um Notfallbargeld von der Berliner Direktbank zu bekommen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Kreditkarte muss gesperrt sein oder gesperrt werden.
  • Der Karteninhaber muss eine Rufnummer angeben, um mögliche Auszahlungsstellen genannt zu bekommen.
  • Der Karteninhaber muss den Aufenthaltsort nennen.
  • Der Karteninhaber muss seine Personalausweisnummer / Reisepassnummer nennen.
  • Auszahlungen erfolgen nur an volljährige Personen.
  • Der Service gilt nur fürs Ausland.

Die Auszahlungssumme entspricht dem im Rahmen der Kreditkarte zur Verfügung gestellten Limit und beträgt maximal 1.000 Euro. Aktivkunden der DKB (ab 700 Euro Gehaltseingang pro Monat) wird kein Entgelt berechnet. Kunden ohne Aktivkundenstatus zahlen für den Service 150 Euro.

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1822 Direkt: Auch bei der Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse ist das Notfallbargeld an die Kreditkarte geknüpft. Über die 24-Stunden-Service-Hotline 49 89 411116 446 können Kunden eine Notfall-Kreditkarte anfordern. Der Versandt dauert maximal drei Tage. Das bedeutet: Der Kunde muss bis zur Zustellung an einem Ort befindet. Die Notfall-Kreditkarte ist maximal drei Monate gültig. Alternativ kann sich der Kunde das Kartenlimit als Bargeld auszahlen lassen.

N26: Die Smartpone-Bank bietet ihren Kunden ebenfalls einen Notfallbargeld-Service an. Mit "cash26" ist eine Bargeld-Abhebung ohne Karte möglich. Kostenfrei bis zur Höhe des Kontoguthabens.

Consorsbank: Auch die Online-Bank aus Nürnberg hat diesen Service im Angebot. Möglich mit der Visacard Gold, nur im Ausland. Das kostet 100 Euro an Gebühr, dabei ist der Auszahlungsbetrag  identisch mit dem Kartenlimit.

"Um später böse Überraschungen zu vermeiden, sollte sich Verbraucher auf jeden Fall schon im Vorfeld erkundigen, welche Gebühren für diesen Service bei seiner Bank auf ihn zukommen und unter welcher Rufnummer er diesen am besten in Auftrag gibt", rät Anlegerschützerin Janke. Zudem sollten sich Betroffene über alternative Möglichkeiten, wie etwa dem Zusenden einer Notfall- oder Ersatzkarte beraten lassen.

Fazit

Bei einer Auslandsreise ist der Notfallbargeld-Service eine nützliche Absicherung. Es empfiehlt sich im Vorfeld Leistungen und Gebühren zu vergleichen.



  Peter Rensch


 

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