Worin besteht die Gefahr bei den gefälschten DPD-Mails?
Der Markenname DPD wird nicht zum ersten Mal missbräuchlich verwendet. Schon seit mehreren Jahren landen immer wieder gefälschte E-Mails in den Postfächern von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Doch was bezwecken die Betrüger mit dieser Nachricht? Am Ende kann die Aktion vom Datendiebstahl bis zu Schadsoftware auf verschiedene Dinge hinauslaufen – je nachdem, auf welche Webseiten Sie von dem Initiator geleitet werden.
Aktuell (Stand 7. Oktober 2022) führen die Nachrichten zu einem vermeintlichen Chat, wo Sie lediglich Antwortmöglichkeiten anklicken können. Anschließend werden Sie zu einem Formular weitergeleitet. Dort sollen Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben und 1,99 Euro Gebühr bezahlen. Doch genau hier lauert die Falle. Mit der Übermittlung der Daten schließen Sie ein Abo ab. Zunächst zahlen Sie für die ersten drei Tage nur den geringen Preis von 1,99 Euro. Doch danach wird ordentlich zugeschlagen. Anschließend müssen Sie nämlich 45 Euro pro Monat und mehr bezahlen. Natürlich wird alles vollautomatisch von Ihrer Kreditkarte abgebucht.
Selbst bei genauem Lesen finden wir in unserem Test nicht heraus, bei wem das Abo abgeschlossen wird. Lediglich, dass es um E-Books geht, wird klar. Auch die Geld-zurück-Garantie in den Bedingungen bringt Ihnen nicht viel, da Sie nicht wissen, bei wem Sie das Geld zurückfordern sollen.
Aus diesem Grund sollten Sie in E-Mails, die Ihnen unaufgefordert zugesendet werden und Ihnen merkwürdig vorkommen (vielleicht weil Sie gar nichts bestellt haben), die Links nicht anklicken.
Schon hereingefallen? - Was tun?
Sie haben zu spät gemerkt, dass es sich bei Ihrer E-Mail von DPD um eine Fälschung handelt? Sie haben den Link bereits angeklickt und getan, was von Ihnen verlangt wurde? Dann sollten Sie schnell reagieren.
Haben Sie sensible Konto- oder Kreditkartendaten herausgegeben, sollten Sie sich sofort mit Ihrer Bank in Verbindung setzen. Unter Umständen müssen Sie Ihr Konto und die Karte sperren lassen. Damit kann auch kein Beitrag für das Abo mehr abgebucht werden.
Sobald Sie die Log-in-Daten für Ihren DPD-Account eingegeben haben, sollten Sie mit DPD Kontakt aufnehmen. Allerdings können Sie vorher probieren, sich bei Ihrem DPD-Account einzuloggen. Geht dies, ändern Sie so schnell wie möglich das alte Passwort in ein sicheres Passwort. Falls möglich, aktivieren Sie noch die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Können Sie sich nicht mehr einloggen, ist der Kontakt zum Unternehmen Pflicht. Zudem sollten Sie wissen, was bei einem gehackten Konto zu tun ist.
Sobald Sie Ihre Daten auf einer gefälschten Webseite eingegeben haben, sind diese in die Hände von unbekannten Dritten gelangt. Die Betrüger können nun selbst Straftaten damit begehen oder die Daten im Darknet verkaufen. Deshalb raten wir auch zu einer Anzeige bei der Polizei.
Ebenso gemein, wie diese Spam-Mails, sind die SMS im Namen verschiedener Paketdienstleister, die Ihnen ein Paket ankündigen. Mit der gefälschten SMS zur Sendungsverfolgung soll ein Trojaner auf Ihr Gerät geschleust werden. Auch hier sollten Sie keine Links anklicken. Die Schadsoftware kann das Onlinebanking anzapfen und Geld umleiten.