China mehr als ein Geheimtipp: Alle Zeichen stehen auf Rot

Geldanlagen in "exotischen" Märkten China mehr als ein Geheimtipp: Alle Zeichen stehen auf Rot

von Lars Becker
15.06.2017
Auf einen Blick
China ist nicht nur als Absatzmarkt für deutsche Produkte extrem wichtig – es ist auch für Anleger längst viel mehr als ein Geheimtipp. Die Vorzeichen sind in diesem Jahr trotz Risikofaktoren gut. Teil 6 unserer Serie über Geldanlagen in "exotischen" Märkten.
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In China stehen (fast) alle Zeichen auf Rot. Das hat nicht nur etwas mit der Farbe der Landesflagge zu tun, sondern auch mit den Vorzeichen an den Börsen des Landes. Rot ist hier – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland – das Zeichen für steigende Kurse.

China ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands, und seit Donald Trump in den USA an der Macht ist, noch einmal wichtiger geworden. Es wird Zeit, dass noch mehr Anleger die Renditechancen des chinesischen Aktienmarktes erkennen.

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Statt schnell, nachhaltig wachsen

"China hat seit 1991 mit seiner gelenkten Volkswirtschaft ein sensationelles Wachstum hingelegt. Es ist bemerkenswert, wie gut die Wirtschaft da läuft und ich gehe davon aus, dass das auch in nächster Zeit so weitergeht ", sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Deshalb investiert er mit seinen Fonds unter anderem auch in Firmen aus dem Reich der Mitte, wenngleich es durchaus Risikofaktoren gibt.

Da wäre zum Beispiel die Gesamtverschuldung des Landes, die sich seit der Finanzkrise oder seit 2008 verdoppelt hat. Die Ratingagentur Moodys hat kürzlich erstmals seit 1989 die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. China kämpft zudem mit einer Immobilienblase und sinkenden Wachstumszahlen. "Nur" 6,5 Prozent Wachstum werden im Jahr 2017 erwartet – verglichen mit den anderen großen Volkswirtschaften der Welt sind das freilich trotzdem paradiesische Zahlen.

"Nachhaltiges Wachstum ist besser als hohes Wachstum", lautet die neue Devise der Kommunistischen Partei Chinas. Genau diese Marschrichtung – das langsame Herunterfahren der Wachstumszahlen – findet Stephan langfristig richtig. Nachhaltig bedeutet in Zeiten, in denen die USA das Pariser Klimaabkommen gekündigt hat, aber auch, dass China auf erneuerbare Energien wie Solar und Windkraft setzt. "Die politische Führung hat über die Jahre immer dazugelernt", findet Stephan.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Magna MENA Fund R
IE00B3NMJY03
22,64%
2.
M&G Japan Smaller Companies A
GB0030939119
21,62%
3.
UBS(Lux)Equ. Fund China Opp. (USD) P acc
LU0067412154
20,62%
Laufzeit: 5 Jahre

Dazu gehört auch, dass der chinesische Aktienmarkt zunehmend für ausländische Investoren geöffnet wird. Neben den in Hongkong gehandelten Papieren, sollen Schritt für Schritt auch die an den Festlandbörsen von Shanghai und Shenzhen gelisteten sogenannten A-Aktien leichter gekauft werden können. Die größere Nachfrage speziell nach den in Shenzhen gelisteten spannenden Technologiewerten, wie beispielsweise Huawei, dürfte die Kurse befeuern.

Vielen Anlegern aus der "alten Welt" ist überhaupt gar nicht bewusst, wie groß der Aktienmarkt in China ist. Die Marktkapitalisierung der Handelsplätze von Shenzhen und Shanghai ist zusammen schon jetzt etwa so groß wie die der US-Technologiebörse Nasdaq. Das dort investierte Geld stammt zu 80 Prozent von Privatanlegern und nur zu 20 Prozent von institutionellen Anlegern – in den traditionellen Aktienmärkten ist das Verhältnis genau umgekehrt. Durch ein stärkeres Engagement von Großanlegern in China könnten sich ebenfalls Impulse für positive Kursentwicklungen ergeben.

Für viele Anleger noch ein unbekanntes Terrain

"Die Gewinnerwartungen der chinesischen Unternehmen gehen im Schnitt nach oben und viele wachsen sehr dynamisch. Man muss mit Schwankungen leben können, aber ich würde als Anleger einen Teil meines Kapitals in China investieren", sagt Stephan. Wer das Risiko minimieren will setzt auf Fonds wie den Comgest Growth Greater China Cap.

Aber auch Einzelwerte wie die E-Commerce-Riesen Alibaba oder JD.com, der chinesische Elektroauto-Pionier BYD, die Tencent-Gruppe oder Jinkosolar, der Weltmarktführer in der Solarindustrie, könnten eine lohnende Investition sein. Die Landeswährung Renmimbi dürfte - laut Währungsexperten der Deutschen Bank -  im Vergleich zum Euro oder US-Dollar in den nächsten Monaten leicht an Wert verlieren.

Das Risiko ist in diesem Bereich also vergleichsweise gering, genau wie die Gefahr politischer Krisen. Im November sollen fünf der sieben Mitglieder der zuständigen Wirtschaftslenkungskommission der Kommunistischen Partei Chinas neu benannt werden. Stephan: "In Jahren mit solchen Entscheidungen wird immer versucht, die Entwicklung stabil zu halten. Größere Ausschläge an den Börsen dürfte es in China also momentan nicht geben." Es spricht also fast alles für die Farbe Rot.

  • Biallo-Tipp: China ist in jedem Fall ein lohnenswerter Tipp für die Geldanlage. Viele Vorzeichen und die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung im Riesenreich sprechen für positive Kursentwicklungen. Risikobewusste Anleger investieren einen Teil ihres Vermögens in Fonds / ETFs mit Aktien aus China / Hongkong, mutigere können auch auf Einzelwerte großer Firmen setzen.
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de