ETF nicht automatisch besser

Indexfonds versus Aktienfonds ETF nicht automatisch besser

Max Geißler
von Max Geißler
03.05.2017
Auf einen Blick
  • Indexfonds laufen nicht per se besser als herkömmliche Aktienfonds. Fonds mit gutem Anlagekonzept erzielen auch langfristig bessere Renditen.
  • Geringe Gebühren beim Fondskauf verbessern die Ertragsaussichten. Zahlreiche Banken bieten ETF und Fonds zum Nulltarif.
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Indexfonds, besser als ETF (Exchange Traded Funds) bekannt, setzen stets auf einen ganzen Wertpapiermarkt. Dies kann ein Aktienindex sein, wie der deutsche Dax, oder ein Rentenindex, wie der Rex. Indizes beinhalten die Marktführer einer Branche oder einer Region, somit profitieren Anleger von den Besten der Besten, wie Finanzexperten stets betonen. Das heißt aber nicht, dass Indexfonds in jedem Fall besser laufen als ihre Pendants, aktiv verwaltete Fonds. Bei erfolgreicher Wertpapierauswahl und gutem Timing sind herkömmliche Fonds durchaus in der Lage, auch langfristig den Markt zu schlagen. Einige Beispiele:

Dax-Fonds

Vergleicht man in den Fondstabellen auf biallo.de die Fünfjahres-Entwicklung von Dax-ETF und klassischen Aktienfonds Deutschland, so zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der 20 besten herkömmlichen Fonds stärker performen als die vergleichbaren ETF. Während Dax-ETF auf Fünfjahressicht aktuell einen jährlichen Wertzuwachs von knapp 13 Prozent aufweisen, erzielte zum Beispiel der DWS Aktien Strategie Deutschland knapp 19 Prozent pro Jahr, der DWS Deutschland gut 16 Prozent und der MEAG Proinvest mehr als 14 Prozent.

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Die Performanceunterschiede erscheinen auf den ersten Blick nicht sehr groß, doch auf Dauer summieren sie sich zu riesigen Beträgen. Eine Performance von 13 Prozent jährlich kommt in fünf Jahren auf einen Zuwachs von 65 Prozent. Eine jährliche Wertentwicklung von 19 Prozent summiert sich im gleichen Zeitraum auf 95 Prozent Kurszuwachs. Aus einer Einmalanlage von 10.000 Euro werden somit 9.500 Euro statt 6.500 Euro Ertrag - ohne Gebühren gerechnet.

Globale Fonds

Ähnliches Bild bei Fonds, die weltweit in Blue-Chips anlegen. ETF, die auf den von den Verbraucherzentralen favorisierten MSCI-World-Index setzen, erzielen derzeit im Schnitt eine Fünf-Jahres-Performance von gut 14 Prozent jährlich, die Zehn-Jahres-Performance liegt bei mehr als sechs Prozent. Global anlegende Top-Fonds schlugen sich deutlich besser. So erwirtschaftete beispielsweise der Siemens Global Growth im Fünf-Jahres-Vergleich einen Wertzuwachs von fast 19 Prozent und gut 11 Prozent auf zehn Jahre.

Emerging Markets

Auch Schwellenländer-Fonds sind eine Domäne aktiver Fondsmanager. Eine Studie des Analysehauses Scope ermittelte, dass mehr als ein Drittel der aktiv gemanagten Emerging Markets Fonds (36 Prozent) auf Fünf-Jahres-Sicht ihren Vergleichsindex, den MSCI Emerging Markets, hinter sich lassen. Noch besser ist das Ergebnis bei der Betrachtung der Volatilität (Schwankungsintensität), hier verhielt sich jeder zweite Fonds ruhiger als vergleichbare ETF.

Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass aktiv gemanagte Fonds die Gewichtung der einzelnen Schwellenländer variieren können, ETF jedoch nicht, so die Scope-Experten. Ein besonders gutes Ergebnis hat laut Scope der Fonds Bankinvest Sicav New Emerging Markets erzielt, der auch in der Biallo-Fondstabelle Emerging Markets auf Rang zwei im Fünf-Jahres-Ranking rangiert.

Wie kauft man Fonds günstig?

Indexfonds bestechen nicht nur durch geringe jährliche Kosten, sondern auch durch schnellen Börsenhandel. Der Kauf von Anteilen geschieht mittels Börsenorder bei Ihrer Bank. Besonders preiswert sind Direktbanken, denn hier kosten kleine Kaufaufträge kaum mehr als zehn Euro, etwa bei Netbank, DKB oder Comdirect. Größere Anteilskäufe, beispielsweise über 10.000 Euro, sind bei der Postbank für etwa 20 Euro zu haben, bei Maxblue für 27 Euro, die DKB verlangt wiederum nur zehn Euro.

Biallo-Tipp: Die ING-Diba bietet aktuell über 1.000 ETF ohne Börsengebühr, ab einer Mindestorder von 500 Euro. Das Gute: Die Verwahrung im Depot ist kostenlos.

Herkömmliche Investmentfonds werden üblicherweise über die Fondsgesellschaft erworben. Dabei fallen je nach Fondsklasse Ausgabeaufschläge zwischen drei und sechs Prozent an. Das kann bei Aktienfonds schnell teuer werden. Ein Fondskauf über 10.000 Euro verursacht bei fünf Prozent Ausgabeaufschlag immerhin 500 Euro Gebühren. Dadurch fließen unterm Strich nur Fondsanteile im Wert von 9.500 Euro ins Depot.

Bis Sparer wieder dann wieder auf null kommen, kann es dauern - erst danach winkt Gewinn. Um die Kaufkosten so gering wie möglich zu halten, sollten Sie Fondsanteile stets mit Rabatt kaufen. Viele Banken offerieren heute Aktien- oder Rentenfonds mit verringertem Ausgabeaufschlag, zum Beispiel 1822 direkt und Merkur-Bank.

Biallo-Tipp: Fonds mit 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bietet regelmäßig Consorsbank, Comdirect und S-Broker.

Biallo-Lesetipp

Wer seine Geldanlage nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind sogenannte Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Biallo.de hat die digitalen Vermögensverwalter unter die Lupe genommen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Robo-Advisor im Vergleich.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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