Steuer-Serie Teil 6

Steuererklärung 2019: In Anlage K mit Kindern Steuern sparen

Update: 03.06.2020
Michael Schreiber
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Auf einen Blick
  • Finanzämter prüfen automatisch, ob das Kindergeld oder der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages zu einem günstigeren Ergebnis für Steuerpflichtige führt.

  • Steuerfreibeträge für Kinder zählen immer bei der Berechnung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit. Steuerzahler sollten deshalb für jedes Kind eine Anlage K ausfüllen.

  • Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.
Betreuung, Schule, Ausbildung: Kinder kosten Geld. Mit der Anlage K kann man sich Kosten fürs Kind vom Fiskus zurückholen.
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Monatlich bekommen Eltern üblicherweise Kindergeld ausgezahlt. Zum 1. Juli 2019 wurde es um zehn Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind waren es 2019 je 194 Euro im ersten Halbjahr, 204 Euro im zweiten Halbjahr (in 2019 insgesamt: 2.388 Euro je Kind/Zeile 15 Anlage Kind), für das dritte Kind 200 Euro monatlich bis Juni, ab Juli 210 Euro (insgesamt 2.460 Euro) und ab dem vierten Kind 225 Euro bis Juni 2019, 235 Euro ab Juli (insgesamt 2.760 Euro).

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Kindergeld versus Kinderfreibetrag

Über die Steuererklärung prüft das Finanzamt, ob der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages in Höhe von 2.490/4.980 Euro (Ledige/Verheiratete) plus des Freibetrages für den Erziehungs- und Betreuungsaufwand von 1.320/2.640 Euro womöglich zu einem günstigeren Ergebnis führt. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe lohnt sich das – das gezahlte Kindergeld wird dann mit den Steuerfreibeträgen verrechnet und der Mehrbetrag über den Steuerbescheid ausbezahlt.

  • Biallo-Tipp: Die Steuerfreibeträge für Kinder zählen immer bei der Berechnung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit. Steuerzahler sollten deshalb unbedingt für jedes Kind eine Anlage K ausfüllen. Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.

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Wichtig: Seit Anfang 2018 erhalten Eltern das Kindergeld nur noch für sechs Monate rückwirkend zum Antragszeitpunkt. Prüfen Sie, ob Sie für Ihren Nachwuchs das staatliche Kindergeld vollständig erhalten haben und reichen sie fehlende Anträge zügig ein. Gegen die Verkürzung der Kindergeldauszahlung kann man sich zur Wehr setzen. Dazu gibt es bereits ein Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichtes vom 25. September 2018 (Az. 8 K 95/18). Der Richterspruch aus Hannover ist allerdings nicht rechtskräftig – das letzte Wort hat der BFH im Revisionsverfahren unter dem Az. III R 70/18.

  • Biallo-Tipp: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bereits 2016 entschieden, dass Eltern auch während eines Masterstudiums ihres Nachwuchses Kindergeld erhalten können. Die Familienkasse hatte die Zahlung zunächst abgelehnt, weil sie der Meinung war, die Erstausbildung des Kindes ende mit dem Bachelorstudium. Die BFH-Richter entschieden jedoch, dass das Aufbaustudium noch zur Erstausbildung gehört (Az. VI R 9/15).

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Übernehmen Eltern für ihre Kinder, für die sie Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, kommen diese in die Zeilen 31 bis 40 der Anlage Kind.

  • Biallo-Tipp: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 13. März 2018 (Az. X R 25/15) können Eltern die Krankenkassenbeiträge für die eigenen Kinder nur dann steuerlich geltend machen, wenn sie die Beiträge entweder tatsächlich unmittelbar bezahlt oder dem Kind erstattet haben und endgültig wirtschaftlich damit belastet sind. Die Gewährung von Naturalunterhalt reicht nach Ansicht der BFH-Richter dagegen nicht aus. Die Finanzverwaltung ist weiterhin deutlich großzügiger – sie akzeptiert auch Naturalleistungen als Unterhalt (BMF-Schreiben vom 3. April 2019 – Az. IV C 3 - S 2221/10/10005:005).

Sind die Kinder älter als 25 und immer noch im Studium, haben Eltern keinen Anspruch mehr auf Kindergeld oder den steuerlichen Kinderfreibetrag. Haben sie dennoch Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge für den Nachwuchs bezahlt, können diese Kosten über die Zeilen 40 bis 44 der Anlage Vorsorgeaufwand geltend gemacht werden.

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Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Singles mit Kind erhalten einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro jährlich (Zeilen 46 bis 51). Dazu muss das Kind im Haushalt des Alleinerziehenden gemeldet sein und es darf keine weitere erwachsene Person in diesem Haushalt leben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Freibetrag um 240 Euro. In einem Urteil vom 5. Februar 2015 (Az. III R 9/13) stellte der Bundesfinanzhof klar, dass ein alleinerziehender Vater den Freibetrag für seine bei ihm gemeldete Tochter auch dann erhält, wenn diese tatsächlich bereits in ihrer eigenen Wohnung lebt. Mit dem Urteil im Rücken eröffnen sich getrennt lebendenden oder geschiedenen Eltern neue Gestaltungsspielräume.

  • Biallo-Tipp: Leben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter, können beide Elternteile den Entlastungsbetrag kassieren, indem ein Kind beim Vater und eines bei der Mutter angemeldet wird.

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Ausbildungskosten

Für die auswärtige Ausbildung volljähriger Kinder sind bis zu 924 Euro zusätzlicher Freibetrag drin (Zeile 61 bis 64). Befindet sich das Kind nach dem 25. Geburtstag noch in Ausbildung oder Studium, zahlt die Familienkasse kein Kindergeld mehr. In diesem Fall können Unterstützungsleistungen an das Kind bis zu einem Höchstbetrag von 9.168 Euro jährlich als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Dieser Abzug mindert sich um eigene Einkünfte des Kindes von mehr als 624 Euro im Jahr.

Besucht ein Kind eine Privatschule, dürfen die Eltern 30 Prozent der jährlich anfallenden Kosten, höchstens 5.000 Euro, als Sonderausgaben absetzen (Zeilen 65 bis 67). Die Kosten für Verpflegung, Betreuung und Unterbringung werden allerdings nicht bezuschusst. Den Status der Schule als anerkannte Bildungseinrichtung und die Höhe der abzugsfähigen Ausgaben lassen sich über eine Schulbescheinigung nachweisen.

Eltern können für Kinder bis zum 14. Lebensjahr Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr ebenfalls als Sonderausgaben geltend machen (Zeilen 73 bis 79). Das Finanzamt akzeptiert aber nur zwei Drittel der mit Rechnungen und Überweisungsträgern nachgewiesenen Kosten, Barzahlung gilt nicht (BFH-Urteil vom 8. Dezember 2014 – Az. III R 63/13). Daher müssen Eltern schon mindestens 6.000 Euro ausgeben, um den Höchstbetrag von 4.000 Euro ausschöpfen zu können.

  • Biallo-Tipp: Abziehbar sind Kosten für Kindergarten, Krippe, offene Ganztagsschule oder Tagesmutter, nicht jedoch Kosten für Nachhilfeunterricht oder Beiträge für Sportverein und Musikschule.

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  Michael Schreiber


 

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