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Auf einen Blick
  • Die Leistungen der Pflegeversicherung werden zum Jahreswechsel teilweise steigen.

  • Langjährige Heimbewohner bekommen mehr Geld. Aber auch die Sachleistungen für die häusliche Pflege sowie die Leistungen bei der Kurzzeitpflege.

  • Der pandemiebedingte Anspruch auf 20 statt zehn Tage Pflegeunterstützungsgeld bleibt bis mindestens März 2022 bestehen.
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Nicht nur Arbeitnehmer bekommen 2022 mehr Geld. Auch für Arbeitsuchende und in der Pflegeversicherung gibt es Änderungen. Die meisten Pflegeheimbewohner müssen 2022 etwas weniger für die Pflege im Heim bezahlen. Die größte Entlastung gibt es für Pflegebedürftige, die schon einige Jahre im Heim leben.

Nach wie vor gilt bei der Heimpflege: Die Pflegeversicherung beteiligt sich (teilweise) an den pflegebedingten Kosten im Heim, nicht jedoch an den sogenannten Hotelkosten ( Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen). Der Eigenanteil allein für die reine Pflege lag zuletzt im bundesweiten Schnitt bei 873 Euro. Dieser Eigenanteil wird ab 2022 von der Pflegeversicherung bezuschusst, und zwar um so mehr je länger die Betroffenen im Heim leben. Leben die Betreffenden erst zwölf Monate im Heim, so reduziert sich der Eigenanteil an den pflegebedingten Aufwendungen um fünf Prozent. Bei mehr als zwölf Monaten sind es 25, bei mehr als 24 Monaten 45 und bei mehr als 36 Monaten 70 Prozent.

  • Unser Biallo-Tipp: Immerhin haben Pflegebedürftige, die in ein Heim ziehen, so die Sicherheit, dass der Heimaufenthalt im Laufe der Jahre nicht teurer wird.

Den Zuschuss gibt es allerdings nur für die pflegebedingten Kosten, also den Pflegesatz des Heimes, nicht jedoch für Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Soweit bislang bereits das Sozialamt für einen Teil der Heimkosten aufgekommen ist, profitiert vor allem das Amt von der Neuregelung.

Biallo-Tipp: Zuschussregelung gilt auch für derzeitige Heimbewohner

Die Regelung zur Begrenzung des Eigenanteils tritt zwar erst 2022 in Kraft. Sie gilt dann aber auch für diejenigen, die bereits vor dem Jahreswechsel in einem Pflegeheim lebten.
 

Kaum Verbesserungen bei der Pflege zu Hause

Um ganze fünf Prozent erhöht sich der Zuschuss der Pflegeversicherung zu den sogenannten Pflegesachleistungen für zu Hause lebende Pflegebedürftige. Dabei geht es um ein – je nach Pflegegrad unterschiedlich hohes – Budget, das Pflegebedürftigen zum Einkauf von Pflegedienstleistungen bei professionellen Anbietern monatlich zur Verfügung steht.

Sachleistungen bei häuslicher Pflege

2021 2022
 Pflegegrad 2  689 Euro  724 Euro
 Pflegegrad 3
 1.298 Euro  1.363 Euro
 Pflegegrad 4
 1.612 Euro  1.693 Euro
 Pflegegrad 5
 1.995 Euro  2.095 Euro
 

Mehr Geld für die Kurzzeitpflege

Der Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege wird um zehn Prozent von 1.612 Euro pro Kalenderjahr auf 1.774 Euro erhöht. Falls Mittel der sogenannten Verhinderungspflege nicht verbraucht sind, kann dieser Betrag auf 3.386 Euro erhöht werden. Kurzzeitpflege kann zum Beispiel genutzt werden, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt die häusliche Pflege noch nicht in Frage kommt oder bei Urlaub oder Krankheit eines pflegenden Angehörigen. Nach wie vor gilt: Auch bei der Kurzzeitpflege deckt die die Pflegeversicherung nicht die vollen Kosten ab.

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Länger Pflegeunterstützungsgeld

Bis (mindestens) Ende März 2022 haben Beschäftigte weiterhin das Recht, bis zu 20 (statt regulär bis zu zehn) Arbeitstage Pflegeunterstützungsgeld zu bekommen, wenn sie der Arbeit fernbleiben, um in einer coronabedingten akut aufgetretenen Pflegesituation für einen nahen Angehörigen zu sorgen. Bereits genutzte Tage mit Pflegeunterstützungsgeld werden dabei nicht angerechnet.

Über den Autor Rolf Winkel
ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“. Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".
  Rolf Winkel